Kaufberatung bei Röhrenamp

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lbm
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Hallo Forengemeinde,

da ich selber keine Ahnung von Gitarren und Zubehör habe hoffe ich auf Ratschläge von euch.

Mein Sohn bekommt seit 1 Jahr E-Gitarren Unterricht und ist mit viel Begeisterung dabei.

Im nächsten Jahr stehen mehrere Feiern an wo es Geschenke gibt. ( Geburtstag, Taufe, Konfirmation)
Der Wunsch ist immer gleich, am liebsten Geld für einen Röhrenamp.
Ich habe hier schon einige Themen verfolgt die immer neue Fragen bei mir aufkommen lassen, deswegen habe ich mich entschlossen dieses Thema zu eröffnen.

Es gibt ja nun reichlich Auswahl und viele unterschiedliche Vorzüge bzw. Nachteile die ein Amp hat.
Ich schätze das der Preisrahmen bei 1000-1200€ liegen kann und nur ein Neugerät infrage kommt. (Garantieansprüche) da ich nichts selber an einem Gebrauchtgerät machen kann.

Nun zu meinen Fragen:

- der Amp sollte Klanglich ein Allrounder sein ( die Tendenz ist z.Zeit Rock bis Hardrock aber auch andere Sachen werden nach dem Unterricht geübt)

-mindestens 2 Kanäle haben die man mit einem Fußschalter schalten kann

- es sollte möglich sein später auch Effektgeräte anzuschließen

-die Lautstärke sollte für Zuhause als auch später ggf. für eine Bandprobe geeignet sein.

-bei einem Combo sollte nachträglich noch eine Box anzuschließen sein.

-es wäre super wenn Ihr bei euren Erfahrungen (Empfehlungen) Vorteile ggf. auch Nachteile schreiben könntet.

Natürlich wird z.Zeit noch mit Kanonen auf Spatzen geschossen, aber wenn schon etwas neues gekauft wird sollte diese Investition dann auch für die Zukunft sein.

Also, wenn jemand etwas empfehlen bzw. noch ein paar Tips geben kann worauf beim Kauf zuachten ist ,bitte kein Blatt vor den Mund nehmen.
Das mit dem Anspielen habe ich natürlich auch gelesen, aber wenn es so weit ist möchte ich nicht völlig planlos in einen Laden gehen.( Das merkt der Verkaufer ja sofort und wird bestimmt seinen Ladenhüter anpreisen)

Danke für eure Antworten.

Frohes Fest
lbm
 
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Ich schätze das der Preisrahmen bei 1000-1200€ liegen kann und nur ein Neugerät infrage kommt. (Garantieansprüche) da ich nichts selber an einem Gebrauchtgerät machen kann.

Nun zu meinen Fragen:

- der Amp sollte Klanglich ein Allrounder sein ( die Tendenz ist z.Zeit Rock bis Hardrock aber auch andere Sachen werden nach dem Unterricht geübt)

-mindestens 2 Kanäle haben die man mit einem Fußschalter schalten kann

- es sollte möglich sein später auch Effektgeräte anzuschließen

-die Lautstärke sollte für Zuhause als auch später ggf. für eine Bandprobe geeignet sein.

-bei einem Combo sollte nachträglich noch eine Box anzuschließen sein.

-es wäre super wenn Ihr bei euren Erfahrungen (Empfehlungen) Vorteile ggf. auch Nachteile schreiben könntet.

Natürlich wird z.Zeit noch mit Kanonen auf Spatzen geschossen, aber wenn schon etwas neues gekauft wird sollte diese Investition dann auch für die Zukunft sein.

Hallo,

einen Amp kann man leider nicht wie einen Drucker oder einen Fernseher rein nach Daten kaufen. In dem Budget von ca. 1000 Euro gibt es unzählige Amps die die Anforderungen erfüllen, die alle gut sind und ihre Anhänger haben. Die Entscheidung kann daher nur auf Grundlage des persönlichen Geschmacks erfolgen.

Die genannten Anforderungen sind viel zu unspezifisch, um anhand derer eine geignete Vorauswahl zu treffen.

Auch wenn ich dein Argument mit der zukunftsträchtigen Investition generell unterstütze, gebe ich folgende Punkte zu bedenken.

1. Bei deinem Sohn muss sich der Soundgeschmack wahrscheinlich erst noch entwicklen. Es braucht seine Zeit, bis man wirklich weis wie man klingen will.

