[Gitarre] Line6 Variax 600


Jiko
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Vorgeschichte:
Inzwischen besitze ich sie über ein Jahr und fühle mich daher bereit zu einem Review (Ich verstehe die Leute nicht, die schon nach einem Tag eins schreiben - da hat man doch erst die ersten Eindrücke gesammelt, aber einen "Rückblick" kann man das noch nicht nennen.... :) ).
Meine Planung war eine vielseitige Gitarre mit möglichst vielen Soundmöglichkeiten. Mein erster Plan war die Framus Diablo Pro. Inzwischen bin ich fast der Meinung, dass ich mir diese hätte holen sollen (aber eben nur fast :) ), insbesondere weil es mich jetzt ärgert, dass die inzwischen eine Preiserhöhung durchgeführt haben. :D Ich war über lange Zeit unschlüssig - bessere Optik, absolut geile Gitarre mit gutem Holz und guter Verarbeitung oder eine gute Gitarre mit ultimativer Flexibilität... Naja - die Framus Diablo Pro und die Variax haben sich jedenfalls gekloppt, aber dann habe ich bei eBay ein klasse Angebot gefunden: Eine Variax 600 für ca. 460€ inklusive Versand. Das ist fast der Preis, den man für eine Variax 300 hätte zahlen müssen. Ursprünglich wollte ich eine in Weiß oder Sunburst, aber naja - so wurde es eine in Hellblau. Beim Aussehen der Variax geht sowieso der Sound vor die Optik. Und die Videos von offizieller Seite waren doch sehr bestechend: http://line6.com/variax/movies.html
OK - gekauft, gewartet und ein paar Tage drauf hielt ich sie in meiner Hand. Der Vorbesitzer hatte einen Roland GK-Tonabnehmer draufgeschraubt und dann wieder entfernt, davon waren ein paar Löchelchen drin, die aber kaum auffielen. Nach anfänglichen Problemen ("Was sind das alles für Kabel?" / "Wie bekommt man aus dem Ding einen Ton raus?") hing das Ding aber endlich am Verstärker und es kamen Töne raus....
(Kommentar am Rande: Die Framus Diablo Pro steht, was E-Gitarren angeht, ganz oben auf der GAS-Liste, die kommt irgendwann auch noch)

Aber erstmal zur Variax selbst:
- Linde-Korpus
- Piezo-Tonabnehmer
- Strat-Mensur
- Ahornhals, einteilig
- 2-Punkt-Tremolo
- Farbe blau
- Modelling-Gitarre (also eingebauter Computer)

Bespielbarkeit:
Die Saitenlage ist ultraflach, was mich wirklich erstmal positiv überrascht hat, Hals war perfekt geformt, angenehm zu spielen, Strat-Like. Das Korpusshaping fühlt sich erstaunlich gut an und liegt eigentlich besser am Körper, als eine normale Strat, sowohl im Sitzen als auch im Stehen. Das Gewicht ist sehr angenehm. Es war absolut kein Kampf, einen Ton herauszubekommen, also sehr gemütlich am Körper und gemütlich zu spielen. Auch was die Bedienung angeht, ist die Variax an eine Strat angelehnt von der Positionierung des Switches und der Potis her, allerdings ist das Volume-Poti ein bisschen weiter von den Saiten entfernt, nach "Fingermessung" ca. einen halben Finger (Breite natürlich) weiter. Außerdem finden sich statt den Strat-Style-Knobs Dome-Speed-Knobs. Statt dem zweiten Tone-Poti findet man den Modellselector.

Stimmstabilität:
Leider hat die Variax keine Klemmmechaniken, wie z.B. die Variax 700, aber zumindest ist der Sattel gut und da bleibt nichts hängen, außerdem ist das 2-Punkt-Tremolo recht stimmstabil. Man kann schon einiges machen, aber nach spätestens zwei Divebombs merkt man, dass die Stimmung nicht mehr optimal ist. Für normale, sanfte Tremolo-Effekte aber sehr gut zu gebrauchen. Evtl. werde ich mal Klemmmechaniken nachrüsten.

