[Effekt] Skreddy Pedals P19

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Skreddy Pedals P19

Das Skreddy Pedals P19 Distortion / Fuzz kommt in einem Hammond 1590B-Gehäuse im klassischen Skreddy-Layout mit VOL, TONE und SUSTAIN, True Bypass und 9V-Stromversorgung (center neg., wie Boss) sowie einem Voicing-Schalter für die Mitten daher.

Ähnlich wie das bekannte Skreddy Lunar Module Si Fuzz (und im Gegensatz zum Cognitive Dissonance MKIII Fuzz, s. Review hier im Board) wurde das P19 bewusst in Anlehnung an Pink Floyd betitelt (vgl. semantische Ähnlichkeit zum Wort „pig“), sodass sich die klangliche Zielrichtung schnell erschließt. Hier geht es ganz klar um den cremigen Leadsound von David Gilmour aus den 70er Jahren, stilecht auf Basis einer EHX Big Muff Schaltung. Fly away, piggy!

Dazu wurde aber nicht 1:1 eine klassische Schaltung kopiert, sondern diverse Anpassung vorgenommen.

Die Höhen wurden etwas weicher und artikulierter gemacht, die Bässe sind leicht zurückgenommen, damit es unter rum nicht wummert. Somit ist das Pedal neben dem typischen singenden Leadtone auch wunderbar für lang stehende Akkorde oder gar Rhythmusarbeit einsetzbar; trotz des Gainlevels, welches man mit kurzem Dreh am Sustain-Poti schnell erreicht. Durch die Anpassungen kommt das Pedal klanglich wunderbar harmonisch daher, sodass eine umfangreichere Klangregelung - wie bei modernen Zerrern durchaus nicht unüblich - gar nicht vermisst wird. Obwohl klassische BM-Sounds bedient werden, wurde ein harmonisches Maß an Offenheit und Durchsetzungsfähig reingebracht. Im Umkehrschluss können jedoch auch nicht extreme Fuzz-Sounds (ala Doom, Sludge, Metal etc.) erwartet werden. Dafür kommt das P19 auch bei max Gain zu zivilisiert daher. Der süßlich-komprimierte Zerrcharakter will für solche Anwendungen irgendwie nicht passen.

Die Variabilität und das Gegenspiel von Fuzz und Straffheit/Durchsetzungskraft (sonst längst keine Selbstverständlichkeit) machen für mich die Qualität der meisten Skreddy Fuzzes aus (bei den anderen ist dieses eben auch per Design gar nicht gewollt). Sie eignen sich dadurch oft auch als Ersatz für ein klassisches Distortion- oder gar Overdrivepedal (Screwdriver, Lunar Module, …), bei dem man auch mal eine Akkordzerlegung ins Spiel einbringen kann ohne Soundbrei zu ernten.

Ein besonders gut gelungenes Feature ist für mich nach wie vor der Mid Switch, der sich bei einigen weiteren Skreddy Muffs findet (z.B. Cognitive Dissonance MKIII, Pig Mine, manche Mayos etc.). Der Klang verändert sich von dem typischen leichten Mitten-scoop zu einem leichten Mittenboost, gerade so viel dass sich die Gitarre gut im Mix durchsetzt aber auch nicht übertrieben mittenlastig und nasal klingt.

Auch wenn ich mich sicher nicht als großer Floyd-Experte betiteln würde, kommt das Pedal dem bekannten Sound schon sehr nahe (die vielen Details von Gilmours ausgereiften Setup mal außen vor gelassen). Sphärische, tragende Soli über einem Sound-Teppich stellen sich beim Spiel mit dem P19 zumindest sehr oft ein, ganz so hat es sich Marc Ahlfs (Skreddy Pedals) sicherlich auch gewünscht.

Von vielen eingefleischten Skreddy Fans und Sammlern liest man immer wieder Kommentare wie: Vergesst die Mayos und Pink Fleshs für $600 aus der Bucht. Das P19 kommt mit modernen Transistoren sehr nah ran an diese Sounds und ist nach wie vor neu für unter $200 zu haben.“ („bang for the buck“, sozusagen)
Das finde ich schon bemerkenswert. Es muss nicht immer das rare Sammlerstück mit bei Mondschein aus Einhornhaar handgeflochtenen NOS Transistoren sein (dem enthusiastischen Sammler mit dem nötigen Kleingeld sei es gegönnt). Der (fast) heilige Gral ist manchmal gar nicht so fern, nur halt nicht immer offensichtlich.

Kurzum: Für diejenigen unter euch, die klassische Big Muff / Pink Floyd Sounds suchen und auf die Unzulänglichkeiten der alten Originale (große Gehäuse, Fehleranfälligkeit, schlechter Bypass, eingeschränkte Stromversorgung) gerne verzichten, könnte das P19 genau das richtige Pedal sein.
Und um es nicht nur auf eine Band zu reduzieren: Natürlich eignet sich das Fuzz auch für viele andere klassische Rocksounds. Einfach mal ausprobieren!

http://skreddypedals.com/skreddy_pedals_P19.htm
 
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Armin H.
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Danke für das prima Review. Ich hatte schon einige Pedale von SkreddyPedals, zuletzt das Ernie Fuzz. Aktuell habe ich das Twosome Fuzz und das Blunderbuss Hybrid Fuzz, also praktisch drei verschiedene Fuzz Kisten von Blackout Effectors on Board, wobei sich das Blunderbluss noch prima mit dem Musket Fuzz und dem Fix´d Fuzz Deluxe vom Twosome mischen lässt. Da wäre das P19 sicherlich noch eine sinnvolle Ergänzung. ;) Allerdings brauche ich vorher noch ein vernünftiges Octaver oder Octave/Fuzz, der POG2 hat sich einfach als zu umfangreich und liveuntauglich erwiesen, obwohl man wirklich tolle Sounds findet. Irgendwie kam ich mit dem polyphonen Boss OC3 noch am besten klar. Manche holen sich den Heiligen Gral einfach von der Stange.
 

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