Hat schon jemand was zum Thema Porenfüller?

von Joa, 11.09.07.

  1. Joa

    Joa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #1
    Hi,

    den Telebody, den ich vor kurzem gezimmert habe, ist aus Sumpfesche - sehr tiefe Poren also.
    Da sind einige Schichten 1K-Auto-Acryllack drauf, unter anderem Füllprimer.
    Zwei Wochen nach dem spiegelglatten Finish mit Klarlack und Politur ist der Lack wieder in die Poren gesackt. Dann habe ich wieder mit 2000er Papier plan geschliffen und poliert - alles ok. Jetzt nach 4 Wochen hat sich der Lack wiedermals in die Poren gesetzt.

    Soll man den Lack etwa ein halbes Jahr aushärten lassen und dann erst Glätten und Polieren.
    Das Problem ist natürlich, daß ich keinen wirklichen Porenfüller eingesetzt habe.

    Von ZWEIHORN gibts einen, aber man muß dann in dem System bleiben und Nitrocellulose verarbeiten. Da sind mir die pflegeleichten Sprühdosen einfach lieber und das Finish ist tadellos. Ich brauch halt nur nen Porenfüller, der über Beize funktioniert und 1K Acryllacke über sich ergehen läßt. Ich hab da mal was von Schellackgrundierung gehört oder ölhaltigem Porenfüller.

    Bitte helft mir, Gruß,
    Joe
     
  2. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #2
    Ob Schellack als Untergrund gut ist weiß ich nicht, aber ich benutze es auf einigen Gitarren anstatt Lack, da ich das Gefühl viel angenehmer finde. Gibt es in jedem Baumarkt als Fertiglösung für ca. 5€, auftragen kannst es selber mit einem alten Tuch, kinderleicht. Ob dick (viele Schichten) oder dünn, hochglanz oder eher matt, bleibt dann Dir überlassen. Trocknet auch quasi sofort. Gibt aber so ein wenig vintage-Gilb, ist nicht ganz farblos.
     
  3. Joa

    Joa Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #3
    Hey, klingt doch gut. Und der sackt mit Zeit auch nicht mehr in die Poren?
    Ist Schellack gegenüber Feuchtigkeit nicht etwas empfindlich?

    Joe
     
  4. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #4
    Ist gegen Alkohol empfindlich (Alk löst es) aber sonst wäre mir nichts bekannt, zumindest habe ich es noch nicht geschafft was kaputt zu machen :D ein Hals den ich länger hatte hat in 5 Jahren keinerlei Verfall gezeigt, was sich auch mit den Erfahrungen anderer deckt von denen ich weiss.

    Aber das dürfte dann auch kein Problem sein - einfach wieder anrauhen, ein paar neue Schichten drauf, polieren und alles ist wieder wie neu. Das ist das geile an Schellack.
     
  5. bernhard42

    bernhard42 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #5
    Hmm ... Hört sich ja mal interessant an ... Wie polierst Du den Schellack?

    Gruß Bernhard
     
  6. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #6
    Dazu gibt es auch entsprechende Fertigmischung im Baumarkt für ein paar € :) Aber eine milde Alkohollösung dürfte es auch bringen (Bier? ;)). Zum "normalen" Polieren später tut es jede übliche Gitarrenpolitur, Schellack ist ja wie Lack von der Oberfläche/Festigkeit her.
     
  7. Joa

    Joa Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #7
    den Schelllack von CLOU gibts im OBI, der ist glaube ich ohne Wachsanteile, jedenfalls hat sich unten nichts abgesetzt, ist vollkommen klar und hat eine bräunliche Farbe - wie Du schon sagst müßte der Auftrag dann einen Gelbstich haben.
    Was mich bei Schelllack immer interessiert hat: mit welchen Lacken verträgt er sich - oder kann man ihm Farbstoffe wie Beizepulver beimengen.

    Joe
     
  8. _xxx_

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    Erstellt: 11.09.07   #8
    Genau den habe ich benutzt, fand ich auch gut. Da sollte man aber noch Alkohol (pur) dazu mischen, das ist nicht ganz verdünnt und klebt dann etwas beim auftragen da es zu schnell trocknet und nicht so gut verfließt. Geht aber auch notfalls.

    Ich hatte nie bedarf nach Lack bei den Klampfen, die mit Schellack behandelt wurden :) Beizen sollte man normalerweise vor dem Schellack, weil Schellack ja das Holz gleich versiegelt und es zieht nichts mehr rein. Nicht anders als bei Lack. Aber ich weiß nicht wie sich Beize mit Alkohol verträgt, würde ich eben mal irgendein Brett zum testen nehmen.
     
  9. Joa

    Joa Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.09.07   #9
    Ich frag deshalb nach der Veträglichkeit mit Decklacken, falls man den Schellack nur als "Porenfüller" einsetzen möchte (der scheint besser zu Füllen als herkömmliche Lacke oder Primer) - oder wenn man bei einem Sunburstfinish die Ränder mit schwarzem Decklack airbrusht zwischendurch.
    Bevor ich den Sunbursteffekt am Rand aufsprühe, sollte schon eine Schicht Lack (Schellack oder anderweitiges drunter sein), um bei Mißlingen den Rand wieder entfernen zu können und es wieder zu versuchen.

    Ich besorg mir den Schelllack einfach und probiers aus an Probestücken. Die Kosten kann man eben noch verschmerzen.

    Grüße,
    Joe
     
  10. metalandertaler

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    Erstellt: 12.09.07   #10
    Wo wir gerade beim Schallack sind... Ist das Zeug einfärbbar? Wenn ja, wie bzw. womit?

    Grusz,
     
  11. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.09.07   #11
    Nie probiert, denke aber dass es gehen sollte. Ein Paar alte Bretter kann man aber zum Testen opfern, oder? Kostet ja quasi nix.
     