Und nun zu den zwei Sachen, die von vielen als das wichtigste gewertet werden..... :D

Optik:
Die Optik ist der Grund, warum sich viele für eine bestimmte Gitarre entscheiden. In diesem Fall würde die Variax (zumindest bei mir) voll durchfallen. Eine Form, die mehr an Kaugummi erinnert, ohne irgendwelche Kanten, ohne sichtbare Tonabnehmer, ohne irgendwelche herausstechenden Kleinigkeiten. Einfach, simpel und auf die Praxis reduziert.
Naja - Geschmacksache. Ich habe hier ein paar Fotos geschossen:
http://simon.deobald.org/priv/instrumente/line61/body.jpg
http://simon.deobald.org/priv/instrumente/line61/bridge.jpg
http://simon.deobald.org/priv/instrumente/line61/poti.jpg
http://simon.deobald.org/priv/instrumente/line61/hals.jpg
http://simon.deobald.org/priv/instrumente/line61/griffbrett.jpg
http://simon.deobald.org/priv/instrumente/line61/head.jpg

Sound:
Hier sind wir eher im Element der Variax angekommen als bei der Optik. Die Variax klingt verdammt gut, ist rauschfrei, auch bei Single Coil Sounds in Kombination mit Distortion-Effekten und High-Gain. Perfekt. Sounds sind fast alle drin, die man sich wünscht: Single Coils, Humbucker, Semis, Vollakustische....... und auch andere Klänge sind drin, die die Variax zu dem machen, was sie ist - ein Vielseiter: Sitar, akustische Gitarren, Banjo, 12-Saiter (E- und A-), Resonator-Gitarren. Auch sind alternative Stimmungen möglich. Also Gitarre wird normal gestimmt und dann betätigt man einen Schalter und ist z.B. auf einmal in Drop-D. Das Signal wird durch den eingebauten Computer umgewandelt zu dem, der benötigt wird. Sehr praktisch. Was etwas stört.... die Sounds sind komplett auf Vintage-Sounds ausgelegt. Mit modernen Verstärkern kann man zwar auch viel rausholen, aber Sounds von modernen Gitarren (EMG-Gitarren und Konsorten) sind nicht drin. Anzumerken ist, dass der eingebaute Computer bei sämtlichen Variax-Modellen derselbe ist, egal, ob 300, 500, 600 oder 700 - entsprechend klingen die Gitarren nicht großartig unterschiedlich, da das Modelling hier einen größeren Einfluss auf den Sound hat, als die Schwingung vom Holz.

Hier habe ich Sounds aufgenommen: http://simon.deobald.org/priv/instrumente/line61/variax.zip (8MB)
Die Dateinamen sind eigentlich vielsagend genug, oder? Falls ihr Fragen habt, stellt sie.
Es sind fast alles Clean-Sounds, teilweise auf mehrere Sounddateien verteilt. Ich arbeite mich meistens von Bridge nach Neck, nur bei 4 Gitarren habe ich die Zwischenpositionen (LP, Strat nur Bridge+Middle, Tele und Rickenbacker). Ich habe nur zwei verzerrte Sounds eingestellt, da die meisten Leute mit meiner Zerr-Einstellung mit Mitten von am liebsten über 100% nicht immer klarkommen. Aber ich kann euch versichern: Die Variax klingt verzerrt auch ganz normal nach Gitarre. Beweis? Da hat jemand bei Youtube einige Videos mit der Variax, fast alle verzerrt: http://de.youtube.com/watch?v=bpL0qLZWBbY )
Noch ein Hinweis zu den Sounds: Zwei der Sounds sind gemogelt, denn sie kommen von einer "echten" Gitarre. Nur um nochmal zu zeigen, dass die Variax wirklich nicht nach Computer oder sonstwas klingt, sondern nicht wirklich von einer echten Gitarre zu unterscheiden ist. Viel Spaß beim Spekulieren, welche der Sounds "unecht" sind. :p

