Kann mir wer Effekte empfehlen? (kenn mich nicht aus)

von the_arcade_fire, 03.09.05.

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  1. the_arcade_fire

    the_arcade_fire Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.09.05   #1
    Hallo zusammen

    In letzter Zeit habe ich mir ernsthaft mal Gedanken über Effekte gemacht. Fakt ist: Ich spiele alles, aber wirklich alles über so ein kleines Korg Multi FX-Kästchen... oder eben clean. Das bedeutet zwar ich kann das meiste spielen, nur kommt mir vor ist die Auswahl dann doch irgendwie beschränkt, weil einfach alles diesen "Korg-Effekt-Sound" hat. Sprich es ähnelt sich alles sehr. Von Effekten habe keine Ahnung. Eigentlich nie ernsthaft drüber nachgedacht, weil mir so ein Multi FX reichte. Aber wegen dem hohen Rauschpegel und weil ich einfach ein bisschen flexiblere Sounds haben möchte frage ich mal vorsichtig ob man mir da was empfehlen könnte:


    • Musikrichtung ist Indie, Rock, Britpop, ein bisschen Alternative, Funk, Jazz....
    • also Bands wie: Radiohead, Modest Mouse, The Arcade Fire (!), Eels, Dandy Warhols, Oasis (von mir aus), Blur, Coldplay, Pearl Jam, etc....

    Was hätte ich gerne?


    Könntet ihr mir bitte verschiedene Effekte empfehlen (auch Pedale, Wah-Wah) damit ich schon ne Vorahnung habe, bevor ich teste? Bitte Bitte!

    Außerdem, welche grundsätzlichen Effektkategorien gibt es? Ist da alles extra, oder lohnt es sich ein Delay-Fx oder so was (keine Ahnung ob es das gibt) dazwischenzuschließen?

    Wie funktioniert eigentlich die Effektschaltung? Wenn ich jetzt 4 Effekte habe. Kann ich die einzeltn wählen und wie, oder mischen sich diese 4 immer zusammen. Wie kann ich wechseln etc. Total Error. Leider.

    Mfg und vielen Dank!!

    tHE aRCADE fIRE !
     
  2. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 03.09.05   #2
    Hallo Du,

    für Deinen Einsatz würde ich Dir im Groben folgende Effekte raten:

    -Jim Dunlop CryBaby CGB-95 (Wah)
    Mit einem Wah umzugehen ist eine Kunst. Man muss es richtig erlernen und dort reicht das einfache Anschalten einfach nicht aus. Darum erntet das klassische CryBaby sehr viel Kritik und man bekommt oft zu hören "Da kommt kein Wah raus". In Wirklichkeit wollen die Leute sich damit nur nicht auseinandersetzen und ich kann Dir dieses wirklich wärmstens empfehlen. Wenn Du dieses Wah beherrschst, liegen Dir so ziemlich alle Sound-Möglichkeiten zu Füßen. Es nimmt einem keine Arbeit ab, kommt man damit jedoch einmal klar, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Clean und auch bei Distortion.

    -BOSS CE-5 oder BOSS CH-1 (Chorus)
    Vielen Gitarristen (wo ich mich dazuzähle), ist der Clean-Sound zu charakterlos. Mit einem Chorus kann man das Clean-Signal wunderbar ausschmücken, klarer und deutlicher klingen lassen. Wird zum Beispiel bei Nothing Else Matters (ja, das allseits bekannte Intro und auch das Zwischenspiel) oder Knockin on heavens door genutzt.

    -Distortion/Overdrive
    Von diesen Effekten solltest Du eine Hand voll haben, da Du damit Alternativen zu der Zerre Deines Verstärkers hast. Modelle kann ich Dir genug nennen, allerdings wirst Du damit überforder sein und sie auch nicht zuordnen können, da es eine Frage des Geschmacks ist.

    Das sind die Grundvorraussetzungen und wenn Du Dich noch nicht viel damit auseinandergesetzt hast, würde ich es erstmal dabei belassen.

