Meine Metal Zeit ist lange her, trotzdem ...
Erstmal kompositorisch sehr interessant! Auf neudeutsch heißt das wohl Alleinstellungsmerkmal. Ich finde das so in sich schon irgendwie schlüssig, vorausgesetzt es ist das was Du beabsichtigt hast.
Aber es ist natürlich reichlich anders, als andere professionelle Veröffentlichungen in dem Bereich und die daraus resultierenden Hörgewohnheiten. Und da Rock/Metal nur ein Überbegriff ist, unter dem es so viele verschiedene Gangarten und damit Klangvorbilder gibt: Wie soll es denn Deiner Meinung nach sein? Orientierst Du Dich an dem Sound bestimmter Bands oder Songs?
Allgemein ist mir aufgefallen:
1) Der Gesamtklang hat wenig tiefere Mitten (vgl. z.B. die bereits "schlanken" Pantera) und könnte auch mehr "vorne"/upfront sein, d.h. er ist nicht nur pegelmäßig leise sondern wirkt auch etwas indirekt. Hast Du vielleicht relativ viel gemacht (EQing, Dynamikbearbeitungen, Schnitte, Lautstärkekurven)? Andererseits sind professionelle Vorbilder bereits gemastert. Trotzdem könnte da bei Deinem Mix noch was möglich sein.
2) Im Metal Part überdecken sich die Stimme und die Gitarren. Die fette Metal-Gitarrenwand und trotzdem die Stimme durchkommen lassen, da geht nur Probieren. Panorama-Anordnung, Frequenzbereiche. Nur so, weil die mir gerade einfielen: eine vielleicht etwas ähnliche Gangart machen Eden Circus (von wegen Vergleich des Klangs, z.B. U2B-Videos).
3) Total gemein ist es, sich mit Equipment abmühen zu müssen, das *den* professionellen Sound nicht liefern kann. Jedes Mikrofon und jeder Mikrofonpreamp hat seinen Klang und die AD-Wandlung auch. Ich nehme an, dass Du mit Deinem Equipment irgendwann an Grenzen stoßen wirst, an denen es trotz aller Bemühung klanglich nicht weiter geht. Aber man kann auch viel Geld ausgeben und trotzdem nicht bekommen, was man braucht. Aber die Equipment-Schublade ist eine Riesen-Aufgabe, bei der Jede/r was Anderes bzw. "Besseres" weiß. Die würde ich jetzt erst nocheinmal zulassen. Schließlich gab (gibt?) es im Metal Bereich auch Veröffentlichungen, die nun wirklich nicht audiophil waren, aber ihre Message so rübergebracht haben, dass der Sound nicht so wichtig war.
Kann ich mir jetzt nicht verkeifen:
"Permanent Freakout" von Ungrateful, die hatten auch nicht *den* typischen Metal-Sound aber Attitüde bis in die Spitzen der Gänsehaut-Haare. Auch wenn das wahrscheinlich immer noch kaum jemand mitbekommt ...
4) Meine Songdemos kamen nicht an, nur wegen der Drum-Machine. Mit Loops von echten Drums war's nur geringfügig besser. Mir scheint, das Genre mag generell eher keine Maschinen. Aber dann kam "Closer" von Nine Inch Nails, da ist das Nicht-eine-echte-Band sein schon wieder Stilmittel.
Also, es ist komplett davon abhängig, was Du willst und woran Du Dich orientierst. Ich würde Dein Ergebnis damit vergleichen und dann versuchen, die Ursachen für die klanglichen Unterschiede herauszufinden. Oder eben auch nicht, sondern einfach Dein ganz eigenes Ding machen.