Kaufempfehlung Akkordeon für Tochter 12 Jahre

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Martin.Sa
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Hallo, unsere jetzt 12 Jährige Tochter hat vor ca. 4 Jahren mit Keyboard spielen angefangen. Seit 2 Jahren spielt sie jetzt Akkordeon.
Bis ende 2021 Teils mit Leihgerät, später dann mit eigenem. Haben wir über e-bay kleinanzeigen gekauft. In Heutiger sicht wahrscheinlich ein reinfall
durch zu wenig Kenntnisse.
Hohner Concerto 3 mehr kann ich leider nicht schreiben wegen Herstellungsjahr oder so. Wir waren soweit zufrieden.
Seit 2022 hat Sie einen neuen Akkordeon Lehrer in einem anderen Ort da der andere Gesundheitlich nicht mehr kann.

Jetzt sagte uns dieser Lehrer das Akkordeon wäre verstimmt, leicht Muffig, Balg Verschimmelt? Am Balg Außen sind die Runden Metallschutzkanten Grünspanig
für mich eher Altersbedingt, vielleicht mal nicht gut gelagert.
Hatte es doch heute mal noch offen, Holz ist alles sauber, Mechanik leichter Flugrost, im Balg kein Schimmel. Außen guter Zustand, Die Plättchen, Stimmzungen
liegen nicht mehr alle sauber an. Register lassen sich jetzt wieder leicht schalten, da ich alles mal demontiert hatte.
Im Prinzip bräuchte es eine Komplette überholung, wahrscheinlich zu Teuer.

Ihr Lehrer meinte wir sollen nach einem Tango 4p schauen, haben selbst auch schon ein anderes concerto 3 gefunden.

Jeder sagt immer etwas anderes was gut ist.

Wenn wir jetzt nochmal Investieren möchten wir nicht erst auf ein Zwischenmodell und dann nochmal eines. Auch wenn die sich wieder gut verkaufen.

Spielen möchte unsere Tochter auch mal im Konzert
Es kann auch sein in 2 Jahren interessiert sie sich garnicht mehr dafür.
Sollte schon noch eines aus der letzten deutschen Serie mit Holz sein. ( Die neuen sollen ja nicht mehr so gut sein )

danke schon mal im vorraus
 
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Hallo Martin.Sa,

ich werde dir kein konkretes Modell empfehlen, sondern dir mehrere Denkanstöße geben:
1. Ein Akkordeon muss größenmäßig passen.
Wenn dir ein Lehrer, der deine Tochter gesehen hat, ein Instrument mit 96 Bässen - ob es jetzt eine Hohner Tango ist oder nicht - empfiehlt, dann brauchst du nicht mehr nach 72 Bässen zu suchen, es sei denn das Geld ist ganz knapp.
Ein Akkordeon mit 96 Bässen hat zwar mehr Töne im Diskant als ein Instrument mit 72 Bässen, aber trotz mehr Knöpfen nicht mehr Töne im Bass. (Unser Tonsystem kennt nur 12 Dur- und Molltonarten und 12 mal 6 ist 72 und nicht 96 und auch nicht 120.)
Die Empfehlung war wohl hauptsächlich eine Empfehlung für die aktuell passende Gehäusegröße.
Wenn deine Tochter noch wächst, wovon man wohl ausgehen muss, ist das Instrument, das du jetzt kaufst, wahrscheinlich sowieso nicht ihr letztes Instrument.
2. Wenn sie intensives Interesse für bestimmte Musikrichtungen entwickelt wie Volksmusik, Oberkrainer, Musette, Klassik, etc., dann ist ihr letztes Instrument kein Mittelklasse-Allrounder a la Tango, sondern ein Spezialist mit technischen Extras, z.B. Doppeltremolo, Cassotto, Melodiebass, Helikonbass, Midi und was es da noch alles gibt. Das kannst du zum jetzigen Zeitpunkt also nie wissen.
3. Instrumente made in Germany von der Firma Hohner sind, abgesehen von der Gola, mittlerweile schon so alt, dass du sie von privat eigentlich nicht mehr guten Gewissens kaufen kannst, es sei denn der Vorbesitzer kann belegen, dass das Instrument neue Ventile, neues Wachs (und evtl. neue Filze) bekommen hat. So ein typisches Instrument Hohner made in Germany hast du ja schon.
4. Generell sind zu empfehlen: überholte ältere Instrumente vom Fachhandel oder relativ neue Instrumente.
Die Tango 4P aus den 80er Jahren ist da schon echt grenzwertig. Auch wenn sie heute noch problemlos funktioniert, tickt die Uhr bei der schon gewaltig
(Ich vermute, du suchst aktuell einfach in der falschen Preisklasse. Vergiss das, dass du für 300€ ein Instrument mit Zukunft ohne Folgekosten bekommst.)

P.S. Bei eurer Concerto bist du für die Stimmung alleine mindestens einen Hunderter los, die Ventile ("Plättchen") gehören getauscht, wenn sie Geräusche machen, sonst nicht - da bist du auch schnell dreistellig, und nicht nur mit einer 1 vorne - und wenn das 60 Jahre alte Wachs nicht mehr dicht hält, musst du das zum Stimmen auch zumindest teilweise neu machen lassen - in dem Fall kommen mehrere hundert Euro dazu. (Mit Rost und Grünspan wirst du selber fertig.)
Lass dir doch mal einen Kostenvoranschlag machen und frag bei der Gelegenheit ob der/die gute HZIM vielleicht ein paar schon überholte Instrumente da hat.
 
