Guter Clean-Channel auf dem Pedalboard: EQ, Preamp (Clover?) oder was?

suckspeed

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Hallo zusammen,

aktueller Stand: auf meinem Pedal-Board habe ich einen A/B-Umschalter und der wechselt zwischen dem Zerr-Sound, der aus einem "MXR Custom Badass Modified Overdrive" und einem Friedman BE-OD besteht, und einem alternativen Sound, der aktuell durch einen Yojo 10-Kanal-EQ und ein AMT M2 läuft. Letzteres ist ein Pedal, das den Sound eines Marshall* JCM 800 ziemlich gut nachmacht. Es hat auch einen Preamp-Mode, sodass es, wenn es nicht aktiviert ist, quasi einen Clean-Channel hat, der aber keine eigene Klangregelung, kein Gain und keinen EQ hat. Nur einen Schalter "Boost", der das Signal etwas kräftiger/mittiger macht.

Das EQ-Pedal ist gerade erst seit gestern davor und ich frage mich aber, ob ich nicht anders einen besseren Clean-Sound hätte. Den Marshall*-Sound brauche ich auf dem Pedal-Board nicht unbedingt. Das kann das Friedman auch sehr gut für meine Band-Zwecke.

Also wäre die Überlegung:

1) Nur das EQ-Pedal
Langfristig vielleicht ein kleineres mit Frequenzen, die für Gitarre wirklich relevant sind, d. h. 200 Hz - 4kHz ->
Mooer Graphic G*
MXR 6 Band Equalizer Silver*
Boss GE-7 Equalizer*
2) das EQ-Pedal hinter dem AMT M2
3) ein spezielles Preamp-Pedal nur für Clean, wie z. B. das JHS The Clover Preamp
4) irgendwas, was ich noch nicht im Sinn habe

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht mit gutem Clean-Sound auf dem Pedal-Board? Welche Option ist klasse und einfach? Bin gespannt, wie ihr das umgesetzt habt. ;)
 

Als EQ habe ich den Ibanez Pentatone EQ* auf einem Board. Durch einstellbaren Q-Faktor und Frequenzen der Bändern ist der mit den 5 Bändern wirklich sehr (!) flexibel. Preis ist fürs gebotene auch super imo. Da hat Ibanez* wirklich einen rausgehauen. Ist von der Größe her nur nicht kleiner. Gibt auch einen Pentatone Preamp mit dem EQ integriert, aber der ist soweit ich weiß nur crunch bis highgain, also hier nicht interessant.
Mit dem Ansatz eines "Amp in a Pedalboard" würde ich aber auch mal Richtung (NAM-fähiger) Profiling-Pedals schauen, auf die man individuelle NAM-Profile laden kann. Da gibts teilweise auch sehr kompakte Teile. Sofern digital in Frage kommt, ist das hinsichtlich Flexibilität eig unschlagbar und der Sound von NAM ist top. Spiele selber mit NAM-Profiler am PC.
 
Puh, meine Arbeitsthese ist: Clean Kanal hat der Amp.
Für jedes Krümel Gain „mehr“ (oder anders) dann die Pedale.
Gibt es keinen eigentlichen Verstärker (…z.B. DI ins Mischpult) mache ich das mit einem guten Amp in Box Pedal (z.Zt.) Enigmatic von UA.

Dann ist die große Frage, was ist ein guter Clean Sound? Marshall* JTM, Fender* Bassman, Fender Blackface, Dumble Steel String,….?
Dem „Clean-Mode“ vom AMT M2 via eines EQ eine Klangegelung zu verpassen kann funktionieren, aber dann müssen aber für den Kanalwechsel zwei Sachen geschaltet werden.
Ich finde generell, dass „analog“ ist es nicht so einfach einen guten Clean Sound hinzubekommen.
Selbst dediziert für Clean Sound gemachten Pedale z.B. von Vertex (Steel String Singer Supreme, Ultra Phonic) sind nett, aber IMO kein befriedigender Ersatz für ein Clean-Kanal. Auch dem Simplifier von DSM&Humboldt fehlt IMO das Amp Feeling.

