[Gitarre] D'Angelico Excel DC - Semi-Hollowbody

von exoslime, 19.08.19.

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  1. exoslime

    exoslime Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.08.19   #1
    Liebe Musiker-Board Leser,

    Heute möchte ich eine D'Angelico Excel DC Gitarre vorstellen.

    04.jpg

    D'Angelico war mir bisher weniger bekannt, ich erinnere mich zwar an eine feine Aktion hier im Musiker-Board vor einigen Jahren wo ein Endorser gesucht wurde, Link hier, aber abgesehen davon gab es nichts was meine Aufmerksamkeit auf die Firma D'Angelico lenkte.
    Ein Grund mehr euch heute diese wunderschöne Semi-Hollow Gitarre im ES-335 Stil vorzustellen.

    Datenblatt:

    ⦁ Bauform: Semi-Hollowbody mit Doppel Cutaway
    ⦁ Decke, Boden und Zargen: laminiertes Ahorn
    ⦁ 5-lagiges Binding
    ⦁ Hals: Ahorn mit Walnuss-Streifen
    ⦁ Griffbrett: Palisander (Dalbergia latifolia)
    ⦁ Perlmutt Einlagen
    ⦁ 22 Bünde
    ⦁ Mensur: 628 mm
    ⦁ Sattelbreite: 43 mm
    ⦁ Tonabnehmer: 2 Kent Armstrong Humbucker
    ⦁ 2 Volume- und 2 Tonregler
    ⦁ 3-Wege Schalter
    ⦁ Bound Stairstep Schlagbrett
    ⦁ Switch Craft Buchse
    ⦁ Grover Mechaniken
    ⦁ Tune-O-Matic Steg
    ⦁ vergoldete Hardware
    ⦁ Saiten ab Werk: Daddario EXP .010
    ⦁ Farbe: Weiss
    ⦁ inkl. Deluxe Hartschalenkoffer


    Review:

    Die Gitarren werden in Incheon, Korea gefertig und dieses Examplar hat ein stolzes Gewicht von 3936gramm lt Küchenwaage.
    Trotz des relativ hohen Gewichts für eine Semihollow fühlt sich die grosse Gitarre nicht sehr schwer an und hängt angenehem und gut ausbalanziert am Gurt.

    Optisch und haptisch ist die Gitarre für mich erstklassig, die Verarbeitungsqualität lässt keine Wünsche offen und auch der Lack der Gitarre fühlt sich sehr angenehm und hochwertig an.
    Das Hals ist ziemlich fett und schön rund und schmeichelt damit sehr und die Gitarre lässt sich so angenehm spielen.

    die Komplette Hardware sowie auch die Tonabnahmer kommen in Gold-Optik was sehr gut mit dem Weiss harmoniert

    Der Korpus, das Griffbrett wurden mit mehrlagien Bindings verschönert, auch hier is die Verarbeitungsqualität top.

    Für das Griffbrett wurde ein wunderschönes Stück Palisander verwendet (Achtung Cities II, aber der Händler hat brav seine Hausaufgaben gemacht und auf der Rechnung ist der Vorerwerb schriftlich bestätigt)
    Ins Griffbrett wurden Perlmutt Einlagen in Block Form eingearbeitet die den edlen Look der Gitarre unterstreichen.

    Der Sattel sieht aus als wäre es Knochensattel, der aber leider 2 Mängel aufweisst,
    erstens ist er viel zu hoch, dh die Saitenlage kann nicht optimal eingestellt werden, und zweitens sind einige Kerben zu schmall und die Saiten bleiben deshalb hängen und die Gitarre verstimmt sich ständig.
    Meiner Meinung nach zwei Mängel der bei einer Gitarre dieser Preisklasse (UVP 1599€) nicht auftreten dürfen.

    Allerdings sind es auch 2 Dinge die man mit etwas Fachwissen und den entsprechenden Werkzeugen selber korrigieren kann, oder man bringt die Gitarre zum Fachmann, sprich Gitarrenbauer und lässt das für ein kleines Geld nachkorrigieren.

    Die verbauten Grover Tuner arbeiten fein und gleichmässig und liegen gut in der Hand.

    Als Elektronik kommt eine klassische 2Volume, 2 Tone und 3-Wege Schalter Schaltung zum Einsatz. die Potis hierfür laufen satt und schwergängig wie ich es sehr gerne mag, allerdings sind die schönen Kunststoffpotiknöpfe (welche eine dezente Holzoptik aufweisen) sehr glatt und in dieser Kombination mit den schwergängigen Potis und der glatten Oberfläche ist es mir nicht möglich mit dem kleinen Finger unterm Spiel mal schnell nachzuregeln weil ich am Poti abrutsche.
    Dh, hier in der Praxis würde ich entweder leichtgängrige Potis verbauen lassen, die Potiknöpfe gegen griffigere austauschen, oder einen kleinen dunklen Gummiring welches ich am Poti anbringen würde, für mehr Griffigkeit sorgen.

