Ersatzröhren-Wahl JVM205

von greg68, 21.06.18.

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  1. greg68

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    Erstellt: 21.06.18   #1
    Hallo Zusammen,

    demnöchst will ich Endstufenröhren bei meinem Marshall JVM205h wechseln lassen. Ich mache das nicht selber, will aber die Röhren gleich auswählen und dazu tun. Der Tube Amp Doc bietet für diesen Verstärker ein Pärchen EL34B-STR TAD Premium Matched (quasi als Muss) an. Die kommen für 59€. Schaue ich bei Tube Town vorbei so wird die JJ EL34 Red Label-TT XMatching vorgeschlagen die mich gerade mal 28,60€ zusammen (gematched) kosten.

    Nun die unheilvolle Frage die, wie ich hoffe, keine esoterischen Auswüchse an Beiträgen erzeugt:

    Macht der Mehrpreis Sinn (TAD) oder spare ich mir den höheren Preis lieber (TT) zugunsten der Gesamtkosten. Ich denke objektiv gesehen, dass die Frage in Richtung Fertigungstoleranz/Rauschen der Typen zielt, denn bisher habe ich verstanden, dass maximal die Vorstufen-Röhren einen Einfluss auf den Sound direkt haben, wenn ich Störgeräusche nicht zum "natürlichen" Soundgefüge zähle. Ich will auf jeden Fall verhindern erneut beim Tech
    zu erscheinen weil es zirbelt und zischt.

    Gruß Gregor
     
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  2. Myxin

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    Erstellt: 21.06.18   #2
    Servus,

    Marshall hat die JVMs in der Anfangszeit mit den Svetlana Winged =C= EL34 in der Endstufe bestückt, das waren gute Röhren mit einem sehr schönen Mittenspektrum im Sound. Da diese nicht mehr produziert werden und im Preis immer mehr gestiegen sind, wurde zunächst auf Tung Sol EL34 gewechselt, um dann auch bei JJ EL34 zu landen. Die letzten 4, 5 Jahre werden JVMs mit JJs in der Endstufe ausgeliefert. Diese haben allerdings ein Marshall Label drauf, daher ist das nicht immer gleich ersichtlich.

    Wenn du also mit dem Sound zufrieden warst, spricht nichts dagegen, JJs zu kaufen. Tube Town oder BTB Elektronik ist hierfür sicherlich eine gute Adresse.

    Die TAD EL34B-STR dürfte eine chinesische Shuguang Röhre sein, wenn mich nicht alles täuscht. TAD selbst stellt keine Röhren her, sondern labelt nur das, was der Markt eben hergibt - und das ist nicht mehr so viel, da es nur noch weltweit vier (bedeutende) Röhrenhersteller gibt. Du kannst dir diese Röhren auch von Ruby Tubes kaufen, dürften preislich aber auch in der TAD Region sein.

    Die Rubys habe ich selbst auch schon im JVM getestet und würde sie empfehlen, wenn der Fokus auf "Metal" liegt, also ein etwas "schärferer" Sound gewünscht wird mit einer guten, tighten und schnellen Bass-Wiedergabe bei Palm Mutes Riffing. Das können die Rubys besser als die JJs. Die JJs sind dafür universeller und haben schönere Mitten. Falsch machst du mit keinen von beiden etwas.
     
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  3. greg68

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    Erstellt: 21.06.18   #3
    Also das ist doch mal eine super Antwort Myxin! Vielen Dank! Ich tendiere mehr in den Rock, Hardrock-Bereich aber auch bluesige, eher wärmere Töne sind mir lieber als die ganz aggressiven Frequenzen. Somit scheinen mir die TT die Wahl zu sein.
     
  4. Myxin

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    Erstellt: 21.06.18   #4
    Ja, dann würde ich auch JJs nehmen (habe ich in meinem JVM auch drin).

    Falls du den Bias einstellen lässt, kannst du ja dem Techniker sagen, er soll bitte nicht die Röhre auf 35mA einstellen - wie es ua. im Marshall Forum empfohlen wird. Das macht den Sound meiner Meinung nach zu "fett" und "aufgeblasen", worunter Zerrsounds dann leiden. Ich bin meistens irgendwo bei 28mA gelandet, also ein bisschen unter 30. Das klingt so meiner Meinung nach dann ausgewogen.
     
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  5. greg68

    greg68 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.06.18   #5
    Danke danke. Muss denn der Bias-Strom, der z.Zt. vorliegt verändert werden? Siehst Du denn bzgl. des BIAS Unterschiede ob eine Strat (SD-Humbucker im SC-Format) oder eine Paula dranhängt? Der Sound den ich z.Zt. mit dieser Kombi erzeuge ist mir ans Herz gewachsen.
     
  6. Myxin

    Myxin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.06.18   #6
    Die Bias Einstellung hängt davon ab, welche Röhren man nutzt - hier nicht nur von der "Marke", sondern auch von der jeweiligen Röhre selbst. Hier gibt es in produktionsbedingte Schwankungen in den technischen Parametern, weshalb Tube-Town und BTB die EL34 Röhren, die als Duett oder Quartett gekauft werden, auch "matchen" - also jeweils zwei oder vier raussuchen, die ähnliche "Werte" haben.

    Der Bias muss dann auf die jeweiligen Röhren eingestellt werden. Es kann auch sein, dass die Werte dann nach ein paar Stunden noch etwas driften, wenn die Röhren wirklich neu sind und noch nicht etliche Stunden in Betrieb waren. Dementsprechend wäre es natürlich sinnvoll, wenn der Techniker den Amp etwas länger laufen lässt und dann den Bias nochmal nachkontrolliert und ggf. anpasst. Das machen leider die allerwenigsten, weil sie die Kisten nicht gerne länger bei sich in Betrieb herumstehen haben wollen und das einfach Zeit und zusätzliche Arbeit kostet.

    Bei einer Les Paul mit richtig "fetten Humbucker Sound" merkt man es natürlich noch eher, wenn der Bias zu hoch eingestellt ist - ich denke, du bist, da du auch zur Strat greifst mit einem Wert um die 30 mA gut bedient - höher würde ich persönlich wie gesagt nicht gehen.

    Wenn deine jetzigen Endstufenröhren schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben, wird der Bias aber sicher nicht mehr so sein wie er anfangs war - ebenso wirst du mit einem frischen Röhrenpaar in der Endstufe auch merken, dass plötzlich wieder straffere Bässe und mehr Höhen vorhanden sind, ggf. erscheint dir das anfangs auch als ein bisschen unangenehm, wenn du dich schon an den "laschen" Sound der alten Endstufenröhren gewöhnt hast. Sieh es positiv, mit neuen Röhren klingt es einfach frischer und spritziger - da kann der JVM dann auch seine Stärken wieder voll ausspielen!
     
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