Ernste Texte - Lustige Texte (Ein Ding der Peinlichkeit?)

von Heier, 23.04.05.

  1. Heier

    Heier Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.05   #1
    Hi,
    Wir haben ja wie gesagt seit 1-2 Wochen unsere Demo raus. Und irgendwie kann ich sie mittlerweile nichtmals selbst hören weil ich dabei jedesmal in den Boden versinke aufgrund der Texte. Die sind hauptsächlich sogar absichtlich sehr schwachsinnig/witzig/sinnlos gehalten, bspw. so Zeilen wie "Hier gibt es keinen Bäcker mehr, denn in Rom sind die Brötchen leckerer", "Ich will mehr Käse, ich will nen Hund, ich bin kein Chinese!" etc. - klar, etwas peinlich, aber trotzdem finden wir das für uns vertretbarer als sowas wie "Oooh I love you sooo im cutting out my Pulsader tonight"...
    Das Problem ist ja, dass ich solche Texte eigentlich total gut finde. Also sowas, wo man sich identifizieren kann. So Verlierer-Selbstmitleids Texte wie von "Social Distortion" o.Ä. finde ich eigentlich spitzenmäßig. Aber wenn wir sowas schreiben klingts total dumm und aufgesetzt und es ist teilweise so, dass ich es erst gar keinen lesen lasse.
    Also wie schafft man es, ernsthafte Texte zu machen, ohne dass es einem selber peinlich erscheint, wenn man diese anderen Leuten zeigt?
     
  2. patrice

    patrice Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.05   #2
    Ja, das kenne ich nur zu gut.
    Im Schreiben von Texten bin ich leider auch immer der nicht-kreative Mensch.

    Sehr zu empfehle ist die Adresse: http://rhymezone.com (findest Reime, Synonyme, etc... leider nur Englisch).

    Am besten greift man aus seinem Leben, wenn man Texte will, die trotzdem lustig sind (in der Schweiz gibt's bei uns Polo Hofer - der singt jeden Scheiss, auf Dialekt - klingt aber immer wieder cool, aber z.T. auch peinlich), dann lasse dich inspirieren von Künstlern, die du magst, wähle dir "ein" Thema für deinen Song aus, z.B. das Thema "nicht aufgeben", dann machst du ein Text zu diesem Thema.

    Du musst dein Wille und deine Gedanken schreiben lassen - die Ideen kommen von selbst.. z.B. nach etwas erlebtem, wenn man davon schreibt, als Beispiel.

    M.F.G.
    Patrice
     
  3. Acki

    Acki Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.04.05   #3
    der link ist echt spitze... vielen dank :great: :)

    ich hätte zu patrice seinen ausführungen nichts mehr hinzuzufügen.
    evtl noch, dass man sich jetz nich an nen tisch setzt und sich vornimmt auf deubel komm raus nen lied zu schreiben. und wenn du einen text, oder einen teil des textes fürs erste fertig hast, legs erstmal anne ecke und lies es dir nen tag, tage, ne woche später oder sonstwann nochmal durch. wenns dir dann immer noch so gefällt wies ist, dann kann mans so stehen lassen... wenn nicht, dann besserst du eben die problemzonen entsprechend aus.


    ich hätte btw auch noch ne frage^^ : und zwar, wenn ich nen text schreibe, brauche ich ja nicht unbedingt ein gitarren- oder bassriff dazu, sprich die musik der instrumente fällt erstmal untern tisch. aber wenn ich dann so schreibe, frage ich mich immer wieder, ob ich jetz beim erfinden des textes den rhytmus mit berücksichtigen muss, in dem er später mal gesungen werden soll... :confused:

    danke^^
     
  4. Alpha

    Alpha Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.04.05   #4
    Hm, wenn ich ernste Texte schreibe, setz ich das Thema nie direkt rein. Weil das wirkt gerade bei solchen Themen sehr platt und schnell klischeehaft. Ich versuche, die Problematik auf den Kern zu reduzieren, dann zu verallgemeinern bzw besagte Kernproblematik auf andere Dinge zu übertragen und mit einigen Vergleichen (ich liebe Bildmetaphern) das Gefühl bzw die Stimmung des ganzen darzustellen. Dann langen ein, zwei "explizitiere" Teile, die nur eines bedeuten können, um dann diese allgemeine Problematik doch persönlicher zu machen, da es doch nicht nur Allerweltsgemecker ist. Trotzdem bleibts interpretierbar.

    Diese überkompliziere Vorgehensweise ist übrigens auch der Grund, warum ich in den letzten 2 Jahren vielleicht 5 Texte geschrieben habe :p
     
  5. jilten

    jilten Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.05.05   #5
    moinsen
    ich würd mal sagen,dass das hand in hand mit der melodie geht. nehmen wir doch mal irgendein ärzte lied, spontan fällt mir männer sind schweine ein ;), das lied ist an sich gut,wenn man sich aber mal den text vorknöpft,ohne die musik dazu je gehört zu haben, denkt man sich, ach du scheiße,was ist das für ein pseudo-feministen-text, der teilweise auch schnulzig klingt wie z.b. ,,hallo mein schatz,ich liebe dich,du bist die einzige für mich...''
    liest man das nur,könnt man das kotzen kriegen,erst die melodie verleiht dem ganzen einen ironischen touch.
    dasselbe kann auch bei euren texten der fall sein,man muss hier aber echt aufpassen,dass die melodie stimmig ist, ansonsten läuft man wirklich gefahr, dass es wie gewollt und nicht gekonnt klingt.
    daher darf man nicht verbissen nur in eine richtung gehen wollen, sondern muss offen bleiben für andere textzeilen oder melodien.
    das war meine meinung dazu.
    tschö
     
