Gefälschte Oktavamikrofone aus China

von engineer, 11.06.05.

  1. engineer

    engineer HCA Recording HCA

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    Erstellt: 11.06.05   #1
    Oktava, die russische Firma für Budgetmikros hat eine Webseite online, auf der vor Fälschungen hingewiesen wird. Offenbar hat der Ruf dieser doch relativ guten Mikros die Chinesen dazu bewogen, nun auch diese Type zu fälschen. :screwy:

    http://oktava.tula.net/fake/

    Man beachte das "v" in "Okatva" bei den gefakten Mikros. Die Originale haben IMHO durchgängig die kyrillische Schreibweise: "B"

    Vorsicht ist vor allem bei Pseudohändlern im Internet geboten - die preiswerte Mikros anbieten. Es ist kaum zu erwarten, daß die chinesischen Duplikate dieselben Werte erzielen, die die Originale. Auf EBAY meine ich schon mehrere dieser Anbieter ausgemacht zu haben, die ständig Mikros aus "privaten Beständen" verticken.

    Wenn, dann sollte man bei dem dort offiziell agierenden Oktavahändler bestellen. Darüberhinaus gibt es noch die Firma DAS (www.digitalaudioservice.de) welche eine Sonderversion des mikros anbieten, bei dem die Elektronik durch eine Bessere ausgetauscht wurde.
     
  2. niethitwo

    niethitwo Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 11.06.05   #2
    die chinesen kopieren doch echt alles :screwy:

    is echt schlimm.....aber: ich hätte mal gerne nen vergleich von den chinesischen mikro zu nem anderen Billigmikro, ob die kopie besser ist als ein billigoriginal...wär siche rinetressant :cool:
     
  3. Tallica0815

    Tallica0815 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.06.05   #3
    So einen Thread gibts bei homerecording.de schon ne Ecke länger. Dort hat dann auch einer mit Thomann telefoniert. Mit dem Resultat, dass bei Thomann alle Oktava Micros jetzt mit dem Herstellungsland beschriftet werden. Die allgemeine Meinung war übrigens, dass die China Oktavas kein Schrott sind, aber bei weitem nicht so gut wie die Originalen.
     
  4. bloodyzoo

    bloodyzoo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.06.05   #4
    ja, ja wieder das klischee der fälschenden Chinesen... :rolleyes:

    wenn du dich mal richtig informiert hättest hättest du warscheinlich schon rausgefunden, das das keine "Raubkopien" im eigentlichen sinne sind.

    infos dazu hier
     
  5. engineer

    engineer Threadersteller HCA Recording HCA

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    Erstellt: 11.06.05   #5
    "Keine Raubkopien" ist ansichtssache. Sicher sind es kein Raumbkopien, denn sie sind ja nicht identisch, wenngleich die Chinesen kaum eigene Kapseln entwickelt haben dürften und in jedem Fall die russische Kapseltechnik abgekupftert haben dürften- ob nun im Auftrag oder nicht.!

    Untrittig ist die Tatsache, daß es sich um Betrug handelt, wenn man a) den Namen einer Marke benützt und b) auch ein ähnliches Design benutzt. Beides unterliegt nach internationalem Recht dem Urheberschutz, auch wenn es nicht patentiert sein sollte. Wenn die Firma Oktava diesen beansprucht, so kann nicht der Leiferant dies umgehen und in eigener Regie unter demselben Namen verkaufen

    Wie auch immer: Ich wollte mit meinem Thread nur auf die Situation hinweisen. Interessanterweise ist es ja nun so, daß die meisten Mikros von Thomann aus der Chinaproduktion stammen. Wie es damit klangich ausseiht, weiss der Gei(g)er.

    Ich persönlich kann dazu nur Folgendes sagen: Ich konnte kurzlich dieses KM testen. Es handelt sich um mikros aus der Produktion von 2004, russischer Herstellung mit original Label und Seriennummenr. Diese Mikros sind in der Tat qualiativ ok und in etwa als Mittelklassemikro einzustufen.

    Klanglich, also was die messbare Linearität angeht, liegen sie irgendwo zwischen einen C1000 und einem C391. Sie kosten allerdings entsprechend weniger. Meine Haun (niere und auch kugel) erreichen sie aber bei Weitem nicht. Diese kosten aber auch im Paar nur gut 450,-, daher sollte man sich überlegen, ob man nicht so etwas kauft, wenn es wirklich auf Qualität ankommt.
     
