K&M 14053 Stehhilfe/K&M 14042 Rückenlehne/K&M 14051 Fußstütze

von Wil_Riker, 05.06.12.

  1. Wil_Riker

    Wil_Riker Helpful & Friendly Akkordeon-Mod Moderator HFU

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    Erstellt: 05.06.12   #1
    Einige ausgesuchte Musiker-Board-User hatten die Gelegenheit, verschiedene Drummersitze sowie eine Stehhilfe des renommierten deutschen Herstellers K&M (König & Meyer) im Praxistest unter die Lupe zu nehmen:
    https://www.musiker-board.de/board-...rummersitze-1-stehhilfe-k-m-koenig-meyer.html

    Als Akkordeon-Spieler habe ich mich aus folgendem Grund um den Test der o. g. Komponenten beworben: Das Spielen auf meiner großen Hohner Morino VI N (16 kg) ist im Stehen praktisch nicht möglich. Deutlich wohler als auf normalen Stühlen fühle ich mich dabei auf Barhockern - beim Proben im Vereinslokal ist das kein Problem, aber unterwegs bei Auftritten trifft man hohe Sitzgelegenheiten eher selten an. Der Drum Stool schien anhand der Artikelbeschreibung sehr transportabel zu sein und auch in einen handelsüblichen Kleinwagen zu passen.
    Die Freude war groß, dass ich seitens des "Testleiters" Martin Hofmann recht unverzüglich den "Zuschlag" erhielt und wenige Tage später ein Paket mit dem dem Drum Stool und der Rückenlehne in Empfang nehmen durfte.

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    Die angekündigte Fußstütze fehlte zunächst, wurde aber nach Rücksprache zwischen Martin und K&M umgehend nachgeliefert.

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    Aufbau und Verarbeitung

    Wer schon einmal ein Boxenstativ aufgebaut hat, wird das gleiche Prinzip auch beim Drum Stool wiederfinden: Die 3 Standbeine werden einfach ausgeklappt/ausgezogen, eine Fixierung ist nicht notwendig und daher nicht vorgesehen. Die Füße der Standbeide besitzen zur Verhinderung des Wegrutschens bzw. zur Vermeidung von Kratzern auf Böden Kappen aus Gummi.
    Die Anpassung der Sitzhöhe erfolgt nicht stufenlos, sondern in 2,5-cm-Schritten. Hat man die gewünschte Höhe erreicht, lässt man den Haltebolzen einrasten und fixiert das Rohr zusätzlich mit einer griffigen Rändelschraube. Die Gesamthöhe der Sitzfläche lässt sich dadurch von ca. 65 bis 92,5 cm variieren.

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    Jetzt muss nur noch die Sitzfläche aufgesteckt und ebenfalls fixiert werden. Dies funktioniert nur in einer einzigen Position, da das Rohr eine Nut besitzt, in die die Rändelschraube der Sitzfläche zur Fixierung greift. Dadurch ist es aber leider auch nicht möglich, die Sitzfläche während der Benutzung wie bei einem Bürostuhl zu drehen - daran muss man sich erst gewöhnen, zumal sie wie ein Fahrradsattel geschnitten und nicht rund ist, und man so nur in einer Position "aufsitzen" kann.
    Erfreulich ist, dass die Sitzfläche nicht aus (Kunst-) Leder besteht, auf dem man sehr leicht schwitzt, sondern aus einem ausreichend harten (grobmaschigen) Textilpolster. Was mir hingegen nicht so gut gefallen hat, ist die "Einfassung" der Sitzfläche am Rand: Die Kunststoff-"Leiste" besitzt einen deutlich sichtbaren Stoß. Diese Stelle hätte man besser verkleben oder abdecken können.