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Es kann auch sein in 2 Jahren interessiert sie sich garnicht mehr dafür.
Das dürfte auf keinen Fall ein Kriterium sein ,
ich habe bei meinen Kindern ( Gitarre und Kontrabass ) immer das Beste gekauft ,
was ich mir leisten konnte (und sie spielen immer noch) .

Auf einem billigen Kontrabass oder einer einfachen Gitarre kann man irgendwie spielen ,
auf einem teildefekten, weil veralteten Akkordeon jedoch nicht !
Sollte man da vorsichtshalber sparen, steigt die Gewissheit , daß auch das begabte Kind bald keinen Bock mehr hat, weil das Akkordeon verstimmt ist, oder nicht das macht, was es soll.
Da schließe ich mich auf jeden Fall den Aussagen von Arrigo an.
Ein gutes , gepflegtes und hoffentlich werkstattgewartetes Akkordeon ist leider teuer , man kann es aber fast ohne Verlust auch wieder teuer verkaufen,
wenn das Kind doch aufhören sollte , oder man idealerweise irgendwann was Größeres braucht !
 
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Hallo, unsere jetzt 12 Jährige Tochter hat vor ca. 4 Jahren mit Keyboard spielen angefangen. Seit 2 Jahren spielt sie jetzt Akkordeon.
Deine Tochter ist jetzt gerade in dem Alter als ich seinerzeit ebenfalls ein Instrumenten"upgrade" bekam.

Das Upgrade war bei mir damals von Student V (48 Bass, Diskant 2-chörig) aus TangoIIM (96 Bass , dreichöriger Diskant) (die Größe hat für mich damals schon gerade so gepasst). Das Instrument war selbstverständlich gebraucht - ein neues Instrument für mich zu kaufen, wäre meinen Eltern im Traum nicht eingefallen! (wär bei mir damals auch schade ums Geld gewesen)... später gabs dann nochmals ein Upgrade auf eine Tango IIIM, die ich heute noch hab und nach wie vor mag.

Der Kauf lief immer nachdem gleichen Schema ab bei mir ,wie bei meiner Schwester:

Die Fachwerkstatt im Nachbarort richtete und stimmte die Akkordeons, und wenn man was "neues" brauchte ging man dorthin suchte sich im Bestand ein neues (gebrauchtes) aus und gab das alte in Zahlung.

Die Instrumente waren grundsätzlich von der Werkstatt zuvor mehr oder weniger überholt worden - je nachdem was halt notwendig war. Welche Marke es war, war in dem Fall einfach: die Fachwerkstatt war gleichzeitig auch Hohner Stützpunkthändler - also gabs auch bloß Hohner - war für uns jugendliche absolut ok. Und je nachdem was man seinen Kindern gönnen wollte (oder konnte) gabs dann halt ne Tango oder ne Verdi. Oder wenns dann schon was "richtiges" sein durfte, ne Atlantik.

So nach der Methode haben sämtliche Jugendliche des ortsansässigen Akkordeonvereins sich ihre Instrumente besorgt. Und wer dann bis über die Pubertät hinaus dabeigeblieben ist hat sich dann irgendwann "sein " Akkordeon gekauft - das dann allerdings meist neu.

Die Methode würde ich heute noch empfehlen - das einzige was man braucht ist eine Fachwerkstatt oder einen Händler in erreichbarer Nähe, wo man hingehen kann. Man kann anschauen und ausprobieren was einem gefällt und was man ins Auge fasst und das Risiko ist sehr gering - weil ja eben zuerst beim Fachmann durch die Werkstatt gegangen. Und nach der Methode ist es auch relativ egal wie alt das Instrument ist - solange das zuerst in der Werkstatt war, ist es für die nächsten Jahre spielbereit - passt. Und alles andere ist dann persönliche Geschmackssache
 
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Die Fachwerkstatt im Nachbarort richtete und stimmte dei Akkordoens, und wenn man was "neues" brauchte ging man dorthin suchte sich im Bestand ein neues (gebrauchtes) aus und gab das alte in Zahlung.
Das kenne ich auch noch so und nicht nur bei Musikinstrumenten.
Es haben sich jedoch zwei Dinge geändert:
1. Auch ein Kleingewerbler/Halbschwarzarbeiter will/muss heute einen erheblich höheren Stundenlohn für Reparaturen und muss dann auch noch Garantie geben und kann deshalb nicht viel für das in Zahlung genommene Instrument bezahlen.
2. Ein Käufer macht sich über die Kleinanzeigenportale ohne Hilfe eines Fachmanns/Fachhändlers selber ein vermeintlich richtiges Bild der Lage, ignoriert dabei alles, was nicht von außen ersichtlich ist, unterschätzt Reparaturaufwand und überzahlt deswegen alte und defekte Instrumente.
Zum Kaufen würde ich heute weiterhin die Fachwerkstatt empfehlen aber zum verkaufen, wenn möglich, den Privatmarkt. (Man darf natürlich nicht über den Zustand lügen.)

