Give me another moment to forget her

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Ich hab hier neulich den Songtext Gib mir noch einen Moment sie zu vergessen vorgestellt. Hier nun der Versuch den Text möglichst nah ins Englische zu übertragen. Soll heißen, dass auch das Betonungsschema übernommen wird und sogar wichtiger ist, als eins zu eins zu übersetzen.

So wird aus den "geschlossenen Augen", dass man seine Augen nicht offen halten kann. Das Wort "Moment" muss anders platziert werden, da es im Englischen auf der ersten im Deutschen auf der zweiten Silbe betont wird. Schönheit wird zu Anmut, der Arm wird zur Schulter. Aber insgesamt erstaunlich wie nah die beiden Varianten bleiben..
>>
Gib mir noch einen Moment sie zu vergessenGive me another moment to forget her

(Give me just one moment to forget her)
Du tust mir gut
Ich hab die Augen geschlossen
Unterwegs in die Himmel
Und der Regen weint auf das Fenster
You do me good
I cannot keep my eyes open
On my way to the heavens
And the rain cries on the window
Gib mir noch einen Moment sie zu vergessen
Ich weiß auch nicht, warum ich grad an sie denk
Gib mir noch einen Moment sie zu vergessen
Es gibt ja nichts, was uns drängt
Give me another moment to forget her
I don't know why I think about her now
Give me another moment to forget her
Nothing will urge us somehow
Langsam und sanft
Lässt du uns schwebend verschmelzen
Unterwegs in die Himmel
Und der Regen weint auf das Fenster
Gently and slow
You let us melt into each other
On our way to the heavens
And the rain cries on the window
Gib mir noch einen Moment...Give me another moment...
Schön siehst du aus
In meinem Arm eingeschlafen
Unterwegs in die Himmel
Brauchst nicht sehen, wie ich weine
Graceful you are
You fell asleep on my shoulder
On your way to the heavens
Don't need to see I am crying
Gib mir noch einen Moment...Give me another moment...
<<
 
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Finde ich gut, wenngleich ich eher bei deutschen Texten bleiben würde - aber das ist Geschmacksache.

Aus dem Bauch heraus paßt eher "one moment" als "another moment" - ich kann mir auch gut sowas vorstellen wie "Give me just a second to forget her" oder "Give me just a minute to forget her" - bei "minute" kann man gut die erste Silbe betonen ...

"And the rain cries on the window" - hier könnte ich mir "weeps" statt "cries" vorstellen, "weeps" finde ich eher nach innen gerichtet und könnte eine schöne Alliteration mit window bilden.

Die Zwei-Spalten-Darstellung finde ich gut. Hast Du die mit dem Menü hier gemacht oder in einem Textprogramm und dann hier reinkopiert?

Herzliche Grüße

x-Riff
 
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Vielen Dank @x-Riff,

Finde ich gut, wenngleich ich eher bei deutschen Texten bleiben würde - aber das ist Geschmacksache.
Ja, für mich ist es schon nicht ganz einfach, es englisch zu versuchen, da ich eben kein praktizierender Speaker und deshalb nicht sattelfest bin. Es ist halt ein Versuch, der die Übersetzbarkeit checken soll. Ansonsten gilt die Einschränkung ebenso, wenn ich mich zu englischen Texten äußere.
eher "one moment" als "another moment"
ich hab hier die risky Variante wegen der zusätzlichen Silben gewählt, die die Hookline in der Mitte beschleunigen. „Just one more second“ würde auch gehen.
"weeps" statt "cries"
In englischsprachigen Songs hat „crying“ nach meinem Eindruck eine herausragende Stellung. Ich vermute, weil es von „stillen jammern“ bis zum „wilden Schrei“ so viele Arten des Klagens abdeckt, also nicht so speziell ist. Hier „will“ der Regen unser LI aus dem Rhythmus bringen und in den Vordergrund drängen. Für mich hat „weeping“ etwas mehr seufzen..hm, passen würde das auch!?
Die Zwei-Spalten-Darstellung finde ich gut. Hast Du die mit dem Menü hier gemacht oder in einem Textprogramm und dann hier reinkopiert?
Das Zeilen-Spalten Prinzip nutze ich seit vielen Jahren bei meinen Arbeitsblättern, auch ohne Computer(!). Der große Vorteil beim Schreiben ist, dass man frei zwischen den Strophen hin und her springen kann.