Sonstiges:
Ja, bei der Variax gibt's noch deutlich mehr zu sagen. Leider wenden wir uns hier auch den weniger erfreulichen Dingen zu. Der Nachteil vom Modelling ist leider recht deutlich: Strom. Der eingebaute Computer schluckt nicht schlecht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Variax mit Strom zu versorgen:
1) 6 AA-Batterien, halten ca. 4 Stunden
2) Das Variax-Kabel (Netzwerk-Kabel-Look) in Kombination mit einem Pod XT Live oder Pod X3 Live
3) Ein mitgelieferter Bodentreter zum Umschalten (kann auch schön zum Stummschalten genutzt werden) in Kombination mit einem Stereokabel.
Egal, was man macht - es ist fast immer mit Aufwand verbunden - Batterien wechseln, Aufbau vom Bodentreter, Aufbau vom Pod - es ist praktisch nicht möglich, einfach so die Gitarre einzustecken und loszuspielen. Das vermisse ich ab und an. Aber naja - ich bin als Akustiker evtl. auch etwas verwöhnt, da ich normalerweise nie eine Gitarre einstöpseln muss. :D
Das nächste ist das Gefühl: Egal, welches Modell man auswählt, die Variax bleibt die Variax und fühlt sich immer gleich an. Auch wenn man auf einen Les Paul Sound schaltet - das Gefühl bleibt das, was es war. Das Gefühl von unterschiedlichen Gitarren bleibt also etwas auf der Strecke und dadurch fallen auch manchmal die modelltypischen Sounds etwas unter den Tisch, weil einfach das Feeling fehlt, das die klangliche Wahrnehmung mit beeinflusst.
Positiver dagegen ist, dass man mit Hilfe von der Workbench (kostet leider extra) oder dem Pod XT Live eine Verbindung zum Computer herstellen kann, um Software-Updates zu installieren und um Custom-Sounds zu erstellen (z.B. abstrakteres Beispiel, das "in echt" kaum zu finden sein wird: Thinline-Tele-Body mit Les Paul-Bridge und zusammengeschaltet einen P-90 in Bridge-Position und einen Humbucker in Mittelposition). Auch kann man so für alternative Stimmungen sorgen. Drop H oder ein Nashville-Tuning (EADG eine Oktave höher) ist damit kein Problem. Per Knopfdruck.

Fazit:
Die Gitarre ist an sich sehr gut und vielseitig. Wer sich mit dieser Optik auf die Bühne traut und genügend Steckdosen zur Verfügung hat, kann mit der Gitarre wirklich vielseitige Sounds nutzen, ohne dafür die Gitarre wechseln zu müssen und hat absolut keine Probleme mit Störgeräuschen durch magnetische und elektrische Störfelder oder hochgedrehten Gain-Regler. Ihr Haupteinsatzgebiet ist aber eher das Studio (nicht nur meine Meinung- Auch Toni Iommi (nur ein Beispiel von vielen) war mit der Variax 500 im Studio - hier ganz unten ist irgendwo ein Bild: http://www.gitarhangtechnika.hu/ind..._13&hol=cikk&kategoria=11&honnan=0&mennyit=10 ), wo sie insbesondere Leuten ohne A-Gitarren oder für den klanglichen Einsatz von Sitars (oder Banjo etc.) oder bei Problemen mit Störgeräuschen hilft. Die Stromversorgung nervt ab und an mal und für Leute, die sowieso nur "Auf's Maul"-Gitarren wollen, lohnt sich die Variax eher weniger. Insgesamt aber eine sehr gute Ergänzung zu einer Gitarren-Sammlung, welche ich nicht missen möchte.


