improvisieren mit bekannten Licks?

von Shapeshifter, 25.10.05.

  1. Shapeshifter

    Shapeshifter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.05   #1
    Mal ne Frage an die Experten hier:
    Wenn ihr improvisiert, spielt ihr dann hauptsächlich schon gelernte Licks, oder überlegt ihr euch Licks spontan, die ihr dann auch gleich umsetzt?

    Ich schaffs momentan einfach nicht, spontane Licks mit schon gelernten in nem improvisierten Solo zu verknüpfen. Es hört sich, sobald ich dann mit nem gelernten Lick komme alles viel runder und flüssiger an...! Ich spiele zwar auch spontan ausgedachte Licks sauber, aber des ist bei mir meistens eher wildes rumgedudel und so hört es sich an. Entsprechend "unpassend" klingt es dann auch, wenn ich auf einmal nen gelernten 16tel Lauf oder, noch schlimmer, was sixtolisches bringe.

    Wie kann ich es schaffen sowas gescheit zu verbinden, bzw sollte ich nur mit meinem Fundus an gelernten Licks improvisieren, und diese allerhöchstens durch n paar Zwischentöne aneinanderreihen ?


    mfg
    Shape
     
  2. deeper_purple

    deeper_purple Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.05   #2
    puuuuuuh... schwer zu sagen... erstmal musste halt ma drauf achten, dass die tonalität stimmt, aber das hast du sicher schon bedacht...

    bei mir isses so wie von dir beschrieben, ich gebe dem solo n grundriss aus gelernten licks und schmeiß immer was improvisiertes mit rein... bei mir klappt's einwandfrei, ich kann jetz aus deiner situation keine problematik erkennen...
     
  3. Hans_3

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    Erstellt: 26.10.05   #3
    1. ZU laaangsamen Stücke/Balladen improvisieren. Da hast Du mehr Zeit, Ideen zu entwickeln und die Töne vorab in Deinem Kopf zu hören. Das musss sich alles entwickeln. Von gleich auf jetzt mal eben ein paar geile schnelle 16tel-Läufe erfinden, funktioniert net. Wenn Du in einer Fremdsprache nicht alle Vokabeln kennst, musst Du kreativ Dinge umschreiben mit Deinem vorhandenen Sprachschatz. Das geht aber nicht, wenn dabei ein Metronom mit 160 klickt.

    2. Musik besteht nocht nur aus Tönen sondern auch aus Pausen, die den Tönen erst ihre Sinn geben. Also: Bewusst mal Pausen setzen. Relaxen. Nicht speedig eine Phrase an die nächste kleben. Mal ein paar Zieltöne klingen lassen und dabei Ideen für die nächsten Töne sammeln. Musik ist kein Schnellsprecherwettbewerb.
     
  4. brushfire

    brushfire Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.05   #4
    Wenn du die Skalen kannst und sie auch das ganze Griffbrett rauf- und runterspielen kannst dürfte es eigentlich erstmal kein eigentliches Problem darstellen die richtigen Töne zu finden.
    Um das Ganze auch noch stilistisch und vom Sound her geil hinzukriegen gibt es verschiedene Möglichkeiten: (natürlich alles sehr subjektiv)
    1. : Licks lernen und diese dann auch beim jammen mit andren Musikern versuchen,sinnvoll einzusetzen.(oder eben zu jamtracks?!)
    2. : Einfach experimentieren..."spiele" im wahrsten Sinne des Wortes mit der/den Skalen und versuche dort, neue Akzente zu setzen...

    Wenn du viel und ständig zu irgendwelchen Sachen improvisierst, kriegst du auch automatisch mit der Zeit ein best. Gefühl für die Töne,d.h. dass du den Ton schon "hörst" bevor du ihn anschlägst...
    - Du kannst sehr viel von besseren Musikern beim Jammen lernen
    - Hör dir viel Blues an, die improvisieren ständig :-)

    Du kannst auch deine Lieblingssolos lernen und die dann auf die jeweiligen Jamtracks anwenden und sie gegebenfalls in den Tonlagen verschieben.