Bei Übersetzungen/Übertragungen ist links das Original, rechts der Platz für den entstehenden Text. Beim normalen Songwriting steht links die Songstory, die sich ja mitunter auch parallel mit dem Text entwickelt.

Geschrieben hab ich das Ganze mit Pages auf dem iMac. Wenn man von dort die Tabelle kopiert bekommt man allerdings beim Einfügen in den Forum-Editor ein Bild. Abhilfe ist, als Zwischenschritt zunächst in die Notizen zu kopieren..

Beim Arbeiten nutze ich drei Translator Instanzen (2 x Google, 1 x DeepL) als Übersetzungshilfe in beide Richtungen. Dazu kommt noch eine Reimhilfe..
 
Grund: Satzzeichen eingefügt
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Moin Micha,

dein Ansatz, lieber den Sinn als den exakten Wortlaut zu erhalten, ist ja prinzipiell richtig. Nur so richtig Englisch fühlt sich das an vielen Stellen nicht an.

Schon der Titel müsste besser 'Give me one more moment...' lauten. Die Konnotation zu 'another' passt nicht, käme eher als ein 'nun gib schon her' rüber.

'Nothing will urge us somehow' - 'nichts wird uns auf irgendeine Art zwingen'. Wolltest du so förmlich werden? Das 'somehow' wirst du des Reimes wegen eingebaut haben, das gibt aber zusammen mit 'urge' den ursprünglichen Sinn nicht wieder. 'See, nothing's pushing us' wäre die Entsprechung. Schwierig, da noch einen Reim auf '-ow' anzuflanschen, am ehesten 'anyhow'.

Das mit dem Regen ist auch so'ne Sache. Definitiv nicht weep, soviel steht fest. Weep ist mehr der Zustand der Trauer als der Vorgang des Weinens. Aber anders als bei 'cry on one's shoulder' lehnt sich ja hier nicht die Wolke an das Fenster an, um sich auszuheulen. Wir sind also bei 'upon' oder besser 'against' statt 'on' und so etwas wie 'the rain fell like tears against the window (pane)'. Da finde ich aber auch schon das deutsche Original ziemlich sperrig.

Und warum Schönheit durch Anmut ersetzen und den Satzbau dafür so verbiegen? Fehlt da ein 'How....'? Nur weil 'beautiful' eine Silbe mehr hat? Könnte man anders lösen.

All diese und weitere Dinge (ich will es nicht mal Fehler nennen) ziehen sich durch, das macht den englischen Text zum Teil recht seltsam.

Bleib also lieber beim deutschen Original und feile den so richtig aus.
 
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Herzlichen Dank für die Hinweise auf Pages und sonstige Nachbereitung. (y)

Außerdem: Du schreibst doch wunderbare Texte auf Deutsch. Warst für mich schon mehrfach Inspirationsquelle! :hat:
 
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Moin Micha,

dein Ansatz, lieber den Sinn als den exakten Wortlaut zu erhalten, ist ja prinzipiell richtig. Nur so richtig Englisch fühlt sich das an vielen Stellen nicht an.
Hi @6thfoot,

das ist für mich nicht anders.

Meine Priorität der textlichen Übertragung war/ist zuerst Sprach-rhythmische Ähnlichkeit, dann phonetische Ähnlichkeit und danach erst inhaltliche Übereinstimmung. Dafür wird der Rahmen des sprachlich Gängigen ausgeschöpft und u.U. erweitert.

Deshalb wird..

„Schön siehst du aus“
eben nicht
„Beautiful you are“ // Silben
und auch nicht
„Pretty you are // kurzer Anlaut
sondern
„Graceful you are“ // rhythmisch korrekt

Den ungewöhnlichen Satzbau nehm ich wegen der „du - you“-Ähnlichkeit in Kauf. Ich empfinde „anmutig“ auch als passende Beschreibung in der Situation. Vielleicht gibt es bessere Varianten, so wie es ist, hat es mir bisher am besten gefallen.

Sicher hast du mit den anderen Punkten Recht und ich frag ja in die Runde, weil ich unsicher bin, was das Resultat angeht. Meine Erfahrung beim Verfassen von Songtexten ist, dass eine Formulierung mit Mängeln besser ist, als eine Text-Lücke und dass sich der Text durchaus nebenläufig verfeinern lässt. Stelle für Stelle…Hinweis für Hinweis…

Gar nicht in Englisch zu schreiben ist für mich erst einmal keine Option. Dafür bedürfte es, eine für mich gelungene Übertragung..
 