Schönen Tag wünsche ich noch ;)
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klasse review! wie ist die latenz? las line6 duoverb nutzer spür ich sie nicht immer, aber im direkten vergleich mit einem normalen amp, ist sie auf jeden fall da.

greetings

stylemaztaz
 
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Von Latenz habe ich bisher nichts gemerkt. :rolleyes:
 
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Interessantes Review Jiko,

rein optisch is das Teil ja extrem gewöhnungsbedürftig. Da fehlt irgendwie was :D.

Korpusform, Schlagbrett und Kopfplatte gefallen mir aber. Geht in Richtung Strat, hat aber eine eigene Note.

Aber nun denn. Ich hab mir mal die Files angehört. Is gar nicht so einfach wie ich vor dem Download vermutet habe. Zumindest bei dem "Junior" File hab ich das Gefühl, dass es sich um eine echte Stromgitarre handelt. Vielleicht werde ich hier aber auch komplett getäuscht. Auch nach mehrmaligen Anhören find ich aber den zweiten Fake nicht.

Bin mal auf die Auflösung gespannt.
 
Jiko
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Tipp noch zu den Soundfiles: Die Variax hatte neue Saiten, die "echte" lief unter alten Saiten. (Falls das irgendwas beim Raushören helfen sollte XD)
Ich löse auf, sobald die beiden "Fakes" genannt wurden (deutlich genannt, nicht irgendwo in einer Auflistung :D). Oder wenn es mir zuuuuu lange dauert :D
Aber ich gehe davon aus, dass dadurch relativ effektiv gezeigt wird, wie echt eine Variax klingt. :)
 
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Ich hatte irgendwie bei "Special" das Gefühl das is echt und vielleicht Junior, aber da bin ich mir nicht sicher.

Ansonsten schönes Review, werd die mal anspielen wenn ich mal wieder zu Thomann & Co. kommen.
 
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Ich hatte irgendwie bei "Special" das Gefühl das is echt und vielleicht Junior, aber da bin ich mir nicht sicher.

Ansonsten schönes Review, werd die mal anspielen wenn ich mal wieder zu Thomann & Co. kommen.

Och - und damit ist's auch schon raus :great:
Die echte Les Paul Special ist übrigens LP90.mp3 und die Junior habe ich garnicht aufgenommen :D
Die Fakes wurden mit einer HSS-Strat eingespielt. Ich werde demnächst die -.zip-Datei bearbeiten und eine Textdatei mit der Auflösung reinsetzen :) Für "Junior" hätte ich wohl den Humbucker etwas näher an die Saiten schrauben sollen (ist sehr weit weg zum Ausgleich wegen den etwas schwachen SCs, dadurch klingt's merklich schwächlicher als die Variax Junior).... :D
 
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Super Review, gefällt mir gut und ist zudem glaubwürdig (wobei ich auch mit kurzfristigen Reviews ganz gut leben kann so lange sie nicht innerhalb der ersten Woche verfasst wurden...)
Zur Optik wurde schon einiges gesagt, ich finde da hätten sich die Leute bei Line 6 auch was hübscheres einfallen lassen können, so sieht sie ein bisschen aus wie vom anderen Stern :D

MfG
 
peter55
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Hi Jiko,

schönes Review :great:

Ich habe mir die Soundfiles auch angehört und war eigentl. überrascht - ich hatte mir die Soundunterschiede zwischen den einzelnen Modellen größer vorgestellt. Aber vllt. liegt's auch an meinem PC-Sound :rolleyes: Ich werde mir sie nochmal über Kopfhörer anhören.

Positiv muss man auf jeden Fall anmerken, dass du versucht hast, (zumindest am Anfang der Soundbeispiele) immer +- das gleiche zu spielen, was einem den Vergleich leichter macht.

Den Sound der 12-saitigen Ricky finde ich übrigens sehr schön :great: man sieht die Byrds geradezu vor sich stehen!

Ich habe ja selbst reichlich Erfahrung mit der akustischen Version der Variax und weiss, was diese Modeling-Gitarren leisten können. Bei nächster Gelegenheit werde ich die Stromversion doch auch noch mal ausprobieren.