    Zu Deiner zweiten Frage. Es gibt 3 Kategorieren:

    Dynamische Effekte:
    Distortion, Overdrive, Wah, sind dynamische Effekte (gibt aber noch mehr). Dort ist der Wirkungsgrad und die Effektumsetzung von dem Spielverhalten des Gitarristen abhängig. Beispiel: Wenn Du stark spielst, ist die Zerre laut und stark, wenn Du zart und locker spielst, ist die Zerre nur leicht angechruncht. Du kannst also mit Hilfe der Lautstärke/Spieltechnik den Effekt in seiner Funktion beeinflussen. Dynamische Effekte gehören generell immer an den Anfang der Signal-Kette (also direkt hinter die Gitarre), damit man die Dynamik nicht zerstört. Aber es gibt keine Vorschrift, wo man es zwingend anschliessen muss.

    Modulationseffekte:
    Flanger, Delay, Chorus sind Modulationseffekte, auch da gibt es noch viele weitere. Deren Funktion ist immer gleich und eben das Gegenteil von dynamisch: statisch. Modulationseffekte schaltet man normalerweise in den FX-Loop des Verstärkers. Auch hier ist alles möglich, nur wird es halt meistens so gehandhabt mit dem FX-Loop.

    Nicht-Effekte:
    Kompressor, Equalizer, NoiseGate, Feedback Destroyer und noch viele andere werden zwar als Effekt angeboten und verkauft. Sind aber keine Effekte, sondern dienen nur zur Nachbearbeitung, Filterung (von Frequenzen oder/und Störgeräuschen) oder zur Klanganpassung. Diese Geräte kann man überall dort anklemmen, wo man sie für nötig hält. Dort gibt es keine Optimalwerte oder dergleichen. Die kommen dort zum Einsatz wo es brennt um die Qualität des Gitarrensounds aufrecht zu erhalten.

    Ob Du Effekte mischen kannst, hängt vom jeweiligen Effekt ab. Wah und Distortion kannst Du mischen, Akustik-Simulator und Distortion hingegen nicht, da die gegeneinander arbeiten.

    mfg. Jens
     
  3. digital-ash

    digital-ash Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.09.05   #3
    Hui! also wo soll ich anfangen....hier scheint einiges geklärt werden zu müssen!
    zunächst mal: von der musikrichtung bzw. bands bin ich eindeutig auf deiner seite....höre nämlich eigentlich genau das selbe wie du!
    ich kann dir ja mal sagen was ich habe bzw. was ich mir noch zulegen will! (einfach mal ne PN an mich)

    soo zunächst mal könntest du dir zB das set-up vom radiohead gitarristen unter http://guitargeek.com/rigview/510/
    anschauen....auf der seite findest du noch einige andere set-ups von artists

    dann was man meiner meinung für effekte haben sollte (muss nicht aber trotzdem) für solche musik:

    Overdrive: einen Ibanez TS9 (reussie) oder einen nachbau der alten TS9 serie die allgemein als DER legendäre tubescreamer sound bekannt ist MEK TD-1
    zu dem thema hier ein link zu einem anderen thread:
    TS9 (reussie) gegen TD-1

    Fuzz (Verzerrer): zB EH Big Muff oder Proco The Rat 2

    Delay: gibt es tonnenweise welche....werden unterschieden in digital und analog....analog klingt "organischer" und mehr wie ein wirkliches echo und digital eben etwas "künstlicher" da bei dem wiederholten signal meist der gesamte frequenzgang gesamplet wird...die digitalen haben aber wiederrum den vorteil dass die zeit bis das signal wiederholt wird zB bis zu 4 sek sein kann... die analogen haben da ca. max 0,5 sek....
    analog: zB EH Memory Man
    digital: zB Digitech Digi Delay

    Reverb (Hall): gerade bei sachen von zB coldplay wird oft hall verwendet zB EH Holy Grail

    Phaser: zB EH Small Stone (JA ich liebe diese Firma :D ) oder MXR Phase 90

    manchmal ist zB auch ein chorus nicht schlecht...aber generell würde ich sagen wird von den indie bands wie zB arcade fire oder modest mouse recht wenig effekte verwendet....meistens tuts da ein schöner fender amp mit ner tele oder nem strat davor...

    so zum schluss noch: falls du nicht weißt wie bestimmte effekte klingen hier ein link: http://www.harmony-central.com/Effects/effects-explained.html
    dort sind einige effekte erklärt....auch mit soundbeispielen

    ich hoffe ich könnte dir ein paar fragen beantworten.....
     
