Frage zur Bauchatmung

von Mauspat, 08.01.06.

  1. Mauspat

    Mauspat Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.01.06   #1
    Ich hab schon unzählige Male gelesen, dass die Bauchatmung am effektivsten und natürlichsten ist, usw. Aber wie kann ich mich an die Bauchatmung gewöhnen? Standardmäßig habe ich mir die Brustatmung angewöhnt (wie viele andere halt auch), und so atme ich wenn ich absolut nicht über die Atmung nachdenke. Wenn ich jetzt aber sag "Ich will durch den Bauch atmen", beginne ich sofort, es bewusst zu tun, und dann fühlt es sich eher unangenehm an und ich habe immer den Eindruck, dass ich zu wenig Luft bekomme und den Bauch weiter ausstrecke, als es normal ist (es fühlt sich unangenehm an, als würde ich den Bauch richtig mit Kraft rausdrücken). Wenn ich dann wieder nicht nachdenke, beginne ich früher oder später sofort wieder mit der Brustatmung. Wie kann ich das also erlernen? Versuch's schon seit Monaten, aber irgendwie komme ich da nicht weiter. Spätestens nach ein paar "Bauchatmungen" muss ich einmal tief durch die Brust einatmen, weil's sich sonst eben so anfühlt, als würde ich nicht genügend Luft bekommen.
    Ein anderer Punkt ist, dass es z.B. schwer ist, im Sitzen durch den Bauch zu atmen, weil er dann durch die krumme haltung eher zurückgedrückt wird (vor allem, wenn man sich beim Sitzen nach vorne beugt oder einen Gürtel um hat)
    Habt ihr irgendwelche Übungen, Tipps oder ähnliches? Würd mich wirklich interessieren, wie andere sich das angewöhnt haben.
    MfG
    Patrick
     
  2. Agneva

    Agneva Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.01.06   #2
    Ähhh...
    Ich mache neuerdings Pilates und da fällt es mir eher schwer, die Brustatmung zu erlernen....
    Na jedenfalls, wenn ich singe atme ich automatisch aus dem Bauch.
    Das merke ich immer daran, dass ich nach nem Gig Muskelkater im Bauchbereich habe.
    Du musst den Bauch gar nicht so weit ausstrecken und du atmest ja nicht wirklich NUR mit dem Bauch sondern gemeint ist, dass du die Luft zusätzlich auch aus dem tieferen Körperbereich holst um so mehr Power in die Stimme zu bekommen.
    Man würde ja sonst tatsächlich ersticken. Die Lungen sind ja nicht im Bauch.
    Liebe Grüße
    Agneva
    www.youngandgrey.de
     
  3. Timothy Sideburns

    Timothy Sideburns Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.01.06   #3
    In deinem Profil habe ich gesehen, dass du Anfang 20 bist. Und jetzt meinst du also, etwas, dass du gute zwei Jahrzehnte und fast ein ganz Leben lang "falsch" gemacht hast, innerhalb von Monaten ändern zu können? ;) Gib dir selbst Zeit, es dauert ganz einfach. Ich beobachte hier immer wieder, dass vielfach gemeint wird, Dinge, die den Gesang betreffen, innerhalb von Tagen, Wochen oder auch Monaten hinbekommen zu können, wenn nur die Technik stimmt. Einer der vielen negativen Effekte, die die unsäglichen Castingshows mit ihrer "Gesangstechnik light" in die Welt gebracht haben.

    Auf anderen Gebieten ist es völlig klar - und niemand würde daran zweifeln, dass manche Dinge einfach Zeit brauchen: Niemand erwartet von jemandem, der sich selbst das Skifahren beigebracht hat (im Sinne von "Den Berg runter kommen"), die perfekt Technik für den Abfahrtslauf in Bestzeit. Jeder, der sich - in welchem Bereich auch immer - mal eine falsche Technik beigebrracht hat, weiß, wie schwierig es ist, das wieder zu korrigieren, weil man die Dinge erst ganz bewusst ins Bewusstsein holen muss, um sie dann Schritt für Schritt zu korrigieren und anschließend solange richtig(!) trainieren muss, bis sie wieder unwillkürlich ablaufen - und dieses Mal richtig.

    Also, es benötigt einfach Zeit, passende Anleitung, viel Training und Geduld. Die Bauchatmung selbst ist eigentlich gar nicht so schwierig zu verstehen - und als Säugling hat sie jeder von uns beherrscht, aber sie wurde uns vielfach - vor allem hier im aufgeklärtem, "kultivierten" nordeuropäischen Raum - aberzogen. Wichtiger erscheint mir also die Beobachtung und Korrektur durch einen Lehrer/Trainer, denn wie du schon sagst: Wenn man nicht mehr dran denkt, verfällt man wieder in die alte Gewohnheit. Womit wir wieder bei der Korrektur, Anleitung, Beobachtung, Übung wären. Und das braucht eben Zeit.
     