Ich habe auch schon überlegt, ein Review der Variax Acoustic zu schreiben, aber wo soll ich das hinstellen - bei den Akustikern oder bei den Elektrikern? :rolleyes:

€: "Du musst erst einige Beiträge anderer Benutzer bewerten, bevor du Jiko erneut bewerten kannst ... " :redface:

Greetz :)
 
Jiko
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Kommt drauf an, wie man "am Anfang der Beispiele" sieht. Ich habe angefangen mit der Tele, danach war die Strat dran, dann die Les Paul - war wohl eher anfangs etwas ungeordnet, was sich später dann "standardisiert" hat. :D
Und ja - manche Sounds klingen wirklich recht ähnlich. Die herausstechenden Sounds sind schnell zusammengefasst in "Tele, Les Paul, Rickenbacker", danach versinkt es teilweise in die kleinen Details, wo die Unterschiede immer weniger hörbar werden. Dann hat man natürlich noch so Sachen, wie die akustischen Gitarren, Sitar, Banjo (davon habe ich auch noch keine Aufnahme, mal sehen, mache ich evtl. auch noch rein - das ist das gute, wenn man die .zip-Datei direkt auf dem eigenen Server hat.), Resonatorgitarre (fehlt auch noch) und die Möglichkeit per Umschalten auf eine andere Stimmung zu kommen.

:rolleyes:

Und mal auch danke für die Bewertungen! :great:
@Peter - sieh's nicht so tragisch mit "erst einige Beiträge anderer Benutzer bewerten" - ich werde es überleben und das war ja auch sicher nicht mein letztes Review :D
Ich habe auch schon überlegt, ein Review der Variax Acoustic zu schreiben, aber wo soll ich das hinstellen - bei den Akustikern oder bei den Elektrikern? :rolleyes:

Das ist an sich eine gute Frage. Ich würde sie wahrscheinlich eher hier posten, da es hier den Review-Bereich gibt, da sie akustisch gespielt nicht wirklich viel bringt und da sie insbesondere für Bühnengitarristen geeignet ist. Und von der Größe her liegt sie ja auch näher bei den E-Gitarren.
 
Xanadu
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Vielen Dank für das ausführliche und interessante Review!

Ich besaß eine Variax 300, die Sounds sind schon klasse und kommen den Originalen (so weit ich das beurteilen kann) sehr, sehr nahe. Auf jeden Fall näher als z.B. meine Paula-Kopie dem großen Vorbild. Und man sollte nochmal betonen: Die Variax ist auf jeden Fall eine echte Gitarre, jemand meinte mal, sie hätte keine "Seele". Doch, die hat sie, sie ist nur etwas schizophren. ;) Nein, ehrlich gesagt: Man spielt die Variax, die formt intern die Töne so, dass sie den Vorbildern entsprechen. Eigentlich ist das auch nichts anderes als das, was ein Effektgerät gemacht, nur dank der Tonabnahme einzeln pro Saite und der Kenntnis des Gitarrenkörpers weitaus effektiver.

Allerdings entsprach das "Holz" meiner Variax 300 schon ziemlich einer Low Cost Gitarre, schade, aber gleich fast das Doppelte für ne 600 war mir doch etwas viel.

Ich habe meine 300er dann doch wieder verkauft, da ich als Anfänger erst mal weniger zum dran rumspielen haben wollte. Außerdem hört man immer wieder Horrorgeschichten über defekte Elektronik (Modele wechseln automatisch, Platine ist defekt und so was) bei der Variax, deswegen wollte ich sie nicht längere zeit unbenutzt rumstehen lassen. Denn wenn die Elektronik hin ist kann die Variax nur noch als Wandschmuck benutzen, eine "normale" Gitarre ist doch weitaus robuster.
 
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Sehr schönes Review! Und zur Schönheit der Gitarre will ich lieber nichts sagen..... :D
Aber rein vom Sound her is sie echt eine Wucht.
 
