Geeignete Pflegemittel für Griffbrett aus Palisander

Nur gut dass die relative Luftfeuchtigkeit nie auf 0% sinkt - da würde es nicht nur den Gitarren schlecht gehen.


Wenn ein Griffbrett auf der Gitarre durch trockene Luft "stark" schrumpft, dann ist es vom Hersteller mit deutlich zu viel Restfeuchte verbaut worden!

Das die nicht auf 0 geht ist klar. Ich weiß nur nicht, wie groß Schwankungen möglich sind ( müsste ich mal googeln ) und wie viel % da für das Holz etwas ausmachen könnte.

Ich habe mal einen Gitarrenhals, der relativ neu war eine ganze Weile auf die Fensterbak gelegt ( Sommer ), weil ich sehen wollte, ob das Nachdunkeln des Ahorns dadurch beschleunigt wird, war mir zu hell und ich war zu ungeduldig ein paar Jahre zu warten. Der Hals befand sich vorher einige Wochen im gleichen Raum, nur nicht am Fenster. Die Bundenden waren vorher perfekt bündig mit dem Griffbrettrand. Nach ein paar Wochen in der Sonne standen sie deutlich über die Ränder hinaus.

Jetzt gibt es ja 2 Faktoren. Die Wärme ( nicht unerheblich ) und die Luftfeuchte.
Ich gehe mal ( unwissend ) davon aus, dass 5 Meter weiter im Raum die Luftfeuchte annähernd die gleiche ist, wie am Fenster - nur dass es dort nicht so warm war. Trotzdem kam es zu diesem Effekt. Verzogen ist der Hals übrigens danach nicht gewesen. Er war genauso gerade wie vorher.
 
Jetzt gibt es ja 2 Faktoren. Die Wärme ( nicht unerheblich ) und die Luftfeuchte.
Ich gehe mal ( unwissend ) davon aus, dass 5 Meter weiter im Raum die Luftfeuchte annähernd die gleiche ist, wie am Fenster - nur dass es dort nicht so warm war
die relative luftfeuchtigkeit ist ja abhängig von der temperatur.
 
Ich muss noch mal nachfragen, da ich keine klare Antwort ausmachen konnte:

Es gibt praktisch 2 Grundvarianten: Die Erste ist ein Produkt, welches aushärtet und mehr oder weniger das Griffbrett mit einer "Schicht" überzieht. Die zweite Variante ist ein Produkt, welches nicht aushärtet und stets ölig in seiner Konsistenz bleibt.

Welche (objektiven) Pro/Contra-Argumente ergeben sich denn nun für die jeweilige Variante?
 
Hölzer müssen für ihren späteren Verwendungszweck, also quasi für ein Zielklima heruntergetrocknet werden.

das wäre mal ein interessanter Punkt. Dazu müssten Modelle ja quasi länderspezifisch getrocknet werden. Was ich mir zB bei Warmoth oder Replacementherstellern kaum vorstellen kann, gerade wenn es da um Produkte geht, die "in Stock" sind - man weiß ja nie, wohin die gehen.

Fender u.a. könnten das eher, ich denke die haben ja gewisse Produktionsmengenvorgaben für gewisse Zielmärkte.

Gewagt wäre dann ggf. auch die These, dass zB Gitarren, die wegen schlechter Entgratung negativ auffallen solche sein könnten, die zB ursprünglich für Thailand vorgesehen waren ( hohe Luftfeuchte ), aufgrund von kurzfristigen Planänderungen aber doch nach Europa gehen.

Ist vielleicht aber etwas zu konstruiert und es war doch nur ne schlechte Endkontrolle ;-)
 
Die Erste ist ein Produkt, welches aushärtet und mehr oder weniger das Griffbrett mit einer "Schicht" überzieht.

Genau. Die "Schicht" ist allerdings nicht auf, sondern eher in der Oberfläche, da jeder Überschuss "weggerubbelt" wird.

