Hilfe bei Punkrock Setup ("Matsch", kaum Durchsetzung im Band-Mix)

Ok, wie nehmt ihr euch denn auf, einfach als Stereo Recording oder einzelne Spuren?

Grundsätzlich müssen alle Instrumente ihren Platz in der Frequenzverteilung haben. Den Bassbereich teilen sich Kick und Bass, d.h. der Bereich bis 100Hz wird von anderen Instrumenten freigehalten.
Im Tiefmittenbereich (über 100Hz bis ca. 500Hz) ist es oft kritisch. Dort mulmt es gern mal, wenn Vocals oder Instrumente nicht richtig "getrennt" werden.

Bei Gitarren hilft oft gegenteiliges EQing, wie oben schon mal irgendwo beschrieben. Wichtig ist, dass beim klanglichen Einschätzen der Gitarren auch der Bass mitspielen muss, weil sie sonst zu dünn
klingen. Das PFUND im Gitarrensound bringen also immer Gitarre+Bass!

Um den Gesang "durch zu bringen", senkt man im Sprachbereich die etwas Gitarren ab, also von 400Hz bis rund 2,5kHz (Mittenband am Amp) - es kommt darauf an, was man da hört...
Bei hohen Lautstärken ist es auch ratsam die Höhen am Amp etwas herauszudrehen, damit sie nicht piercen... Wenn Du im Solo dann hörbar sein willst, solltest Du eine Mittenanhebung vornehmen.
Das macht ein EQ, wie der GE7 oder auch typischerweise ein Tubescreamer.

Mesas, ich habe selbst einen Lonestar Classic, neigen zu fetten Bässen. Auch der Lonestar ist in gewisser Weise ein Rectifier (in Deutsch: Gleichrichter). Du kannst den Rectifier Modus von Röhre auf
Diode umstellen, dann klingt der Amp eine Nuance straffer (hinten am Amp). Ich habe die Bässe rausgedreht, damit ich in der Band damit durchkam, siehe Bild. Die Gainstruktur ist bei meinem Lonestar
Lonestar.jpg
natürlich anders, aber es hilft grundsätzlich. Oben im Bild ist der Clean Channel, unten der Drive Channel. Auch steht er auf NORMAL und nicht auf THICK oder THICKER.

Übrigens, für mich der beste Amp der Welt (klanglich), leider spiele ich aus Altersgründen nicht mehr live... :cry:

Vielleicht hilft es Dir.

Ray

Noch eine Ergänzung. Ich wurde nie mit EL84 Röhren warm. Die sind noch mal bassbetonender und ich empfand sie immer zu schwammig.
Der Mesa läuft ja auch mit 10 Watt, wenn man will und man kann die 6L6 auch gegen EL34 tauschen (ohne Techniker).
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
  • Interessant
Reaktionen: 4 Benutzer
Es war ein etwas größerer Line6
 
Gibt’s denn keine PA?
 
Die Mitten hab ich schon relativ aufgedreht (14 Uhr), der Rest ist ca. auf 12 Uhr.
Bass auf 12 Uhr fand ich bei diversen Mesa Amos deutlich zuviel des Guten. Alleine braucht man das vielleicht, in der Band eher nicht.
Was passiert denn, wenn du den deutlich zurückdrehst und dann vielleicht einen Tick lauter machst?
Hast du noch andere Gitarren, die du Mal testen kannst?
 
Probier einfach mal den Modern und dann berichte bitte.
 
Ist es keine Option, den/die Amp(s) abzunehmen und über die PA zu fahren? Wie Live ja auch.
 
Bass auf 12 Uhr fand ich bei diversen Mesa Amos deutlich zuviel des Guten. Alleine braucht man das vielleicht, in der Band eher nicht.
Was passiert denn, wenn du den deutlich zurückdrehst und dann vielleicht einen Tick lauter machst?
Hast du noch andere Gitarren, die du Mal testen kannst?
Das mit dem Bass werd ich versuchen, ich spiele viele muted Downstrokes und grad da fand ich dieses Mesa-Low-End wummern, wahnsinnig sexy. Während den Proben bin auch echt glücklich mit meinem Sound (stehe 1,5m neben meinem Cabinet), aber auf der Aufnahme passt dann gar nichts mehr…
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ok, wie nehmt ihr euch denn auf, einfach als Stereo Recording oder einzelne Spuren?

Grundsätzlich müssen alle Instrumente ihren Platz in der Frequenzverteilung haben. Den Bassbereich teilen sich Kick und Bass, d.h. der Bereich bis 100Hz wird von anderen Instrumenten freigehalten.
Im Tiefmittenbereich (über 100Hz bis ca. 500Hz) ist es oft kritisch. Dort mulmt es gern mal, wenn Vocals oder Instrumente nicht richtig "getrennt" werden.

Bei Gitarren hilft oft gegenteiliges EQing, wie oben schon mal irgendwo beschrieben. Wichtig ist, dass beim klanglichen Einschätzen der Gitarren auch der Bass mitspielen muss, weil sie sonst zu dünn
klingen. Das PFUND im Gitarrensound bringen also immer Gitarre+Bass!