Dafür wird der Rahmen des sprachlich Gängigen ausgeschöpft und u.U. erweitert.
Oje...

Kann man machen, wenn man mit der Sprache prinzipiell sicher ist. Du hangelst dich aber als "nicht praktizierender Speaker" durch Übersetzungstools - da bleibt das Sprachgefühl auf der Strecke.
 
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Oje...

Kann man machen, wenn man mit der Sprache prinzipiell sicher ist. Du hangelst dich aber als "nicht praktizierender Speaker" durch Übersetzungstools - da bleibt das Sprachgefühl auf der Strecke.
Ich hoffe, dich halbwegs zu verstehen.

Aber: Es gibt in der Lyrik durchaus immer wieder Abzweige, wo Lyriker nicht generell von einem pauschalen „Deutsch“ oder „Englisch“ ausgehen, sondern von einem höchst individuellen Klang, den beide Sprachen im Inneren der entsprechenden Dichter haben.

Paul Celan beispielsweise wuchs, soweit ich mich erinnere, als Kind in einem rumänischen Dorf auf, das einst von einem berühmten österreichischen Schauspieler besucht wurde, Dessen Vortragssweise prägte wohl später Celans ungewöhnlichen deutsche Stil und Vortrag mit.

Kurz; gibt es denn überhaupt ein „typisches“ Englisch oder Deutsch, frage ich als ein in Sachsen Aufgewachsener ? :unsure:…, ;)
 
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Oje...

Kann man machen, wenn man mit der Sprache prinzipiell sicher ist. Du hangelst dich aber als "nicht praktizierender Speaker" durch Übersetzungstools - da bleibt das Sprachgefühl auf der Strecke.
Hi @6thfoot,

wir kommen hier in ein Fahrwasser, dass nicht in den Vordergrund stellt einen vorgestellten Text zu verbessern. Das wäre aber mein Wunsch.

Ratschläge wie..
Bleib also lieber beim deutschen Original und feile den so richtig aus.
..und Einschätzungen der Vorgehensweise..
Du hangelst dich aber als "nicht praktizierender Speaker" durch Übersetzungstools -
..sind sicher gut gemeint, aber helfen dem Text nicht.

Gruß, Micha
 
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Eine sehr interessante Diskussion! Sollte man sich einen auffälligen Dialekt leisten? Ich wuchs auf mit zahlreichen deutsch gesungenen Schlagern ausländischer Interpreten. Ich würde sagen, dass speziell diese Songs in mir noch heute sofort gute Laune und etwas sehnsüchtige Wehmut auslösen.

Damals gab es auch sehr viele spöttische Kommentare… ob wohl diese Spötter von damals heute noch als erstes spotten? :unsure:.,,:ROFLMAO:

Zu diesen Thema fallen mir allerdings auch Songs der Beatles ein, die sie auf deutsch sangen. Oder auch französische Chansons, die ich mir dann später doch lieber im Original anhörte und ansah…weil ich mir einbilde, dass sich die Mimik der Interpreten doch mehr lockert, wenn sie in ihrer Heimatsprache singen.

Wie gesagt: ein sehr interessantes Thema! Alles hat verschiedene Seiten, von denen man gerade als Künstler jede lieber be- statt verachten sollte…. ;)
 
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@Jongleur Es geht NICHT um Akzent oder Dialekt., das wäre ein ganz anderer Schuh. Die deutschen Texte wurden von deutschen Muttersprachlern verfasst, die exotische Anmutung der fremden Sprache war Teil des Programms. Aber kein Celentano oder Adamo hat sich mit den verfügbaren Übersetzungshilfen hingesetzt und selbst an den deutschen Texten gebastelt.

Der Unterschied ist schon da, ob man einfach einen Akzent hört, oder ob man sagen würde, jaaa, verstehe, was du meinst, würde man aber so nicht sagen. Ersteres ist charmant. Das Zweite eher nicht so, kann sogar missverständlich oder grotesk werden.