  12. Martinho the Met

    Martinho the Met Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.09.07   #12
    Probier doch mal die Clou Schnellschleifgrundierung die ist auch sehr füllkräftig hab se schon zweimal benutzt zum einen aner Pressspannplatte und die saugen ja wie nix.
     
  13. Fossi_Louis

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    Erstellt: 13.09.07   #13
    Alten Schellack kann man mit Nitro überspritzen, verträgt sich ohne Probleme.
    Ist aber nicht die Ideallösung. (bin Klavierbauer)

    Einfärben kann man Schellack mit Clou- Spiritusbeize

    Besser:
    - Alten Lack runter -120er
    - mit Nitroverdünner auswaschen
    - 3x Wässern und Schleifen - 120er, 1 Tag stehen lassen

    - Beizen oder nicht

    - 3x d ü n n Clou-Schnellschliffgrund 1:2 mit Verdünner und Zwischenschlff - 120er
    aber nicht ewig rumschleifen, bloß kurz anrauhen, aller 2-3 Stunden.
    - wenn alle Poren zu sind, 2-3 Wochen liegen lassen, wichtig, der SG muß aushärten.
    - Naßschliff mit 240er, aber nicht ewig rumschleifen, sonst bist Du durch bis aufs Holz
    dabei ist nur wichtig, das die Fäche einheitlich glatt ist.
    - 1 Tag trocken stehen lassen
    Mt dem Schnellschliffgrund nicht übertreiben, der ist sehr gut porenfüllend.

    Decklackierung:

    Keine alten, angebrochenen Sprüdosen verwenden.
    Hagebau-Nitrolack glänzend, ist völlig OK, läßt sich auch nachpolieren.
    Die Sprühflasche in heißes Wasser stellen.
    Inzwischen die Teile gründlich abreiben, Staubreste am besten mit einem Fensterleder entfernen.
    Sprühflasche gründlich schütteln

    Dann im Kreuzgang Lackieren, die frisch gespritzte Fläche muß naß aussehen.
    Vorsicht an senkrechten Flächen, das der Lack keine Rotznasen bildet.
    Gründlich trocknen lassen, dann die andere Seite.
    1-2 Tage stehen lassen.

    Wenn etwas in die Hose geht:

    Wenn dann noch Rotznasen dran sind, vorsichtig naß wegschleifen.

    Anschließend matte Stellen und Spritznebel auspolieren, per Hand.
    Einfach ein Lackreiniger und ein Stück Jeansstoff.

    Sollte der Decklack eines Tages durch sein, kein Problem, Schnellschliffgrund ist polierfähig.
     
  14. Joa

    Joa Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.07   #14
    Hi und danke für die ausführliche Beschreibung der Kombination "Clou Schnellschliffgrund als Porenfüller und Schellack unter Nitro". Bevorzuge eigentlich die überall erhältlichen 1K-Acryl Sprühdosen, weil man da fast alles an Farben bekommt, falls einem nach deckender Lackierung ist. Nitrolack in Sprühdosen hab ich auch noch nie im Handel gesehen, nen Hagebau gibts hier im Bereich Eifel - nicht daß ich wüßte.

    Aus einem Buch und einem Bericht im Internet konnte ich den Vermerk finden, Schellack und Bimssteinmehl bzw. Gips als Porenfüller einzusetzen, wenn man feinporige Hölzer wie Nußbaum oder Mahagoni glätten möchte. Ist aber ne Geduldsangelegenheit.

    Habe eben mit dem Schellacktest begonnen, eine porenfüllende Schicht über Beize aufzutragen (ohne Gips > bei der Schmiererei würde vieleicht doch die Beize ausgewaschen). Mal schauen, obs ohne klappt. Acryl über Schellack werde ich noch testen.

    Ach ja, was für nen Alkohol soll ich zum Verdünnen hernehmen. Tuts der 94% Spiritus aus dem Baumarkt oder soll ich zur Apotheke 100% besorgen?

    Grüße,
    Joe
     
  15. Fossi_Louis

    Fossi_Louis Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.07   #15
    Schellack gibt es als Schellackblätter, werden mit Brennspiritus angesetzt, nach gründlicher
    Auflösung verdünnt bis auf Kaffesahne-Niveau.
    Anschließend durch ein Leinentuch gegossen, um Verunreinigungen zu entfernen.
    Kann man entweder direkt mit Spiritusbeize einfärben oder pur verarbeiten.
    Lohnt sich aber nur bei schwarz oder eben natur und große Flächen.
    Nachteil, eigene gelbliche Färbung.
    Gibt es von Clou auch als gebleichten Schellack flüssig ohne Eigenfärbung.

    Wenn man die Verarbeitung nicht beherrscht, wird es alles andere als Schellack.:p
    Das Ergebnis ist theoretisch eine hochglänzende Fläche.
    Außerdem ist Schellack nicht sehr abriebfest.

    Glaub nicht alles, was Du liest. Mit Gips schon mal gar nicht.
    Das Bimsmehl wird auch nur so wie beim Ei auf die Fläche gemacht.
    Wie gesagt, so freischaffend mal kurz eine Schellackpolitur wird wohl kaum funktionieren.

    Der Ärger ist vorprogrammiert.
     
  16. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.07   #16
    Aber natürlich funktioniert's, bei mir hat es schon damals als ich es das erste Mal getestet habe auf Anhieb geklappt. Hochglanz gibt es nur wenn man dick aufträgt und gut poliert, am sonsten gibt es eine Oberfläche wie matter, dünner Lack. Es muss ja nicht gleich wie Klavierlack aussehen :) Gitarristen mögen das dünne matte finish, weil es gut "flutscht".
     
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