Um auf Martin.Sa zurückzukommen:
Wenn drei Chöre reichen, bekommt er eine Lucia/Verdi/Tango made in Germany überholt vom Fachhändler für um die 1000€, mit ein bisschen Glück sogar eine vierchörige.
Für seine in Zahlung gegebene Concerto, die der Händler nach der Überholung mit Recht für 700€ weiterverkauft, bekommt er, wenn es hoch kommt, 100€.
Die vielen Leute, die wie Martin.Sa ein günstiges Instrument für ihre Kinder suchen, sich aber im Gegensatz zu ihm nicht informieren, bezahlen ihm dafür aber mehr.
 
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unsere Tendenz geht jetzt zu einer Tango 4T vielleicht auch schon zur Atlantic 4
wegen des Gewichtes wahrscheinlich eher zur Tango. In den nächsten Tagen kann sie aber bei jemanden mal die Atlantic ausprobieren.

Stelle jetzt hier auch mal noch die Frage wegen den Buchstaben, ist schwierig etwas zu finden.

Unterschied bei Tango 4 das T oder P
T= Herstellungsjahr
P= für Piccolo anstatt Tremolo ? oder auch Herstellungsjahr

Unterschiede bei Atlantic 4
Bedeutung von N
Deluxe Version

Eine Tango 4T wird bei uns hier in der Nähe eine verkauft, dieses mal lassen wir eine Akkordeonwerkstatt drüber schauen
um es zu begutachten zu lassen.
Kann man Akkordeons auch nur von Außen und mit Klangprobe einer erfahrenen Werkstatt machen lassen, oder werden diese eigentlich auch
auf gemacht und innen angeschaut?
Gerade jetzt bei der Tango 4T
Wann sollte so eine Generalüberholt werden, gestimmt werden?

Gruß Martin
 
Um ein Akkordeon zu beurteilen, muss man es öffnen. Das ist keine Hexerei, man muss nur mit einer Zange die sechs bzw. insgesamt 12 Balgnägel ziehen. Wenn man Bassteil und den Diskantteil (der mit den Piano-Tasten) beide vom Balg trennt, ist es wichtig, den Balg zu beschriften, wo vorne und hinten ist und wo der Bassteil und wo der Diskantteil hinkommt. Sonst verwechselt man dies und beim Zusammenbau passen die Löcher im Instrument und im Balg nicht mehr zusammen.

Öffnen muss man das Akkordeon, um zu sehen, ob die Ventile noch halten. Wenn man sie leicht lösen kann oder schon von selbst welche abgefallen sind, muss man eine Generalüberolung machen. Das bedeutet, man nimmt alle Stimmplatten ab, erneuert die Ventile und wachst sie neu auf. Das ist zeitaufwendig und somit teuer, aber ab einem gewissen Alter des Instrumentes (ab ca. 15 Jahren) unumgänglich. Man könnte zwar auch nur einzelne Ventile ersetzen, aber mit der Zeit fallen die alle nach und nach ab bzw. machen Geräusche beim Spielen. Ich würde daher den Vorbesitzer fragen, ob schon mal eine Generalüberholung gemacht wurde. Wenn nicht, dann kannst du gleich mal 1000 Euro dafür in den Preis einkalkulieren.

Weiters ist wichtig festzustellen, ob die Stimmplatten rostig sind. Falls ja, dann Finger weg, denn du kannst das Akkordeon nicht mehr ordentlich stimmen. Manchmal befindet sich Rost nur an den innenliegenden Stimmzungen. Deshalb muss du Ventile anheben, um auf die innere Stimmzungen schauen zu können.

Martin, ich würde an deiner Stelle ein höherwertiges Instrument als ein Hohner kaufen, wenn es dein Budget erlaubt. Gerade auch, weil du schreibst, du möchtest nicht in ein paar Jahren nochmal investieren. Mit 96 Bässen und 4-chörig ist man bei einer Größe, die auch viele Erwachsene spielen. Ich würde dir auf jeden Fall zu einem Instrument mit Holzkerntastatur raten, nicht älter als 30 Jahre. Die haben so gut wie alle italienischen Akkordeonbauer ab den 1990er Jahren standardmäßig verbaut. Halte dich an Marken wie Pigini, Scandalli, Ballone Burrini, Borsini, Guerrini, Excelsior, Brandoni. Die gibt es gebraucht auf Ebay vom Fachhändler hergerichtet zwischen 2000 und 3000 Euro. Mit gut Glück beim Fachhändler auch für unter 2000. Neu kosten die Instrumente dann ab so zwischen 4500 und 5000 Euro. Leider kosten gute Instrumente, ob gebraucht oder neu, Geld. Aber es zahlt sich aus, weil die Spielfreude eine ganz andere ist als bei einem Hohner. Frag deine Tochter, wie wichtig ihr das Akkordeonspielen ist. Oder fahr mit ihr mal zu einem Fachhändler und lass sie ein paar hergerichtete Gebrauchte oder auch neue Italiener anspielen. Falls sie noch nicht so sehr auf das Thema anspringt, würde ich noch ein oder zwei Jahre warten und sie erstmal mit dem Concerto 3 weiterspielen lassen.
 