  4. stonedrocker

    stonedrocker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.09.05   #4
    john,
    ich bin nicht ganz einverstanden mit deiner einordnung von kompressoren...

    die bearbeiten nämlich ganz gewaltig die dynamik eines signals... und würden daher in deine erste kategorie gehören......
    ein kompressor ist ja ausdrücklich dafür da, die dynamik eines signals zu glätten... ein kompressor wird z.b. auch sehr stark von deiner spieldynamik beeinflusst....
    deshalb: kompressor = dynamik-effekt (super wort..... ;))
    gehört auch an den anfang einer typischen gitarren-effekt-kette....
    ansonsten.....: :great:
     
  5. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 03.09.05   #5
    Ein Kompressor macht plump ausgedrückt, Lautes leise und Leises laut und das auf einem festgelegten Level. Schaltet man den Kompressor nun vor die Distortion, ist keine Dynamik mehr vorhanden, da der Effekt immer mit dem selben Level angesteuert wird. Ein Kompressor ist ein Dynamik-Killer und ändert ja nur etwas am Pegel, nur indirekt etwas am Sound.

    Hm...ich glaube, Du hast meine Kategorisierung falsch verstanden. Unter den dynamischen Effekten habe ich die aufgezählt, die mit der Dynamik arbeiten - nicht, die etwas mit der Dynamik zutun haben. Vielleicht habe ich das einfach falsch formuliert.

    Grüßle,
    Jens
     
  6. stonedrocker

    stonedrocker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.09.05   #6
    hmm.....
    ok.... das kann man von mir aus so stehenlassen.... an den anfang gehört ein kompressor trotzdem.... ;)
    im einschleifweg hatter auf jeden fall nix zu tun....

    schönen abend noch.... :D
     
  7. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 07.09.05   #7
    Beinahe hätte ich vergessen, drauf zu antworten ;).

    Du begründest Deine Aussage leider nicht. Ein Kompressor am Anfang ist nur bei Einsteigern sinnvoll, welche es noch nicht schaffen, die Dynamik unter Kontrolle zu haben und mit aller Kraft damit beschäftigt sind, die Finger an die richtige Stelle auf dem Griffbrett zu setzen oder im Studio, wo die Dynamik spätestens am Mixer gekillt wird.

    Bei einem normalen Setup bei einem Live-Auftritt, im Proberaum oder beim Üben beschneidet man sich an den Möglichkeiten, den Sound flexibel zu gestalten, wenn man die Dynamik von Anfang an außer Kraft setzt.

    Es gibt auch noch andere Stellen, als den Einschleifweg, wo man ihn hinsetzen könnte. Zum Beispiel hinter die dynamischen Effekte: Wah => Distortion/Overdrive => Kompressor => Vorstufe => Loop => Chorus und Co => Endstufe. So wird es meistens gemacht. Auch im Loop kann man ihn einsetzen, wird aber kaum einer machen.

    Aber wie gesagt: gehen tut beides. Nur wer nimmt sich freiwillig Flexibilität? Ich nicht :great:
     
  8. inoX

    inoX Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.05   #8
    wieso nicht-effekte? kompressor und zerre is vonner dynamik her das selbe, nur das n kompressor nix clippen lässt. EQ: n wah pedal is nix anderes als n parametrischer EQ. Noisegate oder feedback destroyer sind expander, und arbeiten sehr ähnlich wie n kompressor (s.o.).

    €: hier gibts gute infos (ab da ma n bischen surfen)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Effektger%C3%A4t_%28Musik%29

    mfg simon
     
  9. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 07.09.05   #9
    Es gibt klare Linien, nach denen man Geräte klassifizieren kann. Alles, was irgendwas an dem Ton ändert, ist noch lange kein Effekt.

    Unter Effekten versteht man Geräte, die periodisch (regelmäßig) oder unregelmäißg den Klang mit einem eigenen Charakter versehen. Der Charakter kann entweder von der Dynamik abhängig sein (dynamische Effekte), oder von userdefinierten Einstellungen (so ist es meist bei Modulationseffekten).

    Ein Kompressor hat solch eine Eigenschaft nicht. Ein EQ auch nicht, NoiseGate und FD auch nicht. Die Kümmern sich um das drum herum und nicht um den Signalkern selber.

