Hilfe/ Kritik zum Mix meines Rock/Metal Tracks

Jax

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Hallo,
Der Song ist Teil eines ganzen Albums, an dem ich zur Zeit arbeite und ich sitze jetzt schon eine ganze Weile dran. Ich bin kompletter Autodidakt und würde mich über Kritik und Hinweise freuen, die mir dabei helfen, den Mix noch etwas zu verfeinern.

Das Ganze wurde mit Logic aufgenommen, über ein Steinberg UR22 mk2. Beim Mikrofon handelt es sich entweder um ein t.bone SC-450 Großmembranmikrofon bzw. ein SM57. Bei den Drums handelt es sich um die Stock Drums von Logic.

Hier der Song
 
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Meine Metal Zeit ist lange her, trotzdem ...

Erstmal kompositorisch sehr interessant! Auf neudeutsch heißt das wohl Alleinstellungsmerkmal. Ich finde das so in sich schon irgendwie schlüssig, vorausgesetzt es ist das was Du beabsichtigt hast.

Aber es ist natürlich reichlich anders, als andere professionelle Veröffentlichungen in dem Bereich und die daraus resultierenden Hörgewohnheiten. Und da Rock/Metal nur ein Überbegriff ist, unter dem es so viele verschiedene Gangarten und damit Klangvorbilder gibt: Wie soll es denn Deiner Meinung nach sein? Orientierst Du Dich an dem Sound bestimmter Bands oder Songs?

Allgemein ist mir aufgefallen:
1) Der Gesamtklang hat wenig tiefere Mitten (vgl. z.B. die bereits "schlanken" Pantera) und könnte auch mehr "vorne"/upfront sein, d.h. er ist nicht nur pegelmäßig leise sondern wirkt auch etwas indirekt. Hast Du vielleicht relativ viel gemacht (EQing, Dynamikbearbeitungen, Schnitte, Lautstärkekurven)? Andererseits sind professionelle Vorbilder bereits gemastert. Trotzdem könnte da bei Deinem Mix noch was möglich sein.
2) Im Metal Part überdecken sich die Stimme und die Gitarren. Die fette Metal-Gitarrenwand und trotzdem die Stimme durchkommen lassen, da geht nur Probieren. Panorama-Anordnung, Frequenzbereiche. Nur so, weil die mir gerade einfielen: eine vielleicht etwas ähnliche Gangart machen Eden Circus (von wegen Vergleich des Klangs, z.B. U2B-Videos).
3) Total gemein ist es, sich mit Equipment abmühen zu müssen, das *den* professionellen Sound nicht liefern kann. Jedes Mikrofon und jeder Mikrofonpreamp hat seinen Klang und die AD-Wandlung auch. Ich nehme an, dass Du mit Deinem Equipment irgendwann an Grenzen stoßen wirst, an denen es trotz aller Bemühung klanglich nicht weiter geht. Aber man kann auch viel Geld ausgeben und trotzdem nicht bekommen, was man braucht. Aber die Equipment-Schublade ist eine Riesen-Aufgabe, bei der Jede/r was Anderes bzw. "Besseres" weiß. Die würde ich jetzt erst nocheinmal zulassen. Schließlich gab (gibt?) es im Metal Bereich auch Veröffentlichungen, die nun wirklich nicht audiophil waren, aber ihre Message so rübergebracht haben, dass der Sound nicht so wichtig war.

Kann ich mir jetzt nicht verkeifen: "Permanent Freakout" von Ungrateful, die hatten auch nicht *den* typischen Metal-Sound aber Attitüde bis in die Spitzen der Gänsehaut-Haare. Auch wenn das wahrscheinlich immer noch kaum jemand mitbekommt ...

4) Meine Songdemos kamen nicht an, nur wegen der Drum-Machine. Mit Loops von echten Drums war's nur geringfügig besser. Mir scheint, das Genre mag generell eher keine Maschinen. Aber dann kam "Closer" von Nine Inch Nails, da ist das Nicht-eine-echte-Band sein schon wieder Stilmittel.