Die zweite Variante ist ein Produkt, welches nicht aushärtet und stets ölig in seiner Konsistenz bleibt.

Richtig.

Welche (objektiven) Pro/Contra-Argumente ergeben sich denn nun für die jeweilige Variante?

Bei der aushärtenden Variante bildet sich eine harte stabilisierende Versiegelung, die ihrerseits keinen Schmutz bindet.

Nicht aushärtende typische Griffbrettöle diffundieren einerseits immer tiefer ins Griffbrett hinein, binden andererseits aber Staub an der Oberfläche, wodurch dann das Griffbrett wieder schneller dreckig wird, was den gemeinen Gitarristen dazu bewegt das Produkt erneut anzuwenden...
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Ist vielleicht aber etwas zu konstruiert und es war doch nur ne schlechte Endkontrolle ;-)

Ja, es ist zu konstruiert.

Es gibt durchaus Gitarrenbauer die den Wohnort des Kunden beim Bau berücksichtigen. Da reden wir aber von hochwertigen Akustik-Gitarren und nicht von Warmoth, für deren Produkte das unerheblich ist.

Schlechte Enkontrolle ist es auch nicht, denn die schlecht gebaute Gitarre bleibt gar nicht lange genug in der Fabrik.

Die Endkontrolle findet im günstigen Fall beim Händler statt, meist aber erst beim Kunden, einfach weil Holz recht langsam trocknet.
 
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boisdelac
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Auch im Möbelbau werden Parafinöle (auch Weissöl) verwendet, wenn es darum geht Oberflächen ein wenig zu schützen (z.B. Ahorn, welches recht weiss ist unbehandelt logischer Weise schnell Fingerabdrücke und Dreck sammelt) ohne ihre Farbe zu ändern aber die Maserung anzuflammen.

Andere, aushärtende Öle verändern die Farbe der Oberflächen oft in Richtung gelblich und dunkeln nach, dafür ist die "Versiegelung" dauerhafter. Ob jetzt Tungöl (riecht nicht gut! Wird darum oft mit Orangenöl gemischt, ist im Gitarrenbau mittlerweile angekommen und funktioniert gut), Leinöl, Diestelöl, Mohnöl, Walnussöl... brauchen nur alle sehr unterschiedlich lange, bis sie härten.
Unbehandeltes Leinöl braucht mehrere Wochen (>10 Wochen), bis es aushärtet (z.B. das da: https://www.dictum.com/de/oele-dbf/ra-linolja-oekologisches-schwedisches-leinoel-roh-1-l-705354). Tja... und dann härtet es nur richtig aus, wenn es an das Licht kommt, nicht wenn die Gitarre bei künstlichem Licht, nur wenige Stunden pro Tag beleuchtet, herumsteht, gar im Koffer liegt, wird das Zeug nur klebrig/gummiartig. Ich hab im Keller eine Dose, in der ich einen Rest Leinöl stehen hatte, ist seit Jahren unverändert in der Konsistenz.
Leinöl sollte zumindest vor-oxidiert (wird in der Sonne gebleicht, nennt sich dann Standöl) und kalt gepresst sein (höhere Anteile Linol-Säure), dass es auf natürlichem Weg einigermaßen schnell und gleichmäßig austrocknet. Aber auch hier spricht von von 1 bis 2 Wochen, manche sagen 3 Wochen, an gut gelüfteten, hellen Orten. (z.B. das da: https://www.dictum.com/de/oele-dbf/...chwedisches-leinoel-kalt-gebleicht-1-l-705275)
Eine andere Methode ist das kaltgepresste Leinöl "einzukochen". Hat ähnliche Effekte wie das "in-der-Sonne-herumstehen-lassen", allerdings bleicht es dabei nicht aus und dunkelt eben entsprechend das Holz nach, wenn es aufgetragen wird -> für Griffbretter aus dunklen Hölzern recht egal, man wird keinen Unterschied sehen.