Um den Gesang "durch zu bringen", senkt man im Sprachbereich die etwas Gitarren ab, also von 400Hz bis rund 2,5kHz (Mittenband am Amp) - es kommt darauf an, was man da hört...
Bei hohen Lautstärken ist es auch ratsam die Höhen am Amp etwas herauszudrehen, damit sie nicht piercen... Wenn Du im Solo dann hörbar sein willst, solltest Du eine Mittenanhebung vornehmen.
Das macht ein EQ, wie der GE7 oder auch typischerweise ein Tubescreamer.

Mesas, ich habe selbst einen Lonestar Classic, neigen zu fetten Bässen. Auch der Lonestar ist in gewisser Weise ein Rectifier (in Deutsch: Gleichrichter). Du kannst den Rectifier Modus von Röhre auf
Diode umstellen, dann klingt der Amp eine Nuance straffer (hinten am Amp). Ich habe die Bässe rausgedreht, damit ich in der Band damit durchkam, siehe Bild. Die Gainstruktur ist bei meinem Lonestar
Anhang anzeigen 1016473natürlich anders, aber es hilft grundsätzlich. Oben im Bild ist der Clean Channel, unten der Drive Channel. Auch steht er auf NORMAL und nicht auf THICK oder THICKER.

Übrigens, für mich der beste Amp der Welt (klanglich), leider spiele ich aus Altersgründen nicht mehr live... :cry:

Vielleicht hilft es Dir.

Ray

Noch eine Ergänzung. Ich wurde nie mit EL84 Röhren warm. Die sind noch mal bassbetonender und ich empfand sie immer zu schwammig.
Der Mesa läuft ja auch mit 10 Watt, wenn man will und man kann die 6L6 auch gegen EL34 tauschen (ohne Techniker).
Besten Dank für die wertvollen Tipps! Dann wird die nächste Anschaffung ein EQ Pedal.

Und generell danke an alle für eure Beteiligung, den Gedanken die Box zu tauschen hab ich inzwischen wieder verworfen!
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Probier einfach mal den Modern und dann berichte bitte.
Mach ich bei der nächsten Probe und berichte dann!
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ist es keine Option, den/die Amp(s) abzunehmen und über die PA zu fahren? Wie Live ja auch.
Diese Möglichkeit kam mir ehrlich gesagt noch gar nicht in den Sinn, da unser Proberaum geschätzt keine 15qm hat, aber wäre einen Versuch wert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube hier fehlt es auch grundsätzlich wieder am Verständnis für guten Live-/Recordingsound VS Sound wenn ich alleine spiele.

Und Erfahrungsgemäß sind es bei Bands im Bereich Rock wir Gitarristen, die gerne oft mal für schlechten nicht durchsetzungsfähigen und differenzierten Gesamtsound verantwortlich sind.
1) Das Verhalten des anderen Gitarristen geht mal absolut gar nicht. Für einen guten Gesamtsound sind alle verantwortlich. Und eine Band sollte ein „Miteinander“ und kein „Gegeneinander“ sein.
2) Für guten Sound bei Aufnahmen sollten Gitarren unterhalb der 120-150 Hz abgeschnitten sein. Ausnahmen in gewissen Genres gibt es sicherlich. Aber prinzipiell hat speziell beim Live-/Recordingsound eine Gitarre im Frequenzbereich des E-Bass nichts zu suchen.
3) Zu viele Mitten verderben den Sound. Im Mittelspektrum passiert sehr viel bei Bands: Gitarren, Gesang, evtl. Keyboards usw. Hebe ich als Gitarrist die Mitten zu sehr an, klingt es in der Aufnahme am Ende zu sehr nach Brei als nach differenziertem Sound.
4) Bei Abnahme von Gitarrenamps klingt tatsächlich oft eine Einstellung besser, die alleine gespielt etwas „dünn“ klingt, aber dann im Gesamtsound passt.

Vielleicht legt ihr mal ein paar Euros zusammen und holt euch mal einen Tontechniker in den Raum für eine Stunde. Das bringt wirklich viel. Ihr werdet sicher den Sound, den dieser vielleicht an euren Amps ändert alleine gespielt gar nicht mögen, aber dafür wird der Gesamtsound deutlich besser.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
das Setup vom anderen Gitarristen ist quasi unveränderlich, weils „immer schon so war“
Wenn ich das lese, ist mir eigentlich alles klar. Als Neuer in ner Band hat man es immer erst mal schwer, aber es sollten doch immer ALLE ein Interesse am besten Bandergebnis haben und dafür Kompromisse eingehen. Wie geil eine Gitarre Solo auf der Couch klingt, ist im Bandkontext völlig egal, wenn's zusammen nicht klingt, muss man es ggf. anpassen.
Beide Boxen stehen am Schlagzeug Podest, aber trotzdem höher stellen?
Du redest von Proberaumaufnahmen im 15qm kleinen Proberaum, und ihr fahrt irgendein Bühnensetting???
Schmeißt das Podest raus und stellt die Amps an verschiedene Wände, um die Ortbarkeit zu erhöhen. Das wird sich (wahrscheinlich) auch bei Stereoaufnahmen positiv bemerkbar machen. Das Schlagzeugpodest kann je nach Bauweise Dröhnen noch verstärken und ist in nem Proberaum ja meist eher unnötig.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Was du neben deiner am Boden stehenden Box hörst und was dann beiden Mikros ankommt sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Ich denke auch, dass das, was du als Wummern beschreibst, genau das ist, was Ursache für dein Problem ist.
 