    Letzter Tip : Lerne nicht zuviel auswendig!Sonst klingst du irgendwann wie irgendjemand anders!
    Das wichtigste ist,dabei seinen eigen Stil zu entwickeln.Das kann man unter anderem dadurch erreichen, verschiedene Stilistiken anzuwenden um nicht " zu festgefahren und beschränkt" zu klingen(Metal,Blues,Jazz....etc.)

    so,genug gelavert...
    peace
    brush
     
  5. Shapeshifter

    Shapeshifter Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.05   #5
    Naja, die Tonalität habe ich schon bedacht...;)!

    @Hans
    Ich spiele schon zu langsamen Balladen.Also mehr als tempo 90- MAXIMAL 100 spiel ich garnicht erst, weil sich dann meine spontanen 16tel läufe nicht nur total bescheiden anhören, sondern teilweise auch nicht mehr 100%ig im Takt sind, worauf ich eigentlich schon probiere zu achten.

    Ich lasse schon Pausen beim improvisieren, nur 16tel zu spielen ist ja auch wenig sinnvoll. Nur schaffe ich es nicht meine gelernten Licks, so in mein Spiel einzubauen, dass es total gekünstelt klingt...!

    Es ist auch nicht so, dass ich kompletter Anfänger in Sachen improvisieren bin. Hab die Pentatonik vor ca einem jahr gelernt. Ich denke auch des man sich mein Spiel mittlerweile auch schon anhören kann.Aber ich kann mich halt nicht so auf der Gitarre ausdrücken, wie ich es gerne hätte.

    mfg
    Shapeshifter
     
  6. brushfire

    brushfire Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.05   #6
    Nun mein Sohn:)
    Glatte Themaverfehlung ----> Note 6 :eek: (Ainz A am Thema vorbeigesegelt..)
    What can i say Dude......Die Dinge die ich bemerkt habe mögen sich für einen mehr oder weniger Fortgeschritten in diesem Teilgebiet als "Banalitäten" bezeichnen lassen...aber die letztendliche Lösung vieler Probleme steckt meistens garrnich wie das Sprichwort sagt "im Detail" sondern genau andersrum im Offensichtlichen...
    Fazit: Trotzdem glaub ich das meine Worte in diesem Thread für den Arsch waren aber c'est la vie und Life is a bitch...was schreib ich eigentlich soviel...sorry:screwy:
     
  7. sleepwalker361

    sleepwalker361 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.10.05   #7
    Dein letzter Satz ist der entscheidende. Du musst 150% wissen, WAS Du ausdrücken möchtest. Ein "Geiles Solo" ist zu allgemein. Überleg Dir, was für Gefühle und Stimmungen Du mit dem Song verbindest, und ob Du das mit dem Solo unterstreichen willst, oder einen Gegensatz dazu erzeugen willst. Wenn Du ein (noch völlig töneloses) Grundgefühl in Dir hast, dürfte es leichter fallen, das mit Tönen und Pausen zu füllen.
    An Technik brauchts da eigentlich gar net viel.
    Wenn Du das Ganze ein bisschen theoretischer betreiben willst, ordne Deinen bekannten Licks Stimmungen zu. Damit bekommst Du dann quasi eine Ordnung um das passende jeweils zu finden.
     
  8. Zakk_Wylde

    Zakk_Wylde Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.10.05   #8
    guter Ansatz! Du kannst auch andersherum versuchen, das gleiche Lick in verschiedener Weise zu spielen. D.h du spielst es einmal "schüchtern", dann "agressiv", "nachdenklich", "verzweifelt", "euphorisch" ... whatever

    scheint am anfang vielleicht etwas abgefahren, hilft aber bestimmt, eine bessere Kontrolle über dein Phrasing zu kriegen
     
  9. Fun Tom

    Fun Tom Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.10.05   #9
    Wie du schon bemerkt hast, müssen solche Sachen auch im richtigen Kontext stehen, damit sie wirken. Bei einem Frickel-Lauf ist also erstmal wichtig, wo er startet und wo er endet. Die Stimmung/Spannung entsteht also zwischen diesen Tönen, dazwischen klingt es dann "einfach nur schnell".
    Als Zieltöne bieten sich z.B. die Grundtöne von Akkorden an, über die man gerade spielt oder zu denen anschließend gewechselt wird.
    (Das setzt natürlich voraus, dass du trotz allen Improvisierens weißt, wo du "bist".)