Ganz gut hingegen funktioniert das Zeug von Origin Effekts. Da wäre das zweikanalige Revival Drive Deluxe vielleicht eine gute Basis. Das würde aber wahrscheinlich das AMT M2 komplett ersetzen können.
 
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Dann ist die große Frage, was ist ein guter Clean Sound? Marshall JTM, Fender Bassman, Fender Blackface, Dumble Steel String,….?
Einer der clean ist wenn ich zarter anschlage, und ein paar Haare hat wenn ich reinhaue.
Dead clean ist für mich echt nur langweilig ......
 
Wo gehst du denn nach dem Board rein? Direkt ins Pult?
 
@Dr Dulle Ich nenne das gerne: „Bloom“. Das muss nicht unbeduingt in Verzerrung landen, aber der Ton muss aufblühen und das je nach dem, wie man anschlägt, immer etwas anders. Das können nur wenig analoge Pedale. Da Gegenteil ist direkt ins Pult.
 
  • Ersteller
  • #7
Hallo zusammen und Danke für die bisherigen Ideen und Fragen.

Wie immer sehe ich: ein paar Rahmenbedingungen meinerseits fehlen noch, damit klar ist, in welche Richtung es gehen soll. Das hole ich jetzt gern nach.

1) Ich gehe mit dem Pedal-Board direkt in eine Endstufe, eine Harley-Benton GPA-100. Die hat schon einen 3-fach EQ, aber um dem Sound noch etwas mehr den Touch einer Röhren-Endstufe zu geben, zumindest bzgl. Presence & Punch, habe ich am Ende der Signalkette ein PD.EQ-Pedal von GupTech. Das ist klasse. ;-)
Also es geht nicht in einen traditionellen Gitarren-Amp, der einen Clean-Channel hat. Das wäre in der Tat ein ganz anderes Szenario und hätte ganz andere Ergebnisse zur Folge. Hinter dem Pedal kommt noch ein JPTRFX Jive Deluxe, um etwas Saturation und Mojo hinzuzufügen. ;)

2) Sowas wie NAM-Profile will ich eigentlich nicht benutzen. Das sind mir zu viele Optionen. Ich kenne mich da. Da würde ich am Ende nur zu viele von ausprobieren wollen und rumtüfteln. Ich will ein einfaches Pedal, was den Job macht.

3) Damit wären wir schon bei der Frage: was für einen Job denn? Wie soll der Clean-Sound denn klingen? Sehr berechtigte Frage, denn was dem einen sein glockenartiges Fender-Clean ist, das ist dem anderen sein dreckiges Marshall-Clean. Manche spielen dann ein Clean, das gerade nur noch nicht Overdrive ist, sehr dynamisch zu spielen, abhängig vom Anschlag und Volume-Poti der Gitarre.
Also: Clean spielt keine elementare Rolle für meine Musik. Aber es gibt manche Parts, in denen ein paar Arpeggios gespielt werden wollen. Die sollen dann natürlich entsprechend auch Gehör finden, d. h. eine gewisse Durchsetzungskraft haben. Also nicht super-clean, sondern schon gern etwas mehr, aber nicht zu viel... :D Vielleicht würde der ein oder andere sogar ein Overdrive oder einen Booster empfehlen, den man eben im unteren Drehzahlenbereich einstellt.
Und bei dem Gedanken war zwar erst das bekannte Fulltone OCD direkt in meinem Kopf, aber auch die Erinnerung daran, dass ich noch ein aktuell nicht im Einsatz befindliches Donner Blues Drive hier rumsteht. Vielleicht sollte ich damit mal was ausprobieren...

So, ich glaube, das hat jetzt etwas Klarheit gebracht.
 
