[Effekt] Coda Effects Black Hole - Doom Machine / Sunn Model-T Preamp

von escarbian, 27.06.20.

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  1. escarbian

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    Erstellt: 27.06.20   #1
    Coda Effects - Black Hole - Doom Machine / Sunn Model-T Preamp



    Vorgeschichte:

    Coda Effects ist eine Ein-Mann-Pedal-Schmiede von Benoit Meijer aus Paris. Zum ersten Mal wurde ich durch seinen Clone des Vemuram Jan Ray auf Coda Effects aufmerksam.
    Daneben werden aber auch einige andere sehr interessante, selbst konzipierte Pedale in geringen Stückzahlen produziert (z.B. Fuzz, Tremolo).
    Benoit hat dabei eine sehr empfehlenswerte Webseite mit vielen interessanten Informationen zum Thema Effekt-Pedale, Effekt-Elektronik und DIY.
    Nachdem Benoit mal wieder ein paar Exemplare seines Black Hole fertiggestellt hatte, hatte ich zugeschlagen, bevor sie wieder alle weg waren. ;)
    Das Black Hole ist nun schon eine ganze Weile auf meinem Board und hat meine anderen Hi-Gain-Distortion Pedale alle ersetzt.

    Das Black Hole ist Benoits Nachbildung des Sunn Model T Preamps in Pedalform. Der Sunn Model T (hier ein Review aus dem Board) ist ein 150 Watt Röhrenbolide der 1970er Jahre, mit mittig- und bass-betontem Sound.
    Bekannt ist der Amp heute noch aufgrund der Verwendung durch die Band Sunn o))) für ihre tiefen und megalauten Drone-Sounds.
    Laut Beschreibung auf der Webseite ist das Pedal neben Gitarre auch für Bass verwendbar.

    Es gibt eine ganze Reihe von Pedalen, die diesen speziellen Amp-Sound emulieren (wollen), hier mal eine gute Übersicht dazu:
    https://www.guitarpedalx.com/news/news/12-of-the-best-sunn-model-t-style-drive-pedals
    Daneben bin ich kürzlich auch noch auf ein Pedal von Lichtlaerm Audio gestoßen, welches sich auch Sunn O))) Model T nennt. Auf der Webseite wird es derzeit nicht angeboten, aber Daniel Ringl baut Pedale auch gerne mal auf Anfrage.
    Nebenbei: Lichtlaerm Audio hat einige wirklich geniale Pedale am Start.
    Für Bastler gibt es bei Musikding.de auch ein DIY-Kit des Sunn Model-T Preamp.



    Details und Ausstattung:


    Das BlackHole wird in einem schichten Karton im Stoff-Säckchen geliefert. Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang. Ein Batterie-Betrieb ist nicht vorgesehen.
    Die schwarze Hochglanz-Lackierung des Alu-Druckguß-Gehäuses ist makellos. Die aufgedruckte Beschriftung ist farblich gut abgestimmt. An der Front befindet sich ein metallenes Coda Effects Logo.
    Die Ein- und Ausgangsbuchsen befinden sich auf den Seiten, der 9V Stromanschluß auf der Stirnseite.
    Wie der Sunn Amplifier weist das Black Hole zwei Gain-Stufen (Normal und Brite) auf, die parallel im Sound gemischt werden können. Die Klangregelung erfolgt mittels 3-Band-EQ (bass, midrange, treble).
    Darunter befindet sich noch ein Switch für einen zusätzlichen Gain-Boost. Der leichtgängige Fußschalter aktiviert das Pedal aus einem True Bypass.
    Innerlich sieht das Pedal mit seinen hochwertigen Komponenten einwandfrei verarbeitet aus. Gain erhält das Pedal aus JFET Transistoren.
    Der Gain-Boost erfolgt über eine Schaltung wie beim alt-bekannten EHX LPB-1 von Elektro-Harmonix. Weitere technische Informationen mit Abbildungen der Schaltkreise gibt Benoit auf seiner Webseite.

    Leider werden von dem Pedal immer nur kleine Batches hergestellt, sodaß die Verfügbarkeit sehr limitiert ist. Auch auf dem Gebrauchtmarkt habe ich noch keins angetroffen.
    Man kann sich aber bei Coda Effects auf eine Benachrichtigungs-Liste setzen lassen. Aktuell (06/2020) sind wieder ein paar Exemplare auf seinem Reverb-Shop, oder über seine Webseite bestellbar.

