Entspannungstechniken für das Singen hoher Töne

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Niggo9393
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Hey Leute,

das Problem wurde hier bestimmt schon 100 Mal gepostet, allerdings fand ich in keinem Threat den ich sah ne Antwort auf meine Frage.. Ich nehme bereits Gesangsunterricht, bin -wie meine Gesangslehrerin sagt- Bariton und möchte mich gerne mal an die höheren Töne rantrauen, ohne zu "drücken". Sie meint dazu, dass die hohen Töne bereits in mir vorhanden seien und es eine rein mentale Sache sei sie rauszulassen. Man müsse sich gerade im hohen Bereich ordentlich entspannen, damit man sich nicht verkrampft und die Töne sauber rausbringen kann, ohne dass es gedrückt klingt.

Eine Übung hat sie mir dazu schon gegeben, nämlich erstens dass man sich immer nur auf den Endton des Zeitintervalls konzentriert und zweitens dass man sich bei den hohen Tönen vorstellt man würde gähnen. Das klappt auch, wenn es sich um einen kurzen hohen Ton zwischen 2 gut singbaren Tönen handelt, allerdings nicht wenn ich den hohen Ton dauerhaft halten muss. Meine Frage ist jetzt, ob es Übungen gibt, die es mir ermöglichen, meine Stimme auch für längere Zeiträume zu entspannen??
Ich bin nämlich gerade an dem Song "Run" von Leona Lewis dran, und ich kriege immer im hohen Teil Probleme.. Da klingt meine Stimme dann richtig hauchig, also so als ob 1% Ton und 99% Luft rauskommen, und das würde ich seeehr gerne ändern..m

mfg
Nico
 
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Buddy Polly
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Hi Nico,

bist du m oder w?
(Das wollt ich schon immer mal fragen :D)
Spaß beiseite, meinst du nicht, Run ist vielleicht ein bisschen hoch für dich? Oder transponierst du das runter bzw. singst es eine Oktave tiefer? Würd ich in dem Fall gern mal hören, kann mir das schlecht vorstellen.
Ich bin kein Gesangslehrer, aber mir hilft es eigentlich immer, wenn ich die hohen Töne zuerst im Falsett ansinge und mir so quasi Sicherheit hole. Als Übung kenne ich das auch: Vierklänge, und den höchsten Ton im Falsett.

Aber noch etwas grundsätzliches: Die Drückerei kriegst du nur durch eine gute Atemtechnik weg. Wenn die da ist, trägt der Atem die Töne von ganz allein. Immer wenn ich (Schmuddeltenor) schlampe, merke ich das an den hohen Tönen, die mir dann deutlich schwerer fallen.
Das Ding daran ist: Man muss es von Anfang an bei jedem Üben konsequent durchziehen. Sonst kommt man aus diesem Muster nicht mehr raus.
Noch was: Am oberen Ende meiner Range bin ich schweinelaut. Unterhalb einer gewissen Lautstärke tragen die Töne nicht so wie sie es sollten. Vielleicht hilft dir das.

Polly
 
Niggo9393
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Aso ich dachte ja immer Nico wäre n reiner Männername, aber da hab ich mich wohl getäuscht^^ Ich bin jedenfalls männlich, nach meiner Gesangslehrerin Bariton, was man an meinen Hörproben wohl auch hören kann =) http://www.youtube.com/user/Niggo9393
Run singe ich in F# moll, was glaub ich meine am besten gelegene Tonart ist, da in beiden Richtungen etwa der gleiche Spielraum ist, nämlich fast gar keiner xD
Die Aussage dass das nur auf die Atemtechnik ankommt interpretiere ich einfach mal so dass es nicht in Form eines Aha-Erlebnisses geschieht, sondern von Training und Übung, richtig? =]
Und bzgl. deiner Übungen würde es mir stark weiterhelfen wenn ich wüsste was ein Falsett ist :D

mfg
Nico
 
Kenshi
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Hey Nico...

erstmal: Saugeile Stimme! *.* Um so einen sonoren Bruststimmenanteil würde sich ein Großteil der mir bekannten Sänger schlagen. ^^

Wofür du Entspannungstechniken brauchst, versteh ich allerdings nicht. Du sitzt doch sehr entspannt da? :D

Das könnte übrigens auch das Problem sein. Mit der Sitzhaltung sind hohe Töne schwer zu kriegen. Der zweite Punkt, an dem du dir im Wege stehst, ist die Verspannung deines Unterkiefers und deiner Zunge. Dein Kehlkopf hängt nämlich sowohl an der Kiefer- als auch an Zungenbeinmuskulatur (man mag mich korrigieren falls ich die Anatomischen Begriffe falsch verwende) und bei derartiger Verkrampftheit nicht frei schwingen.
Allerdings macht dieser starre Kiefer auch einen Teil des knurrigen Timbres deiner Stimme aus. Hier ist also Feintuning oder schnelles Umschalten gefragt.

Außerdem brauchst du für die Höhe mehr Atemspannung.
 
