[Gitarre] Slick Guitars SL59

von fender91, 24.01.17.

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  1. fender91

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    Erstellt: 24.01.17   #1
    Moin Zusammen!

    Da ich schon in folgendem Beitrag (https://www.musiker-board.de/threads/slick-guitars-gibts-dazu-erfahrungswerte.653442/) ein paar Takte über meine Slick Guitars SL59 sagen konnte, dachte ich mir, dass ich das Ganze hier nochmal in einem Review in ausgiebigerer Form tun kann.

    Die groben Fakten:
    Die SL59 ist eine sehr einfach gehaltene, etwas an eine Les Paul Junior DC anmutende Gitarre, in meinem Fall seafoam green mit ein Bisschen relic.
    Zum Einsatz kommen hier bloß ein P90, ein Volume-Poti und eine Wraparound Bridge, die in eine Fräsung im Korpus eingelassen wurde.
    Swamp Ash Body
    Ahornhals mit Indian Rosewood Griffbrett
    Von Slick designte Tuner mit Brasskopf
    Gewinkelte Kopfplatte
    24 ¾“ Scale
    12“ Radius
    43mm Nut Width
    Graphite Nut
    Der Pickup ist ein „Slick Junior“ Alnico 5 P90 mit geaged-ter Cream-Kappe.
    Für die Lackierung werden keine Filler und Klarlacke verwendet, es wird eine Schicht KFZ-Lack aufgetragen und wieder runtergeschliffen, daher der Relic-Look.
    Die Gitarren werden, soweit ich weiß von Guitarfetish hergestellt, enstammen aber der Idee von Earl Slick, bekannt als Gitarrist von Bowie und einiger Framus Signature Gitarren.

    Wie kam ich zur Gitarre?
    Ich war eigentlich nicht wirklich auf der Suche, hatte aber immer schon mal überlegt, mir irgendwas in Richtung Les Paul Junior zuzulegen – musste nicht mal von Gibson sein, aber die Schlichtheit mit einem P90 reizte mich dann doch sehr ... ob nun Gibson, Epiphone, Hamer etc. war mir erstmal egal. Wie gesagt, aktiv gesucht habe ich eigentlich nicht... man muss sich und sein GAS manchmal ja doch etwas in den Griff bekommen :D
    Anfang 2016 stöberte ich dann durch Facebook und entdeckte in einem Post des Musikladens um die Ecke viele bunte, ge-relic-te Gitarren, und schaute mir das ganze genauer an. Eine davon war die SL59 – relic seafoam green, ein P90, ein Volumepoti für 269€. Die Farbe fand ich geil, die Optik irgendwie auch, also direkt mal hingefahren, getestet, für gut befunden und mitgenommen.

    Der erste Eindruck war ziemlich stark – die Gitarre war von Werk an gut eingestellt und intoniert. Sonstige Mängel waren mir beim ersten Anspielen nicht aufgefallen, keine Bünde die überstanden etc. Der Sattel war etwas scharfkantig, aber mit ein bisschen Schmirgelpapier auch kein Problem.
    Trocken angespielt war die Gitarre schon sehr laut und drahtig-klar, und resonierte gut am Körper. Über den Cleansound brauchen wir gar nicht groß zu reden, dafür ist die Gitarre sicherlich nicht gebaut. Ich machs kurz: Klingt knackig, trocken, drahtig und fängt schnell an zu Zerre. Kann man gebrauchen, dazu später aber mehr.
    Cruch und Lead – da geht bei der SL59 für den Preis die Sonne auf. Die Gitarre klingt rotzig-frech und drahtig-dreckig, das lädt direkt zu Riffs einer alten australischen Rockband ein, P90 typisch, viel Eier, dennoch klar und offen.

    Lange Rede, doch kein Sinn: Die Gitarre wurde mitgenommen.

    Generell finde ich die SL59 optisch sehr ansprechend, gerade wegen der Einfachheit in Kombi mit der auffälligen Farbe. Der Korpus ist verhältnismäßig klein gehalten, dennoch ist die Gitarre recht schwer und hängt leicht kopflastig am Gurt.
    Das Relicing ist mir persönlich zu sauber und zu symmetrisch, aber hey, man darf den Preis nicht außer Acht lassen. Und mit Spachtel, Heißluftpistole und etwas Schmirgelpapier kann man das ganze ja noch nach Lust und Laune anpassen. Erlaubt ist, was gefällt :D

