ibanez sr500 und die sache mit dem holz

von uruz, 08.04.05.

  1. uruz

    uruz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.04.05   #1
    ich liebäugel im moment extrem mit dem ibanez sr500.
    http://www.musik-service.de/ProduX/...banez_SR500.htm

    nun hab ich aber vorhin erst festgestellt, das der nen mahagony body hat. mahagony? da war doch was?! ah! in indien fast ausgerottet und überall woanders auf der welt schrumpfen die bestände minütlich.
    und das griffbrett ist wohl aus bubinga. auch nen tropenholz!
    ich hab mich jetz mal n bischen schlau gemacht und festgestellt, das in fast jedem instrument igendwo tropenholz verarbeitet ist (die oberseite des griffbrettes meines basses sieht auch stark nach dem mahagony zeug aus).

    ist das denn echt so? was sagt ihr dazu? ich finde das ganz schön krass! vor einiger zeit hat noch jeder rettet den regenwald geschrien! oder kommt das zeug von ner plantage?!

    kennt ihr einen bass, der ähnlich aussieht wie der sr500, aber möglichst kein tropenholz enthällt? ach und preislich sich auch in dieser lage bewegt?
    ich finde das gerät optisch einfach nur spitze. ich würde aber ungern tropenholz spielen...
     
  2. d'Averc

    d'Averc Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 08.04.05   #2
    Ich würde mich da nicht verrückt machen. Wenn Bässe (und andere Saiteninstrumente) aus "Tropenholz" gefertigt werden, stirbt deswegen der Regenwald nicht (Größe des Marksegmentes und damit der Nachfrage). Die Gründe liegen doch vielmehr in der (Brand)rodung, Nutzung der Flächen für Lebensmittelproduktion, Kaffee, Tabak, Weideland, Ausschöpfung von Bodenschätzen und Ausbeutung für "Massenzwecke" wie Innenausbau, Bauholz, Möbel etc. .
    P. S. Es gibt auch die politisch korrekte (nachhaltige) Erzeugung von "Tropenholz". Also: Wenn Du Bedenken hast: Nicht boykottieren - Hersteller fragen, woher der Rohstoff kommt, und unter welchen Umständen er produziert wird. Das klappt beim Fleisch und Ei doch auch (meistens).
     
  3. The Dude

    The Dude HCA Bassbau HCA HFU

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    Erstellt: 08.04.05   #3
    Du hast natürlich recht, Mahagoni ist ein Tropenholz und dass dieses von der Abholzung betroffen ist, ist leider nicht von der Hand zu weisen. Allerdings gibt es in Brasilien Bestimmungen, die einen kontrollierten Holzabbau gewährleisten sollen, siehe HIER.
    Ob diese Bestimmungen nun auch eingehalten werden steht natürlich auf einem anderen Blatt, jedoch ist der Bedarf an Tropenhölzern für den Instrumentenbau weitaus geringer einzuschätzen als der für beispielsweise Möbel oder Papier.
    Sprich, ich glaube nicht, dass jemand ein schlechtes Gewissen zu haben braucht, weil er nen Bass aus Mahagoni oder Bubinga spielt.