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Haha, das war eher auf den Titel "Run" bezogen, der ja doch ziemlich hoch rauf geht ;)
Wow, tiefe Stimme.
Spielraum hör ich da genug!

Bei mir hat es schon nach einer Weile einfach "klick" gemacht und ich wusste wie gewisse Sachen gehen. Um das obere Ende meiner Range auszubauen hab ich dann ein paar Stunden genommen.
Aber ich meinte oben eher, dass deine Atemtechnik einfach noch nicht solide genug ist. Du hast eine wirklich schöne, natürliche, erdige Stimme. Kann mir vorstellen dass es mit einer so massiven Stimme schwer ist, nicht zu viel Masse mit raufzunehmen. Fühlt sich vermutlich komisch an, wenn du randstimmiger singst. Da muss man sich erst dran gewöhnen.
Eventuell hilft es dir, es mal mit Elvis-Songs zu probieren. Elvis hat sehr oft ziemliche Sprünge gemacht, da kann man sich vieles abschauen.
Falsett ist die künstlich um eine Oktave hochgestellte Stimme. Wenn du eine Frauenstimme imitierst, gehst du ins Falsett.

Edit: Ja, dieser knurrige Ton, den Kenshi meint, kommt von der Kieferstellung. Damit ist man relativ "fest" und das kann man nicht so weit mit nach oben nehmen.
 
G
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Oh, danke für die Info, wusst ich garnicht^^
Allerdings passt mir Leonas Lage weitaus besser als die von Snow Patrol.. keine Ahnung wieso, ist bei mir relativ oft so dass mir die Lagen der Frauen besser passen als die von Männern :S

@Kenshi: an der Sitzhaltung kanns nicht liegen, ich habs schon mit der laut meiner Gesangslehrerin perfekten Haltung ausprobiert, was auch überhaupt der Grund ist wieso ich die Töne dann überhaupt kriege, allerdings klingt das dann wie gesagt sehr heiser und als ob nur Luft rauskäme, völlig ohne Power :S
 
Kenshi
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Das ist das Passagio-Problem. Die Heiserkeit kommt in dem Falle nicht von deiner Haltung sondern von deinem verkrampften Kiefer / Kehlkopf
 
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Kann mich was das Atmen angeht meinen Vorrednern nur anschließen: du singst weitestgehend körperlos, ohne Stütze.
So schlaff, wie du da aufm Sofa sitzt, würde ich keine Arie gesungen bekommen. *G* Entspannen im Hals ja, aber um Gottes willen nicht den ganzen Körper! Deine Atemmuskulatur muss beim Singen Hochleistungssport betreiben.

Versuch zum Beispiel mal, so kräftig du kannst "Sch" zu zischen und die Power davon dann unter deinen Ton zu bringen.
Wenn du dafür ein Gefühl hast, dann versuche die Töne trotz der Power gefühlvoll und sanft zu singen, dann entspannt sich der Hals fast von alleine.

Eine solide Atemstütze kommt allerdings nicht über Nacht, die muss man mit Geduld und Training aufbauen.
 
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@Niggo9393

Das klappt auch, wenn es sich um einen kurzen hohen Ton zwischen 2 gut singbaren Tönen handelt, allerdings nicht wenn ich den hohen Ton dauerhaft halten muss.

Das ist erst mal auch normal. Einen hohen Ton kurz antippen oder ihn lange halten sind zwei ganz verschiedene Dinge! Das erste ist sehr viel einfacher.
Ansonsten wurden dir ja auch schon diverse Gründe genannt, woran es liegen kann.

Der zweite Punkt, an dem du dir im Wege stehst, ist die Verspannung deines Unterkiefers und deiner Zunge.

Enorm wichtig! Für eine schöne runde Höhe brauchts eine tiefe Kehle, d.h. lockerer Unterkiefer und Zunge sind Voraussetzung. Man muss also auf diese Dinge achten, das Problem kann allerdings sein, dass wenn man zu sehr darauf fixiert ist, man den Unterkiefer erst recht festhält. Ist erstens eine Übungssache und oft helfen einem auch die entsprechenden Emotionen.

Entspannen im Hals ja, aber um Gottes willen nicht den ganzen Körper!

Genau! Die hohen Töne (und nicht nur die) müssen von unten aus dem Körper und nicht aus dem Hals kommen (bildlich gesprochen). Je besser deine Stütze und die Öffnung im Brustbereich ist, umso mehr entlastet du deinen Hals. Also stell dich auf deine 2 Beine ;) und vergiss fürs erste mal die Gitarre. A capella ist ohnehin beim üben sehr nützlich oder du nimmst die Gitarre vorher auf.
Und wie Nuria auch schon geschrieben hat, das alles braucht viel Übung (und Geduld :D), sich mal eben schnell hinstellen und denken damit sei alles getan, so ist es (leider!) nicht.

Habe kurz in dein Video reingesehen und was mir da noch aufgefallen ist: bei jedem höheren Ton hebst du etwas den Kopf, dadurch "knickst" du deinen Nacken ab. Du solltest aber genau das Gegenteil machen: den Nacken strecken, auch und vor allem für die Höhe!
 
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