Und angesichts der vielen Deutschen, die zur EM mal wieder mit Leichensack zur Aufbahrung gepilgert sind und dabei ihr Nützlich immer zur Hand hatten, finde ich es nicht unangemessen, dem (fremden) Sprachgebrauch etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Getreu dem Motto: Erst die Regeln kennen, dann brechen.
 
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Ein paar Ideen (vielleicht gefällt was, vielleicht nicht - nur Ideen ...)


.. and the rain falls on the window
reicht im Englischen schon, finde ich.

Der Plural beim Himmel irritiert mich etwas, in der englischen Version noch mehr als in der deutschen. Im Singular wär das für mich klarer.

(Give me just one moment to forget her)
halte ich für die bessere Variante

und vielleicht statt
Nothing will urge us somehow
there's no reason to hurry

Damit es dann mit den Reimen passt, vielleicht so:

Give me just one moment to forget her
although I think of her, my deary (obwohl ich an sie denke, meine Liebe)
Give me just one moment to forget her
there's no reason to hurry

ist dann schon etwas weiter weg vom Originaltext ....
 
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Ein paar Ideen (vielleicht gefällt was, vielleicht nicht - nur Ideen ...)


.. and the rain falls on the window
reicht im Englischen schon, finde ich.

Der Plural beim Himmel irritiert mich etwas, in der englischen Version noch mehr als in der deutschen. Im Singular wär das für mich klarer.


halte ich für die bessere Variante

und vielleicht statt

there's no reason to hurry

Damit es dann mit den Reimen passt, vielleicht so:

Give me just one moment to forget her
although I think of her, my deary (obwohl ich an sie denke, meine Liebe)
Give me just one moment to forget her
there's no reason to hurry

ist dann schon etwas weiter weg vom Originaltext ....
Vielen Dank Frank,

..dass sich beim Himmels-Plural alle Nackenhaare hochstellen kann ich mir schon vorstellen. Es ist halt eine Reminiszenz an den Ton Steine Scherben Song S.N.A,F.T. vom Album IV. Da heißt es „Komm lass uns in die Himmel fallen und tauchen in die Himmel“. Mir hat‘s gefallen:) und für mich hat es auch eine Bedeutung den Himmel in Mehrzahl zu verwenden. Im englischen hab ich abgecheckt, ob es eine entsprechende Nutzung gibt..

..so in etwa wie dein Post hab ich mir Bemerkungen zu einem fremdsprachigen Text-Entwurf vorgestellt!

..mich würde es aber wirklich freuen, wenn nun jemand anderes eine Übertragung hinbekommt, die neben der Songstory phonetische und sprachrhythmische Belange berücksichtigt.

Gruß, Micha
 
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Im deutschen Text kann der Plural "Himmel" besonders Reibung hervor rufen, da dann beide gemeint sein können - der sky und der heaven. Wenn ich das richtig weiß, meint "heavens" in etwas poetischer Form wiederum "sky" - ich hatte den Eindruck, es geht Dir mehr um den "geistigen Himmel", drum mein Hinweis.
 
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Heaven ist die Vorsehung, heavens der "Wohnsitz" Gottes und der Seelen. Wird aber umgangssprachlich eben oft so wie von Frank skizziert verwendet.
 
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Im deutschen Text kann der Plural "Himmel" besonders Reibung hervor rufen, da dann beide gemeint sein können - der sky und der heaven. Wenn ich das richtig weiß, meint "heavens" in etwas poetischer Form wiederum "sky" - ich hatte den Eindruck, es geht Dir mehr um den "geistigen Himmel", drum mein Hinweis.
Wenn Fred Astair tanzend „Heaven, I‘m in heaven“ (Cheek to Cheek) singt, beschreibt „Heaven“ einen Zustand von Glückseligkeit, als sich eins fühlen mit der Welt, als Zusammenfallen von Neugier und Aufregung mit „ohne Zweifel sein“ und Gelassenheit.

Der Plural-Himmel spielt mit der bekannten sieben Stufen-Unterteilung des Himmels und der Situation, dass ein beiläufig wahrgenommenes Geräusch ausreicht, unser LI auf dem Weg in die höchste Stufe aufzuhalten, weil es sich an Vergangenes erinnert fühlt.

So zumindest würde ich es aus der Jetzt-Sicht einordnen..beim Schreiben selbst ist es ja gar nicht nötig so detailliert zu denken.

Viele Grüße, Micha
 

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