Ist stark unterschiedliche Saitenspannung problematisch?

von gupjek, 05.07.18.

  1. gupjek

    gupjek Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.18   #1
    Ich probiere an der Tenorgitarre von Harley Benton immer mal wieder neue Saiten und Stimmungen aus. Heute kam ein Nylonsatz D'Addario EJ44C an. Die G-Saite (bzw beide Versionen der G-Saite) ist da klanglich ein heftiger Bruch. Beim In-der-Kiste-Kramen ist mir ein Satz "Silk & Steel Medium" (La Bella 710M) in die Hände gefallen. Dessen G-Saite ist umwickelt und klingt für mich ganz gut mit dem Rest des D'Addario-Satzes. Allerdings hat die La Bella-Saite eben wesentlich mehr Zug.
    Die Tenorgitarre hat nen Spannstab im Hals. Kann diese stark asymmetrische Belastung den Hals beschädigen oder muss ich mir da keine Sorgen machen?

    (Um die Belastung wieder symmetrischer zu gestalten, sind gerade zwei Saiten aus dem La Bella-Satz aufgezogen. Klanglich stinkt die dickere Saite aber ziemlich ab gegenüber der entsprechenden Saite aus dem D'Addario-Satz.)
     
  2. Bady

    Bady Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.18   #2
    Mehr Zug ?

    Womit hast du das denn gemessen oder ist das nur gefühlt ?

    Stark Asymmetrisch .. hääää … was ist denn da Asymmetrisch … hast du die Saite noch 3x um den Hals rum gewickelt ?

    Also da würde ich mir keine Sorgen machen … G Saite umsponnen ist die Klassische form wie sie in den 60/70ern genutzt wurde, und da sind die Gitarren auch nicht kaputt gegangen ;)

    In extremen dicken werden solche Saiten heute auch noch im Jazz und Blues gezockt.

    Der Spannstab ist ja genau dazu da die Belastung (mehr zug) durch die Saiten zu kompensieren … da geht höchstens was kaputt wenn du Zuviel dran rum schraubst.
     
  3. gupjek

    gupjek Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.18   #3
    Hmkay, da war ich wohl nicht ausdrücklich genug.

    Wie gesagt, aufgezogen ist nun eine Mischung aus dem Nylonsatz D'Addario EJ44C und Silk & Steel La Bella 710M - also eben einem Konzertgitarrensaitensatz und einem Westerngitarrensaitensatz.

    Asymmetrisch ist da, dass die dünnste Saite einen Stahlkern besitzt und die übrigen drei aus einem Konzertgitarrensatz kommen, also keinen Stahlkern besitzen (ebensowenig scheint der Kern aus Nylon zu sein, sondern laut Hersteller aus einem "multifilament stranded core material" ¯\_(ツ)_/¯ ).

    Hoffe, dass das schon dein "hääää" zerstreut sowie deinen Hunger nach Messwerten stillt ;)
    So könnten wir schlechten Stil und unsachliche Polemik hinter uns lassen.

    Der Konzertgitarrensatz von D'Addario trägt die Bezeichnung "Extra Hard Tension" und La Bella beschreibt den verwendeten Westernsatz selbst mit den Worten "these strings have less tension than standard steel, bronze or brass wound strings".
    Kann durchaus sein, dass der Unterschied bei der Zugkraft gar nicht so heftig ist. Für mich ist er deutlich spürbar.

    So lande ich wieder bei meiner ursprünglichen Frage:
    Kann diese asymmetrische Belastung den Hals beschädigen oder muss ich mir da keine Sorgen machen?
     
  4. frama78

    frama78 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.18   #4
    Kann ich dir nicht beantworten, da ich die Klampfe nicht kenne. Nur grundsätzlich: ... warum um alles in der Welt mischt man Stahl und Nylonsaiten? Ich lese das so, als ob "die halt grad rum lagen.

    Ich würde mir einfach einen kompletten Satz kaufen.

    Eine meiner Exen - ihreszeichen Kindergärtnerin - meinte, sie müsse eine gerissene Saite ihrer klassischen Gitarre mit einer 52er Westernsaite austauschen. Das klang einfach nur schrecklich, unstimmig und wirr.... jedenfalls solange, bis die Bridge abgerissen ist :D
     
  5. Gitarrenknecht

    Gitarrenknecht Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.18   #5
    Ich glaube nicht, Quatsch: ich bin mir sicher, dass ein stabverstärkter Hals das aushält. Bei einer Konzertgitarrenbrücke kann allerdings alles mögliche passieren (s.o.). Aber so eine hat deine Gitarre ja sicherlich nicht.
     
  6. hatschipu

    hatschipu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.18   #6
    Da würde ein Bild helfen.

    Grundsätzlich haben Stahlsaiten einen wesentlich höheren Zug als Nylonsaiten. Nylonsaiten auf Stahlsaitengitarren klingen nicht, normale Stahlsaiten machen Nylonsaitengitarren kaputt, dafür gibt es Spezialsätze. Mischungen sind unsinnig. Für was ist die Gitarre denn vorgesehen, was ist die Standardbesaitung? Da tenorgitarren nicht bei jedem rumhängen, wirst du ein paar Infos mehr liefern müssen.
     