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Außerdem hört man immer wieder Horrorgeschichten über defekte Elektronik (Modele wechseln automatisch, Platine ist defekt und so was) bei der Variax, deswegen wollte ich sie nicht längere zeit unbenutzt rumstehen lassen. Denn wenn die Elektronik hin ist kann die Variax nur noch als Wandschmuck benutzen, eine "normale" Gitarre ist doch weitaus robuster.

Das ist auch so ziemlich meine einzige Sorge: "Was machen, wenn das Ding mal kaputt ist?"
Aber momentan funktioniert es noch einwandfrei und im Falle eines Defekts hoffe ich auf die Unterstützung von Line6, auch wenn das ziemlich was kosten dürfte... :( Mal hoffen, dass ihr nichts passiert - ich bin auch vorsichtig. Für den harten Bühneneinsatz wäre sie sowieso irgendwie... naja... nicht so schön.
Was ich leider noch nicht probiert habe, das ist die "Workbench" zum zusammenstellen eigener Modelle.... da war eine Verbindung per Pod XT möglich, aber beim Pod X3 (den habe ich auch) gab es da Probleme - ich weiß nicht, ob die jetzt irgendwie behoben sind....?


Sehr schönes Review! Und zur Schönheit der Gitarre will ich lieber nichts sagen..... :D
Aber rein vom Sound her is sie echt eine Wucht.

Ich hätte sie ja in Sunburst oder weiß bevorzugt (ihr Spitzname ist daher übrigens "Blaustattweiß"), aber naja.... :rolleyes:
Vom Sound her hat sie eine unglaubliche Flexibilität. Sehr lustig ist in Kombination mit dem Pod X3 auch, dass man verschiedenen Einstellungen vom Pod X3 feste Sounds von der Variax zuweisen kann. Man tritt also auf ein Knöpfchen und die Variax sendet dann automatisch z.B. den Telecaster Sound, neck-Position, der nächste Knopf ist dann die Zerre und bei der Variax wird automatisch ein Drop-D-Tuning eingestellt und der nächste Knopf bringt dann die Akustik-Einstellung. Äußerst praktisch, da man dann nicht dauerhaft an der Variax drehen muss und für jede Einstellung den passendsten Gitarrensound einstellen kann und das nicht immer wieder suchen muss. :)
 
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peter55
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zur "Verlässlichkeit" der Variäxte mal meine persönlichen Erfahrungen:

Ich habe meine Variax Acoustic im Sommer '04 bei meinem loacal dealer geordert, sie war innerhalb von ca. 2 Wochen da. Schon nach kurzer Zeit stellte sich im Betrieb ein deutlich hörbares "Brizzeln" und Rauschen ein - ähnlich wie bei einem schlecht eingestellten Radiosender.

Das Instrument wanderte an den deutschen Vertrieb von Line 6, dort wurde die Platine getauscht. Zuerst war alles ok, nach 2 Wochen begann auch diese neue Elektronik zu brizzeln, etwas leiser als beim ersten mal aber deutlich störend.
Weiterhin hatte sich der Steg mittlerweile an seiner Hinterseite so weit von der Decke gelöst, dass man dort ein 1,5mm-Plektrum ca. 2mm weit drunter schieben konnte.
Der Händler sagte mir dann ein neues Instrument zu, dass aus der neuen Lieferung stammen sollte. Darauf musste ich dann fast 4 Monate warten ...

Dieses Instrument aus der zweiten Serie ist also jetzt seit Dezember 2004 im Einsatz und zeigt zum Glück keinerlei Mängel des ersten Exemplares oder andere.

Imho handelte es sich bei meinem ersten Instrument wohl um eines aus der allerersten Serie, die nach Deutschland kam. In einigen Foren (u.a. auch bei Harmony Central) wurde von ähnlichen und gleichen Problemen mit der ersten Serie berichtet.

