[Gitarre] ESP/LTD EX 360 SW

von Compo, 12.10.16.

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  1. Compo

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    Erstellt: 12.10.16   #1
    Nach meinen Fehlversuch mit der Fernandes Vertigo bekam ich einen gewaltigen GAS-Schub und habe kurzerhand bei der schönen ESP LTD EX 360 in Weiß zugeschlagen. Eigentlich wollte ich ja die Epiphone 1984 Explorer, geworden ist es die ESP =D.
    Das eine Explorer ins Haus musste war klar. Auch wollte ich unbedingt aktive EMG's drin haben. Ich wollte die Dinger einfach mal selbst testen, diesen sterilen, kalten, leblosen Ton von dem alle reden selbst hören.

    Beim schlau Lesen über die Epiphone bin ich hier im Forum auf Threads gestoßen, in welchen die 1984'er Explorer mit der EX 360 verglichen wurde. Darauf hin hab ich mal die Suchmaschine bemüht und verglichen.
    Hardware-mäßig sind ja schon einige Unterschiede da, aber ich glaube den Ausschlag hat der EMG 60 am Hals gegeben. Und natürlich der gute Preis bei dem Zustand der Gitarre.

    Wer sich jetzt denkt : "Oh, noch so ein Review von einem der nicht richtig Gitarre spielen kann" dem sei gesagt ich mache das hier nicht um mich zu profilieren oder sonstiges. Ich möchte lediglich meine Erfahrung mit dem Instrument mit anderen Teilen. Und falls jemand im Internet zufällig über Google hier drüber stolpert weil er sich über die Gitarre informieren will und sonst nichts großartiges im deutschen Sprachraum findet, dann hat dieser Thread sein Ziel erfüllt.

    Aber nun gehts los :

    Technische Daten:




      • Farbe: Olympic White
      • Bauart: Solid Body
      • Korpusform: Heavy-Modell
      • Saitenanzahl: 6-saitig
      • Halskonstruktion: eingeleimt
      • Bundanzahl: 22
      • Mensur: 24,75" (62,87 cm)
      • Korpusmaterial: Mahagoni
      • Hals: Ahorn (Maple)
      • Griffbrett: Palisander (Rosewood)
      • Griffbrett Einlagen: Dot Inlays
      • Pickup: H-H (2x Humbucker)
      • Pickup Neck: EMG 60
      • Pickup Bridge: EMG 81
      • Pickup Wahlschalter: 3-Weg Toggle
      • Regler: 1x Volume, 1x Tone
      • Bridge/Tremolo: Tune-O-Matic
      • Hardware: Black Nickel
      • Made in Indonesia
    Quelle

    Erster Eindruck:
    DSC_0431.JPG

    Ich habe die Gitarre gebraucht für 350€ bei den Kleinanzeigen erworben. Gekauft wurde sie (angeblich) 02/2016 bei Thomann.
    Mit dabei waren Strap-Locks, ein weißer Gurt (der aussieht wie der Gurt einer Damenhandtasche) und ein Thomann Gigbag.
    Nur mal so am Rande =D
    Die Gitarre ist schön leicht, Mechaniken drehen gut, nichts klappert oder wackelt, keine scharfen Kanten. Soweit erstmal ein schönes Teil.

    Genauere Betrachtung:

    Die Gitarre wiegt laut Waage 3,5 Kilogramm, ist ca. 110 cm lang, in der Mitte des Korpus 18 cm breit, 40 cm insgesamt breit. Der Hals ist am Sattel ~4,3 cm und am 15 Bund 5,5 cm breit. Von der Oberseite des Griffbrettes bis zum untersten Punkt des Hals-Radius ist der Hals 2 cm dick durchgehend.
    Für mich persönlich ein schön schlanker Hals.
    DSC_0441.JPG

