Ich unterrichte seit 25 Jahren Gesang. Irgendwann in den Anfangsjahren habe ich es mal eine Weile so gemacht, dass ich für jede Schülerin eine Mappe angelegt habe, weil immer die Textblätter vergessen wurden


Wurde mir aber schnell bewusst, dass das nicht meine Aufgabe sein kann
Und dank allgegenwärtiger Handys ist das ja jetzt auch kein Problem mehr.
Reisbrei hat es schon sehr gut in Worte gefasst: Jeder entscheidet selber wie er sein Hobby ausübt. Ich habe absolut kein moralisches Problem damit, wenn jemand einmal die Woche kommt um sich von mir bespaßen zu lassen. Ich mache mir auch keine Illusionen mehr. Die meisten machen zu Hause keine Atemübungen und andere Übungen schon mal gar nicht. Aber diejenigen, die mehr wollen üben auch mehr bzw beschränken das Singen nicht auf einmal die Woche eine Stunde bei mir. Die Ansprüche und die Ziele sind da total unterschiedlich.
Für mich selber war das Singen nie eine Frage des Übens, sondern ein inneres Bedürfnis. Niemand musste mich zum üben motivieren.
Seit einiger Zeit entwickelt es sich aber bei mir so, dass sich eine Art Community aufbaut, dadurch dass wir öfter gemeinsame Gesangsabende haben und die SchülerInnen sich da gegenseitig kennenlernen können. Es gibt auch eine WhatsApp Gruppe und die SchülerInnen können sich gegenseitig in ihre Stunden zu Duetten einladen. Das motiviert ganz enorm, auch dazu im Vorfeld mehr zu üben