Zum Trost für die Anhänger der Elektro-Variax sei hier aber gesagt, dass diese Instrumente ja einige Jahre vor der Acoustic-Variax auf den Markt kamen und dass bei diesen die Kinderkrankheiten mittlerweile längst behoben sein müssten/sollten/sind.

Greetz :)
 
Xanadu
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Was ich mir an der Variax wünschen würde wäre eine Möglichkeit, die Elektronik komplett zu umgehen und nur die Piezos mit Strom zu versorgen (falls sie das brauchen, es gibt ja auch welche, die komplett passiv funktionieren). Wäre für Notfälle ganz praktisch, oder wenn man die Gitarre zum Üben irgendwo mit hin nimmt, dann könnte man sich das Schleppen des Zubehörs sparen.
Ich glaub bei der alten 500er gabs die Möglichkeit das Signal zumindest unverändert durch die Elektronik zu leiten, die Variax also "pur" zu hören.

Man hört übrigens immer wieder Gerüchte, dass Line 6 endlich an einem neuen Variax Modell arbeitet, bei dem auch die Elektronik neu sein wird. Aber dieses Gerücht hört man wahrscheinlich schon länger...

Eine Frage hab ich noch:
Ich habs mit meiner nicht ausprobiert, aber kann man die Stimmung der Variax auch extrem tiefer legen? Als z.B. EADGHE eine komplette Oktave tiefer, in den Bass-Bereich?
 
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Eine Frage hab ich noch:
Ich habs mit meiner nicht ausprobiert, aber kann man die Stimmung der Variax auch extrem tiefer legen? Als z.B. EADGHE eine komplette Oktave tiefer, in den Bass-Bereich?

Jeweils eine Oktave höher oder eine Oktave tiefer sind per Workbench drin :)
Und Line6 hat mal eine Umfrage gestartet, in welcher einiges gefragt wurde, was nach einer neuen Variax klang...:
https://www.musiker-board.de/vb/e-gitarren/270839-neue-variax-im-anmarsch.html (Die Umfrage selbst ist aber weg)
 
Jiko
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Nochmal eine kleine Ergänzung, ich habe da noch ein interessantes Video mit Soundsamples gefunden, zu denen das jeweilige Bild vom Original eingeblendet wird (Ton aber komplett mit Variax aufgenommen):
http://vimeo.com/810301
 
Primut
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Hey, na das ist ja mal ein wunderschön anschauliches Video! Musste ich ja gleich mal abspeichern.;):great:
Vielleicht hilft es mir ja bei der jeweiligen Instrumentenwahl.:D Gibt glatt 'ne Bewertung.

Ton aber komplett mit Variax aufgenommen
Und mit einem XT Live Fender Blackface Lux bei den Solidbody Modellen.;)
Eigentlich wollt ich ja noch einen kleinen Nachtrag zu deiner Review schreiben, obwohl ich meine Variax noch nicht ein Jahr habe, hab aber gerad etwas wenig Zeit.
Kommt aber sicher noch. ;)
 
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ninan
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Eine Frage hab ich noch:
Ich habs mit meiner nicht ausprobiert, aber kann man die Stimmung der Variax auch extrem tiefer legen? Als z.B. EADGHE eine komplette Oktave tiefer, in den Bass-Bereich?

Bei virtuell tiefer gestimmter Variax, kommt es bei mit zu spürbaren Latenzen. Wir haben 1-2 Lieder einen Ganzton tiefer gespielt (Cleane Fender Strat Simmulation). Das muß man dann spieltechnisch etwas ausgleichen.

Aber mit einen externen Oktaver oder aus einem Multieffekt (z.B, Boss GT-10) kann man auch eine Basssimulation hinbekommen.
 
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Aber mit einen externen Oktaver oder aus einem Multieffekt (z.B, Boss GT-10) kann man auch eine Basssimulation hinbekommen.

Ich habe dafür auch den Pod X3 verwendet - davon sollte ich auch mal ein Review schreiben, das Ding ist richtig klasse in Verbindung mit der Variax. :D
 

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