Grund: das Wort Stimmplatten ersetzt durch Stimmzungen
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höherwertiges Instrument als ein Hohner kaufen
da muss ich Einspruch erheben! Es gibt von Hohner höherwertige und weniger hochwertige Instrumente, wie es dies von allen anderen Herstellern auch gibt. Die Aufschrift "Hohner" bedeutet nicht automatisch "minderwertiges Instrument"!
 
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In den nächsten Tagen kann sie aber bei jemanden mal die Atlantic ausprobieren.
Sehr gut.
Die Atlantic ist 4 cm höher als die Tango mit 96 Bässen.
Wenn das passt, kauf auch ein Instrument mit 120 Bässen, und zwar nicht wegen der Bässe, sondern wegen der Größe.
Das Instrument soll auf dem Oberschenkel aufliegen und nicht an den Schultern nach unten ziehen.
Gerade große schlanke Mädchen haben nach dem Wachstum zu wenig Rückenmuskulatur und reagieren auf Zug an den Schultern nicht mit Körperspannung, sondern mit einem krummen Rücken.
Das größere Instrument entlastet die Rückenmuskulatur beim Spielen (aber nicht beim Heben und Tragen).
Der Gewichtsunterschied von 1,5 kg kann in diesem Alter tatsächlich eine Rolle spielen, in ein paar Jahren nicht mehr so sehr.
Unterschied bei Tango 4 das T oder P
T bedeutet Ende der 90er/Anfang der 0er Jahre produziert.
P bedeutet in den frühen 80ern, ggf. noch früher, produziert.
(Die späten Tango-Modelle mit der Nummer IV haben alle Piccolo-/Doppeloktav-Stimmung bis auf die Modelle mit dem Zusatz "Folklore" (und die Tango V).)
Bei beiden Generationen (und der Tango S dazwischen auch) wirst du, wenn du mehrere anschaust, (bei guter Behandlung und Lagerung) spielfähige Instrumente vorfinden .
Der Unterschied ist: Die T hat die Hälfte ihrer problemlosen Jahre hinter sich, die P (und S) mehr.
Zumindest die Tango T braucht man meiner Meinung nach nicht unbedingt aufzumachen. Da sind keine größeren Baustellen zu erwarten.
Dass du sie vielleicht ein bisschen nachstimmen lassen musst oder ein oder zwei Ventile vorzeitig ersetzt gehören, sollte dich aber trotzdem nicht stören.
Das ist das, was Cyril_Demian mit "ab ca. 15 Jahren" meint, also nicht dass da sicher etwas gemacht werden muss, sondern, dass die Möglichkeit besteht.
Bauzeitraum Ende der 60er Jahre und 70er Jahre.
Auch wenn da durchaus schöne Instrumente dabei sind, da sind die "Kreissägen" dabei, also die Instrumente, die den Kampf gegen die elektronischen Instrumente auf der Bühne aufgenommen haben mit der Devise "laut statt schön."
Unbedingt aufmachen, Wachs und Ventile überprüfen und wenn das nicht neu aussieht, such dir ein anderes.
Man kann das neu Einwachsen auch über 50 Jahre hinauszögern, indem man immer ein bisschen flickt, wenn es gar nicht mehr anders geht, d.h. das Wachs wegbricht.
So ein Instrument willst du aber nicht kaufen, auch wenn aktuelle alle Töne funktionieren.
Da sind wir in den 50er und 60er Jahren.
Die normale ist in Oktav- oder Musette-Stimmung, d.h. 8-8-8-16.
Die de Luxe für 100 DM mehr ist in Doppeloktav- oder Piccolo-Stimmung, d.h. 4-8-8-16 und hat eine "Resonanzhaube". Ich bin mir nicht sicher, ob damit bloß der zusätzliche Zierstreifen auf dem Diskantverdeck gemeint ist oder noch etwas anderes.
So ein Instrument, egal ob de Luxe oder nicht, würde ich nach einer Überholung klanglich der Atlantic N vorziehen.

Zuletzt muss ich Cyril_Demian schon noch zustimmen: Nicht dass ich von Hohner ganz abraten würde, aber wenn ich schon in der Preislage 1500-2000 € bin, was für eine generalüberholte Atlantic nicht zu viel ist - eine neue kostet 4000 € - dann kommen auch die Italiener ins Spiel.
 
Zuletzt bearbeitet:
Na ja, vor 20 Jahren kostete eine neue Atlantic nur etwa 3000 € und ich konnte für weniger als 1000 € ein Instrument dieser Größe generalüberholen lassen - keine außergewöhnlichen Beschädigungen vorausgesetzt.

Ich glaube nicht, dass du eine frisch überholte vierchörige für weniger als 1500 € vom Händler bekommst.
(Ein Freund von mir hat sich erst kürzlich eine komplett überholte dreichörige für 1100 € gekauft, übrigens deswegen, weil sich sogar für ihn mit etwas über 1,70 m das 120-Bass-Instrument (als Reiseinstrument neben der fünfchörigen) angenehmer spielt als die 72-Bass-Teile, die er davor hatte, zumal die Atlantic mit 9,5 kg kaum mehr wiegt als diese.)

Eine Privatperson verkauft auch nicht für 1000 €, wenn sie kurz vorher mehr als das für die Überholung bezahlt hat.
Bei 1000 € Verkaufspreis liegt die Überholung länger zurück, ist nur teilweise erfolgt oder überhaupt noch nicht.

