E-Gitarre in Decoupage-Technik umgestalten: wie vermeidet man Falten in den Rundungen?

von brennbaer, 19.11.16.

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  1. brennbaer

    brennbaer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.16   #1
    Hallo zusammen,
    wie ich hier: https://www.musiker-board.de/thread...enidentifikation.159440/page-538#post-8100143
    schrieb habe, habe ich ja vor kurzem eine E-Gitarre aus dem Sperrmüll gezogen, die von "shadock" (nochmals Danke dafür :) ) als eine "Ibanez Blazer Studio" identifiziert wurde.
    Nun möchte ich der Gitarre ein anderes Finish geben, da mir ehrlich gesagt, dieser braune Farbton nicht sonderlich gefällt.
    Aus diesem Grunde habe ich den Korpus bereits von von der Farbe befreit, was außerdem noch den positiven Zusatzeffekt hat, dass der Kellermuff deutlich weniger geworden ist.
    Nach Inspirationen, was ich denn nun damit anstellen könnte, habe ich sowohl hier im Forum als auch im Netz ein bißchen recherchiert.

    Meine ursprüngliche Idee war, die Gitarre mit einem türkisblauen Metallic-Lack zu versehen.
    Allerdings bin ich von dem Vorhaben abgekommen, weil dies doch mit sehr hohem Aufwand verbunden ist ->
    -mehrere Schichten Füller, dazwischen immer wieder schleifen
    -dann Grundierung (evtl. auch hier mehrere Schichten mit Schleifen dazwischen)
    -danach mehrere Schichten Lack (ebenfalls schleifen zwischen den einzelnen Lack-Aufträgen)
    -und zum Schluß Klarlack (auch hier mehrmals lackieren und immer wieder schleifen) und polieren.

    Ist mir doch etwas zuviel Aufwand.

    Dann überlegte ich mir, den Korpus einfach zu ölen, aber ich würde, obwohl ich normalerweise Holzstrukturen liebe, in dem Fall gerne davon wegkommen und der Gitarre eine komplett andere Oberfläche verpassen.

    Dann stieß ich auf die Servietten- bzw. Decoupagetechnik
    Rein vom Arbeitsaufwand, erscheint mir diese Technik ein guter Kompromiss zu sein:
    -einmal Füller mit anschließendem Schleifen sollte reichen
    -dann wird beklebt
    -und anschließend mit Klarlack (mit den schon genannten Zwischenschritten) gefinished und poliert.

    Als interessante Beispiele stieß ich auf diese Gitarren:
    http://www.harmonycentral.com/forum...ar-vintage-raven-electric-w-comic-book-finish
    http://www.guitar-museum.com/guitar-29019-Gibson-Les-Paul-Comic-Book-Guitar

    Mir persönlich würde ein Design im düsteren Frank Millers Batman-Stil gefallen.

    Allerdings ist es bei den Gitarren in diesen Beispielen so, dass die Kanten zwischen der Front- und Rückseite zur Stirnseite relativ scharf abgegrenzt sind, so dass man beim Bekleben mit nicht allzuviel Problemen mit Faltenbildungen bei den Kanten, Rundungen (z.B. Cutaways) und Wölbungen konfrontiert werden dürfte.
    Man hat da nämlich eine relativ scharfe Begrenzung, über die man das Papier nicht sehr weit darüber hinaus laufen lassen muss.

    Hingegen ist es bei meiner Gitarre: https://www.musiker-board.de/thread...enidentifikation.159440/page-538#post-8100143 so, dass Front- und Rückseite eher übergangslos in die Stirnfläche verlaufen.
    Dadurch fehlt so ein bißchen die scharfe Begrenzung und man muss das Papier weiter in die Rundungen/Wölbungen hineinarbeiten, was mit verstärktem Faltenwurf quittiert wird.

    Jetzt wäre meiner langen Rede kurzer Sinn, bzw. kurze Frage: hat schon mal jemand in dieser Technik gearbeitet?
    Wie kriegt man das Papier um Wölbungen, abgerundete Kanten und in Rundungen, ohne dass das Papier Falten wirft?
    Ich habe vorhin einfach mal mit einfachem eingeweichten Kopierpapier experimentiert, aber irgendwie scheint es mir, als ließe es sich nicht verhindern, dass an den genannten Problemstellen doch die eine oder andere Falte auftritt.

    Habt Ihr vielleicht Tipps und Tricks, wie man die Falten vermeiden kann?
    danke schon mal :)
     
  2. Etna

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    Erstellt: 19.11.16   #2
    Moin!

    Erstmals Gratulation zu deinem echt schicken Sperrmüllfund! Auf Flohmärkten bei mir in der Umgebung wollen die Händler für sowas immer gleich 200...300 Euro sehen wollen. Schick schick!

    Nun zu deiner Frage:
    Das ist immer sehr knifflig gerade, glatte Dinge um Kurven zu bekommen. Du hast es schon richtig erkannt, dass du wesentlich größere Radien umlaufen musst und es dabei sehr schwer geht. Mit Papier ist das so gut wie unmöglich. Aufgrund der ungeordneten Fasern, hast du einfach keinen Spielraum was den Zug angeht. Da hilft leider nur die Schere, um kleine Streifen zu schneiden und diese dann einzeln umzuklappen. Ob das gefällt, musst du dann entscheiden.

    Meine Idee wäre nun eine Art Folie. Kunststoffe geben gerne nach und man kann sie durch Erwärmen mit einer Heissluftpistole vorsichtig an viele Formen schmiegen. Man könnte vielleicht die Comics einscannen und auf einem Folienplotter aufdrucken. So kannst du dann die kanten schön glatt ziehen. Wenn es nicht unbedingt Comics sein müssen, wäre ich für Spielkarten. Moderne Profi Pokerkarten sind ausschließlich aus Kunststoff. Die könnte man einzeln aufkleben und an den Kanten mit dem Heissluftfön um die Kurve kriegen.

    Schicken Gruß,
    Etna
     
  3. benny barony

    benny barony Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.16   #3
    Da sollte es doch möglich sein auch eher kleine Teile zu verarbeiten, oder? Ich schätze (hab es noch nie gemacht), dass es damit etwas einfacher geht, insb. bei den Problemzonen.

    Ansonsten das was Etna schon sagte: Da wo die Falten entstehen das Papier einschneiden.
     
  4. brennbaer

    brennbaer Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.16   #4
    Hallo und Danke für die Antworten :)
    Ich habe mich aufgrund der zu erwartenden Schwierigkeiten, die Comics in einer meine Ansprüche zufriedenstellenden Qualität auf den Korpus zu bringen (kein Klein Klein, saubere Linien etc) dafür entschieden, die Gitarre doch wie ursprünglich angedacht, zu lackieren.
     
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