[Gitarre] Harley Benton MS-60 VW LTD Edition

von Slideblues, 13.04.17.

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  1. Slideblues

    Slideblues Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.04.17   #1
    Nun, ich habe mir mal wieder eine Harley Benton gegönnt... zu Ostern sozusagen...

    Zur Vorgeschichte... Im Laufe der letzten Dekaden (seit den 80ern) hatte ich immer mal wieder so eine Kompakt Gitarre im Stile der Mustang... Also, ein eher kleines Instrument, mit kurzer Mensur... Früher gab es solche Gitarren relativ günstig aus deutscher und asiatischer Fertigung... Ich mochte schon immer diese "Cheapo's" weil sie perfekt für's Sliden sind...

    Zu erst hatte ich mir mal Mustang von Squier, aus der Bullet Serie, angeschaut... hm... und auch wenn die Verarbeitung recht ordentlich war, konnte ich mich nicht mit den Humbuckern anfreunden... Meiner Meinung nach, passen die überhaupt nicht zu so einer Gitarre...

    Gut, die Auswahl ist nicht sonderlich groß, wenn der Spaß nicht viel kosten soll... also... habe ich mir die Gitarre bestellt, die ich schon länger im Auge habe... die

    Harley Benton MS-60

    Nun aber mal Butter bei die Fische...

    Am Anfang steht immer der Karton, das Auspacken und der erste Eindruck... und der fällt schon mal gut aus... Es gibt erst einmal nichts zu meckern, ganz im Gegenteil... auch auf den 2. Blick sieht Alles stimmig aus... Der Hals ist gerade eingebaut und an der Lackierung ist kein Makel zu finden... Das "Vintage White" des Body's zeigt sich in einem gepflegtem "Creme", mit einem Stich ins Grüne... Der Neck ist mir ne Spur zu gelb lackiert..., davon mal ab fühlt sich der Neck aber seidig - angenehm an.

    Ansonsten sind sämtliche Teile gerade angebaut, der (Graphit-) Sattel ist ordentlich gekerbt und die Saiten laufen symmetrisch übers Griffbrett...

    Die Werkseinstellung ist annehmbar bis gut.. Saitenlage und Intonation sind spielbar eingestellt... es geht natürlich immer noch besser, aber das habe ich auch schon erheblich schlechter gesehen...

    Das Griffbrett ist aus einem Material das sich "Roseacer" nennt... Andere Hersteller nennen es "Roasted", oder "Backed-" Maple und letztlich ist eben thermisch behandeltes Ahorn... Auch renommierte Hersteller greifen auf dieses Material zurück, sei es nun als Palisander Ersatz, oder als recht brauchbares, alternatives Griffbrettholz.. Bei der MS-60 schaut es ganz gut aus... es ist hart, sehr fein von der Struktur und es fühlt sich gut an... (glatter als Palisander oder Ahorn)... fast schon wie Ebenholz...

    Das Vintage Tremolo / Vibrato (wobei Vibrato und Steg eher an die Jazzmaster angelehnt sind) macht einen wertigen Eindruck... Ich bin von Haus aus ein "No Trem" User, aber für leichtes tremolieren reicht es,ohne - dass gleich die Stimmung dahin ist... "Vintage" eben... Die Brücke macht keine unangenehmen Geräusche und kann bleiben, wo sie ist.

    Die Bünde sind recht ordentlich abgerichtet, wenn auch nicht 100% poliert... das liegt aber im Bereich der Norm und erledigt sich mit dem Spielen von selber... die Bundenden sind annehmbar entgratet... Nicht auf CS Niveau aber es besteht kein Handlungsbedarf.

    Die Mechaniken arbeiten einwandfrei..., sprich - sie haben einen angenehmen Widerstand ohne dabei zu hakeln, oder zu ruckeln... "Sie halten die Stimmung" spare ich mir jetzt mal....