    Mit dabei ist noch ein schöner Hartschallenkoffer mit D'Angelico Aufdruck und Werkzeug zum einstellen der Gitarre (Trussrod)

    03.jpg

    Variationen:


    Diese Gitarre gibt es neben unterschiedlichen Farbvariaten noch in weiteren Ausstattungsvarianten, zum einen mit hängender Brücke oder mit Bigsby, Ich hab mich ich für eine mit der klassischen Stoptail - Tune-O-Matic Kombi entschieden da ich es bevorzuge direkten Einfluss über Höhe des Stoptails auf den Anpressdruck der Saiten an der Tune-O-Matic Brücke zu haben.


    Klang:

    Klanglich klingt die Gitarre schon akustisch relativ laut und gut ausbalanziert, die Saiten klingen für sich lange aus und übertönen einander nicht sondern harmonieren gut mitander.

    Elektrisch hat die Gitarre einen sehr fetten und dunklen Sound, besonders schön für Jazziges, Bluesig oder cremige Classic Rock Songs, aber selbst bei Highgain Einstellung am Verstärker kann man damit eine fette Rhythmuswand erzeugen die sehr gut in Kombination mit einer zweiten eher hell klingenden funktionieren wird.

    Klanglich punktet die Gitarre auch mit einem sehr dynamisch und wenig komprimiertem Grundsound, was für die Qualität der verwendeten Materialen und Hardware spricht.

    Dank des vebauten Sustainblocks war die Gitarre selbst bei hohen Lautstärken nicht sehr Feedbackanfällig und man kann auch gut laut rocken damit.

    Gefühlsmässig würden sich auch P90 Tonabnehmer hervorragend in dieser Gitarre machen.

    01.jpg

    Fazit und Schlusswort:

    Pro:
    Haptik
    Optik
    Verarbeitungsqualität
    Sound

    Con:
    Mängel am Sattel
    rutschige Potiknöpfe

    Mit der D'Angelico Excel DC erhält man eine fantastische Gitarre die ihren Preis wert ist, ein Wunder das diese Gitarren hier in Europa noch nicht so bekannt sind, diese Gitarre brauchen sich vor Ihrer Konkurrenz nicht zu verstecken, gerade vom haptischen her ,dem Gefühl beim angreifen und spielen ist sie für mich vielen ihrer Konkurrenten überlegen, man hat nicht das Gefühl das man eine in Plastik eingegossene Gitarre spielt, sondern ein feines und extrem hochwertiges Instrument das man sonst eher nur in Customshop und handebauten Boutique-Gitarren Sektor vermutet. Einzig die Mängel am Sattel dürften bei einem Instrument dieser Preisklasse nicht sein und da hilft mir auch keine kleine Checkliste die mit der Gitarre wo schon relativ hohe Werte der Saitenlage vermerkt sind, hier hätte mMn gleich bei dem Qualitätskontrolle interveniert werden müssen und der Sattel entsprechend nachkorrigiert, dann würde man das dem Endkunden ersparen, was nicht nur Zeit, sondern auch Geld kostet.

    Ich hoffe euch hat das Review gefallen, über Kommentare und Anregungen freue ich mich sehr

    lg
    exoslime
     
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  2. TomsRockHouse

    TomsRockHouse Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.19   #2
    Schönes Ding, guter Bericht. Danke!
     
  3. crawltochina

    crawltochina Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.19   #3
    Ich hatte die Tage mal eine D'Angelico Premier Atlantic da. Die Verarbeitung war tadellos und sie ließ sich fantastisch spielen. Das große Manko in der Einsteiger-Preisklasse von D'Angelico (Premier-Line) sind meines Erachtens nur die Tonabnehmer. Es gab einen schönen vollen, abgerundeten jazzigen Sound, allerdings nahezu komplett ohne Top-End. Es fehlten einfach die weichen Höhen eines Jazz-Sounds. Dadurch fehlte auch bei Crunch total der Biss. Da ich nicht eingesehen habe, bei einer neuen Gitarre für 600€ sofort die Tonabnehmer zu wechseln, ging sie zurück, aber wirklich schweren Herzens, denn die Bespielbarkeit und die gesamte Haptik waren toll.
    Wenn man also ohnehin plant, neue Tonabnehmer einzubauen, dann ist auch die Einsteiger-Klasse von D'Angelico ein wirklicher "Geheim"-Tipp.
     
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