2. Probetaugliche Amps sind zu Hause mitunter schwer einzusetzen, da sie einfach eine gewisse Mindestlautstärke haben wenn sie ihren Klang entfalten sollen.

3. Will man wirklich später den Amp immer zwischen zu Hause und Proberaum hin- und herschleppen? Ein Proberaumtaugliche Röhrenamp wiegt dann auch mal schnell 20-30 Kilo, und ist eben nicht einfach auf dem Fahrrad mal eben transportiert.

4. Gute Übungsamps fangen bereits mit 99 Euro an (Micrcube, Vox Da5, Vypyr 15, Spider IV15). Das sind flexible kleine Kisten, anhand derer man seine Soundpräferenzen ausbilden und entdecken kann. Später sind das immer noch gute Übungsamps, so dass der "richtige" Amp im Proberaum bleiben kann. Insofern ist das Geld nicht rausgeworfen.

Mal als Beispiel was mit einem günstigen Übungsamp für 199 Euro alles geht

Schau dir mal die Reihe an http://www.youtube.com/watch?v=-pmSEPolZbw (also alle Parts nacheinander).
 
Das ist ja mal erstaunlich viel und reflektiertes Engagement. Umso schwerer ist die Frage zu beantworten.

Ein Anfänger der gleich richtig gutes Zeug bekommen soll kann sich wirklich glücklich schätzen. Trotzdem würde ich zu Anfang zu einem Amp für max € 500 raten und das übrige Geld ins Sparschwein stecken.

Gerade bei einem Anfänger können sich die persönlichen Vorlieben im Sound noch so stark ändern dass selbst ein sehr guter Amp die falsche Wahl gewesen sein kann. Der Anspruch "Clean" ist leicht zu fassen, bei den verzerrten Sounds wirds schwieriger denn wenn aus Rock oder Hardrock plötzlich Metal wird können die Reserven in der Zerrstufe schnell erschöpft sein.

Ich finde für den Einstieg den Fender Super Champ XD sehr schön. Ein Hybridamp mit Röhrenendstufe und sehr vielen Features welchen ihn extrem vielseitig machen. Allerdings könnten sich seine 15 Watt bei einem lauten Drummer als zu schwach erweisen.

Der Hughes & Kettner Edition Tube hat zwar nicht wesentlich mehr Leistung, ist aber extrem laut und klingt gut. Er hat einen recht neutralen Clean Sound und kann supertolle Crunch- und Leadsounds erzeugen. Hall ist auch an Bord, er ist nicht übermässig schwer und kostet nicht die Welt. Teste die mal an....

Frohes Fest :)
 
Ich halte die Preisklasse von 1.000,-- € für einen Röhrenamp bei einem Anfänger für gigantisch überdimensioniert. Die Vorlieben müssen sich erst entwickeln und entwickeln sie sich in eine andere Richtung, als gedacht, ist viel Geld zum Fenster herausgeworfen worden. Ein verkauf der noblen Stücke über EBAY bringt immer Verlust mit sich.
Mit einem Budget von € 1000,-- bewegt man sich in der mehrkanaligen Leistungsklasse in der Größenordnung von 100W.

Da erst beim Eintritt einer Übersteuerung die begehrte Röhrenverzerrung eintritt, muß man Amps dieser Güte in einer Form aufreißen, daß von sozialverträglicher Übungslautstärke nicht mehr die Rede sein kann.
Um mal einen Vergleich zu geben - mein selbstgelöteter Bastel-Amp mit einer 6L6-Röhre mit ca. 8W bringt an meiner 4x12er Box bereits soviel Bums, daß mein auf der Straße am Haus und Garten vorbeilaufender Sohn sich über den Lärm beschwerte.
Mein 30W-Röhrencombo (preiswertes Exemplar von FAME - ohne separaten PreAmp aber wegen ungenügender Vorstufe nicht zu empfehlen...) ist ohne Hörschäden zu riskieren nicht mehr voll aufzudrehen.

Effektgeräte kann man immer vor dem Amp anschließen. Das ist insofern kein Kaufkriterium.
Das Einschleifen in den Signalweg geht bei einigen Amps auch, kann aber auch in hochwertigeren Regionen zuweilen zu Schwingungsproblemen mit Störgeräuschen führen (in Preiswerten - zum Beispiel meinem FAME-Combo - erst recht).

Arbeitet man aber mit Effektvorsätzen kann allerdings sogar die Notwendigkeit eines zweiten Kanals bei der Kaufentscheidung in Frage gestellt werden.