Leinöl-Firnis enthält Zusatzstoffe, sogenannte Sikkative, früher deutlich giftig, heute... naja... verwendet man andere Schwermetallsalze... die nicht mehr extrem giftig sein sollten. Diese sind natürlich auch in Danishoil, Gunstockwax, Hartwachsöl, Hartöl .... und wie die ganze Plempe heißt. Die Sikkative haben einen großen Vorteil, sie machen das Zeug extrem schnell trocknend. 1 bis 2 Tage sind schon drin.
Gibt welche, die für Küchenarbeitsplatten ect. zugelassen sind, hier sollte man aber sehr darauf achten keine Schichten aufzubauen, diese Mittel härten zu deckenden Layern aus. Ist bei großzügiger Anwendung wie ein PU-Lack, eben ein Kunststoffüberzug.
 
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Ich stell' ja in solchen Fällen mal gerne eine Frage an Eric Daw, die er dann in seinem Podcast beantwortet (https://www.ericdaw.com/ - in der aktuellen Folge des "Fret Files Podcast" #86 wird meine e-Mail gelesen und beantwortet -
).

Warum frage ich Eric? Weil er ein absoluter Gitarren-Reparatur-Profi ist (und auch wunderschöne T-/S-Style Gitarren baut), und weil er eben seine Erfahrung und Meinung über seinen Podcast teilt. Ich finde es immer spannend, verschiedene Meinungen auch von Profis zusammenzutragen.

Eric's "go-to" Produkt ist "Gerlitz Guitar Honey". Scheint eine kleine Firma zu sein, habe keine Website gefunden. Einen sehr positiven Bericht (gut der verkauft das Zeugs auch) gibt's hier https://www.poshguitars.com/product/gerlitz-guitar-honey-fretboard-conditioner/ und zumindest in UK ist das Produkt auch verfügbar.

Scheint aber auch nicht viel mehr zu sein als Mineralöl, also nix in Richtung aushärtender Produkte. Will das hier auch nicht bewerben/verkaufen (gut, den Podcast von Eric finde ich halt super lehrreich und ab und an unterhaltsam, gerade bei langen Fahrten höre ich gerne Podcasts), aber interessant ist das Thema schon weil die Meinungen und auch Empfehlungen von Herstellern und Guitar-Techs doch deutlich auseinander gehen.
 
Scheint aber auch nicht viel mehr zu sein als Mineralöl,
na dann hätte ich ja endlich eine Verwendung für meinem altes Motorenöl gefunden. :D
Wie viele Gitarren braucht man wohl wenn man pro Jahr ca. 10L Öl verbrauchen müsste,bei ein paar Tropfchen pro Griffbrett?:gruebel:
 
na dann hätte ich ja endlich eine Verwendung für meinem altes Motorenöl gefunden. :D
Wie viele Gitarren braucht man wohl wenn man pro Jahr ca. 10L Öl verbrauchen müsste,bei ein paar Tropfchen pro Griffbrett?:gruebel:
Na, genau so viele dass es halt aufgeht, oder?!? Happy G.A.S. ...
Pick.jpg


BTT:
Ich habe eigentlich immer gute/beste Erfahrungen mit dem Rockinger Öl/Wachs-Set gemacht; aufgeschüttelt ein gar feines Finish, wenn´s nicht aufgeschüttelt wird hervorragendes Griffbrett-Öl. Mit einem Baumwoll-Lappen aufbringen, einziehen lassen und Überschuss (sofern vorhanden) wegwischen. Wer´s übertreiben will (geht das?) kann mit einem Polierleder drangehen - hat den Vorteil, dass die Frets gleich auch noch aufpoliert werden ;)

Im Öl/Wachs-Fläschchen sind lt. Rockinger folgende Inhaltsstoffe:
"Zusammensetzung: Die Öl & Wachs Mischung enthält Leinöl, Leinöl-Standöl-Naturharzester, Leinöl-Standöl, Orangenöl, Bienenwachs, mikronisiertes Wachs, Carnaubawachs, Isoaliphate, Pineoil, Rosmarinöl, Ethanol, Tonerde und bleifreie Trockenstoffe (Co, Mn, Zr). Enthält Limonen und Kobalt (2+) Salze. Kann allergische Reaktionen hervorrufen."