  6. bloodyzoo

    bloodyzoo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.06.05   #6
    aber wenn man (meint, dass man) die Rechte an den Namen hat und nun halt die Mikros in China herrstellt sind das nunmal keine raubkopien im eigentlichen sinne.
    das das ganze n krummes ing ist ist ja unbestritten.

    Mir ging es bloss darum dass du wieder dieses "klauende Chinesen" Klischee ausgräbst. Die bauen auch nur, wenn die n Auftrag kriegen...
    das ist genau dasselbe blöde Klischee wie das von Autoklauenden Polen, raffgierigen Juden oder "dummen Ni****" :mad: :screwy:
     
  7. xripcordx

    xripcordx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.06.05   #7
    Word!
     
  8. engineer

    engineer Threadersteller HCA Recording HCA

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    Erstellt: 12.06.05   #8
    So ganz stimmt der Vergleich nicht - China ist durchaus ein Problem. Ich rede dabei aber nicht von dem Chinesen als Menschentyp, sondern eher von den politischen und wirtschaftlichen Zuständen, da es in China regelmäßig vorkommt, daß a) bekannte weltpatente Unterlaufen werden und rücksichtelos eigene Produkte produziert werden, b) Plagiate etablierter Marken einfach iilegal nachgebaut und in den Markt gebracht werden und c) dies obendrein von staatlicher Seite inoffiziell teilweise sogar geduldet und kaum verfolgt wird.

    Ein trauriges Bespiel ist das deutsche Patent auf den Minitretroller, der vor ein paar Jahren aufgetaucht ist und der von zahlosen Firmen ständig gegen das bestehende Recht produziert und verkauft wird.

    Besonders schlimm ist es in China mit den Plagiaten: So gibt es dort haufenweise Produzenten von westlichen CDs, Schuhen und Uhren - die per Schiff nach Europa kommen und dort verkauft werden. Der Staat könnte dies mit einfach Hafenkontrollen unterbinden - passieren tut wenig. Wenn man mal auf osteuropäischen Bazaren sich umschaut, bekommt man massenweise Rolexuhren, CDs von Madonna, Windows-XP mit Büchern! und Puma/Nike-Sportschuhe, die allesamt von Zwischenhändlern aus China importiert und in den Westen geschmuggelt werden.

    Leider betätigen sich manche Einkäufer hier gerne als Hehler und beliefern ahnungslose Händler hierzulande auch mit solchen Waren.
     
  9. LostLover

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    Erstellt: 26.06.05   #9
    Was mich richtig ärgert ist, dass Thomann versucht, den Eindruck zu erwecken, als wären die Mikrofone offiziell im Auftrag von Oktava in China gefertig worden.

    Habe gerade ein Pärchen MK-012 (auf den Mikros steht MC-012!) von Thomann bekommen. Ich habe mich schon gewundert, dass kein Datenblatt dabei lag - wo die doch gematcht sein sollen!

    Die gehen sofort retour - ungetestet. :mad:

    Ich kaufe lieber bei Oktava-online und zahle evtl. einen Schnaps mehr. Egal, ob die qualitativ vergleichbar sind oder nicht.

    Diese Fälscherei kotzt mich an. :mad: :mad: :mad:
     
  10. bloodyzoo

    bloodyzoo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.06.05   #10
    es gibt kein "Weltpatent"! ein Patent muss in jeden Land einzeln angemeldet werden.
    wenn du ein patent z.B. nur in Deutschland angemeldet hast darf niemand anders das patentierte Produkt IN DEUTSCHLAND herstellen oder verkaufen. wenn ich nach das produkt in nem anderen land herstelle und nicht in deutschland verkaufe ist das völlig legal.
    das die chinesische regierung nicht gegen patentverletzungen vorgeht ist auch eher n gerücht (mercedes hat da z.B. in einigen Fällen gewonnen) der Knackpunkt ist nur das halt kaum eine Firme bis vor einigen Jahren Patente in China angemeldet hat und diese folglich in China völlig legal nutzbar waren.
    Die meisten als "illegale Plagiate" von denen du redest sind eh völlig legal, weil es schlichtweg keinen Schutz durch Patente gibt.

    das es natürlich auch viele eher fadenscheinige sachen (z.B. die völlig offen betriebene Fälscherindustrie z.B. bei Parfüm, Textilien usw.) aber das dagegen nix getan wird hängt imho eher damit zusammen, dass genug europäische und amerikanische Firmen und Leute sehr gut davon verdienen.
     