Ich selber habe mir zu Weihnachten den einkanaligen EPIPHONE VALVE SENIOR mit 18W für 239,-- € gegönnt. In dieser Leistungsklasse wäre Junior m.E. auch gut aufgehoben.
Soundprobe und Vorstellung: http://www.youtube.com/watch?v=limcPyX9WfU

Als Alternative gibt es in dieser Leistungsklasse auch noch den neuen JET CITY AMPLIFICATION 20H (dessen Schaltung wird aufgrund seiner Leistungsdaten wahrscheinlich über dem Limit der EL84-Endröhren laufen, daher ist bei diesem Amp mit hohem Verschleiß der Endröhren zu rechnen...) oder den BLACKHEART HANDSOME DEVIL HEAD BH15H mit 15 W zu erwähnen.
Gleiche Leistungsklasse, aber deutlich teurer, der ORANGE TINY TERROR.

Dann wäre noch eine vernünftige Box und eine vernünftig hochwertige Effektbestückung im Budget enthalten und Junior könnte sich ordentlich bestückt austoben (...und die Eltern beschweren sich trotzdem über zu hohe Lautstärke...).
 
TomSchoenow schrieb:
Mit einem Budget von € 1000,-- bewegt man sich in der mehrkanaligen Leistungsklasse in der Größenordnung von 100W.

Da erst beim Eintritt einer Übersteuerung die begehrte Röhrenverzerrung eintritt, muß man Amps dieser Güte in einer Form aufreißen, daß von sozialverträglicher Übungslautstärke nicht mehr die Rede sein kann.
Du findest in dem Preisbereich auch problemlos einkanalige Amps mit 30W oder weniger. Und wer bitte will heute noch Endröhrenzerre? Ich halte das für einen (leider unausrottbaren) Mythos unter Gitarristen.

Ich würde übrigens mir keinen Combo mehr kaufen. Mit Topteil und Box ist man einfach ungleich flexibler. Darüber hinaus ist das Gewicht der einzelnen Komponenten geringer, was ja in jungen Jahren nicht unbedingt irrelevant ist. Und man später kann beispielsweise die Box im Proberaum lassen und nur das Top mit nach Hause nehmen, wo dann eine weitere (kleine) Box steht.
Es muss dann ja auch gar nicht die 4x12er sein, eine gute 1x12er wäre da meine Empfehlung.

Ein Allrounder und einen Blick wert wäre sicher der Marshall JVM 205, mit Box allerdings auch recht teuer.
Die kleinen Einkanäler würde ich nicht empfehlen, weil sie aus meiner Sicht zu sehr einschränken im Sound. Gerade weil es hier um einen Anfänger geht, würde ich einen flexiblen Amp bevorzugen, der möglichst viele Richtungen offen lässt.
 
Und wer bitte will heute noch Endröhrenzerre? Ich halte das für einen (leider unausrottbaren) Mythos unter Gitarristen.
Das ist kein Mythos sondern Geschmacksfrage. Eine übersteuerte Endstufe klingt einzigartig und auchheute spielen genug Gitarristen mit in die Sättigung gefahrenen Amps - besonders im Studio.


Zum Thema:

Ich kann alle hier schon genannten Einwände nur unterstützen. Eines möchte ich aber anmerken - zugegeben eine hier eher seltene These:
Ich finde es für die musikalische Erziehung absolut föderlich, einen Röhren-Amp oder zumindest einen analogen Amp auch zum Üben zu verwenden. Günstige Modelling-Amps haben unzählige Vorteile, aber fühlen sich einfach "unecht" an. Ich finde es positiv, wenn ein Anfänger sich nicht daran gewöhnt.

Mein Vorschlag wäre:
Ein clean gutklingender Vollröhren-Amp mit geringer Leistung und geringem Preis (bis 350 Euro?!). Dazu ein Zerrpedal, dass möglichst vielfältig ist, aber wenig Knöpfe hat. Dazukaufen kann man immernoch...
Und der Rest wird in die Spardose gesteckt, um in ein paar Jahren einen richtig guten Amp mit ausreichend Leistung für die Band zu kaufen. Denn dann hat sich der Soundgeschmack des Schülers schon soweit entwickelt, dass man nicht unter Umständen das Geld völlig zum Fenster hinauswirft.
 