    Was den Bass angeht, den kann ich dir nur wärmstens empfehlen. Ich spiele ihn selbst, allerdings als 5-Saiter und bin total begeistert.
    Die Sounds von dem Bass sind wirklich vielseitig. Von kühl, hart bis warm, smooth ist wirklich alles drin. Man bringt ihn sogar zum Knurren, auch wenn manche das Gegenteil behaupten (ok, wie ein Preci knurrt er wirklich nicht), man kann er hinbekommen. Die Tonabnehmer (2x Bartolini MK1 Humbucker) und die Elektronik (ebenfalls Bartolini) sind erste Sahne, allerdings spricht der EQ auf kleine Veränderungen recht stark an, man gewöhnt sich aber sehr schnell daran und bekommt das in den Griff.
    Das zweite große Plus ist die Bespielbarkeit. Einfach traumhaft! Der Hals ist schlank und schnell und liegt prima in der Hand. zudem ist er unlackiert, was mir mehr zusagt, als z.B. ein lackierter, auf Hochglanz polierter Hals.
    Nächster Pluspunkt ist das Design. Ich finde den Bass einfach sexy und er zeigt nicht die geringste Tendenz zur Kopflastigkeit, auch bei nem schmalen Nylongurt nicht.
    Die Verarbeitung stimmt auch 100%ig, bis jetzt habe ich noch keine Mängel entdeckt und ich schätze mal, das bleibt auch so.
    Minuspunkte gibts natürlich auch. Zum Slappen kann man der 5-Saiter jedenfalls getrost vergessen, dafür sind die Saitenabstände einfach zu klein, was für's Fingerspiel jedoch von Vorteil sein kann.
    Was mir noch ein bisschen sauer aufstößt, ist das der Höhenregler, wenn er voll aufgedreht ist rauscht, aber damit kann ich gut leben, die positiven Eigenschaften überwiegen einfach.

    Bleibt noch die Tropenholzgeschichte. Ich habe mir vor dem Kauf ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht und es ist wirklich schade, dass ein Mahagonibaum für mein Instrument sterben musste. Auf der anderen Seite: ist denn ein Mahagonibaum-Leben mehr wert als ein Esche-, Erle- oder Ahornleben und sind nicht auch die kanadischen Waldbestände bedroht? (Hui, jetzt wird richtig ethisch ;) )
    Was du letzendlich machst ist deine Entscheidung, aber der Bass ist klasse, soviel kann ich mit gutem Gewissen behaupten.
     
  4. bogo

    bogo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.04.05   #4
    Kann das sein das Mahagony Instrumente in den Preiswert Markt rücken?
    Schon oft gesehen und gestaunt.
    Scheinbar gibt es auch bei diesem Holz Qualitätsunterschiede was den
    Klang betrifft.

    Nebenbei, da gibt es ne LesPaul-Smartwood...sieht Klasse aus, und
    wird aus US Holz gebaut, das einem kontrollierten Abbau entstammt.
    Doch leider haben die Tester der Fachmagazine lange Gesichter
    gezogen beim testen...klingt nich so wie'ne Tropenholz LesPaul.

    Ich glaube das in Asien/Südamerika das beste Klangholz dieser Welt lagert.
    Auch das Wissen darum existiert, und wurde überliefert.
    Schließlich bauen die ja seit Jahrhunderten "auch" Musikinstrumente,
    und nicht erst seit der "Globalisierung",nur weiß das keiner hier. :D ;)
     
  5. No Idea

    No Idea Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.04.05   #5
    übrigens geht auch sehr viel holz für die stromerzeugung in südamerika drauf. die trottel heizen damit einfach ihre kraftwerke...
    aus dem was da täglich verbrannt wird, könnte man tausende bässe bauen.
    und die menge die für instrumente verwendet wird ist wirklich verhältnismäßg gering. wenn du einen mahagony body boykottierst, rettest du damit auch nicht den regenwald...

    edit: aber wenn dir mahagony nicht zusagt, probiers doch mal mit agathis. ist quasi wie mahagony, nur dass es im asiatischen raum wächst.
     
  6. bogo

    bogo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.04.05   #6
    Hier gibt es
    eine kleine Holzkunde füe E-Bässe.
     
  7. d'Averc

    d'Averc Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 09.04.05   #7
    Vielleicht sind es ja keine "Trottel", sondern haben in unserer von Konzernen dominierten Welt (vermeintlich) keine andere Möglichkeit, um Elektrizität für die eigene Bevölkerung und die Fabrikation von VW etc. zu erzeugen :rolleyes: ?
    Aber zum Thema: Nein, Agathis ist keine Alternative für E-Bass. Gehört m. E zu den Korniferen (obwohl keine Nadeln). Siehe dazu auch bogos Post.
    @bogo: Weisst Du, wer sich hinter Deinem Link verbirgt (Impressum fehlt)?
     
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