  11. amateur

    amateur Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.06.05   #11
    "...Man beachte das "v" in "Okatva" bei den gefakten Mikros. Die Originale haben IMHO durchgängig die kyrillische Schreibweise: "B"..."

    Also ich habe Oktavas mit "v" und nicht "B", dennoch war ein russisches händisch ausgefülltes Messdatenblat, das billige graue Plastiketui und die originellen Klemmhalterungen dabei. Der Schriftzug scheint auch bei den russischen Exemplaren nicht immer kyrillisch sein zu müssen.
     
  12. engineer

    engineer Threadersteller HCA Recording HCA

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    Erstellt: 27.06.05   #12
    Du hast im Prinzip Recht, doch trifft es den Kern hier nicht ganz!

    Patente sind u.a. dazu da, Funktionsprinzipien zu schützen. Wenn eine Chinesenfirma Wang-Chang hergeht, und unter ihrem Namen Mikros nachbaut, was tausendfach passiert, hat keiner etwas dagegen. Sogar, wenn sie unter ihrem Namen patentgeschütze Dinge nachbaut, nur weil es gerade in China nicht patentiert ist, wäre das legal.

    Es gibt im Bereich Mikrofonie z.B. inzwischen abgelaufene Patente für Schaltungstechniken, aber auch noch Gültige! Sollten die in China nicht angemeldet sein, so wäre ein Nachbau legal. Soweit klar!

    Keinesfalls legal ist ist hingegen, sich des Designs und des Namens eines anderen zu bedienen um dieselbe oder auch ein ganz andere Technik nachzubauen! Ausserdem würde auch Deine Definition ja schon reichen, denn die in China gebauten Mikros dürften ja hier nicht verkauft werden, sollten die Rechte noch bei Oktava Russland sein.

    In jedem Falle liegt hier Plagiatismus vor, denn nur eine Firma kann die Rechte an dem Namen und dem Design haben ! Theoretisch könnten auch die Chinesen im Besitz der Rechte sein, und die Russen dürften nicht mehr unter dem Namen verkaufen. Siehe mal das Beispiel Neumann!

    Im konkreten Falle liegt es aber wohl nicht an den Patenten, sondern an einem Namensstreit. Die prinzipielle Funktion der Kondensatorkapseln ist nicht mehr durch Patente geschützt und genau genommen haben die Russen ja selber einst angefangen, solche Mikros zu bauen.

    Erfunden wurde die heutige Technik in der 40ern- die rsten Vorläufer gehen noch weiter zurück! Auf der Gefellwebseite gibt es eine interessante Geschichte der Firrma als PDF, die u.a. die Beutung von Georg Neumann zeigt.
     
  13. bloodyzoo

    bloodyzoo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.06.05   #13
    tja, anscheinend liegen die rechte wohl doch nicht so 100%ig bei den Russen. oder glaubst du dass Thomann die dinger verkaufen würde wenns illegal wäre?

    EDIT: der Name "Oktava" ist übrigens beim deutschen Patent- und Markenamt nicht als marke angemeldet.
     
  14. Reinhard

    Reinhard Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.06.05   #14
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  15. engineer

    engineer Threadersteller HCA Recording HCA

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    Erstellt: 28.06.05   #15
    ... was daran liegen kann, daß es ein gleichnamiges Notationsprogramm für Musiker gibt und der Name damit nicht mehr neu und somit nicht schützbar war. Trotzdem gilt ein genreller Schutz des geistigen Eigentums, was das Design angeht, auch wenn es nicht angemeldet ist. Das wissen viele nicht. Im Zweifel zählt das Urheberrecht.

    Es kann aber sein, daß die Rechte durchaus ungeklärt sind, um am Ende einer ein Problem hat. Thomann wird das sicher nicht sein, denn die kaufen die Mikros von der entsprechenden Vertretung. Solange es diesbezüglich keine Unterlassungsanordnung durch ein Gericht gibt, dürfen die das. Falls später mal entschieden wird, daß das illegal war, könnten die Russen sich beim abtrünnigen Vertrieb die entgangenen Gewinne einklagen.

    Die Sache zeigt aber, dass das nicht so einfach ist, etwas durchzusetzen, denn anders herum betrachtet, hätte man ja auch die russische Oktava schon längst wegprozessieren können.
     
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