Lil, du hast schon Recht: Es gibt Schnäppchen für 1000 € (Notverkäufe, Todesfälle).
Es gibt aber auch professionelle Händler, die diese abgrasen.
Man muss also wie diese schnell sein und die Spreu vom Weizen trennen können.

Wenn jetzt keine Tochter da wäre, die auf ihr Instrument wartet, würde ich vielleicht zur Schatzsuche animieren, aber so....
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie gesagt, wie es heute aussieht, weiß ich nicht. Vor ca. 10 Jahren (genau weiß ich es nicht mehr, aber eher 10 als 15) habe ich selbst eine Atlantic IV N DeLuxe verkauft und mich deshalb über die gängigen Preise intensiv schlau gemacht. Und da kamen eben 1000 € für ein überholtes Instrument raus. Ich machte es dann so, dass ich von einem HZIMM einen Kostenvoranschlag für die notwendige Überholung einholte, der bei 800 € lag. Ich verkaufte das Instrument dann ungerichtet für die 200 € Differenz und legte den Kostenvoranschlag bei. So kam der Käufer für 1000 € zu einem überholten Instrument, wenn er es richten ließ oder für 200 zu einem ungerichteten, das zwar spielbar war, aber nur im Tutti, da dort die ungestimmten Töne nicht auffielen. Und da es für eine Jugendorchesterspielerin war, wurde es mit Sicherheit gerichtet, sonst hätte mindestens der Dirigent sich beschwert ...
Und ich hatte neben 200 € das Wissen, dass das Instrument, das mehr als 20 Jahre ungespielt rumstand, wieder gespielt wurde.
 
Es wird wohl auch an der Gegend liegen, vor allem aber, in welcher Situation der HZIM ist, also ob das jemand ist, der im gemieteten Haus wohnt und davon lebt, oder im eigenen Haus lebt, Geld auf der Bank hat und von 2000 € Rente lebt.
Für jemanden, der mir bei einem 4-chörigen 120-Bass-Instrument für 800 € (+ offizielle Inflationsrate) Ventile und Wachs tauscht und bei ähnlichem Stundenlohn zusätzlich die Klappenfilze, hätte ich Arbeit.
Vor 5 Jahren habe ich nicht viel weniger alleine für neue Diskantklappenfilze bezahlt, zugegeben angewachste Holzklappen und bei der ersten Adresse. Dennoch war das ein guter und üblicher Preis.

Wenn von den vielen Automechanikern, die ich früher kannte - mein Vater war KFZ-Meister - noch einer am Leben bzw. nicht im Ruhestand wäre, müsste ich nicht 80 € in der Stunde für einen guten freien Mechaniker und 60 € für eine Flasche bezahlen, und würde weiterhin mein 23 Jahre altes 08/15-Auto fahren.

Vor 15 Jahren war ich günstig, wenn ich auf dem Land für 3 €/qm vermietet habe, vor 8 Jahren, wenn ich für 4,50 €/qm vermietet habe und heute bin ich es, wenn ich für 8 €/qm vermiete.

Es ist leider so: Die Qualität geht zurück, die Arbeitszeit dafür steigt und der Stundenlohn explodiert.
Du hast vielleicht noch jemanden von der alten Garde an der Hand oder Vitamin B. Dann sieht es natürlich anders aus.

Um zum Thema zurückzukommen: Früher ist man, wenn man ein Schrottinstrument gekauft hat mit einem blauen Auge davongekommen, d.h. die vermeintliche Ersparnis ist in die Reparatur geflossen.
Heute ist das Instrument in besserem Zustand immer der bessere Kauf.
 
Zuletzt bearbeitet:
Heute ist das Instrument in besserem Zustand immer der bessere Kauf.
Was genau bedeutet denn der bessere Kaufzustand?

Alle meine Akkordeons wurden gebraucht gekauft, von sehr- bis hin zu weniger günstig aber immer noch in fairen Preisklassen.
Bei all den Akkordeons, die ich auch regelmäßig bespiele, wurden- und werden- regelmäßige Inspektion- und wenn nötig,
entsprechende Instandsetzungsarbeiten Fachmännisch durchgeführt.

Ein Akkordeon bespielen zu können und ein Akkordeon beurteilen zu können, was- wie- und wo- es kränkelt und Reparaturen
nötig- oder Sinnlos wären, sind zwei Paar Schuhe.
Ich habe mich, bis auf wenige Ausnahmen, vor endgültigen Käufen Fachmännisch beraten lassen.
Somit brachten die Anschaffungspreise unterm Strich keine bösen Überraschungen mit sich.

Egal ob früher oder heute, M. E. nach sind- die besten Voraussetzungen für einen guter Kauf von gebrauchten Instrumenten,
dass sich die komplette Substanz in einem guten Zustand befindet.

