Ich danke vor allem @gidarr für die aussagekräftigen Daten. Ich fühle mich darin bestätigt, dass der Bildungshintergrund eine große Rolle spielt. Und dass staatliche bzw. institutionelle Erziehung (Ganztagsschulen, Kitas, Krippen usw.) in meinen Augen die liebevolle, aber bisweilen auch nachdrückliche Lenkung und Erziehung durch ein vernünftiges Elternhaus nicht ersetzen kann. Es wurde hier m.E. auch schon ganz richtig dargestellt, dass die "tollen" Aktivitäten in der Ganztagsbetreuung von Kindern und Jugendlichen jedenfalls keine zielgerichtete, bisweilen auch fordernde Musikausbildung ersetzen. Wenn's zu anstrengend wird, wechselt man halt den Kurs.
Dazu passt, dass jüngst gemeldet wurde, dass das Geld aus dem Bildungs- und Teilhabepaket auch nicht ankommt. Dieses war ja u.a. dazu gedacht, um Kindern einkommensschwacher Eltern Musikunterricht zu ermöglichen. Es ist also nicht in erster Linie ein finanzielles Problem (nachrangig dann schon), wenn in den so genannten bildungsfernen Schichten nicht (mehr) musiziert wird. Musikvereine, Fanfarenzüge usw. bringen diesen Kindern ja nicht nur Musik nahe, sondern bieten auch sonst eine soziale Einwurzelung, indem eine Reihe sonstiger Freizeitaktivitäten (z.B. Fahrten und Ferienfreizeiten) geboten werden. Diese großartige Leistung wird gar nicht genug anerkannt.
Stattdessen verlieren leider alle Arten von Vereinen durch die "Teilzeitknäste" aka Ganztagsschulen jugendliche Mitglieder, ohne dass Schulen adäquate Angebote mit einem gewissen verpflichtenden (fordernden und fördernden) Charakter anböten. Stattdessen, wie hier schon angedeutet, Aufbewahrung mit teils fraglicher Konzeption.
Es scheint mir so, als wenn ein Teil junger Menschen alle Möglichkeiten nutzt (und sich dabei auch z.T. überfordert), während andere, fast möchte ich sagen, gezielt, abgehängt werden. Schade.