Mit allergischen Reaktionen hatte weder meine Wenigkeit noch irgendwelche meiner Bekannten/Familie je Schwierigkeiten...
 
Wenns fürs Tierchen geht, geht's auch fürs Pläsierchen
 
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egal ob Rosewood oder Palisander.

Heute spielen die Niederlande gegen Holland. ;)

Villeicht für euch ein Geheimtipp!?

Nachdem es allein in diesem Thread, neben Deinem Beitrag, bereits sieben Mal erwähnt wurde eher nicht. ;)

Damit ich nicht nur rummaule mal eine generelle Frage bzw. ein Gedanke: Kann es sein, dass die landläufige Annahme "Man ölt das Holz um es vor Austrocknung zu schützen" eigentlich Quark ist und das Ölen von Holz eigentlich dazu dient es vor Feuchtigkeit zu schützen? Ich habs nicht so mit Naturwissenschaften und so, aber da wo Fett (Öl) ist bleibt Feuchtigkeit nicht hängen, oder? Der von @Bowhunter in #59 gepostete Wiki-Link sieht das scheinbar ähnlich:
Paraffinöl wird auch zur Behandlung von rohem Holz angeboten und schützt dieses vor Feuchtigkeit und der Bildung von Flecken. Im Gegensatz zu trocknenden Ölen kann es jedoch unter üblichen Einsatzbedingungen nicht aushärten (d. h. polymerisieren bzw. oxidieren) und lagert sich unverändert im Holz ein. Diese Eigenschaft hat den Vorteil, dass es jederzeit ohne weitere Vorbehandlung nachgeölt werden kann und dass auch beanspruchte Holzoberflächen ein gleichmäßiges Erscheinungsbild behalten, weil das Öl in begrenztem Maße in der Lage ist, sich immer wieder im Holz zu verteilen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Weißöl

Das es keine Dauerhafte Wirkung hat steht da auch noch und witterungsbeständig wird das Griffbrett dadurch natürlich auch nicht, aber das Risiko das Griffbrett damit zu beschädigen sehe ich bei vernünftigem Gebrauch (!!!) auch nicht. Ich hab das Öl von Sandberg, keine Ahnung was genau da drin ist. Ich geb immer nur ein bisschen auf einen Lappen (reicht fürs ganze Griffbrett), lass es aber auch nicht großartig einwirken und wische ("poliere") das Griffbrett wieder ordentlich trocken. Das Fett und Staub eine unheilige Allianz eingehen können weiß jeder, der mal zu faul war die Bratpfanne gleich nach Gebrauch abzuwaschen. ;)
 

Okay, muss mich selbst etwas korrigieren: Das von Dir verlinkte Ballistol Animal nicht, aber Ballistol Schaftöl wird bei diesen Themen wohl ähnlich oft genannt wie ein beliebiges Lemonoil.
 
Ich benutze bei jedem Saitenwechsel ein paar Tröpfchen Olivenöl auf meinen Palisander-Griffbrettern. Überschüssiges Öl wische ich nach ein paar Minuten mit einem Microfasertuch ab.
Das sieht gut aus, stinkt nicht, ist eh immer im Haus und flutscht.
Wenn die Saiten anfangen sich stumm anzufühlen sprühe ich mir ein wenig Ballistol auf die linke Handfläche und verteile das von Kopf bis Brücke.
 
Davon wird aber immer abgeraten, weil es ranzig wird.

Bei mir wird nichts ranzig, ehrlich.
Wie o.g.: überschüssiges Öl reibe ich einfach mit einen Mikrofasertuch ab, nach dem "Einwirken".
Das funktioniert schon seit einer Ewigkeit.

Normales Leinöl stinkt nach einer Weile, das weis ich seit einem Versuch mit einem Schrank. War mein Fehler.
 

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