Ein Akkordeon kann Uralt sein, bei richtiger- Fachmännischen Pflege wird es nicht selten, nach vielen- vielen- Jahren besser sein,
als es zu damaligen Herstellungszeiten je gewesen ist.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Und ich hatte neben 200 € das Wissen, dass das Instrument, .... wieder gespielt wurde.
Das war ein wirklich fairer Deal, ähnlich ist es bei dem Kauf meiner Morino IVN gelaufen.
Nur das ich mich selbst um den Preis der Überholung vor dem Kauf informiert hatte.
Letztendlich war dann der VK- und der Preis für die Überholung in der Summe mehr als Fair so dass beide Seiten
bis heute sehr zufrieden waren.

Ich sitze in unserer Akk-Gruppe neben ihr, das sie dann ihr ehemaliges Instrument hören kann freut sie umso mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was genau bedeutet denn der bessere Kaufzustand?
Der, bei dem keine oder zumindest nur günstigere Reparaturen anstehen.

Vor 30 Jahren war es sinnvoll, das günstigste Angebot, bei dem von außen keine Schäden erkennbar waren, anzunehmen, und danach für 10-15 DM in der Stunde überholen zu lassen.
Das Instrument war das (finanziell) Ausschlaggebende, nicht die danach erfolgte Arbeit.
Heute ist es bei Instrumenten, die über 30/40 Jahre alt sind genau anders herum.
Das Aussschlaggebende ist, dass die dem Alter entsprechenden Arbeiten erfolgt sind (und Unfallschäden repariert).
Von welcher Qualität das Instrument ursprünglich war, ist unwichtig, wenn es ums Geld und nicht um Liebhaberei geht.

Wenn ich bei den Kleinanzeigen einer Internetauktionsseite nach "Hohner Atlantic IV" suche, finde ich Angebote zwischen 300 € und 2900 €.
Als Beispiel kann das folgende Angebot für 2000 € VB dienen (im Kundenauftrag, d.h. der Verkäufer bekommt weniger dafür):
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s...ollrestauration-bei-hohner/2040346306-74-1430
Daraus das Zitat: "im November 2013 bei Hohner in Trossingen voll restauriert. Die Rechnung über 3248,- Euro liegt vor."
Ich finde das völlig glaubhaft.
Ich bin zwar der Meinung, bei einer anderen Adresse wäre der Stundenlohn niedriger gewesen und wenn man ein paar Nebengeräusche und optische Mängeln gelassen hätte, wäre die Stundenanzahl niedriger gewesen, ohne dass man einen großen Nachteil hat.
Dennoch zeigt es, dass die Frage "Überholt oder nicht" den Wert des alten Instruments bestimmt.
Das kann ich über den Kaufpreis nicht hereinholen bzw. der Kaufpreis müsste negativ werden.
Ich möchte den sehen, der ein Instrument für 300 € inseriert, sich danach über die nötigen Arbeiten informieren lässt und dann beschließt, dem Käufer das Instrument zu schenken und zusätzlich die Restauration mit 200 € zu bezuschussen, damit der Käufer auf einen marktüblichen Preis kommt.
 
Unterschied bei Tango 4 das T oder P
T= Herstellungsjahr
P= für Piccolo anstatt Tremolo ? oder auch Herstellungsjahr

Eine Tango 4T wird bei uns hier in der Nähe eine verkauft, dieses mal lassen wir eine Akkordeonwerkstatt drüber schauen
um es zu begutachten zu lassen.

Meine persönliche Meinung:

Ich würd da eher drauf schauen, obs aus ner Fachwerkstatt kommt oder obs glaubwürdig pfleglich behandelt wurde. Und dann schauen, ob einem das Instrument sympathisch ist, ob einem der Klang gefällt, die Bedienung einem zusagt. Und dann natürlich , obs auch in das Preisbudget passt das man dafür hat.

Das ist das, was Cyril_Demian mit "ab ca. 15 Jahren" meint, also nicht dass da sicher etwas gemacht werden muss, sondern, dass die Möglichkeit besteht.
Und hier muss man sich einfach immer in Hinterkopf verankern, dass man ein gebauchtes Instrument kauft.. da kann immer mal was sein damit - wer die Themen hier ausgiebig mitliest stellt fest dass dann vor Nachbesserungen selbst bei neuen Instrumenten nicht sicher ist.

Auch das hier immer wieder stark zitierte alte Wachs ist ziemlich relativ. Selbst mit verhärtetem Wahchs kann man ein Akkordeon noch unter Umständen etliche Jahre spielen, bevor was passiert. Man muss dann halt eben einfach akzeptieren, dass wenns mal losgeht, dass man dann Geld in die Hand nehmen muss.

Wenn man das beherzigt, und einfach im Hinterkopf behält, dann kann man gut mit alten Instrumenten leben und spielen. Wenn ich in meinen Fuhr- äh- Spielpark schaue, dann sind meine Instrumente bis auf eine einzige Ausnahme alle zwischen 40 und 80 Jahre alt ... und die funktionieren! alle! Ist also durchaus nicht so, dass die , wie man gerne so liest nach ca. 20 bis 30 Jahren auseinander fallen. Aber auch klar: bei so altem Fuhrpark ist immer mal irgendwas nicht in Ordnung... da muss man dann halt von Zeit zu Zeit mal wieder beim Fachmann vorbeischauen und richten lassen. Mal ists nur n Handgriff, manchmal halt auch n bissl mehr...wenn man sich dessen bewusst ist, kann man damit leben!


Zum Thema altes Wachs.. das ist für die meisten erstmal gar nicht so einfach zu erkennen.