Ich kann TOXX nur beipflichten.
Ich hatte auch einmal einen Modeling-Amp und habe ihn nach einem Dreivierteljahr (mit Verlust) verkauft, weil ich auf dieses Ding schlicht keine Lust mehr hatte, nachdem ich bei meinem Gitarrenlehrer an einem MARSHALL-Vollröhrenamp gespielt hatte.
Im Vergleich zu einem Vollröhrenamp kommen mir die Modeling-Teile schlicht vor wie ein Auto mit angezogener Handbremse. Sie töten jegliche Spieldynamik.
Die kleinen Teile sind auch später zum Wegschmeißen oder Verebayen viel zu schade. Es gibt Anlässe, bei denen man gerade mit kleinen Amps gut weiter kommt.
Wenn man sein Equipment modular aufbaut, ist man - ohne Geld rausgeschmissen zu haben - für jeden Anlaß gut gerüstet.
 
ok,
nachdem hier scheinbar viele pädagogen sind: wer hätte sich nicht gefreut? und wenn er so etwas bekommt, dann sollen wir helfen, dass er etwas anständiges bekommt PUNKT!

also: ich würde einen marshall vintage modern oder jvm empfehlen. mit einer laney-box kommt man auf 1200 euro UND das ist etwas anständiges, auch für die zukunft.

vor allem der jvm hat sehr viele und brauchbare sounds... wobei ich persönlich die vintage modern serie bevorzuge...

sonst mal sich die orange amps anschauen... sehr feine teile... zB ORANGE AD30HTC

VIEL GLÜCK!

Edit: die box, die ich meinte... LANEY GS212IE (ca. 220 euro)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

zunächst erstmal möchte ich dem Themenstarter Lob dafür aussprechen, dass er sich durch Nachfrage hier versucht, ideal auf die Erfüllung des Wunsches seines Sohnes vorzubereiten!

Ich kann das bisher hier geschriebene gut nachvollziehen und hätte mit diesen Antworten und Tipps gerechnet, möchte aber trotzdem nochmal ein paar Argumente einbringen, die bisher nicht gehört wurden.

Wenn der Sohnemann sich einen Röhrenamp wünscht, dann wird er mit einem (für ihn sicher auch guten und ggf sogar ausreichenden) Modeling-Amp nicht glücklich. Daher sollte er einen Röhrenamp bekommen, auch wenns ggf unwirtschaftlich ist und ggf sogar zu früh. Man sollte bedenken, dass allein die Chance, auf einem Wunschamp zu üben, auch das Hobby insgesamt bereichern und nach vorne bringen kann! Vielleicht will er ja auch im Proberaum mit nem Halfstack angeben, und wenn er das will und kann, dann soll er es doch auch :D

Weiter ist Geld ja nicht sofort verloren, wenn man es in einen Amp investiert. Sollte sich tatsächlich rausstellen, dass ein gekaufter, teurer Röhrenamp doch nicht das richtige war, so lässt er sich (ggf unter erträglichem Verlust) wieder verkaufen. Vielleicht würde ich grade aus dem Grund auch nicht zu einen neuen Amp raten, sondern lieber was Gebrauchtes nehmen.

Der genannte Rahmen lässt gerade im Gebrauchtsektor viel zu. Wichtig wäre nun zu wissen, welche Musik er gern spielen will. Darf es ein einfacher Rock-Amp sein, oder muss es das Metalbrett werden? Liebt er Blues, oder soll es doch eher funky werden? Du schreibst über Rock und Hardrock. Da fällt mir sofort Marshall JCM800 (eher teuer, würde Dein Budget ausschöpfen), oder JCM900 (am besten der MKIII) oder dessen Clone Bugera 1990 ein. Letztere bekommst Du neu für 400€, dann bei Thomann noch ne Harley Benton Vintage 30 212 oder 412 Box dabei (Spitzen-Rock-Box für kleinstes Geld 412 = 370€, 212 = 200€), und Dein Sohnemann hat für kleiner 800€ einen ordentlichen Rockstack, der auch über Effektloop zum Metalamp gemacht werden kann. Die JCM900 bekommst Du mit Marshall 412 bei Ebay gebraucht für etwa 600-800€. Wenns doch mehr Gain sein muss, dann schau nach nem Engl Screamer Combo. Neu liegen die bei 1000€, gebraucht darunter, und die haben sicher enormen Wiederverkaufswert. Wenn Du einen Screamer für 600 gebraucht bekommst, und der dann nach Monaten doch nix sein sollte, dann geht er sicher für 0-100€ Verlust auch wieder weg. Schließlich kann man bei Ebay gebraucht auch immer wieder Marshall JCM800/900-Combos sehen, die 900er für 400-600€, die 800er darüber.