    Die Aufzählung bei Wikipedia ist eine andere, als ich sie oben aufgeschrieben habe. Ich habe nichts aufzählen wollen, was mit der Dynamik zutun hat, sondern welche aktiven Einfluss auf den Sound durch die Dynamik haben. Ich glaube, das wurde etwas falsch verstanden. Auch ist die Liste bei Wikipedia style-orientiert und nicht technik-orientiert.

    "Verzerrende Effekte" ist eine Kategorie, die es eigentlich garnicht gibt, sondern die mehr auf das Ergebnis und den Sound zielt.

    Zusammengefasst: Nur weil etwas mit der Dynamik arbeitet oder zutun hat, ist es kein dynamischer Effekt.

    mfg. Jens

    EDIT:
    So kommen wir auf keinen grünen Zweig. Es ist halt eine Frage, wie man die Effekte kategorisieren möchte. Ob Nach Sound, ob nach Technik, ob nach Schaltung, usw. - meine obige Liste galt der technischen Sicht.
     
  10. inoX

    inoX Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.05   #10
    hast du mal bedacht das deine "nicht-effekte" arbeiten? willst du mir wirklich erzählen, das n kompressor die klangvarbe NICHT verändert? angenommen n kompressor arbeitet 100%tig ohne die geringste soundverfälschung, dann gibt es aber immernoch den amp, der bei nem anderen pegel anders klingt. du willst wissen wie ein kompressor klingt? er pumpt!
    zum EQ, du verstehst das vielleicht nicht, aber ein EQ IST ein wah und umgekehrt. das wah ist ein EQ zum treten.
    zu deinen expander gschichten (feedbackdestroyer und noisegate): n expander ist ein "umgekehrter" kompressor, allerdings könnte ich es am ehesten nachvollziehen wenn diese geräte nicht effekt genannt werden.

    diese zeile hatt ich übersehen. irgendwie tust du in dieser zeile extrem objektiv, obwohl das eigendlich 100% subjektiv ist. (frag ma tom morello)
     
  11. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 07.09.05   #11
    Ich bin mir im Moment nicht im Klaren darüber, worauf Du eigentlich hinaus möchtest. Momentan hinterlässt Du bei mir nur den Eindruck, dass Du gezielt Fehler suchen möchtest.

    Ich habe dem Fragesteller aus der technischen Sicht eines Gitarristen geantwortet (nicht aus der Sicht eines Audio-Engineers der mit Spieltechniken und Gitarren nichts zutun hat) und es ist und bleibt ein Fakt, dass man den Kompressor mit der Anschlag-Dynamik einer Gitarre nicht beeinflussen kann. Er glättet das Signal nach Parametern, die der Gitarrist zuvor festgelegt hat (Attack, Sustain, Level, ...). Er hat etwas mit der Dynamik zutun, ändert aber nicht das Verhalten, sondern gleicht nur aus (nimmt weg oder boostet dazu). Das ist aber nicht das, was ich dem Fragesteller erklären wollte - hier werden mir die Worte im Mund umgedreht.

    Für einen Gitarristen ist ein Kompressor kein Effekt. Er fügt dem Signal keinen Charakter zu und dass er am Signal nichts verändert habe ich nirgendwo geschrieben.

    Ich könnte gerne noch weiterschreiben. Es hat aber keinen Sinn, wenn man sich nicht alles durchließt (in Bezug auf die Fragenstellung).

    Ein Akustik-Simulator soll der E-Gitarre die Klangform einer akustischen Gitarre verleihen, was durch eine Distortion zerfleischt wird. Mit einem Ferrari sollte man nicht off-road fahren, da er für Rennstrecken konzipiert worden ist. Dass man es aber nicht dennoch tun kann, habe ich nirgendwo geschrieben - also wo ist das Problem? Ich sehe keines, da ich immer geschrieben habe, dass man alles tun kann wonach es einem ist.

    Bitte Schluss mit Unterstellungen, laut einer Bewertung wurde the_arcade_fire von a bis z geholfen mit den ersten Antworten in diesem Thread (auch wenn ich es begrüßt hätte, wenn er das Feedback in diesem Thread gegeben hätte).

    mfg. Jens
     
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