Gute Gesangsliteratur gesucht

von guitarpicker, 21.04.17 um 14:21 Uhr.

  1. guitarpicker

    guitarpicker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.17 um 14:21 Uhr   #1
    Hi nochmal, bereits mein zweiter Thread heute, aber etwas was mich seit längerem beschäftigt: Ich suche schon seit gefühlter Ewigkeit nach guter Gesangsliteratur.
    Ich weiß, es gibt in den FAQs einen Literaturthread, habe da aber nichts geeignetes finden können.
    Zitat von Bell in dem Thread: "Langsam frage ich mich, warum es unmöglich zu sein scheint, ein rundum gutes und hilfreiches Werk zm Populargesang zu verfassen !! Weiß jemand eine Antwort ?"
    Daraus möchte ich mal schließen, dass es kein Standardwerk für Gesang gibt.
    Aber da der Thread anscheinend auch schon etwas in die Jahre gekommen ist, versuche ich es noch einmal.

    Was ich suche:
    - auch gerne auf Englisch
    - sehr wichtig sind mir anatomische und wissenschaftliche Erläuterungen, Übungen gibt es ja überall zu Hauf, aber ich möchte immer wissen, was da im Körper vorgeht
    - möglichst mit allgemeingültigen Fachbegriffen (nicht wie in CVT, wo es für alles eigene Bezeichnungen gibt wie Overdrive für Belting etc.)
    - wichtig ist mir die grundsätzliche Tonerzeugung - das Zusammenspiel aus Atmung, Stimmapparat, Resonanzräume, einfach weil da gerade im Internet so viel Halbwissen vermittelt wird und ich mich da gerne belesen möchte.
    Das Buch muss nicht allumfassend sein und kann Effekte auch weglassen.

    Es kann doch nicht sein, dass es so ein Buch nicht gibt?
    Und falls nicht, welche Ressourcen im Internet, abgesehen vom Forum, könnt ihr mit empfehlen?

    Ich besitze bereits CVT, was mir tatsächlich in einigen Bereichen sehr geholfen hat, aber das Buch konzentriert sich mehr auf die verschiedenen Techniken mit den "Vocal Modes", und das Zusammenspiel von Atmung und Stimmapparat (z.B. Bernoulli Effekt) wird mit zu sperrlich abgehandelt. Über die grundsätzliche Philosophie des Buches kann man sich streiten, ich denke, dass nichts falsches drinsteht und die Frau Sadolin auch Ahnung von ihrem Fach hat, nur das die Technik mit den Modes als etwas komplett neues verkauft wird und nicht auf den allgemein bekannten Begriffen aufbaut, stört mich sehr. Aber gut, das Thema wurde hier ja schon zu Tode diskutiert...

    Guitarpicker
     
  2. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 21.04.17 um 14:36 Uhr   #2
    Ich fürchte doch, denn neben den nachweislichen anatomischen Zusammenhängen ist vieles beim Gesang subjetiv, besonders die Beschreibung von Klängen und Effekten. Daher können Bücher mMn nur unterstützend wirken und auch nicht allgemeingültig sein.

    Vielleicht wäre es geschickt, sich zwei Bücher zu besorgen. Eines, was sich rein wissenschaftlich und funktional mit der Stimme und Tonerzeugung beschäftigt - zB sowas:

    Die Wissenschaft von der Singstimme

    Und dann eben noch eins finden, was Gesang lehrt. Und das wäre dann eben wieder Geschmacksache.

    EDIT:

    Das wäre so ein Beispiel für Subjektivität. Vieles aus dem modernen Gesang ist eben nicht "fachlich", daher gibt es auch keinen allgmeinen Fachbegriff. Das gilt halt besonders für Gesangeffekte wie "anzerren, anrauen, schreien, kreischen". Für manche ist "anzerren" und "rau, kratzig singen" ein- und dasselbe, andere stellen sich darunter völlig unterschiedliche Klänge vor. Würde es einen allgemeingültigen Begriff dafür geben, setzte das voraus, dass dieser Klang dann wirklich bei jedem Menschen identisch ist und von jedem identisch gehört wird. Was aber nicht der Fall ist, da eben auch stimmliche Veranlagungen den Klang beeinflussen.
     
  3. LibertyDefined

    LibertyDefined Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.17 um 15:28 Uhr   #3
    Wenn du nicht bereits eine "Naturstimme" hast, dann solltest du dir einen Lehrer suchen. Sich autodidaktisch das Singen beizubringen ist meiner Meinung nach in 99.99% der Fällen kontraproduktiv und hört sich seltsam an. Du brauchst jemanden, der von außen kontrolliert was du mit deinen Muskeln machst und das geht nur mit einem spezialisiertem Gehör.

    Ich finde die Bücher "Stimmbildung" von Michael Pezenburg und "Die Sängerstimme" von Jürgen Wendler gut für jemanden, der sich mehr mit der Anatomie beschäftigen will und dabei bei einem guten Lehrer unterricht nimmt. Beides sind Standardwerke und sind so einigen Forenbeiträgen vorzuziehen...
     