Zu Bedenken ist bei den Halfstacks, dass der Transport von zu Haus zum Probenraum schon sehr beschwerlich ist. Ein Engl oder Marshall JCM Combo ist da natürlich geeigneter. Die Frage ist, kann Dein Sohn sich mit nem Combo begnügen, der dann im Proberaum an eine (wieder Kosten verursachende) 412er angeschlossen wird, oder muss es die Halfstack Optik sein? Wenn letzteres erforderlich ist, reicht dann ggf der Modeling-Amp für zu Hause? (Üben ist dann natürlich ohne Röhrenfeeling). Ausserdem sind die Halfstacks laut!, und ob das wirklich was für zu Hause ist...?

Also, schwere Entscheidung, zu der der Sohnemann seinen Senf dazugeben sollte.

Persönliche Meinung: ich würde Deinem Hardrocker nen Bugera 1990 mit ner HB 412 Vintage30 für den Proberaum und ner HB212 Vintage30 für zu Hause kaufen. Das Top müsste er dann immer hin und herschleppen (machbar), und er kann zu Hause und im Raum seinen Röhrensound geniessen. Preislich liegst Du dann bei 400 Amp + 370 für die HB 412 V30 + 200 für die HB 212 V30 = 970€. Wenn der Sound zu einfältig wird, kann Dein Sohn ja mal die Welt der Bodentreter oder Pods entdecken:)

Viel Erfolg bei Deiner Mission, auf dass der Sohn glücklich werde!

Beste Grüße, 7Seconds, der mit nem JCM900, ner HB412 V30 und ein paar Effekten glücklich ist
 
Mein erster Amp war sofort eine anständige Vollröhre, sauer erspart. Ich bin nichtmal auf die Idee gekommen, mir Kleinzeuchs zu holen, meine Ohren haben sich dagegen gesträubt (ok, Geschmackssache). Ich dachte mir, billich kauft zweimal. Inzwischen kann man auch für weniger Geld gute Amps bekommen, aber klangmäßig find ich die kleinen Teile nicht so prickelnd (ok, auch Geschmackssache). Das ist nicht gerade motivierend. (und ein gescheiter Amp hat auch einen gescheiten Wiederverkaufswert)

Und wenn ich das immer mit der Leistung lese frage ich mich immer, ob die Dinger keinen Lautstärkeregler haben (ok, der Regelweg ist bei manchen Modellen gelinde gesagt bescheiden ausgelegt). Klar klingen die Amps bei unterschiedlichen Lautstärken anders. Das Kapitel Gehörpsychologie lass ich jetzt mal aus. Enstufenzerre ignorier ich, da kann man gleich auf Einschleifweg und entprechende Effekte (Chrous, Hall, Delay etc.) verzichten. Die Zerre kommt bei modernen Amps aus der Vorstufe.

Von Einkanaler mit Pedalen aufzumotzen halte ich überhaupt nix, ich will spielen, einmal Treten und neuer Sound. Kein Steptanz bevor es weitergeht. Klar gibt es auch hier technische Lösungen. Ich brauchs nicht.

Einen Modeller ist so eine Sache für sich, die find ich für einen Anfänger eher schwierig. Zu viele Optionen. Zum experementieren Klasse, bringen ja meist 90% des Sounds.

Mein derzeitig persöhnlicher Favorit: Marshall JVM. Universeller gehts kaum. Und auch preiswerter gehts kaum. Den kleinen 205 mit einer 2x12HB V30er ist im Budget. 2 Kanäle (mit je 3 Voicings), schaltbarer FX-Loop, Hall, 2 Master, 4fach Fußschalter dabei. Steuerung per Midi geht auch. Das ist auf jeden fall eine Investition in die Zukunft. Ich selber habe den großen Bruder, den JVM410H im Einsatz. Ich bin kein Combo-Fan, mir fehlt da einfach der Bumms einer geschlossenen Box (Geschmackssache), und wesentlich leichter wirds dadurch auch nicht.

Die JCM800/900 sind wahrlich gute Amps, Klassiker schlechthin, aber wenns ums Thema universell geht müssen sie dem JVM den Vortritt lassen. Gutes Clean und Highgain hat der JVM voraus.

Es gibt noch andere Marken ausser Marshall, aber über die müssen die Leute sprechen, die sich mit denen gut auskennen. Ich kann das nicht guten Gewissens.