  4. asphoenix

    asphoenix Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.01.06   #4
    Also ich kann dich da beruhigen. Du beherrschst die Bauchatming wie im schlaf (genaugenommen im schlaf :D )
    Wenn man schläft hat man ganz automatisch auf bauchatmung umgeschaltet.. Brustmuskeln dienen generell nur als Hilfsmuskulatur. (zerreißt diesen post wenn ich hier was falsches schrieb :rolleyes: )
    Vielleicht hab ich hier ne Übung die dir weiterhilft:
    Stell dich mal entspannt hin (das heißt nicht zusammengesackt! Rücken gerade, Schultern nicht künstlich hochziehen. Locker halt), und leg deine hand mit dem zeigefinger direkt unter den bauchnabel. Jetzt versuchst du in den Punkt mit dem dein kleiner Finger deinen bauch berührt einzuatmen.
    Der mystische "Punkt!" von dem ich hier spreche heißt Dantiem (ich glaub das ist ein asiatischer begriff...).
    Wenn du das ganze ein paar mal gemacht hast sollte es dir ziemlich normal vorkommen. Denn eigentlich hast dus ja erst diese nacht schon hunderte male gemacht.
    Klingt jetzt alles ziemlich esotherisch, aber wenn dus nicht magst kannst dus ja auch lassen. Viel erfolg auf jeden FAll :rolleyes:
     
  5. Whych

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    Erstellt: 10.01.06   #5
    Am Anfang musst du dich beim Singen eben noch drauf konzentrieren und irgendwann gehts automatisch wie eigentlich alles automatisch geht mit der Zeit ( Tonansatz, Koerperspannung etc. ).
     
  6. nirvana_one

    nirvana_one Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.01.06   #6
    hi,
    IMMER im stehen singen (tipp nr1) du musst dabei das gefühl haben, dass die luft nicht nur aus dem bauch kommt ... sondern aus dem ganzen unterkörper.
    das beste training dafür ist:
    machs nicht nur beim singen ... versuchs auch im alltag ... irgendwann get´s ins "normale" über !!!
    jedenfalls hab ich es so gemacht.
    danach brauchst du nicht mehr überlegen oder dich darauf konzentrieren ... es geht dann von selbst !!
    LG
     
  7. Mauspat

    Mauspat Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.01.06   #7
    Aber manchmal sitzt man doch, im Büro/Schule/etc z.B. Und da fällt mir das irgendwie sehr schwer, weil der Bauch dann etwas eingedrückt wird, vor allem wenn man etwas krumm sitzt und noch ein Gürtel hat (auch wenn der nicht so eng ist). Gibt's da Tipps?
    Trotzdem danke für die ganzen anderen Tipps.
     
  8. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 23.01.06   #8
    Du musst richtig sitzen. Ich selbst habe nicht immer den Luxus im Stehen singen zu können, weil mir manchmal einfach die Kraft in den Beinen fehlt (qua Krankheit).

    Es hat sich für mich herausgestellt, dass das "Sitzen" dann nicht stört, wenn ich sehr aufrecht sitze, eher auf der Kante des Stuhles. Wichtig ist auch, dass die Oberschenkel einen "mehr-als-90-Grad-Winkel" zum Oberkörper bilden, allermindestens aber die 90 Grad.
    Der Gürtel meiner Jeans stört mich dann weniger... im Gegenteil, da kann man super gegenstützen.
    Du darfst eben gar nie den Oberkörper lümmeln lassen.

    Ice
     
  9. dirk

    dirk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.06   #9
    Gut ist auch: beim Einatmen ein Knie hochziehen! Du atmest dabei automatisch richtig. Oder beim Erschrecken!
    Klarstellung:
    Das Zwerchfell trennt Bauch- und Brustraum voneinander. Beim Einatmen spannt es sich und drückt die Därme nach unten und zieht die Lungen auseinander -> Luft strömt ein. Atmen wir besonders tief ein, ist diese Atembewegung sehr ausgeprägt.
    Man atmet natürlich in Bauch und Brust. Beim Singen ist aber die Bauchmatmung der wichtigere Teil, weil man dadurch den Atemstrom kontrollieren kann.
     
  10. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Stell dir vor, du hast im lotto gewonnen oder etwas, das dich froh erstaunen macht, da hast du den einstieg in das, was sänger atemstütze nennen. Der mund ist offen, der rachen geweitet, das zwerchfell senkt sich, der bauch wölbt sich vor, die lungenspitzen füllen sich mit luft, eine reserve, die du langsam ablassen kannst. Diese typische sängerhaltung gibt dir sicherheit auch in kritischen situationen des lebens (bei examen!), und auch deine sprechstimme bekommt klang und tragweite. Caruso soll sich den spaß gemacht haben, damit einen flügel zu verschieben.
    Ist eine errungenschaft fürs leben.
     
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