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    Zur Montage der Rückenlehne ist es sinnvoll, die Sitzfläche wieder abzunehmen, da ihr gebogenes Halterohr von unten in die vorgesehene Halterung eingeschoben und verschraubt wird - auch wieder ohne Werkzeug, nur mit einer Rändelschraube. Die Höhe der Lehne über der Sitzfläche ist variabel je nach der eigenen Vorliebe einzustellen (insgesamt ca. 12 cm). Der hintere Abstand ist aber nur in einem kleinen Maße (kaum mehr als 1 cm) anpassbar, da das Halterohr fast am Standrohr bzw. der Unterkante der Sitzfläche anstößt und hinten die Rändelschraube in die Aussparung des Befestigungsprofils passen muss. Da hilft es auch nicht, dass im Halterohr 2 Aufnahmen für die Schraube vorhanden sind, denn bei Nutzung der vorderen Bohrung hat die Rückenlehne in der Halterung leichtes seitliches Spiel. Mit dem vorgegebenen Abstand lässt sich aber in den meisten Fällen sehr gut leben.
    Im Gegensatz zur Sitzfläche besteht die Rückenlehne aus schwarzem (Kunst-) Leder, d. h. sie passt optisch nicht ganz dazu. Auch hier besteht wieder das kleine Manko des Einfassungs-Stoßes (s. o.).

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    Zu guter Letzt muss noch die Fußstütze angebracht werden. Dafür wird zum ersten mal ein Werkzeug (Schraubenschlüssel) benötigt, um die Schelle der Stütze am Rohr der Stehhilfe befestigen zu können. Wie bei SB-Möbeln gewohnt ;), liegt ein einfaches Exemplar der Fußstütze bei, das leider entsprechend fummelig zu bedienen ist. Nachdem ich bei mehreren Versuchen abgerutscht war, habe ich aufgegeben und meinen Ratschenkasten herausgeholt - damit ging's wesentlich besser. Die bebilderte Anleitung ist dafür sehr verständlich gehalten, und für besonders erwähnenswert halte ich das Zettelchen mit dem Namen des Mitarbeiters, der die Stütze verpackt und kontrolliert hat.
    Auch die Fußstütze besitzt an den Seitenkanten Kunststoffstopfen zur Vermeidung von Kratzern beim Anrempeln. Zudem ist die Haltekonstruktion mit einem Scharnier ausgestattet, so dass man sie um 90° nach oben wegklappen kann. Dies soll bei Transport oder Lagerung Platz sparen - zumindest theoretisch (dazu später mehr).

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    Fertig. So sieht die Konstruktion komplett aufgebaut aus:

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    Praxistest

    Neben dem o. g. Einsatz beim Akkordeonspielen habe ich die Stehhilfe am Mischpult bei dem ein oder anderen Beschallungsjob eingesetzt (hier mag ich's auch gerne höher als mit einem Standard-Stuhl oder einer Kirmesbank).

    Mit mir und meinem Akkordeon lastet ein Gesamtgewicht von ca. 100 kg auf der Stehhilfe, und die Spielbewegungen führen teilweise zu Torsionskräften im Bereich der Standfüße und des Auszugs. Inwiefern sich dies langfristig auf das Ausschlagen der Schraub- und Nietverbindungen auswirkt, lässt sich nach nur 4 Wochen leider noch nicht einschätzen. Bislang gibt es allerdings keinen Grund zur Klage. Uneingeschränktes Lob hingegen für die Sitzfläche, auf der man aufgrund des ergonomischen Schnitts und des guten Härtegrads der Polsterung auch bei längeren Einsätzen sehr bequem sitzt.

    Nicht so gut gefallen hat mir die Art der Befestigung der Fußstütze: Wie bereits oben geschrieben, lässt sie sich zwar nach oben klappen, allerdings kommt sie dabei einerseits mit der großen Rändelschraube des Auszugs in Konflikt und verhindert andererseits das komplette Einklappen der Standfüße. Dies führt in der Praxis dazu, dass das komplette Konstrukt nicht so platzsparend zusammengelegt werden kann, wie theoretisch vorgesehen. Oder man muss zum Transport die Fußstütze jedesmal demontieren...

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    Fazit

    Egal ob Akkordeonspieler, Keyboarder, Gitarrist, Schlagzeuger etc. - bequemes und rückenschonendes Sitzen bzw. "Anlehnen" ist mit dem Drum Stool sowie den beiden Anbauteilen möglich. Dabei steht die Stehhilfe fest und wackelfrei auf jedem Untergrund, und bis auf die genannten Kleinigkeiten bestätigt K&M hier wieder einmal das Prädikat "Made in Germany".
     
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  2. mix4munich

    mix4munich Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 27.12.13   #2
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    Hey, echt jetzt? Egal, danke sehr für den kritischen Test dieses interessanten Teils.
     
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