    Die Bünde sind sauber abgerichtet, mit einem Lineal konnte ich keine Unebenheiten feststellen. Auch sind die Außenseiten der Bünde schön abgerundet und überhaupt nicht scharfkantig. Auch das Griffbrett sieht sehr gut aus bis auf eine Stelle. Aber das könnte auch vom Vorbesitzer kommen. Wir erinnern uns, die Gitarre ist gebraucht :D
    DSC_0435.JPG
    Als ich die Gitarre überprüft habe hat vom Hals und den Saiten her überhaupt nichts gestimmt. Der Hals war krumm eingestellt, im zwölften Bund hat das tiefe E gerade so nur noch überhaupt ein E produziert und die Brücke inkl. Saitenreiter sahen auch irgendwie komisch aus.
    Da ich eh neue Saiten drauf ziehen wollte habe ich gleich ein paar Einstellungen vorgenommen. Als Ergebnis ist ein gerader Hals, Oktavreinheit und eine dermaßen Tiefe Saitenlage heraus gekommen, wenn sich ne Fliege auf die Saite setzt macht die nen Hammer-On :D
    Mein Messschieber ist zwar im Keller zur Zeit, aber ein 0,96mm und ein 0,46mm Plek klemmen im zwölften Bund ohne heraus zu fallen an der tiefen E-Saite.Bei der hohen E-Saite heben die beiden Pleks die Saite an. Und trotzdem schnarren die Saiten nur, und das auch nur sehr leicht, wenn ich richtig mit Dampf in die Saiten haue.
    Dahingehend wirklich tolles Instrument.

    Bei den Mechaniken dachte ich zuerst ich würde sie eh bald durch bessere ersetzen. Aber falsch gedacht. Die Mechaniken arbeiten wirklich sehr genau, meine B.C. Rich bekomme ich nicht so gut gestimmt. Auch fühlen sich die Mechaniken sehr hochwertig an. Sie drehen sehr geschmeidig und gleichmäßig aber dennoch mit einem guten Widerstand, der sie nicht locker erscheinen lässt.

    Die Brücke gefällt mir leider überhaupt nicht. Wenn ich sie zwischen den zwei Stegen heraus ziehen will muss ich sie fast mit nem Hammer raus hauen. Ich fürchte das Achsmaß der Bohrungen bzw der Brücken-Pins stimmt nicht 100%ig mit dem der Brücke überein. Da wird wohl bald ne andere Brücke fällig.
    Der Saitenreiter verrichtet zuverlässig seinen Dienst, macht auch einen guten Eindruck.

    Die Potis drehen recht leichtgängig aber auch mit dem richtigen Widerstand. Man hat nicht das Gefühl, man könnte sie durch pusten drehen. Sie sitzen gerade und kratzen oder knartschen nicht. Lediglich der 3-Wege-Schalter könnte etwas besser sein.Der Göldo, den ich in eine andere Gitarre eingelötet habe hat weniger gewackelt. Aber eigentlich ist das mehr jammern auf hohem Niveau. Der Schalter wackelt zwar in Mittelstellung, aber nicht ganz soooo schlimm.

    DSC_0432.JPG
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    Im Sitzen positioniert sich die Gitarre recht gut auf dem Bein. Aber irgendwie muss ich noch herausfinden wo hin mit meinem rechten Arm. Wegen der "Zacke" kann man den Arm nicht so ganz gemütlich ablegen. Mal schauen ob ich da noch die richtige Position finde.
    Am Gurt hängt die Gitarre ganz gut und lässt sich auch super spielen. Kopflastigkeit konnte ich keine feststellen.

    Der Sound:

    Tjaaa, jetzt kommt der andere Teil. Die Gitarre an sich ist ja super. Aber wenn mich die Fernandes eins gelehrt hat, dann dass die Gitarre noch so hübsch sein kann wenn sie nicht klingt.
    Und da wären wir jetzt wieder beim sterilen, kalten, leblosen Ton von dem alle reden.
    Als Verstärker kommt übrigens ein Line6 Spider IV 75 zum einsatz.

    Erstmal Clean, Brücke, EMG 81. Sehr viele höhen, gibt präzise das gespielte wieder. Saite falsch gegriffen ->dürrr-> Klingt blöd. Recht scharfer Ton, Dennoch kommen die Mitten und Bässe gut. Im grünen Clean-Channel ist bei vollem Vol-Poti noch alles gut, im roten Clean-Channel zerrt es schon.

    Clean, Hals, EMG 60. Herrlich. Hätte die Fernandes so geklungen, ich hätte dem Musik-Store noch Geld nachgeschickt.
    Ein schöner voller,warmer Ton. Akkorde und Melodien klingen echt super. Sogar meine Frau ist von dem Ton begeistert. Mit ein wenig Reverb kommt der Ton zwar nicht an eine Akkustische Gitarre ran, aber er ist recht ähnlich. Killing me Softly zum Beispiel (welches ich zur Zeit lernen soll) klingt damit wirklich gut.