Szene 1 die ich mal erlebt habe:

Bekannter zu mir: das Wachs ist doch schon recht alt und hart, oder? ich: .. das ist wenn man draufrückt ziemlich nachgiebig und obedrein kein Wachs, sondern Heißkleber oder so was ähnliches...

Szene2:

Bekannter: Ich hab reingeschaut das ist innen Top in Schuß - Ventile Wachs alles Picobello! ... ich: Guck mal hier und hier und hier... da hat das Wachs überall schon Risse und löst sich von der Stimmplatte! Bekannter: Aber da ist doch noch gar nichts abgebrochen das ist doch gut!

Es ist also erstmal für Nicht-Fachleute oft gar nicht leicht überhaupt zu erkennen, von was hier überhaupt die Rede ist.

Szene 3:

Eines meiner Instrumente von der Generalüberholung abgeholt, für die ich viel Geld ausgegeben hatte (ich wollte aber auch einen "Top-Zustand" haben).... ein paar Wochen später bricht ein Koppelstab zum Registerdrücker - Tja Pech gehabt - kann bei gebrauchten einfach passieren!

-> Wenn man das Akkordeon von Privat kauft und der Verkäufer nichts dagegen hat dass man das zuerst noch in eienr Fachwerkstatt begutachten lässt, dann würde ich sagen ist das keine schlechte Basis... und selbst wenn nicht - der gesunde Menschenverstand sagt einem oftmals auch , ob der Verkäufer glaubhaft ist oder ob da irgendwie Vorsicht geboten ist.


Wenn ich bei den Kleinanzeigen einer Internetauktionsseite nach "Hohner Atlantic IV" suche, finde ich Angebote zwischen 300 € und 2900 €.
Als Beispiel kann das folgende Angebot für 2000 € VB dienen (im Kundenauftrag, d.h. der Verkäufer bekommt weniger dafür):
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s...ollrestauration-bei-hohner/2040346306-74-1430
Daraus das Zitat: "im November 2013 bei Hohner in Trossingen voll restauriert. Die Rechnung über 3248,- Euro liegt vor."
Ich finde das völlig glaubhaft.

Auch die Preise fürs wieder herrichten die man hier oftmals liest sind mit Vorsicht zu genießen. Es hängt z.B. davon ab wo man s zur Reparatur gibt: Eine Fachwerkstatt in der Münchner Innenstadt mus schon alleine aufgrund der Mieten höhere Preise verlangen, als eien Fachwerkstatt im Vogtland.

Und es hängt auch davon ab, wie hoch ich die Messlatte für die Reparatur hänge:
In meiner Gegend kann ich eine komplette Stimmung für ein großes Orchesterinstrument für 600€ bekommen oder auch um die Hälfte... je nachdem wohin ich gehe. Im einen Fall bin ich beim Topfachmann, zu dem auch viele Profis und Besitzer von Topinstrumenten gehen und auch absolutes Toplevel bei der Stimmung erwarten. Im anderen Fall erhalte ich eine gute Gebrauchsstimmung , die bei normalen Instrumenten (auch für Orchester) locker ausreicht.

Und dann hängts natürlich auch davon ab wo man lebt und welche Werkstätten in erreichbarer Nähe sind... Da hilft auch viel, sich mal im Verein, beim Lehrer oder bei Orchesterkollegen umzuhören, ob und wenn die so kennen - bringt einem oftmals auch schon viele günstige und brauchbare Tips.
 
In meiner Gegend kann ich eine komplette Stimmung für ein großes Orchesterinstrument für 600€ bekommen oder auch um die Hälfte...
Da geht es aber auch um unterschiedliche Dinge.
Ich kann vom selben für etwas über 200 € eine Stimmung bekommen und bekomme das Instrument mit Glück am selben Tag zurück, oder ich bezahle 500 €, dann darf ich Sonderwünsche z.B. bzgl Lösabstand äußern, bekomme eine Stimmung sofort, eine später und eine dritte nach drei Tagen, so dass ich das Instrument nach erst danach zurückbekomme. (Dabei ist vorausgesetzt, dass das Instrument in gutem Zustand ist und es wirklich nur ums Stimmen geht.)
 
Der, bei dem keine oder zumindest nur günstigere Reparaturen anstehen.
Soweit mit das von meinem Fachmann -vor einem Kauf- abgesegnet würde, wäre es auch für mich okay.

Vor 30 Jahren war es sinnvoll, das günstigste Angebot, bei dem von außen keine Schäden erkennbar waren, anzunehmen, und danach für 10-15 DM in der Stunde überholen zu lassen.
Also vor 30 Jahren, das war in den 1990´ger Jahren, ist mir jetzt nicht bewusste das da gewerbetreibende kompetente Handwerker-
ihre Dienstleistungen in dieser Preislage, von 10 – 15 DM a Std angeboten hätten.
Meine Gagen als Freiberuflicher Musiker lagen in dieser Zeit um ein Vielfaches höher.

Wenn ich bei den Kleinanzeigen einer Internetauktionsseite nach "Hohner Atlantic IV" suche, finde ich Angebote zwischen 300 € und 2900 €.
Wie man es auch dreht und wendet, Kauf- / Verkaufspreis müssen für mich angemessen am Zustand des Instrumentes sein.

