Frage zur Bauchatmung

Mauspat
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Ich hab schon unzählige Male gelesen, dass die Bauchatmung am effektivsten und natürlichsten ist, usw. Aber wie kann ich mich an die Bauchatmung gewöhnen? Standardmäßig habe ich mir die Brustatmung angewöhnt (wie viele andere halt auch), und so atme ich wenn ich absolut nicht über die Atmung nachdenke. Wenn ich jetzt aber sag "Ich will durch den Bauch atmen", beginne ich sofort, es bewusst zu tun, und dann fühlt es sich eher unangenehm an und ich habe immer den Eindruck, dass ich zu wenig Luft bekomme und den Bauch weiter ausstrecke, als es normal ist (es fühlt sich unangenehm an, als würde ich den Bauch richtig mit Kraft rausdrücken). Wenn ich dann wieder nicht nachdenke, beginne ich früher oder später sofort wieder mit der Brustatmung. Wie kann ich das also erlernen? Versuch's schon seit Monaten, aber irgendwie komme ich da nicht weiter. Spätestens nach ein paar "Bauchatmungen" muss ich einmal tief durch die Brust einatmen, weil's sich sonst eben so anfühlt, als würde ich nicht genügend Luft bekommen.
Ein anderer Punkt ist, dass es z.B. schwer ist, im Sitzen durch den Bauch zu atmen, weil er dann durch die krumme haltung eher zurückgedrückt wird (vor allem, wenn man sich beim Sitzen nach vorne beugt oder einen Gürtel um hat)
Habt ihr irgendwelche Übungen, Tipps oder ähnliches? Würd mich wirklich interessieren, wie andere sich das angewöhnt haben.
MfG
Patrick
 
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Ähhh...
Ich mache neuerdings Pilates und da fällt es mir eher schwer, die Brustatmung zu erlernen....
Na jedenfalls, wenn ich singe atme ich automatisch aus dem Bauch.
Das merke ich immer daran, dass ich nach nem Gig Muskelkater im Bauchbereich habe.
Du musst den Bauch gar nicht so weit ausstrecken und du atmest ja nicht wirklich NUR mit dem Bauch sondern gemeint ist, dass du die Luft zusätzlich auch aus dem tieferen Körperbereich holst um so mehr Power in die Stimme zu bekommen.
Man würde ja sonst tatsächlich ersticken. Die Lungen sind ja nicht im Bauch.
Liebe Grüße
Agneva
www.youngandgrey.de
 
Mauspat schrieb:
Standardmäßig habe ich mir die Brustatmung angewöhnt (wie viele andere halt auch), und so atme ich wenn ich absolut nicht über die Atmung nachdenke. Wenn ich jetzt aber sag "Ich will durch den Bauch atmen", beginne ich sofort, es bewusst zu tun, und dann fühlt es sich eher unangenehm an und ich habe immer den Eindruck, dass ich zu wenig Luft bekomme und den Bauch weiter ausstrecke, als es normal ist (es fühlt sich unangenehm an, als würde ich den Bauch richtig mit Kraft rausdrücken). Wenn ich dann wieder nicht nachdenke, beginne ich früher oder später sofort wieder mit der Brustatmung. Wie kann ich das also erlernen? Versuch's schon seit Monaten, aber irgendwie komme ich da nicht weiter.
In deinem Profil habe ich gesehen, dass du Anfang 20 bist. Und jetzt meinst du also, etwas, dass du gute zwei Jahrzehnte und fast ein ganz Leben lang "falsch" gemacht hast, innerhalb von Monaten ändern zu können? ;) Gib dir selbst Zeit, es dauert ganz einfach. Ich beobachte hier immer wieder, dass vielfach gemeint wird, Dinge, die den Gesang betreffen, innerhalb von Tagen, Wochen oder auch Monaten hinbekommen zu können, wenn nur die Technik stimmt. Einer der vielen negativen Effekte, die die unsäglichen Castingshows mit ihrer "Gesangstechnik light" in die Welt gebracht haben.