Es gibt eine Menge Amps östlicher Herkunft, bei denen man beim Einkauf garantiert preiswerter davon kommt. Wie es allerdings im Betriebsstress aussieht mag ich weniger spekulieren. Mein alter Marshall hat mich über 20 Jahre begleitet und hat eine Menge mitgemacht ohne auszusetzen. Build like a rock. Mein JVM ist noch zu jung als das ich darüber etwas sagen könnte, aber die Bauweise ist ähnlich (ok, PCB mountet Sockets. die Zeit wird es zeigen).
 
Hallo zusammen,

danke erst mal für die schnellen und ehrlichen Antworten.

Ich möchte darauf hinweisen das mein Bestreben ist das mein Jun. seine komplette Kohle nicht nur in schrott Investiert.
Es ist nicht so das Mama und Papa ihrem verwöhnten Bengel einen Amp Kaufen wollen, weil er gerade spass am Gitarre Spielen hat, sondern wie oben Beschrieben bis Mai einige Großereignisse anstehen die von der ganzen Familie mit Geschenken " belohnt" werden. Desweiteren hat er noch einen Gutschein über 400€ von einem Musikgeschäft, da dort mit seiner jetzigen Gittare bei einem Überlackieren leider etwas schief gegangen ist. ( er hatte das Glück seine Gitarre von Metallica in Köln signieren zu lassen, beim Lackieren ist eine Signatur etwas verlaufen. Das Geschäft hat nach einem Gespräch einen Gutschein über den Wert der Gitarre ausgestellt)

Ich sehe es als meine Aufgabe als Vater an das er sein Geld nicht zum Fenster rauszuwirft.
Wie gesagt es ist sein Geld und ich versuche nur ein pro und contra zufinden was er kaufen kann.
Natürlich ist es überdimensioniert und das mit dem Sparschwein wäre die Lösung die mir am besten gefallen würde.
Darum habe ich auch oben geschrieben das ich gerne Vor und Nachteile hören möchte.
Eine günstigere Alternative kann ich nur mit vernüftigen Argumenten vorbringen und diese habe ich mangels Kenntnis nicht.
Sollte er sich entscheiden wirklich alles in einen Amp zu investieren werde ich das aktzeptieren.
Allerdings ist es mir immer noch lieber in ein konstruktives Hobby, als es für überteuerte Markenklamotten, Games oder Computer.

Da es erst im Mai wirklich ernst wird bin ich bemüht mir eine gewisses Bild machen zu können. Mein Konfi Geld ist in eine Stereoanlage geflossen und die hat sogar einige Umzüge mitgemacht.
Er übt das Hobby wirklich mit Begeisterung aus und ein gewisses Talent ist ihm schon mehrfach bestätigt worden.

Mein Fazit:
Ich bin dankbar für jede Empfehlung, ob eine günstigere Alternative oder das volle auschöpfen des Budget.
Nur ohne jegliche Kenntnis meinerseits kann man sich nur auf den Verkäufer verlassen. Allerdings müssen die davon leben und vieleicht wird dann der Amp mit der größten Gewinnspanne verkauft. Ob mit geringen oder höheren limit.

Beste Grüße
lbm
 
Interessant wäre natürlich, ob ein Übungsverstärker bereits vorhanden ist und genutzt wird, wie alt der Sohn ist, und ob er vielleicht schon mal hat durchblicken lassen, was für ein Amp (marke, Modell, Ausstattung) ihn glücklich machen würde ...

Generell braucht man, wenn man in einer Band spielt, normalerweise schon früher oder später einen Amp, der eher transportabel ist (und idR zuhause genutzt wird) und will / braucht aber auch einen dicken, den man zu den großen Shows und den Proben nutzt. Und wenn man nicht gerade noch ein Auto dazubekommt, wird es auf Dauer keinen Spass machen, den Großen immer mit nach Hause zu nehmen. Wenn ein kleiner Amp schon im Haus ist, kann ich verstehen, dass ein großer dazukommen soll.

Anders als die Kollegen würde ich generell eher zu einem Kombo raten. Da gibt es einfach idRmehr fürs Geld, und praktischer ist es auch - mit Auto, aber erst recht ohne. Versuch mal ein Halfstack alleine in der U-Bahn zu transportieren ... da gibt es eine lustige Szene in einem Ärzte-Film aus den 80ern, wo sie es zu zweit probieren :D Wenn er aber Metallica-Fan ist, wird mein Ratschlag ungehört verhallen, denn Combos gelten ja im Duschschnitt eher als uncool bei Anhängern dieser Musik ;)

Einen konkreten Amp kann und will ich nicht empfehlen, da diese Musikrichtung nicht so meine Baustelle ist und die Infos mir nicht ausreichen. Eine /mehrere Markenpräferenz(en) wäre schon hilfreich, und auch eine Größenvorstellung. Wenn ich mich zurück erinnere, ich habe damals gelesen wie ein blöder und wusste alles über das Equipment, das mich interessiert hat. Also schließe ich zumindest nicht aus, aus, dass der Sohn einen recht guten Marktüberblick hat.