    Abmessungen: 6,6 x 12,1 x 3,5 cm (B x L x H)
    Gewicht: 313 g
    Stromversorgung: 9V DC (center negative), < 50 mA



    Bilder:


    Coda-Effects-BlackHole-2.jpg


    Coda-Effects-Black-Hole-17.jpg Coda-Effects-BlackHole-10.jpg


    Coda-Effects-Black-Hole-Inside-1.jpg


    Coda-Effects-Black-Hole-33.jpg Coda-Effects-Black-Hole-43.jpg





    Bedienung und Klang:


    Auch wenn man jetzt denken könnte, das Pedal ist nur etwas für die Fans des Stoner Rock oder des Doom Metal, weit gefehlt! Das Black Hole ist durch die zwei Gain-Kanäle, den Gain-Boost und den EQ sehr vielfältig einstellbar. Darüberhinaus reagiert es wunderbar dynamisch auf das Volume-Poti der Gitarre, sodaß man viele Sounds bis fast zum Clean Boost erreichen kann. Das hängt natürlich auch etwas vom Output der PUs an der Gitarre ab. Auf der anderen Seite kann man das Pedal voll aufgedreht zur Gain-Bestie werden lassen und dabei ordentlich Low-End reinmischen, ohne daß es matscht oder zu sehr rauscht. Es reicht dabei bis in Fuzz-Regionen, sodaß es auf meinem Board das bisher für diese Sounds prädestinierte FuzzHugger Doom Bloom und aber auch das KHDK Dark Blood schnell verdrängte. Am besten klingt das Black Hole für mich dabei aber vor einem cleanen Amp. Wenn der Amp bereits merklich verzerrt, dann wird es für mich zu viel des Guten und undifferenziert. Wie es mit einem Bass klingt, kann ich mangels eines Basses leider nicht sagen. Anmerken möchte ich auch, daß meine Sound-Eindrücke sich auf "gehobene" Wohnzimmer-Lautstärke (bis ca. 90 dB) ohne Bandkontext beziehen, gespielt in einen Mesa Express 5:25+ oder Mesa Mini Rectifier 25 über Mesa Lonestar 1x12". Ich gehe aber davon aus, daß sich das Pedal auch im Bandkontext auf der Bühne gut hörbar durchsetzen kann.
    Die Bandbreite des Sounds mit seiner Dynamik bringt leider keines der unten aufgeführten Videos so richtig zum Ausdruck. Meine video-/aufnahmetechnischen Gegebenheiten und Fähigkeiten sind leider hier auch (noch) nicht präsentabel und würden das Problem "Soundqualität am PC" auch nicht beheben. Am besten macht man sich ohnehin selbst einen realen akustischen Eindruck von dem Pedal vor dem eigenen Amp. Wer also ein "fett" klingendes Hi-Gain Pedal für düstere (aber nicht nur solche!) Sounds sucht, der wird vom Black Hole nicht enttäuscht werden.



    Soundbeispiele auf YouTube (mehr gibt es leider nicht):



    Benoit M





    Korey FY!EP






    Fazit:

    Das Black Hole ist ein richtiger Geheimtipp für diejenigen, die einen fetten Hi-Gain Sound in Richtung eines vom Sunn Model T Amp inspirierten Pedals suchen.
    Neben seiner besonderen Eignung für Stoner- oder Doom-Metal-Sounds ist das Pedal aufgrund seiner umfangreichen Regelmöglichkeiten aber auch in anderen Musik-Genres einsetzbar.
    Der Preis ist für die gebotene Qualität mMn sehr günstig.




    Pro:

    • beeindruckender Klang
    • sehr gute Regelbarkeit und Dynamik
    • exzellente Fertigungsqualität, Made in France
    • sehr günstiges Preis-Leistungsverhältnis für ein Boutique-Pedal dieser Güte
    Contra:
    • (limitierte Verfügbarkeit)


    Preis:

    • 167 Euro + Versandkosten (Stand 06/2020)


    Link zur Hersteller-Webseite/Bezugsquelle:

    https://www.coda-effects.com/p/black-hole.html
    https://reverb.com/item/17323646-coda-effects-black-hole-sunn-model-t-preamp


    Conflicts of Interest: keine


    Vielen Dank für's Lesen.
    Fragen und Anmerkungen sind gerne willkommen.

    Gruß, Helmut

    :m_git2:
     
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