Für guten Sound bei Aufnahmen sollten Gitarren unterhalb der 120-150 Hz abgeschnitten sein
120-150 halte ich eher für etwas hoch. 80-100 ist meiner Erfahrung nach meistens schon nicht ganz verkehrt.
Kommt natürlich auch auf die Flankensteilheit des Locuts an.
Zu viele Mitten verderben den Sound
Was meinst du mit Mitten? Tiefmitten, Hochmitten? Die Aussage gilt ja grundsätzlich für alles, aber gerade Hochmitten sind für Gitarren ein wichtiger Bereich.
Bei Abnahme von Gitarrenamps klingt tatsächlich oft eine Einstellung besser, die alleine gespielt etwas „dünn“ klingt, aber dann im Gesamtsound passt.
Volle Zustimmung. Die Einstellung sollte dabei in der Lautstärke gelten, die dann auch in der Band gespielt wird, sonst wird man feststellen, dass es dann laut wieder nach Badewanne klingt.
 
und stellt die Amps an verschiedene Wände
Genau das! Auf 15m2 eine Bühnenaufstellung ist blödsinn.

Schau mal hier rein:

Und Podest ist in den Allermeisten fällen quatsch weil Resonanzraum der eher stört als hilft
Beitrag automatisch zusammengefügt:

nachtrag: stell deine 212er Hochkant, müsste mit dem Mini head auch locker klappen. Dann kommt der Sound auch da an wo er soll.
 
Während den Proben bin auch echt glücklich mit meinem Sound (stehe 1,5m neben meinem Cabinet), aber auf der Aufnahme passt dann gar nichts mehr…
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Okay, wenn ich das richtig verstehe, geht es dir eigentlich um den Sound bei der Aufnahme, nicht um deinen live Sound (Proberaum, Bühne)?

Auf der Aufnahme sind wummernde Bässe bei den Gitarren eher ein No-Go, weil die sich zu sehr mit den Frequenzen des Bass überlagern. Ich würde die Bässe für die Aufnahme etwas zurück drehen oder generell mit einem Low-Cut arbeiten.

Ansonsten könntet ihr doch mal probieren, wie dein Amp an der Box des anderen Gitarristen klingt oder nehmt ihr euer Zeug direkt live auf oder wie darf man das verstehen? Falls ihr eure Probe live mitschneidet und nicht alles mikrofoniert, kommt es auch auf die Positionierung der Amps und des Aufnahmegeräts zu den Amps an. Da müsst ihr ein bisschen rumprobieren, wo der beste Spot ist.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Was meinst du mit Mitten? Tiefmitten, Hochmitten? Die Aussage gilt ja grundsätzlich für alles
Den Bereich zwischen ca. 450 - 650 Hz … zu viel in dem Bereich klingt oft breiig/wummerig auf Aufnahmen, wenn es um den Gitarrensound geht.

Ergänzend:
Da ihr wahrscheinlich die Band als Ganzes abnehmt, würde ich für die nächste Aufnahme mal folgendes versuchen:

Rhythm Guitar: LowCut bei 80Hz, Bereich um ca. 500Hz ein bißchen absenken, Bereich um die ca. 1kHz leicht anheben und einen Highcut bei ca 7kHz.
Lead Guitar: LowCut bei ca. 100-120Hz (ausprobieren), Bereich um die 500Hz etwas stärker absenken als bei der Rhythm Guitar, um die ca. 1kHz etwas stärker anheben als die Rhythm Guitar und einen HighCut bei ca. 8kHz fahren.
Und eventuell (ausprobieren): bei der Rhythmguitar weniger Zerre/Distortion fahren als bei der Lead. Auch das hilft bei Aufnahmen oft für einen guten Gesamtsound. Die Lead auch gerne ca. 3dB Lauter fahren als die Rhythm bei der Aufnahme, jedoch nur wenn die Lead immer noch nicht genug über der Rhythm steht. Hier kann ein Boostpedal gut helfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe einen Buffer von OneControl und der hat einen "Polarity"-Schalter, vielleicht wäre so was eine Option. Wenn ich alles richtig verstanden habe, ist der genau für so eine Situation gedacht...
 

Anhänge

  • Minimal_Series_BJF_Buffer_v2.01_English.pdf
    116,2 KB · Aufrufe: 12

Ähnliche Themen

meckintosh
Antworten
13
Aufrufe
11K
meckintosh
meckintosh

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben