Fender Player II Stratocaster: falsches Wiring oder defekte Bauteile ab Werk?

  • Ersteller Ersteller Harvester Of Sorrow
  • Erstellt am Erstellt am
Harvester Of Sorrow

Harvester Of Sorrow

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
28.10.26
Registriert
23.05.17
Beiträge
396
Kekse
4.011
Hallo,
ich habe seit ein Paar Monaten eine neue Fender* Stratocaster Player II SSS gekauft. Zuerst fiel mir nichts besonderes auf. Vor ein Paar Tagen habe ich auf der Strat einen Pickuptausch vorgenommen.

Ich habe aus der Player II Strat die komplette originale Elektronik, ohne sie auseinander zu löten (nur Masse der Tremolo-Federklammer und des Outputjack abgelötet) rausgenommen. Diese habe ich dann auf ein anderes Pickguard montiert. Dieses Full Loaded Pickguard habe ich jetzt auf meine "Test"-Strat Squier Affinity montiert. Und erst dann habe ich folgendes festgestellt:

1. in Switch-Position 5 ist bei mir Halspickup aktiv, aber beide Tone-Potis aktiv
2. in Switch-Position 4 sind Hals-Pickup und Mittel-Pickup aktiv und beide Tone-Potis aktiv
3. in Switch-Position 3 sind Hals-Pickup und Mittel-Pickup aktiv und beide Tone-Potis aktiv
4. in Switch-Position 2 sind Hals-Pickup, Mittel-Pickup, Steg-Pickup aktiv und beide Tone-Potis aktiv
5. in Switch-Position 1 sind Hals-Pickup, Steg-Pickup aktiv und beide Tone-Potis aktiv

Das ist ja kompletter Unfug. Ich habe aber am Wiring zwischen PUs, Switch und Potis absolut keine Änderungen vorgenommen! Ich habe ein Wiringdiagramm von Fender* gefunden:

Screenshot 2026-04-10 202617.jpg
Screenshot 2026-04-10 223401.jpg


Die Verdrahtung meines Pickguards ist 1:1 identisch, absolut keine Abweichungen. Also habe ich am Switch die Kontakte der Schalter-"Zunge" zu den einzelnen Lugs beim Umschalten beobachtet und analysiert. Äußerlich und mechanisch entspricht es absolut dem Schaltdiagramm.

Also habe ich Mal ChatGPT etwas genervt mit dem Hintergrundwissen, dass er mir auch Quatsch erzählen könnte. Scheinbar so war es, denn auf jedes "aber" von mir korrigierte er jedes Mal seine "endgültigen und absolut korrekten" Analyseergebnisse. So erzählte er mir u.a., dass die weiße Verbindung zwischen Lugs auf beiden Seiten, die dann zum Volume-Poti gehen, die Ursache ist, oder dass auf der Platine, an der die Lugs "getackert" sind, im Inneren eine Leiterbahn verläuft (ich sehe da keine und wofür sie gut sein soll bei diesem Switchmodell, wüsste ich auch nicht), die falsch verbindet.

Auf dem Switch ist ein Aufkleber mit 51993 2507.

Ich traue dem ChatGPT jetzt nicht mehr bei diesem Problem. Aber ihr könnt mir vielleicht zuverlässigere Auskunft geben. Was liegt für ein Problem vor? Als die Player II Strat neu bei mir ankam, habe ich es nicht geprüft, sie klang gut und ich war zufrieden. Ich will aber die Funktion wie im Schaltdiagramm, um Klangvergleiche zu anderen SSS Strats mit anderen PUs machen.

Ist etwas ab Werk aus defekt? Sind solche Fälle bekannt? Oder stimmt das Wiring auf dem Diagramm nicht und somit auch in meinem Set?

Danke für euer Ideen und Tipps vorab.

EDIT: Es sind keine unsauberen Lötstellen, die als Brücken fungieren könnten. Hier ein Bild von meinem Pickguard:

IMG_4581.webp
 
Zuletzt bearbeitet:

Ich tippe mal auf eine Lötbrücke im oder am Schalter oder gar ein Defekt im Schalter. Biege bitte mal die Drähte am Schalter auseinander und mache dann ein paar Bilder vom Schalter aus allen Richtungen... ja Du hast daran nicht gelötet, aber Du hast die Masseleitung und den Anschluss zur Buchse abgelötet.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
  • Ersteller
  • #3
Die Ursache ist gefunden und das Problem behoben. Zum x-ten Mal saß ich vor der Gitarre und inspizierte die ganze Schaltung ohne Hoffnung auf eine neue Erkenntnis. Das Pickguard war weiterhin an den Jack und Trem-Erdung angeschlossen. Dann tat ich etwas unüberlegtes: Ich führte den Klopftest an den PU-Magnetstiften durch, während der Pickguard NICHT im Body war. Und plötzlich hatte der Switch ordnungsgemäß in allen Stellungen geschaltet!

Und dann kam das heilige Licht vom Himmel herab und zündete das Ideenlämpchen über meinem Kopf. Was ist der Unterschied zwischen dem Squier Affinity und Fender* Player, insbesondere beim Body? Richtig! Die Dicke des Body. Wenn also der Squier-Body dünner ist, dann könnte doch die Tiefe der Ausfräsung des Elektonikfachs unterm Pickguard beim Squier ebenfalls geringer als beim Fender* sein. Weiterer Lichtblitz: der Vorbesitzer war so gründlich und hat die gesamte Ausfräsung beim Squier mit schwarzer Abschirmfarbe lackiert. Ein weiterer Blick auf den Switch - die Lugs an der höchsten Stelle der Platine sind höher als die Platine selbst. Was ist, wenn mehrere mittlere Lugs im eingebauten Zustand des Pickguards die Abschirnfarbe berühren? Also testen, ob mein Verdacht gerechtfertigt ist: mit blauem Elektriker-Isolierband habe ich den Boden der Ausfräsung in dem Bereich, wo der Switch sich befinden beklebt. Und das doppellagig über Kreuz, denn der Boden der Ausfräsung ist nicht glatt, sondern hat viele kleine "scharfe" Plickel. Pickguard erstmal wieder provisorisch eingebaut. Getestet... BÄÄÄM!!! Alle Pickups sind richtig geschaltet in jeder Switch-Position! Die Tone-Potis werden richtig aktiviert je Switch-Position! Es ist vollbracht!

Also mit der werkseitigen Schaltung und und den einzelnen Elektronikkomponenten ist doch alles in Ordnung. Kein Wunder, dass mir diese Problem nicht aufgefallen ist, während die Elektronik noch werkseitig in der Player II Strat eingebaut war, denn es gab dort das Problem erst gar nicht.

Ich bin erleichtert, sehr glücklich den Fall gelöst zu haben und um ein Paar Skill-Punkte reicher.

Kleiner Funfact am Rande. Gleich nach dem ersten Einbau der Player Elektronik im Squier (nachdem ich die Gitarre vollem Pflegeprogramm unterzogen habe) klang es deutlich dumpfer, lebloser, merkbar ohne Höhen, jedoch nicht typisch für Out-of-Phase. Die Tone-Potis hatten auch keine Auswirkung beim Drehen. Probeweise habe ich ein Full Loaded Pickguard aus einer billigst-Strat in die Squier eingebaut, und dieses klang ordnungsgemäß. Jetzt weiß ich auch warum: der Switch war am Billig-Pickguard ebenfalls der billigste und deutlich kleiner in der Höhe, sodass er natürlich den Boden der Ausfräsung nicht berührt hatte. Dann habe ich wieder das Pickguard der Player eingebaut, das Problem hat sich etwas gebessert, weil der Sound wieder ok war (keine Ahnung warum, wahrscheinlich weil irgendeine Stelle keinen Kontakt mehr zur Abschirmfarbe hatte). Und dann ist mir das Problem erst aufgefallen, das hier am Anfang beschrieben wurde.

Also Augen auf beim Einbau der Fender*-Komponente in einen Squier-Body!
 
  • Gefällt mir
  • Interessant
Reaktionen: 2 Benutzer
War auch mein erster Gedanke, dass ein Tropfen Lot in den Schalter gelangt ist. Das kann passieren, wenn man zu heiß, mit zuviel Lot oder zu lange lötet. Manchmal tropft auch Lot von der Lotspitze, weil sich da ein Überschuss sammelt. Zwischendurch mal abstreifen hilft dagegen.

PS: die Beiträge haben sich überschnitten. Gut, dass Du den Fehler selbst beheben konntest.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
  • Ersteller
  • #5
Das mit dem überschüssigen Lot hatte ich bereits mehrmals geprüft, den Switch aus allen möglichen Perspektiven inspiziert. Und das war ja das frustrierende an dieser Geschichte - alle Lötstellen waren sauber, keine unnötigen Löttropfen, die evtl. zwei getrennte Kontakte verbinden könnten. Absolut alles sah richtig ausgeführt aus und die Switch-Kontakte schienen richtig zu verbinden.
 
Die Ursache ist gefunden und das Problem behoben.
Schön, dass du dran geblieben bist, und einen Grund gesucht hast.

Bei solchen Fragen ist mein erster Reflex immer, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass so ein Fehler in einer professionellen Serienproduktion verursacht wurde, vor allem wenn das Problem erst nach einer „Optimierung“, einem Umbau oder einem Mod durch einen Hobbybastler auftritt…
 
Den Name Squier hab ich überlesen, sonst hätte ich den dünneren Body schon als Fehlerursache erwähnt. Hatte ich auch schon. Merke ... Squier-Bodies sind manchmal um rund 5mm dünner als Fender-Bodies. Da streifen die normalen Bladeswitches am Boden des Elektro-Faches. Deswegen sind da auch oft die kleineren Asia-Bladeswitches eingebaut. Ersatzweise funktionieren auch die Schaller-Megaswitches, die auch nicht so tief bauen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer

Ähnliche Themen

×
Dir gefällt Musiker-Board.de? ❤️ Lasse dir unsere neuesten Inhalte in der Google-Suche ganz oben anzeigen!
Affiliate/Werbung
the t.bone
Ovid System CC 100 RC
59 €
Jetzt kaufen
Zurück
Oben