    Ein weiteres Problem beim Zusammenkleistern von Licks ist auch, dass die meistens in sich geschlossen sind, d.h. dass die Spannung sich am Ende schon auflöst, weil du auf dem Grundton landest. Dann ist es schwer, sie weiterzuführen und du mußt erst wieder neue Spannung aufbauen. Ggf. mußt du also deine gelernten Sachen auch mal so modifizieren, dass du auf einem Intervall rauskommst, das die Spannung hält. Hier eignen sich z.B. Quinten ganz gut.

    In aktuellen und im letzten GUITAR Magazin gibt es übrigens einen Workshop zum Thema Improvisieren, der weitere Ansätze vorstellt.
     
  10. inoX

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    Erstellt: 27.10.05   #10
    mir geht das so das das meine improvisationen immer total schwimmen zwischen gehörten bekannten. ich spiel drei töne die gerade passen, dazu fällt mir dann ne mikro-figur ein, die hintenran passt. (so 2 töne) dann kommt vielleicht irgendwas was ich sowieso immer spiel. zufällig komme ich zB. im 18ten bund an und erinnere mich an sweepfiguren die man auch picken kann...

    also normalerweise bastel ich schon ideen von anderen zusammen, aber eben nur ganz kurze teile. (zB. (nicht das ich das theoretisch durchdenken kann) aber in dieser tonart der wechsel von dem auf den ton welcher dann steht und noch durch n vibrato in form gebracht wird)...
     
  11. Abyss

    Abyss Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.10.05   #11
    Wenn von Improvisieren die Rede ist dann regiert bei mir der Zufall.
    Ich kann mit einer Idee im Kopf diese nicht 100 % übertragen sogar mal nicht 50 %.
    Aus dem Moment heraus entsteht eine Melodie (Dissonanz) die bei jedem Wiederholen ganz anders klingen kann und andere spotane Ideen weckt und auch Pausen machen die Musik zur Musik.
     
  12. Shapeshifter

    Shapeshifter Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.10.05   #12
    erstmal danke für die antworten :)!
    Eigentlich haben mir alle soviel weitergeholfen, des ich jetzt erstmal weiß, woran ich arbeiten muss :)!

    Also nochmals thx
    mfg
    Shapeshifter
     
  13. Andreas Gerhard

    Andreas Gerhard Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.06   #13
    also mein persönlicher Tipp ist einfach, improvisien, improvisieren und nochmal improvisieren

    ich spiele jetzt auch gerade mal etwas über 2 Jahre und dementsprechend unerfahren klingen meine Impros auch, ich denke selbst wenn man wie ein bessesener jeden Tag Stunden lang übt, irgendwo merkt man es doch wenn jemand schon 10 Jahre mehr Erfahrung hat als man selbst.
    Viele Dinge gehen eben einfach langsam und eher unterbewusst in dein Spiel ein. Aber versuch wirklich mal nicht nur vor dir rumzududeln sondern vielmehr überhaupt erstmal Melodien die du im Kopf hast auszuarbeiten, das ist mühsam aber hilft wahnsinnig.

    Was sicher auch sinnvoll ist, wenn du dich langsam mal hinsetzt und jeden Tag mal ein bisschen Gehörtraining machst, also dich hinsetzt und versuchst Intervalle zu erkennen oder auch zu singen oder Melodien zu singen und nachzuspielen etc. und schöne Melodien zu spielen sind wohl das wichtigste Grundgerüst überhaupt und das kriegt man sicher nicht in einem Jahr, das entwickelt sich über Jahre, da dann zwischenrein zu fuddeln ist natürlich nochmal ne Sache, da musste dann eben wissen wie der jeweilige Lick in der Situation sich anhört und ob das passt, das dauert, also keine Hektik!

    Die Vortschritte die man dabei macht, scheinen auf den ersten Blick sehr klein zu sein, aber es schlägt sich alles unterbewusst in deinem Spiel wieder (so jedenfalls meine Erfahrung bis jetzt)

    Vielleicht haste ja auch mal ne repräsentative Hörprobe? Da könnte man dann evtl. noch mehr drauf eingehn :)
     
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