    +++Zeitsprung, fast auf den Tag genau 1 Jahr später+++

    Ich find die SL59 nach wie vor total geil, im Bandgefüge kommt sie gut gegen alles andere an und sticht raus, wenn sich rausstechen soll.
    Dennoch habe ich über die Zeit einige Modifikationen vorgenommen:
    - Tuner: Da ich noch Lockingtuner hatte, habe ich die verbaut. Lieber haben als brauchen :D
    - Bridge: Um es ganz direkt zu sagen: Die im Korpus eingelassene Bridge ist eine totale Katastrophe und in meinen Augen eine Fehlkonstruktion. Zum Saitenwechseln muss man ständig die Bridge raufschrauben, damit man die Saiten durchfädeln kann.
    Erster Versuch: Kleine Kanäle für die Saiten mit dem Dremel gefräßt, ist ja eh schon Relic, das tut also nicht weh. Ging ganz gut, war trotzdem nicht so das Gelbe vom Ei.
    Lösung: Ich hab den Hals geshimt und somit etwas angewinkelt, konnte die Bridge und den Pickup erhöhen und eine noch bessere Saitenlage erzielen. Mithilfe kleiner Madenschraube lässt sich die Intonation noch etwas nachjustieren, wenn die Reiter bereits am Anschlag sind.
    Ich hab gelesen, dass in der neuen Charge Slick Guitars die Bridge nicht mehr eingelassen wurde, weiß da jemand mehr?
    - Die Bridge selber funktioniert gut für mich, die Einstellung der Intonation ist etwas kompliziert, aber man gewöhnt sich dran: Und zwar muss man die Saitenreiter immer von vorne und von hinten mittels kleiner Madenschrauben justieren.
    - Ich habe mir nachträglich doch noch ein Tone-Poti eingebaut, da mir die Gitarre im Cleanen in Bandgefüge manchmal doch zu fies war. Platz ist im E-Fach auf jeden Fall, der Einbau ging auch ohne Probleme. So kann ich im (eher wenig genutzten) Cleansound die Spitzen etwas entschärfen und kann bei Solopassagen auch mal einen etwas mumpfigen Neck-PU imitieren. Phil X sei Dank :D
    Mein Fazit:
    Für wenig Geld kriegt man hier erstaunlich viel Gitarre, wenn es das ist, wonach man sucht. Wer viel clean spielt ist hier eventuell nicht ganz richtig und sollte sich eventuell das Modell mit 2 P90 anschauen. Für Metal halte ich die Gitarre auch nur begrenzt tauglich, irgendwie :D
    Wer aber ein günstiges, schlichtes Rockbrett sucht, ist hier meiner Meinung nach genau richtig, ein Pickup, ein Poti und ab dafür. Mit ein paar kleinen Modifikationen kann man noch mehr aus der Gitarre rausholen, selbst das geht nicht zu sehr ins Geld.
    Interessant finde ich, dass es gar keine Einschränkung ist, nur einen Pickup zu haben – man beschäftigt sich automatisch mehr mit dem Volumepoti und ist nicht mit ständigen Pickup-Wechseln beschäftig.
    Pro:
    + Günstiger Preis
    + Gute werksseitige Verarbeitung und Einstellung
    + Schlichte, „raw“-Look
    + Einfachheit
    Contra:
    - das relic-ing ist mir persönlich zu symmetrisch, nicht jedermanns Sache
    - die im Korpus eingelassene Bridge macht Saitenwechsel unnötig kompliziert

    Wer jetzt denkt „Er lobt hier die Einfachheit und baut trotzdem noch nen Poti ein…was ist denn mit ihm?!“ Mag vielleicht Recht haben. Da ich die Gitarre aber auch gerne zu den Covermukken mitnehme, und so gerne darauf spiele, war das Tone-Poti für mich eine sehr brauchbare Erweiterung, unter der die Einfachheit dennoch nicht allzusehr leidet.
    Ich hab mich mal in ner freien Minute drangesetzt und ein paar Hörproben zur SL59 gemacht.
    Aufnahmen wurden mit dem Kemper ins X32 gemacht, ohne weitere Nachbearbeitungen, das sind meine Live-Sounds, die ich so nutze.
    Die Files gibt es hier:
    https://www.dropbox.com/sh/gipzj5xsp6qlko3/AAAqw2Ghh055LmQg5rnzcp57a?dl=0

    "SL59 Clean_picking" ist ein Twin Reverb Profile mit einem Hauch von Reverb.
    Sind 3 Takes: 1 - Volume halb aufgedreht / 2 - Volume voll auf / 3 - Tone Poti so ca 1/4 zugedreht.

    "SL59 Crunch" ist ein Orange Rockerverb Profile, glaube ich :D (habs gerade nicht im Kopf)
    2 Takes: 1 - Volume halb offen / 2 - Volume voll offen.

    "SL59 JCM" ist ein JCM800 Profile mit einem Hauch von Fuzz vorne vor.
    1 Take - Volume voll aufgedreht, Tone etwa weggenommen.

    "SL59 Chimera" ist aus dem "Chimera Pack" von Till schleicher. Infos dazu gibts hier im Board.
    2 Takes: 1 -Volume halb offen / 2. Volume voll aufgedreht

    "SL59 Lead" Ist mein Solo-Sound, auch mit nem Chimera Profile, Reverb und Delay.
    2 Takes: 1 - Volume voll aufgedreht / 2- Tone Poti zugedreht, damit ihr auch davon mal einen Eindruck bekommt.
    Verzeiht bitte meine Samstag-Morgen-Spielqualiäten…aber die sollten hier ohnehin nicht zur Debatte stehen :D
    Weitere Bilder werde ich im Laufe der Woche nachreichen, habe zur Zeit nur diese Handyfotos, kommen aber noch.

    Bei weiteren Infos könnt ihr unter anderem hier schauen
    http://www.slickguitars.com/index.php/slick-guitars/sl59

    Auch die anderen Slick Modelle sind sehr interessant und einen genaueren Blick wert.
    Wenn ihr noch Fragen habt, immer her damit, vielleicht kann ich bei der einen oder anderen Sache noch weiterhelfen.

    Ich hoffe, das Review ist für euch brauchbar, ist erst mein zweites, aber da über die Gitarre scheinbar noch gar nicht soviel bekannt ist, dachte ich, es wäre mal Zeit.

    LG
    Lucas
     

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  2. Tobiaz

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    Erstellt: 28.02.17   #2
    Hallo,
    Finde die Gitarre auch aehr interessant. Habe aber leider nichts zum Gewicht gefunden. Da sie auch für meien Nachwuchs sein soll relativ wichtig für mich zu wissen. Weisst du was sie wiegt?

    Danke und beste Grüße,
     
  3. fender91

    fender91 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.03.17   #3
    Hallo Tobiaz!

    Sorry, gerade erst gelesen, war ein paar Tage nicht mehr sehr aktiv. Ich kann die Gitarre gerne mal wiegen - ich kann aber schonmal sagen, dass die Gitarre vergleichsweise ordentlich schwer ist. Heute Abend wissen wir mehr :-)
     
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