  4. nasi_goreng

    nasi_goreng Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.17 um 17:20 Uhr   #4
    Hi,
    habe mir irgendwann den Reid bestellt, weil mein Gesangslehrer damit gearbeitet hat.
    Leider habe ich feststellen müssen dass ich damit so gut wie überhaupt nichts anfangen kann :nix:
     
  5. guitarpicker

    guitarpicker Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.17 um 18:01 Uhr   #5
    @LibertyDefined
    Da bin ich eigentlich ähnlicher Meinung wie du und als ich angefangen habe (singe seit 11 Jahren) habe ich auch sehr vieles falsch gemacht und mir dann Sachen angewöhnt, die ich mir mühsam wieder abtrainieren musste. Hab auch vermutlich alle Gesangslehrer hier ausm Kaff durch, aber da gibt es keinen, dem ich meine Stimme anvertrauen wurde. Natürlich ist ein guter Gesangslehrer immer noch das beste. Aber mittlerweile bin ich an einem Punkt, wo ich über die Jahre so viel Erfahrung gemacht hab und ein gewisses Körperbewusstsein entwickelt habe, dass ich merke, wenn es sich beim Singen richtig oder flasch anfühlt. Aber nur nach Körpergefühl singen reicht mir nicht mehr, ich interessiere mich immer mehr für die Anatomie dahinter.

    @antipasti
    Vorallem bei den Effekten war das mir klar, deshalb meinte ich, mir ist vorallem die grundsätzliche Tonerzeugung - eben das Zusammenspiel aus Atmung und Stimmapparat - wichtig.
    Und diese "Basics", bei denen mich total interessiert, was da anatomisch abläuft, sind doch im klassischen und im Pop-Gesang ähnlich bis gleich und seit Jahrhunderten im Gesang wichtig.
    Auch gibt es doch z.B. für das im CVT genannte Overdrive zahlreiche allgemeingültigere Begriffe, Belting, Schmetterstimme, Rufstimme. Auch das wäre zum beispiel ein Bereich, den es seit Jahrhunderen gibt und wo ich gerne wissen würde, was sich im inneren abspielt, dass z.B. nur bestimmte Vokale verwendet werden dürfen.
    Aber ich weiß was du meinst, dass für alles, was im modernen Gesang noch an "Dreck" in der Stimme vorhanden ist, keine allgemeingültigen Bezeichnungen existieren.
     
  6. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 21.04.17 um 18:10 Uhr   #6
    Das kommt auf den angestrebten Stil an. Letztendlich sind 99,99% der ersten Generation von Rock/Popsänger Autodidakten. Ich persönlich finde Roger Daltrey, Paul McCartney, John Lennon, Janis Joplin, Robert Plant und Co eigentlich ganz cool und überhaupt nicht seltsam.

    Kleines Zitat aus einem Spiegel-Interview mit Robert Plant.

    SPIEGEL ONLINE: Haben Sie Ihre Stimme jemals trainiert?

    Plant: Ich habe nur Fußball trainiert. Und Tennis. Mein einziger Gesangsunterricht besteht darin, dass ich ein Paar sehr große Ohren habe.
     
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  7. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 21.04.17 um 18:51 Uhr   #7
    Allein, dass du jetzt vier verschiedene Bezeichnungen für dasselbe gefunden hast, zeigt doch, dass es nicht allgemeingültig ist. Und für mich - rein subjektiv - ist Rufen was anderes als Schmettern. Die Begriffe bleiben interpretatorisch und sind nur ein Versuch, den Klang zu beschreiben.
     
  8. Foxx

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    Erstellt: 21.04.17 um 19:08 Uhr   #8
    Das Estill Voice Training System (EVTS) erfüllt genau diese Punkte. Allerdings sind die Unterlagen nicht frei verkäuflich, sondern werden nur als Schulungsunterlagen für die Workshops bereitsgestellt.

    Ein paar Infos findest Du in der FAQ: https://www.musiker-board.de/threads/kommerzielle-gesangssysteme.581567/
     
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  9. drowo

    drowo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.17 um 22:55 Uhr   #9
    Die Sänger aus meiner Generation die ich so kannte haben (wie ich auch) alle autodidaktisch angefangen und großteils erst nach einigen Jahren, Gesangsuntericht zur Optimierung und Verfeinerung genommen. Das können kaum nur die verbleibenden 0.01% der Verteilung gewesen sein. Begabung war da zweifellos vorhanden (teilweise nicht zu knapp) aber das dürfte auf heutige Sänger genauso zutreffen. Ich bin kein Vertreter der "Gesangsunterricht ist unnötig" Fraktion, aber ich sehe es in vielen Fällen als "höhere Weihen". Die "niederen Weihen" können sich viele (> 0.01%) auch selbst erschließen.

    LG, Robert
     
  10. guitarpicker

    guitarpicker Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.17 um 19:36 Uhr   #10
    Estill kommt für mich nicht in Frage, weil ich eigentlich keinen Workshop besuchen will.
    Ich denke ich werde es so machen, wie antipasti gesagt hat - ein wissenschaftliches Buch komplett ohne Übungen. Und Übungen dann seperat besorgen.

    Was gibt es für gute Ressourcen zum Thema Gesang im Internet?
     
  11. Saveres

    Saveres Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.04.17 um 19:00 Uhr   #11
    Das Buch "Die Wissenschaft der Singstimme" kann ich nur empfehlen ;)
     
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