  7. gupjek

    gupjek Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.07.18   #7
    Die Gitarre hat eine Western-style Brücke. Es ist die Harley Benton Custom Line CLT-20S NT Tenor:
    [​IMG]

    Wie gesagt, wenn ich den Nylsonsatz D'Addario EJ44C aufziehe, sticht die G-Saite krass heraus (ist ja dann die einzige nicht umwickelte Saite). Hab beim großten T nach umwickelter G-Saite gefiltert, dieser Satz blieb auch in den Ergebnissen und ich habe das leider selbst nicht nochma überprüft vor Bestellung. Nun war der Saitensatz aber recht teuer und ich würd ihn auch gern spielen. Daher will ich mir mit einer Stahlsaite behelfen.

    Solche verallgemeinernden Aussagen mögen meist zutreffen, aber - wie nunmal üblich bei Verallgemeinerungen - nicht immer. Extra High Tension Nylonsaiten klingen sehr gut auf dieser Tenorgitarre. Einen Ticken leiser als mit Stahlsaiten, das ist klar, aber wesentlicher schmeichelnder im Klang als alle Stahlsaiten-Sets die ich ausprobiert habe. Dabei spielt sie trotzdem laut genug und hat immer noch Sustain zum Abwinken.
    Die satzfremde G-Saite klingt und spielt sich wesentlich besser als die im D'Addario-Satz enthaltenen G-Saiten. Diese zu mischen scheint mir daher naheliegend und nicht unsinnig. Zumindest, wenn es zutrifft was @Gitarrenknecht sagt und ich keine Beschädigung des Halses durch diese ungleichmäßige Zugbelastung befürchten muss. Das ist ja immerhin die eigentliche Frage die ich hier stelle: Tu ich dem Hals unter den erläuterten Umständen weh oder nicht? Über weitere Meinungen dazu, wär ich froh :)
     
  8. hatschipu

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    Erstellt: 10.07.18   #8
    Nylonsaiten auf einer Stahlsaitengitarre schaden nicht, umgekehrt schon.
     
  9. frama78

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    Erstellt: 10.07.18   #9
    Das ist aber nicht das Thema. Die Frage war -wie ich das verstanden habe- ob ein Schaden zu befürchten ist, wenn man teils Stahl/ teils Nylonsaiten aufzieht. Das würde ich rein technsich von der unterschiedlichen Spannung her verneinen.

    Ich glaube nicht, dass es den Hals verdreht (Torsion/S-Kurve); wie es sich klanglich verhält will ich nicht (mehr) diskutieren... des Menschen Wille ist sein Himmelreich... oder so :)
     
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  10. hatschipu

    hatschipu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.18   #10
    Stahlsaiten-Gitarren dieser Preislage sind stabil gebaut, selbstverständlich ist kein Schaden zu befürchten. Der Hals ist aus Mahagoni, da sehe ich auch keine Gefahr. Ob das Holz zu frisch ist kann ich natürlich nicht beurteilen.
     
  11. OldRocker

    OldRocker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.18   #11
    Hi,

    der von dir angeführte assymmetrische Zug sollte eigentlich erst nach langer Zeit für ein Kippen des Halses sorgen...wenn überhaupt.
    Tatsächlich haben viele alte Gitarren dadurch leicht verzogene Hälse, da ja auch bei einem normalen Saitensatz der Zug ungleichmäßig verteilt ist...man sieht das auch wenn man übers Griffbrett peilt, das oft auf der Basssaiten-Seite minimal konkaver ist als auf der Treble-Seite...

    Es kommt schon darauf an was als Holz am Hals verbaut ist....sieht nach normalem Mahagoni aus-zusammen mit dem Stahlstab und dem Palisandergriffbrett sollte das halten, zumal der Hals recht breit ist für nur vier Saiten.

    Wenn deine Stahlsaiten viel mehr Zug haben als die die für die Gitarre gedacht sind, würde ich eher die Decke und die Brücke beobachten.
    Schau mal ins Schalloch Richtung Steg...hat die Gitarre ein X-Bracing?....wen ja, dann stabilisiert das die Decke und erlaubt schon gewisse Experimente...
    wichtig ist immer: genau gucken, vorsichtig sein, du merkst ja ob die Konstruktion gestresst wirkt oder locker bleibt.

    Gruss,
    Bernie
     
  12. gupjek

    gupjek Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.07.18   #12
    Vielen Dank für eure Antworten und das Hinwegsehen über meine befremdlichen Experimente:
    :>

    Dann bin ich mal beruhigt und werde die Saiten ne Weile spielen. Nochmal kauf ich den Satz eh nicht. Aber wer weiß wie das nächste Experiment aussieht :E
    @OldRocker Bin gerade nicht zu Hause, aber ich bin mir relativ sicher, dass unter der Decke ein X-Bracing klebt. Aber ich werde mir deinen Rat merken und Vorsicht walten lassen. Für meine Abwesentheit habe ich die Stahlsaite vorsichtshalber entspannt.
     
  13. frama78

    frama78 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.07.18   #13
    manchmal ist so ein versuch ja auch heilsam, bzw eröffnet neue Perspektiven.

    Ich spielte früher immer 9er Saiten, bin dann auch 10er und manchmal auch 11er umgestiengen. Beim Aufziehen ist mir eine B-Saite gleich abgerissen und ich wollte nicht gleich einen neuen Satz opfern, habe also in der Restekisten eine alte B-Saite eines 009er Satzes gefunden. Draufgezogen und festgestellt, wie toll sich 9er spielen => nächstes mal kommt mal wieder ein ganzer Satz 9er drauf :)
     
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