Große Sorgen, dass in Schrott investiert wird, würde ich mir eigentlich nicht machen, denn wie schon gesagt wurde, gibt es in der Preisklasse eigentlich keinen echten Schrott mehr. Der Ratschlag, den ich geben würde, wäre, lieber eine etwas kleinere und evtl. sparsamer ausgestattete Kiste eines renommierten Herstellers (Marshall, Laney, Vox, Orange, Engl, ... ), als einen bunt blinkenden "Chinabomber" à la Bugera oder Crate mit 200 W und 6 Kanälen. Gerade wenn Nachhaltigkeit, als Werstabilität und auch Haltbarkeit, mit eine Rolle spielen und Geld nicht so die Rolle spielt macht das einfach Sinn.

Ich empfehle dann also doch noch was: https://www.thomann.de/de/marshall_dsl401.htm Vielseitig, transportabel, rockig, bewährt.
 
Da erst beim Eintritt einer Übersteuerung die begehrte Röhrenverzerrung eintritt, muß man Amps dieser Güte in einer Form aufreißen, daß von sozialverträglicher Übungslautstärke nicht mehr die Rede sein kann.

:confused:Diesen Schwachsinn kann man so nicht stehen lassen!!!!!!!i
Die Zerre kommt bei den heutigen Amps aus der Vorstufe - bei den alten
Marshalls war das noch so, daß du über die Entstufe deine Zerre geholt hast.
Hab nen 100W Framus Dragon, den kann ich auch in Zimmerlautstärke ordentlich
zerren lassen.

Wenn man gleich zu Beginn einen ordentlichen Amp kauft, dann hält das auch ne ganze Weile. Ich hab mir auch recht schnell einen gebrauchten Marshall besorg als ich angefangen habe Gitte zu spielen - hab's nie bereut!!!!
 
:confused:Diesen Schwachsinn kann man so nicht stehen lassen!!!!!!!i

Wieso nicht?

Es gibt nach wie vor moderne Amps bei denen Endstufenzerre angesagt ist. Konkretes Beispiel wäre z.B. der Vox AC4 TV der um dies bei verträglichen Lautstärken zu etablieren auch noch einen guten Power Soak an Bord hat. Es gibt da noch eine ganze Riege von Amps die so funktionieren....und so einige User hier im Board spielen sie in der Weise.

Meinen Marble Bluebird reisse ich auch soweit auf dass die Endstufe bei offenen Gitarrenpoti clippt. Endstufenzerre ist imho anders als die Domestizierte aus der Vorstufe. Trotzdem haben beide Varianten Vor- und Nachteile. Aus diesem Grund nutze ich Beides. Aber Mythos ist es definitiv nicht.
 
hallo !

@lbm
darf ich mal fragen wie alt dein junior ist?
wenn du einen amp fuer zuhaus und probe kaufen willst, stellt sich die frage der transportmoglichkeit. so eine roehre hat ein nicht unerhebliches gewicht und den immer hin und her zu schleppen ist auf dauer muehsam.
wenn die moeglichkeit gegeben ist eine box im uebeungsraum dauerhaft zu installieren, waere ein top teil nicht so uninteressant. ist sehr leicht und einfach zu transportieren.

sieh dir mal den vox nighttrain an. waere eventuell eine ueberlegung wert.

lg
redy

ps: bitte erspart den thread einen diskurs ueber vorstufen vs endstufenzerre, danke :)
 
Ich möchte darauf hinweisen das mein Bestreben ist das mein Jun. seine komplette Kohle nicht nur in schrott Investiert.

Ich sehe es als meine Aufgabe als Vater an das er sein Geld nicht zum Fenster rauszuwirft.

Das finde ich sehr begrüßenswert. Dein Sohn kann sich freuen das sein Vater sich für sein Hobby interessiert und so einsetzt.

Wie gesagt es ist sein Geld und ich versuche nur ein pro und contra zufinden was er kaufen kann.
Natürlich ist es überdimensioniert und das mit dem Sparschwein wäre die Lösung die mir am besten gefallen würde.