  • Ersteller
  • #8
Update: das Donner ohne EQ dahinter usw. ist auch erstmal noch nicht die Erfüllung. Nun habe ich als ersten Schritt mal das EQ-Pedal hinter das AMT M2 gepackt. Damit ist eine Soundformung ganz anders möglich. Mal schauen, was ich da rausholen kann.
 
Ich kann dir den UAFX Lion empfehlen. Man bekommt super clean sounds raus, und noch Plexi sound. Und es nimmt sehr gut alle möglichen pedale an.

Generell alle UAFX Amp Pedals sind gut. Wobei ich den Fender typ nicht so sehr mag weil es mich viel zu viel an stinknormalen DI sound erinnert.

Ansonsten was Preiswerteres wäre noch VOX Mystic. Auch sehr geil, ich hab damit vessere sounds als vom mikrofoniertem Verstärker rausholen können und es verhält sich auch super mit pedals. Wobei sich mein geschmack bei VOX eher auf die "Transparenten“ hält oder halt lieber dann nur Treble boost

Auf jedenfall solltest du darauf achten wenn du z.B. mit einem Preamp pedal direkt in ein Mischpult willst. Ob es auch genügend output liefert.

Ne frage, welchen Ausgang nutzt du beim AMT M2? Soweit ich auf hersteller seite lesen kann hat es auch einen CAB sim output.

Und allgemein, nutzt den Amt als Preamp vor nem Amp oder als Amp-Sim?
 
  • Ersteller
  • #10
Wow, das Lion und die anderen UAFX sind preislich happig. Sicher wohl gerechtfertigt, wenn sie so gut sind. Aber wie ich schrieb, habe ich den Friedman BE-OD und zusammen mit dem MXR-Overdrive ist der Sound der Hammer. Was ich jetzt suche ist einfach nur ein besserer Clean-Sound als ich ihn bisher hatte. Soll nichts Top-End sein und auch kein Vermögen kosten. ;)

Ich habe am Ende der Signalkette eben das JPTRFX Jive und der Pegel ist auf jeden Fall gut für die Endstufe, in die ich dann direkt gehe. Ich nutze auch eine Speaker-Simulation (Palmer PDI03 Joe Bonamassa). Das passt beides gut vom Pegel her.

Das AMT M2 ist wirklich klasse in der Hinsicht mit den 3 Ausgängen. Man kann es als Boost-Pedal benutzen. Dann ist "ausgeschaltet" True Bypass. Aktiviert ist dann der JCM 800 Sound da. Oder als Preamp. Dann ist ausgeschaltet eben ein einfacher Clean-Channel an, den man von der Lautstärke her anpassen kann und man hat diesen Schalter für "Boost" (Mitten). Oder den Cab-Sim-Out, mit dem man direkt ins Audio-Interface gehen kann. Und der ist sogar richtig gut. Die ersten Tage nach dem Kauf hatte ich echt nur darüber gespielt und war begeistert. ;)
Aber zurück zu deiner Frage: Ich hatte bisher immer den Preamp-Ausgang benutzt im Zusammenhang mit dem Pedal-Board. Das gab mir immerhin einen rudimentären Clean-Sound. Durch den EQ davor wollte ich den etwas besser regeln, aber er hat keinen Drive, keine Sättigung, ist ziemlich clean eben. ;)
Jetzt habe ich mal die Reihenfolge geändert: erst M2 und dahinter EQ. Das war aber mit dem Clean-Kanal auch nicht das, was ich suchte.

Nun habe ich aber einfach mal den M2 aktiviert (JCM 800 Sound) und Gain auf 9 Uhr, Tone-Regler alle auf 10, und dann mit dem EQ noch etwas Feintuning. Das ist jetzt ein Sound, der viel besser ist als was ich davor hatte. Ich werde mal die nächste Probe abwarten, wie er sich da so im Bandgefüge macht, aber wie gesagt: schon um Meilen besser und vielleicht schon gut genug.
 