Also, es ist komplett davon abhängig, was Du willst und woran Du Dich orientierst. Ich würde Dein Ergebnis damit vergleichen und dann versuchen, die Ursachen für die klanglichen Unterschiede herauszufinden. Oder eben auch nicht, sondern einfach Dein ganz eigenes Ding machen.
 
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Was die klanglichen Vorbilder betrifft, da hatte ich keine spezifische Band im Hinterkopf. Ich bevorzuge aber eher natürlichere und dynamische Klänge, wenn es im Bereich Metal ist. Bands wie Mastodon oder Baroness fallen mir da ein, die vielleicht "Metal" machen, aber nicht unbedingt typisch "Metal" klingen. Übermäßig fette vierfach oder noch mehr getrackte Gitarren gehören jetzt auch nicht zu meinen Favoriten, auch wenn es bei manchen Songs natürlich passt.

Der etwas dünne Sound ist mir auch aufgefallen, aber irgendwie habe ich keine Wege gefunden, das wirklich zu verbessern. Hier sei aber erwähnt, dass ich den Track ziemlich leise gemixt habe. Der Mix wurde im Master Bus schon leicht mit einem Limiter angehoben.

Mit der Durchsetzungskraft der Vocals hatte ich auf jeden Fall meine Probleme und schon viel versucht. Die nicht optimalen Mikros und die Raumbeschaffenheit machen das nicht so einfach. Vielleicht kann ich bei den Gitarren EQ-technisch noch ein wenig Raum schaffen. Die Gitarren sind nämlich ansonsten schon hart nach rechts und links gepanned. Im Chorus sind die Gitarren doppelt getracked und die zusätzlichen Tracks nicht gänzlich außen angeordnet.

Professionell wird es vermutlich nie klingen, aber ich wollte zumindest das maximale aus meinem Equipment rausholen, damit ich mich mit gutem Gewissen neuen Ideen zuwenden kann.
 
Hab' jetzt in zwei Tracks von Mastodon reingehört. Vielleicht mal probieren:

L/R Gitarre jeweils unterschiedlicher Sound, damit die weiter auseinander kommen. Mehr Tiefmitten in den Gitarren, weniger Hochmitten (also die 'k', 't', 's', 'z' Frequenzen, wahrscheinlich ca. 1 bis 3 kHz) in den Gitarren. Die Gitarrenwand muss halt breit und tief wirken und sich aus der Stereomitte und den prägnanten Frequenzen der Stimme und der Drums heraushalten. Dementsprechend vielleicht auch im Refrain (der Metal-Part, richtig?) bei zwei Gitarren bleiben. Ggf. die Gitarren mit anderen Sounds nochmal aufnehmen. Die tiefen Frequenzen hauptsächlich von Bass/Kick, den Bass eher für's tiefe Fundament nutzen (ab den Mitten zurücknehmen, auch wenn der Bass damit als eigenständiges Instrument hintergründiger wird), die Snare mit weniger tiefen Mitten. Ich mag ja den "lichten" Klang Deines Mixes, aber wenn alles in den Mitten liegt, dann kann sich dort alles gegenseitig die Show stehlen. Zum Gesang kann ich nicht viel sagen, da scheinst Du ja Einiges gemacht zu haben und insofern ist es wahrscheinlich genauso gewollt (ich könnte mir vorstellen, dass da in den Strophen noch etwas mehr Brust-Ton sein könnte).

Nur so'n paar Ideen. Ich kenne die Tracks ja nicht und weiß nicht, wie die auf solche Eingriffe reagieren. Und vor allem nicht, ob das Deinen Vorstllungen entspricht. Wahrscheinlich ja überflüssig: Sicherheitskopie des Mixes, so wie er jetzt ist.
 
Du hast zwar nach den Mix gefragt, das Allererste was in aber angehen würde, wäre das Timing - also zurück zum Editing.
Vor allem die cleanen Gitarren in der Strophe sind hier einfach zu ungenau. Manchmal sind sie genau aufeinander, viel zu oft aber zu weit auseinander. In den verzerrten Parts geht es dann aber meistens.
 

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