Auf anderen Gebieten ist es völlig klar - und niemand würde daran zweifeln, dass manche Dinge einfach Zeit brauchen: Niemand erwartet von jemandem, der sich selbst das Skifahren beigebracht hat (im Sinne von "Den Berg runter kommen"), die perfekt Technik für den Abfahrtslauf in Bestzeit. Jeder, der sich - in welchem Bereich auch immer - mal eine falsche Technik beigebrracht hat, weiß, wie schwierig es ist, das wieder zu korrigieren, weil man die Dinge erst ganz bewusst ins Bewusstsein holen muss, um sie dann Schritt für Schritt zu korrigieren und anschließend solange richtig(!) trainieren muss, bis sie wieder unwillkürlich ablaufen - und dieses Mal richtig.

Also, es benötigt einfach Zeit, passende Anleitung, viel Training und Geduld. Die Bauchatmung selbst ist eigentlich gar nicht so schwierig zu verstehen - und als Säugling hat sie jeder von uns beherrscht, aber sie wurde uns vielfach - vor allem hier im aufgeklärtem, "kultivierten" nordeuropäischen Raum - aberzogen. Wichtiger erscheint mir also die Beobachtung und Korrektur durch einen Lehrer/Trainer, denn wie du schon sagst: Wenn man nicht mehr dran denkt, verfällt man wieder in die alte Gewohnheit. Womit wir wieder bei der Korrektur, Anleitung, Beobachtung, Übung wären. Und das braucht eben Zeit.
 
Also ich kann dich da beruhigen. Du beherrschst die Bauchatming wie im schlaf (genaugenommen im schlaf :D )
Wenn man schläft hat man ganz automatisch auf bauchatmung umgeschaltet.. Brustmuskeln dienen generell nur als Hilfsmuskulatur. (zerreißt diesen post wenn ich hier was falsches schrieb :rolleyes: )
Vielleicht hab ich hier ne Übung die dir weiterhilft:
Stell dich mal entspannt hin (das heißt nicht zusammengesackt! Rücken gerade, Schultern nicht künstlich hochziehen. Locker halt), und leg deine hand mit dem zeigefinger direkt unter den bauchnabel. Jetzt versuchst du in den Punkt mit dem dein kleiner Finger deinen bauch berührt einzuatmen.
Der mystische "Punkt!" von dem ich hier spreche heißt Dantiem (ich glaub das ist ein asiatischer begriff...).
Wenn du das ganze ein paar mal gemacht hast sollte es dir ziemlich normal vorkommen. Denn eigentlich hast dus ja erst diese nacht schon hunderte male gemacht.
Klingt jetzt alles ziemlich esotherisch, aber wenn dus nicht magst kannst dus ja auch lassen. Viel erfolg auf jeden FAll :rolleyes:
 
Am Anfang musst du dich beim Singen eben noch drauf konzentrieren und irgendwann gehts automatisch wie eigentlich alles automatisch geht mit der Zeit ( Tonansatz, Koerperspannung etc. ).
 
hi,
IMMER im stehen singen (tipp nr1) du musst dabei das gefühl haben, dass die luft nicht nur aus dem bauch kommt ... sondern aus dem ganzen unterkörper.
das beste training dafür ist:
machs nicht nur beim singen ... versuchs auch im alltag ... irgendwann get´s ins "normale" über !!!
jedenfalls hab ich es so gemacht.
danach brauchst du nicht mehr überlegen oder dich darauf konzentrieren ... es geht dann von selbst !!
LG
 
Aber manchmal sitzt man doch, im Büro/Schule/etc z.B. Und da fällt mir das irgendwie sehr schwer, weil der Bauch dann etwas eingedrückt wird, vor allem wenn man etwas krumm sitzt und noch ein Gürtel hat (auch wenn der nicht so eng ist). Gibt's da Tipps?
Trotzdem danke für die ganzen anderen Tipps.
 
Du musst richtig sitzen. Ich selbst habe nicht immer den Luxus im Stehen singen zu können, weil mir manchmal einfach die Kraft in den Beinen fehlt (qua Krankheit).

Es hat sich für mich herausgestellt, dass das "Sitzen" dann nicht stört, wenn ich sehr aufrecht sitze, eher auf der Kante des Stuhles. Wichtig ist auch, dass die Oberschenkel einen "mehr-als-90-Grad-Winkel" zum Oberkörper bilden, allermindestens aber die 90 Grad.
Der Gürtel meiner Jeans stört mich dann weniger... im Gegenteil, da kann man super gegenstützen.
Du darfst eben gar nie den Oberkörper lümmeln lassen.

Ice
 
Gut ist auch: beim Einatmen ein Knie hochziehen! Du atmest dabei automatisch richtig. Oder beim Erschrecken!
Klarstellung:
Das Zwerchfell trennt Bauch- und Brustraum voneinander. Beim Einatmen spannt es sich und drückt die Därme nach unten und zieht die Lungen auseinander -> Luft strömt ein. Atmen wir besonders tief ein, ist diese Atembewegung sehr ausgeprägt.
Man atmet natürlich in Bauch und Brust. Beim Singen ist aber die Bauchmatmung der wichtigere Teil, weil man dadurch den Atemstrom kontrollieren kann.
 
Stell dir vor, du hast im lotto gewonnen oder etwas, das dich froh erstaunen macht, da hast du den einstieg in das, was sänger atemstütze nennen. Der mund ist offen, der rachen geweitet, das zwerchfell senkt sich, der bauch wölbt sich vor, die lungenspitzen füllen sich mit luft, eine reserve, die du langsam ablassen kannst. Diese typische sängerhaltung gibt dir sicherheit auch in kritischen situationen des lebens (bei examen!), und auch deine sprechstimme bekommt klang und tragweite. Caruso soll sich den spaß gemacht haben, damit einen flügel zu verschieben.
Ist eine errungenschaft fürs leben.
 
Hallo zusammen :)
ich hab irgendwie ein problem beim singen mit der atmung.
Ich hab bereits alle workshops hier durchgelesen und des prinzip der bauchatmung auch verstanden. ich verstehe nur leider nicht wie ichs anwenden soll.
es is nämlich so, dass ich eigentlich die töne gut treffe ,nur hol ich vor ner zeile luft und was wenn diese aufgebraucht ist und noch text übrig ist?
Ich muss dann immer schlagartig einatmen (was auch im mikro hörbar ist), weiß aber nicht wie ich das problem beheben kann.
Muss man während man singt atmen oder wie funktiuoniert das?

wäre sehr dankbar für hilfe

MfG Lukas
 
Hallo !
Mitten in einer Phrase schnappst Du wahrscheinlich schnell nach Luft, was fürs Singen nicht gerade optimal ist. Übers Mikro ist das auch immer hörbar.
Es kann sein, dass Du zum Anfang einer Phrase schon zuviel Luft verbrauchst - dann müsstest Du trainieren, sie Dir besser einzuteilen. Einige Übungen dafür haben wir im workshop beschrieben.

Es kann natürlich auch sein, dass Deine Atemtechnik insgesamt nicht stimmt. Das Wort "Bauchatmung" mag ich generell überhaupt nicht; es ist viel zu schwammig und beschreibt meistens auch nur einen Aspekt der Sängeratmung.
Das Zauberwort für eine gute Atemtechnik heisst "reflektorische Atemergänzung"; wenn man die beherrscht, muß man eigentlich gar nicht mehr ans Atmen denken, weil der Körper sich genau die Luftmenge, die vorher verbraucht hat, von selbst holt.
Ich glaube, hier
https://www.musiker-board.de/vb/gesangstechnik/242545-bauchatmung-automatisieren.html
haben wir das Thema besprochen.
schöne Grüße
Bell
 
Ja ok vielen dank
naja ich habe halt keinen gesangslehrer und muss es mir so gut wie möglich selbst beibringen
ich werd das mit dem einteilen mal versuchen.

mFG Lukas :)
 
bauchatmen ist nur vorstufe.
hab aber keine exakt detallierte beschreibung dafür, müsste meinen dad fragen.
ich mach des schon imemr nach gefühl.

wegen der atmung: du solltest lernen, selbst in minimalen pausen so zu atmen, dass es keiner blickt, dass es quasi so klingt, als würdest du nciht atmen, ausserdem die atmung so kontrollieren können, dass du bei recht grosser lautstärke mindestens 45sec ton halten kannst, ohne abzusacken. dann weiter lernen und ca noch 5 jahre drauf und du bist gut
 
Hallo,

eigentlich kann ein Mensch nur in seine Lungenflügel einatmen und die sitzen ja bekanntlch im Brustraum, also relativ weit oben. Du atmest quasi mit der Nase ein, und dabei hebt sich der Brustkorb ein wenig.
Trotzdem ist immer wieder von der "Bauchtatmung", der "Zwerchfellatmung":D, der "Flankenatmung" der "Rippenatmung" die Rede. Das Zwerchfell ist einfach ein Muskel, da kann man nicht reinatmen :D, sobald man in seine Lungen einatmet senkt es sich von alleine, um mehr Platz für den Atemvorgang zu schaffen. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang und bei jedem Menschen gleich. Das braucht man nicht lernen, das macht der Körper von selber. Die Rippen gehören zur Atemhilfsmuskulatur, und werden beim Lungenatmen von alleine mitaktiviert, wenn der Brustkorb sich dabei hebt.

In der Vorstellung kann man natürlich überallhin atmen. Ich schätze mal, dass diese Begriffe für leute gedacht sind, die wirklcih nur ganz schwer atmen können, die nur noch ganz schwer Luft holen können. Als eine Art Atemtherapie für extreme Kurzatmer, die überhaupt nicht mehr ihren Brustbereich beim Atmen spüren können.
Für solche Menschen eignen sich dann zusätzlich noch Yogaübungen, bei denen man dann alle möglichen Körperteile "in der Vorstellung" zu beatmen versucht um einfach die Muskeln besser zu spüren.

Gruß
Frasquita
 
Da haben alle Fragenbeantworter hier recht, der Bauch kann nicht atmen. Das Wort kommt einfach daher daß man einatmen kann und die Brust hebt sich und man kann einatmen und die Bauchdecke hebt sich.
Aber davon ab.
Fang doch mit der anderen Seite an! Du schreibst, daß am Ende der Zeile Luft fehlt. Dann mußt du eben die Texte auf einzelne "Phrasen" untersuchen und genau festlegen, welche Worte zusammengehören und wo du Pausen dazwischen anbringen kannst. Die zusammenhängenden Wörter solltest du ab jetzt eine "Phrase" nennen und sie als ein einziges Wort singen. Ohne dazwischen zu stoppen. Manche Songtexte haben Phrasen, die leider über zwei Zeilen gehen. da müssen dann eben künstlich minimale Pausen eingearbeitet werden, die ein kurzes unauffälligen Atmen ermöglichen.
Aber normalerweise kommt man mit dem Atmen zurecht, wenn man bei der Textanalyse sofort nach Phrasen und Pausen sucht.
Mir ist es anfänglich öfters passiert, daß ich vor einer Zeile mit Auftakt (sagen wir drei-und) den letzten Ton der vorhergehenden Zeile zu lang gesungen habe. Da bin ich natürlich beim Auftakt schwer ins Schleudern geraten. An solche Sachen muß man denken und wirklich gut aufpassen.
Die saubere "gesangliche Textverarbeitung" (wie soll man das nennen?) halte ich für genauso wichtig wie das Treffen der Töne und andere zentrale Übungsbereiche. Denn ohne gute Textverarbeitung kann man kein groovendes Timing erreichen.
 
Danke für die schönen Erklärungen, Frasquita und cyril, aber ich glaube, dass der Threadersteller nach 2 Jahren eine Lösung gefunden haben könnte.
 

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