Es geht nicht unbedingt darum, dass es überdimensioniert ist. Das Problem ist wie gesagt viel mehr, dass Amps absolute Geschmackssache sind. Ein Mesa Rectifier und ein Fender Twin sind beispielsweise beides tolle Amps, die aber vollkommen unterschiedlich klingen.
Es ist halt schwer am Anfang seiner Gitarristenkarriere schon zu entscheiden, weil sich Geschmack noch ausbilden muss.

Auf der anderen Seite gebe ich den Kommentaren recht, die darauf hinweisen dass ein guter Röhrenamp durchaus förderlicher für die Ton- und Spielentwicklung sein kann als ein etwas glattbügelnder Modellingamp.

Ausserdem kann natürlich ein Amp bei späterem Nichtgefallen auch verkauft werden, dann wäre aber natürlich ein Teil des Geldes weg.

Eine günstigere Alternative kann ich nur mit vernüftigen Argumenten vorbringen und diese habe ich mangels Kenntnis nicht.

Wie gesagt:

1. Gewicht/Transportierbarkeit
2. Später mit zwei Amps keine Schlepperei nötig
3. Günstiger Preis für kleine Übungsamps, so dass später noch genug für einen guten "Großen" übrig bleibt
4. Die von mir verlinkten Videos auf Youtube, die zeigen dass man auch mit einem günstigen Amp sehr gute Sounds produzieren kann.

Er übt das Hobby wirklich mit Begeisterung aus und ein gewisses Talent ist ihm schon mehrfach bestätigt worden.

Das soll auch unterstützt werden.

Ich selber habe übrigens gar keinen Übungsamp zur Zeit, weil ich zu Hause nur "trocken" übe. Ich freue mich dann immer auf den Proberaum, wo ich meinen Lieblingsamp dann spielen kann.
 
So für alle die hier schon über Vor und Endstufenzerre gepostet haben, habe ich n neues Thema aufgemacht, damit dieses hier nicht gestört wird;)


Sorry für OT
 
hallo ibm,
ich finde es vorneweg sehr vorbildlich, dass du dich vorher informierst und nicht einfach nach irgendeinem Halbwissen einen teuren Verstärker kaufst, zb. einen Marshall, weil man den halt kennt...
Ich denke aber auch, dass ein 1000eur Amp bei einem Anfänger nicht so das wahre ist. Klar kann man einen Glückstreffer landen, aber in der Regel formt sich der Soundgeschmack eines Gitarristen später noch.
Deswegen würde ich eher zunächst einen anständigen Röhrencombo im Bereich 500+ empfehlen.
zB:
Hughes&Kettner Edition Tube
Hughes&Kettner Statesman
Peavey Classic 30
Laney LC30/50
Marshall Haze
Marshall DSL 401
Engl Thunder/Screamer
Bogner Alchemist

Grüße,
Niklas
 
Hallo Forengemeinde,

danke nochmals für die vielen Tips.
Heute Vormittag sind wir in einen Fachhandel gefahren und mein Sohn durfte
reichlich Testen, obwohl ich dem Verkäufer gesagt habe, das heute nur getestet wird.
Also, die Bandbreite ist wirklich riesig. Es waren 5 Amps die er getestet hat (darunter auch welche die hier genannt wurden)
Ich denke das bis Mai noch Zeit ist und ich noch einige Samstage den Fahrer in Musikgeschäfte machen darf ;-(
Wenn dort etwas dabei ist hier die SUFU sehr hilfreich wenn man weiss wonach gesucht wird.
Bei den heute getesteten sind zwei vor Ort aus der Auswahl gefallen, zwei nach der SUFU. Also einer ist auf der Liste. Ich denke das dieses der Beste weg ist.
Von euren Empfehlungen habe ich die" Freunde von Google" angerufen und auch hier ist eine Vorauswahl getroffen worden. Wobei das komplette Preissekment dabei ist.

Allen ein Frohes Fest

Beste Grüße
lbm
 
Ich denke gerade da er im Preis stark gefallen ist ist der Bogner Alchemist ein heißer Tipp. Super Sound in allen Kanälen, und ein paar gute Effekte schon dabei. Außerdem inklusive Fußleiste, das ist z.B. beim Engl Screamer zu bedenken, da kostet die Engl-Fußleiste gleich nochmal 150€ (wobei es 1/2 2fach-Fussschalter imo genauso tun). Wenns deinem Sohn wie mir geht und ihm der Bogner zu wenig Biss hat, könnte der Screamer auch ein guter Tipp sein.
 

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