Hohner Tango 3S Stimmplatten

von mfrommi, 10.11.19.

  1. mfrommi

    mfrommi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.11.19   #1
    Hallo!
    Ich habe vor kurzer Zeit eine wunderbare Hohner Tango 3S, vermutlich 80er Jahre, erstanden und repariere grade ein wenig vor mich hin.
    Das Instrument klingt ungewöhnlich hell und klar im Vergleich zu anderen Ähnlichen wie Verdi 3n etc, die Anprache ist gut bis sehr gut.
    Kann mir irgendjemand einen Hinweis zu den Stimmplatten geben? Im Bass gibt es teilweise goldeloxierte und T-Mensur, im Diskant tragen sie leider gar keine Stempel oder Zeichen.
    Im Diskant sehen aber aus, als ob Sie äußerst aufwendig bearbeitet worden sind. HA2 ist es nicht....
    Vielen Dank im Voraus!
     

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  2. Redo

    Redo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.11.19   #2
    Hallo,

    um einen besseren Bezug zu den Stimmpaltten herzustellen, wäre es nicht schlecht, daß Du ein Bild von Deinem Akkordeon zeigen könntest, denn die Bilder der Stimmplatten und der Stimmstöcke, passen nicht mit der Beschreibung/Bezeichnung Deines Modells zusammen...

    Tango III S gab´ es zwar wirklich in den 80´iger Jahren, aber die hatten schon lange keine Holzstimmstöcke mit z.B. innenlaufenden Registerschiebern, sondern dunkelgraue Kunststoffsohlen unter denen die roten Kunststoffschieber liefen und schon gar nicht mehr gestiftete/genagelte Stimmplatten.. und eben letztendlich nicht diese Art von HOHNER-Stimmplatten verbaut.

    Ich vermute also eher ein Instrument, wie z.B. eine "Tango III MS", oder ähnliches...

    Gruß
    REDO

    P.S.: Im Bass gibt es "teiweise" goldeloxierte Platten... Bild ?... könnten ja auch von einer Reparatur stammen, da die Originalen mal gebrochen sind !? (meist G und C, oder Bb und Eb... etc.)
     
  3. mfrommi

    mfrommi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.11.19   #3
    Hallo! IMG_1383.JPG IMG_1384.JPG
    Danke für die schnelle Reaktion!
    Anbei ein paar Fotos zur Erhellung der Lage. Lackierte Stimmstöcke, außenliegende Registerschieber, Originalwachs in allerbestem Zustand, keine Reparaturen ersichtlich bis auf den Stoff im Diskantverdeck.
    Sieht eher aus wie eine Verdi 3N mit Piccolo....
    Grüße
     

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  4. Redo

    Redo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.11.19   #4
    Hallo,

    nun dann klärt sich doch schon einiges...
    Das Modell ist technisch absolut baugleich zur HOHNER VERDI-Serie der Mitte der 60´iger Jahre bis hin zum Ende der 70´iger, als z.B. VERDI III später dann VERDI III N hier in Deutschland benannt. Gut erkennbar an den ovalförmigen Diskantregisterdrücker, die noch die Register-Chor-Punkte insich tragen. (Die allerersten VERDI (III) Modelle dieser Baureihe Anfang der 60´iger hatten noch nicht ganz die ovale Form).

    Auch richtig, die Holzstimmstöcke haben keine Schieber mehr im Stimmstock, sondern laufen in dem doppeltem Boden (="Füllung").
    Die wiederrum allerletzten VERDI (III) Modelle, die dann rein weiße ovale Drücker haben, und auch kein Generalstabregister, haben dann die moderne Technik mit grauer Kunststoffsohle unter dem Holzstimmstock und die roten Registerschieber laufen in einer "offenen Füllung". Diese letzten VERDI (III) Modelle waren dann noch bis ca. 1985 gebaut worden und nehmen dann die Technik der nachfolgenden TANGO (III) S Modelle vorweg.

    Nun, Deine Tango III S hat nichts mit den (deutschen) Modellen Tango (III) S der 80´iger Jahre zu tun und ist ein seltenes Modell hierzulande, da es zwar der VERDI III / II N technisch entspricht, aber noch in dem (Zweig)Werk in der Schweiz, hauptsächlich für den Schweizer Markt, gebaut wurde.
    Da hatte man immer Interesse an einem eigenen Design gehabt, wie auch z.B. in den 50´iger Jahren und stellte den Deutschen-Modellen anstatt der Tango II M / II M / V M einfach noch das "S" als Bezeichnung dazu, somit damals TANGO II MS / III MS / V MS, etc.

    Das Dein Modell in Doppelokatv ausgeführt ist, ist ebenso bei uns in Deutschland kaum gefragt gewesen, aber war in der Schweiz so verkaufsfähig....

    Zuletzt, Deine Stimmplatten sind durchaus auch HOHNER Stimmplatten, aber man griff nach eigener "Schweizer"-Wahl zu Platten von anderen Modellen aus dem Sortiment. Ich sehe z.B. die große Tellerniete (Bass) der aus den schon besseren Atlantic Modellen und auch normale "T"-Versionen, die ab 1970 dann auch in der Atlantic IV "N" d.L. im Akkord, aber auch anderen einfacheren Instr. verwendet wurden...

    Eigentlich wurden zu diesen Zeiten keine Platten mehr bei HOHNER eloxiert und und da das Modell ja auch Piccolo verbaut hat, hat man sich wohl auch für eine zugekaufte Stimmplatte da und dort entschieden. Die Schweizer Produktion hatte, meines Wissen, eigentlich keine eigene Stimmplatten-Produktion.

    Ob die Stimmplatte wirklich für den Klang gegenüber einer VERDI III N entscheidend verantwortlich ist, läßt sich ja dann gut ausprobieren, indem Du mal z.B. in der Grundreihe eine Stimmpaltte gegentauschen kannst....
    So wie ich es versanden hatte, hast Du ja auch eine VERDI zur Verfügung...

    Gruß REDO und viel Spaß mit Deiner Tango
     
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  5. mfrommi

    mfrommi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.11.19   #5
    Hallo!
    Danke für die erschöpfende, ausführliche Antwort! Solch eine interessante Geschichte vom Rande der Massenfertigung hatte ich auch vermutet.
    Ich hatte auch schon einmal eine Regina III in der Hand, die kam auch aus der Schweiz. Darüber ließ sich auch fast nichts herausfinden.
    Die Verdi III habe ich nicht mehr, insofern wird der direkte Vergleich schwer. Auf jeden Fall ist der Klang sehr laut, rein und klar, viel heller als bei einer Atlantik.
    Viele Grüße zurück!
     
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