    Verzerrt, Brücke, EMG 81 : Ohh ja, da geht das Herz auf. Gain, viel viel Gain, EQ-Regler auf Anschlag, leichten Reverb rein und ab geht die Lutzi. Palm-Mutes fetzen, hören sich endlich mal fett an:m_git1:
    Trotz Gain ohne Ende matscht da überhaupt nichts. Es drückt einfach nur aus dem Verstärker raus. Meine Nachbarin hat schon gefragt ob ich neues Spielzeug habe =D
    Es klingt für mich absolut nicht kalt und Steril, ich muss beim Sound einfach nur lächeln.

    Verzerrt, Hals, EMG 60: Ok, ist vielleicht nicht ganz die Paradedisziplin. Klingt nicht ganz soo geil wie der 81'er. Etwas dunkler und mit weniger Biss, aber mit klaren Höhen. Am Verstärker den Bass raus gedreht klingt es noch ein wenig besser.
    Soll aber nicht heißen, dass es Ka**e klingt.

    Die Zwischenposition habe ich bisher noch nicht so ausgiebig getestet, die PU's einzeln gefallen mir einfach besser.

    Fazit:

    Ich bereue den Kauf keine Sekunde. Auch wenn ich eigentlich zuerst die Epiphone wollte (mangels Kenntnis der ESP) habe ich glaube ich die richtige Entscheidung getroffen. Es macht wirklich unheimlich viel Spaß mit der Gitarre zu spielen (nur das Auf und Abhängen am Wandhalter ist etwas anders damit die Zacken nicht an die Wand geraten). Mit dieser Gitarre sollte ich definitiv für meinen weiteren Werdegang gerüstet sein.
    Auch wenn es keine 1000€+-Gitarre ist finde ich das Instrument wirklich sehr sehr gut und würde auch definitiv den Neupreis dafür zahlen. Tschüss Epiphone, komm her ESP :hi5:

    Ich hoffe, das Review hat euch nicht zu sehr gelangweilt. Und vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen bei seiner Entscheidung .

    Für Anregungen und Kritik (auch negative) bin ich offen. Aus Fehlern lernt man. Aber auch positive Rückmeldungen sind gern gesehen.

    Bis bald,

    Gruß Compo
     

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  2. Stratz

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    Erstellt: 13.10.16   #2
    Wie meinst du das? Du weißt aber schon, dass das eine Locking-Bridge ist, wo man nicht einfach den Steg von den Bolzen runterziehen kann wie z.B. bei einer Gibson ABR-1 oder Nashville, sondern man die Schrauben zur Höhenverstellung nimmt. Wir möchten ja auch nicht, dass du aus Versehen die Bridge kaputt machst.
     
  3. Compo

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    Erstellt: 13.10.16   #3
    Bei anderen Gitarren konnte ich die Brücke für das Saiten wechseln einfach nach hinten raus ziehen. Bei der EX 360 kann ich die linke oder rechte Seite der Brücke einzeln ganz locker mit dem Langloch über den Bolzenschaft machen, aber komplett geht wirklich sehr schwer.

    Hab mal die Stellen mit grünen Pfeilen markiert. Auch das rausdrehen der Bolzen macht keinen Unterschied. Es ist als ob das Achsmaß der Brücke 85mm beträgt und die Bohrungen für die Befestigungsbolzen 87 mm oder 88 mm Achsmaß haben.

    P.S Danke für die Kekse =D
     

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  4. Stratz

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    Erstellt: 15.10.16   #4
    Äh, jetzt verstehe ich dich. Du meinst nicht die Brücke, sondern das Stoptail. Das sollte man in der Tat nach hinten raumziehen können, obwohl es da auch welche mit Lockingfunktion gibt.
     
  5. Compo

    Compo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.10.16   #5
    Oh je, ich blödbär :bang:
    Natürlich, du hast recht. Mit der Brücke (habe ich als Saitenreiter bezeichnet) ist soweit alles in Ordnung. Hab wohl die Begriffe ein wenig durcheinander gebraucht. Tut mir leid =D

    Jedenfalls ist mit dem Stoptail etwas nicht in Ordnung. Beim nächsten Saitenwechsel werde ich ein anderes probieren. Aber da muss ich erst was passendes raus suchen.
     
  6. Stratz

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    Erstellt: 17.10.16   #6
    Da es eine asiatische Gitarre ist, wird es etwas mit metrischem System sein müssen. Ich glaube, dass Tonepros oder Gotoh da etwas passendes hat.
     
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