  6. HellToPay

    HellToPay Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.05.05   #6
    Hmmm, das liegt wohl am Alter! Wenn du über Herzschmerz trallala und co. singst, ist es pupertierende Kiddyscheiße. Wenn das eine von oben bis unten mit Tattoos zugeballerte gescheiterte Existenz macht, dann ist es ehrlich und cool. Ich denke du mußt noch ein paar Jahre lang warten, um deinen Standpunkt als Verlierer zu festigen und dann kommts von alleine! ;)
    Bis dahin kannst du ja fleißig Johnny Cash hören!
     
  7. Metus

    Metus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.05.05   #7
    denke, das liegt daran, dass man das überbewertet.
    Wenn ich von ner bekannten band nen text lese, der absoluter müll ist (hab neulich nen text bei nem ska lied gehört, da gings irgendwie darum, wie gern er bananen isst :D )
    denk ich mir, ohje so ein scheiß! ist aber witzig!
    will sagen, texte von lokalen bands, gerade deutsche Texte werden strenger begutachtet als die von bekannten bands. die dürfen scheiß texte schreiben. die dürfen auch auf der bühne jeden scheiß machen. die dürfen auch hotelzimmermöbel an die decke kleben.
    fühl dich einfach wie ein rockstar, dann geht das ;)
     
  8. Heier

    Heier Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.05.05   #8
    Ja, ich kann dir folgen. Wenn man beispielsweise von Slipknot direkt den Text hört, denkt man, wie geil ist das denn u.s.w.. Liest man sich einfach mal so seperat die deutschen Übersetzungen vor, kann ich mir aber auch irgendwie das schmunzeln nicht verkneifen.
    Wen würde es schon interessieren, ob sich XY die Finger in die Augen steckt, weil es den Schmerz langsam stoppt!? :screwy:

    Problem bei uns ist nur, dass erst der Text kommt und dann die Melodie. Also haben wir sozusagen gar kein Fundament, in das wir die Texte setzten können. Vielleicht sollten wir das in Zukunft ändern!?
     
  9. jilten

    jilten Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.05.05   #9
    alsooo, ich schreibe auch immer erst die texte, trag sie dann meinen kollegen vor. meistens habe ich schon eine grobe idee vom aufbau, der struktur und schon eine melodie im kopf. ich singe das soweit vor, dann kommen die anderen ins spiel. wir spielen so lange bis irgendetwas brauchbares bei raus kommt.
    es kann aber auch anderes rum passieren, hängt immer von der stimmung und von der kreativität ab,aber ich persönlich finde es leichter,wenn ich erst einen text habe,einer unsere gitarristen sieht das anders, er findet es leichter einen text auf eine bereits vorhandene melodie zu schreiben, das muss jeder für sich selbst heraus finden.
    probiert doch mal beide möglichkeiten aus. irgendwann wird irgendetwas klappen.
    auf nach biddinghuizen oder was ;)
     
  10. Plainshift

    Plainshift Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.05.05   #10
    Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, niemals die Melodie vom Text abhängig zu machen. Textzeilen kann man modifizieren, ohne dass diese an Ausdruck, Sinn, Bildhaftigkeit verlieren. Aber auch nur 1 veränderter/unpassender Ton in der Melodie kann alles kaputt machen! ;)

    Das ist nämlich auch das Problem an den ganzen Textkritikern, auf die man so trifft. "Boah ey, was fürn hirnloser Schwachsinn! Sch** Popgedudel!".
    Vom Text ausgehend wäre dies wohl richtig - aber die Musik macht´s. Ich bin mir sicher, dass nur wenige Leute hier im Forum, mich inklusive, richtige Pop-Ohrwürmer mit 2-3 Akkorden schreiben könnten, wie primitiv diese auch zu sein SCHEINEN.
    Denn Regeln für eine Melodie gibt es extrem wenige. Ich hatte mal dieses "How to write songs on guitar"-Buch, klasse war das. Viele typische Akkordschemata, Tipps zum Aufbau von Songparts, zum Texten, zum Recorden usw.
    Aber zur Melodie waren nur wenige Seiten, und letztlich stand dann: Man kann eine gute Melodie nicht beschreiben, nicht erklären - man kann solche Melodien entweder fühlen (so wie Lennon und Mc Cartney) oder nicht.
     
  11. Reaper's Ballz

    Reaper's Ballz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.05   #11
    also ich persönlich finde die ärzte aufgrund ihrer Texte und der Stimme/Art des Sängers ja scheisse, klingt so arrogant irgendwie...

    aber ist wohl geschmackssache

    @heier

    versuch doch mal witziges/ironisches/sinnloses mit heulsusen/looser texten zu verbinden
    "Oooh I love you sooo im cutting out my Pulsader tonight"
    ist da schonmal ein guter anfang ;D
     
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