    Mit einer "Mustang" (oder einem Klon) verbindet man wohl eher einen höhenlastigen Sound, mit wenig(er) Sustain... Das schaut hier ein wenig anders aus... Die Gitarre ist kompakter und sie hat auch nur eine kurze Mensur (24"), aber sie hat auch ein gutes Gewicht... was ich aber als nicht unangenehm empfinde... Der Neck ist kurz und kräftig... Ich mag das so, aber für die "Flitzefinger" Abteilung ist das wohl eher nichts..

    Trocken angespielt hat die Kleine ein ziemlichen Punch, also sie verschafft sich Gehör... mit ordentlich Sustain... es macht Spaß, die MS-60 auch ohne Amp zu spielen..

    Die MS-60 ist mit Wilkinson "Vintage" PU ausgestattet... die wiederum Alnico Einzelmagnete haben und auch in einigen Stratmodellen verbaut sind... Wilkinson PU polarisieren ja, denn man mag sie, oder eben auch nicht... Ich finde, dass die Chinesen und Koreaner unter diesem Namen gute PU bauen... Der Rest der Elektrik ist eher unspektakulär.. Im (3 Lagen) Pickguard sind 2 Schiebeschalter untergebracht, mit denen sich die PU an- und abschalten lassen... (Neck PU On/ Off, Neck- und Bridge PU parallel, Bridge PU On/Off, Beide PU Off). Dann wären noch die obligatorischen Potis für Volumen und Ton vorhanden und die Klinkenbuchse... Fertig...

    Als Referenz Amp, zum Testen, nehme ich gerne einen meiner "Ruby", oder "Noisy Cricket" Amps.. die können sehr sehr "Clean" und geben den Sound relativ unverfälscht wieder..

    Nun ja... Ich wollte Blues und ich wollte Slide... möglichst - 50's / 60's - authentisch...(wobei das natürlich sehr individuell ist).

    Was soll ich sagen... Die PU machen Laune.. Es sind keine dünnen "Eierschneider"... nö... die Kameraden sind in allen 3 Positionen Blues Pur... Der PU am Neck geht in die "Cooder Swamp" Ecke (ohne zu Matschen)... , beide PU zusammen gehen ganz klar in die "Late Delta -early Chicago"Blues Ecke ... und die Bridgeposition richtet "schöne Grüße" von Muddy Waters aus... Alles irgendwie nicht rein und perfekt... nicht unbedingt für akademischen Jazz, oder Mainstream Rock... mehr so "Arbeiterklasse"... mit viel Charakter... Ich wüsste nicht, was ich da PU mäßig ändern sollte... na ja und für den Metaller dürfte es auch nicht so passen...

    Somit komme ich zu meinem Resümee ...

    So wie die PU, ist die ganze Gitarre... nicht zu 100% perfekt, nichts für die Vitrine.. aber nichts zusammen gepfuscht, oder billig wirkend... es passt Alles gut zusammen und sie macht Spaß...

    Endlich mal wieder ne Gitarre, bei der ich nicht gleich darüber nachdenke, was ich Alles modden müsste... Sie ist so gut, wie sie aus der Box kommt.. und somit kann ich sie auch einem Anfänger empfehlen... Klar, sie wird mal bessere Potis und ne andere Klinkenbuschse bekommen... vielleicht kriegt sie auch noch die Kluson "Roundbacks", die ich noch liegen habe, spendiert. Es eilt aber nicht....

    Mit einem Preis von 111,- Euro ist sie ein absoluter Preis / Leistungs Tip... und ganz ehrlich... sie wäre mir so auch das Doppelte und mehr wert...

    Ganz bestimmt ist sie nicht "Die" Gitarre für Jedermann... Bei den musikalischen Beispielen auf der Thomann Seite ist die Reihenfolge "Blues, Funk, Indie, Rock" und genau da sehe ich die Gitarre... Wobei es ja eigentlich auch keine Regeln gibt...

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    Die Kopflatte ist nicht angeschäftet und es ist auch kein Farbfehler... Es ist nur ein Schatten von der Aufnahme...

    Neck
    https://soundcloud.com/user-800669142/soundfileneck

    Neck und Bridge
    https://soundcloud.com/user-800669142/sfneckbridge

    Bridge
    https://soundcloud.com/user-800669142/bridgemwaters
     

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