  • #11
Ok verstehe, wenn dir der cab sim out schon gefallen hat per interface, dann bist du im allgemeinen mit der Klangfarbe zufrieden. Dir fehlt nur Luft für den clean sound.

Wie benutzt du das Pedal samt Board denn im Proberaum? Worüber spielst du?
 
  • Ersteller
  • #12
Die JCM 800 Simulation ist sehr gut. Dazu gibt es auch zahlreiche gute Reviews bei YT.
Heute Abend habe ich mal den JCM-Sound mit ganz wenig Gain als Clean-Channel ausprobiert mit EQ dahinter. Das taugt schon besser. Für mehr Zerre brauche ich das M2 nicht auf dem Board.

Im Proberaum wie auch zu Hause über die Endstufe "Harley Benton GPA 100" und dann im Proberaum in eine 4x12"-Box. Zu Hause in eine 2x12"... Wie gesagt: aktuell begeistert, bin gespannt auf die nächste Probe.
 
  • #13
Ah ok, ja hört sich soweit alles gut an wegen Signalweg. Gitarre> Pedal>Preamp Out (Clean Channel) > Endstufe > Cab

Den Videos zu beurteilen gefällt mir der Clean Sound mit dem Boost deutlich besser. Aber ja da hätte ich auch versucht ein EQ dahinterzuschalten, aber dann eher ein Parametrischen EQ wie den Tech 21 Q Strip.
Aber das ding kostet auch wieder ordentlich.

Naja hoffe du findest deinen sound und man konnte dir weiterhelfen. Empfehlungen hast hier ja genug ;)
 
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  • Ersteller
  • #14
Jau, danke nochmal an alle. Parametrische EQs finde ich auch klasse, aber sind eben auch teuer und meistens nicht besonders klein.
Vorerst bleibt man der Joyo 10-Band drauf. Der hat viel Spielraum und am Ende schaue ich, ob es was anderes werden könnte. Habe den halben Abend mit dem neuen Sound gespielt und macht Laune. ;-)
 
  • #15
Ich denke da sofort an sowas:
https://www.musicstore.de/de_DE/EUR/TC-Electronic-Ampworx-Combo-Deluxe-65-Preamp/art-GIT0060750-000?campaign=GShopping/DE&ProgramUUID=BrQKAQMEqAwAAAGeHv53W96_&gad_source=5&gad_campaignid=23646717261&gclid=EAIaIQobChMIxN-3p-z-lgMVW0n_AR04zApiEAQYASABEgILFvD_BwE

Oder fast schon Vintage:

 
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  • Ersteller
  • #16
Beides sehr coole Teile wie es den ersten Eindruck macht. Danke für die Tipps.
Fürs Erste bin ich glaub ich schon zufrieden mit meiner kleinen Änderung.
Habe mir noch das Harley-Benton-EQ-Pedal für einen Zwanni bestellt, um das große Joyo-EQ-Pedal zu ersetzen. Mit Frequenzen ab ca 30 Hz und bis hoch zu 16 kHz ist das für den Job reichlich überdimensioniert.
 
  • #17
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  • #18
Ja, den benutze ich auch schon seit Ewigkeiten. Ich hatte mir mal die ganze Harley-Benton-"Serie" inkl. des Orange-Pedals von Joyo gekauft. Fand am Ende den "American Sound" am besten als relativ clean eingestellte Pedal-Plattform.
 
  • Ersteller
  • #19
Danke für den Hinweis. Interessantes Teil 👍
 
  • Ersteller
  • #20
Wenn das kleinere EQ-Pedal da ist und gut funktionieren sollte, könnte ich mir auch vorstellen, noch das Blues Drive vor den AMT M2 zu schalten. Damit könnte ich da nochmal etwas Gas geben beim Clean/Light-Crunch... Aber eins nach dem andern. Oder mein Mini-Fuzz-Pedal davor. Wenn Platz ist, kann man sowas ausprobieren.
 
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