Da ich beide gut kenne: Nicht nur das Voicing ist anders aber vor allem auch die Gainstruktur. Während der SE für mich eher einen sehr gut klingenden Modern Clean Kanal und einen tollen High Gain Kanal hat, bleibt der Morse eher im Bereich Rock mit einem wärmeren Clean Kanal. Richtig fett Metal auf dem Morse braucht schon einen Pedal davor während der der SE das von Haus aus kann. Der Lead Kanal des Morse bietet viel mehr Crunch als der Lead-Kanal des SE. Eine große Stärke des SE ist, dass er auch bei richtig viel Gain klar differenzierte Töne liefert die gut chuggen.
Beide haben ein schönes Delay mit an Bord und ein Digital-Reverb. Letzteren nutze ich eigentlich gerne bei High Gain weil er den Ton nicht verwäscht, bei Clean und Crunch verwende ich am liebsten eine analogen Carl Martin Headroom Springreverb vor dem Amp, was noch geiler ist als der eingebaute Reverb.
Das Noise Gate im Lead Kanal greift sehr gut und sorgt auch bei viel Verzerrung für Ruhe im Studio. Was auch toll ist: mit den verschiedenen Mastervolume Einstellungen erhälst du auch auch verschiedene Frequenstrukturen. Das haben die meisten Youtuber beim Morse nicht verstanden, wenn sie schreiben, dass er sich weniger durchsetzt als der Fireball oder auch SE. Das funktioniert auch bei Homelautstärke wenn du Gain in der Vorstufe entsprechend runterregelst und Master hoch.
Den SE habe ich nicht mehr aber der Morse ist neben meinen Vox AC10 mein Standard Amp den ich wahnsinnig gerne über meine
Engl Pro 112 mit V30 spiele.
Für deinen Musikbereich den du angegeben hast (Crunch) habe ich dir deswegen auch nur den Morse empfohlen.
Nicht ganz. Ich versuch es so zu erklären: Der Unterschied bei High Gain ist klar. Das Clean des SE ist sehr schön aber eher modern ausgerichtet, etwas schlanker und wenig dynamischer. Das Clean vom Morse stellt sogar jeden
Fender-Clean Liebhaber zufrieden, bei einem Fender-Röhrenamp wird er das nie so leise und ohne Nebengeräusche spielen können. Herrlich. Allerdings: Wenn man das Master des Morse gerade bei 8-9 Uhr hat, klingt die Endstufe noch etwas zugeschnürt (das ist das was die meisten YT-Spezialisten feststellen und dann den Toneregler erhöhen und sich über den etwas dünnen Sound wundern...), entweder man dreht dann die Endstufe hoch (dann geht es richtig in Richtung Non-Master-Volume-Amp mit immer voller Endstufe) und Gain entsprechend runter (notfalls mit Pedalen wieder etwas Gain dazugeben) oder man lässt Master wo es ist und dreht dafür Bass und Middle voll auf (!) und nimmt Tone soweit runter wie die Höhen stören. Damit klingt der Morse noch klassischer als bei 12 Uhr-Stellung. Allerdings braucht man das nicht wenn man ihn gut ausfahren kann, dann komplettiert die Endstufe den Ton zur Vollendung.
Und wenn du den Morse hast und dir das gefällt, kannst du dir später immer noch den High Gain Sound des SE ein bisschen günstiger ins Haus holen mit dem Ironball 20 ohne SE:
Engl E606 Ironball Head 20

Der klingt genau wie der SE nur hat er kein Midi und sonstiges Schnickschnack, leider dann auch kein Noise Gate.