Ein Akkordeon was aus dem letzten Loch pfeift, sollten Verkäufer auch entsprechend anbieten und Käufer sich gut überlegen, bzw. gut kalkulieren was da noch an späteren Kosten auf sie zu kommen könnten.
Eine „Hohner Atlantic IV“ für 300,- €, wäre z. B. so ein Kandidat.

Große Akkordeon stimmen für 200,- €, möglicherweise geht das Preisniveau hier und dort noch weiter runter.
In wie weit die einen oder anderen dann mit den Gebrauchsstimmungen zufrieden sind, hängt dann wohl vom persönlichen Geschmack ab.

Bei einem Angebot meine Morino IVN für 200,- € zu stimmen, wäre ich eher vorsichtig als in euphorischer Schnäppchenlaune.
 
Also vor 30 Jahren, das war in den 1990´ger Jahren, ist mir jetzt nicht bewusste das da gewerbetreibende kompetente Handwerker-
ihre Dienstleistungen in dieser Preislage, von 10 – 15 DM a Std angeboten hätten.
Das wurde nicht angeboten, aber man wusste, dass der oder der das gelernt hatte oder gut war und hat diesen privat besucht.
Offiziell war derjenige irgendwo angestellt oder Rentner.
Das kam daher, dass etwa bis in die 70er Jahre Arbeiter einen Pauschallohn bekamen, bei dem die Arbeitszeit nicht festgelegt war, oder festgelegt, aber komplett ignoriert wurde.
Als dann feste Arbeitszeiten eingehalten wurden, waren die Arbeiter so früh fertig, dass sie sich inoffizielle Nebenverdienste suchten.
Ich kenne Leute, die ganze Häuser gebaut haben ohne eine einzige Firma zu beteiligen, nur mit "eine Hand wäscht die andere".

Ich bin ja kein professioneller Musiker, aber Leute aus dieser Generation (und keine armen) haben mir auch schon angeboten, bei Veranstaltungen zu spielen gegen Freigetränke, etwas zu essen oder ein bisschen Trinkgeld.
Überhaupt das ganze System Volksmusik funktioniert ohne Stundenlöhne: Die Musiker bekommen zu essen und zu trinken und am Ende wird das gesammelte Geld aufgeteilt.

Jedenfalls, wenn man erst jemanden suchen muss, dann muss man bereit sein, heutige Stundenlöhne zu bezahlen und dann kann man gleich zum Händler gehen.

Bei einem Angebot meine Morino IVN für 200,- € zu stimmen, wäre ich eher vorsichtig als in euphorischer Schnäppchenlaune.
Meine Preisangaben sind Münchner Preise, wenn auch von vor fünf oder sechs Jahren und bei einem 20 Jahre alten Instrument, also einem bei dem im Vergleich zur Morino N für den HZIM nur ein geringes Risiko besteht, auf Unvorhergesehenes zu treffen.
Damals hatte ich übrigens auch noch eine Adresse, wo ich eine Stimmung für 50 € bekommen hätte, auch von einem gelernten HZIM aus der Personengruppe, die ich im letzten Absatz beschrieben habe.

Zuletzt: Ich gebe euch ja völlig Recht, dass eine Beurteilung vom Fachmann das beste wäre.
Bloß dann erübrigt sich die Schnäppchenjagd.
Jemand, der zum Schnäppchenpreis verkauft, und darunter fällt bei mir für eine Atlantic jeder dreistellige, steckt nicht noch Geld in eine Begutachtung, die kostenpflichtig wäre, wenn er sie schriftlich will ohne Zusage, dass die Arbeiten auch durchgeführt werden.
Und wenn ich etwas zum Schnäppchenpreis verkaufe, dann gebe ich es nur gegen Bargeld aus der Hand und ohne Rückgaberecht.
Denn da kann ich doch sicher sein, dass mir der Käufer vom HZIM soviel aufzählen lässt, dass ich den kompletten Kaufpreis zurückzahlen muss.
So haben nämlich alle alten Mittelklasse-Instrumente Wert 0 für den Endverbraucher, nicht aber für den, der sie selber repariert oder dazu ins Ausland bringt.
Der Käufer jammert immer, solange der Vertrag noch nicht unterschrieben ist.
(Ich habe letztes Jahr einen Bauunternehmer, der Projekte für 100 Millionen hat, gefragt, ob ich für ihn sammeln gehen soll, als er so bei mir gebettelt hat.)
Ich zahle also kein Geld zurück, egal was der Käufer danach herausfindet.

So wie @lil das gemacht hat, ist es in erster Linie nicht Information für den Käufer, sondern für Lil selber, um sich mit dem geringen Verkaufspreis abfinden zu können.
Wäre ohne diese Information jemand vorbeigekommen, egal wie nachweislich kompetent, und hätte 200 € geboten, hätte Lil doch nicht guten Gewissens verkauft.

Ein Instrument mit einem hohen Wert lasse ich natürlich aus eigenem Interesse begutachten, um meinen hohen Verkaufspreis zu rechtfertigen.
So ein Instrument ist hier aber nicht gesucht, bzw. soll möglichst nicht bezahlt werden.
 
Auch wenn die Diskussion interessant ist: Bitte wieder zurück zum eigentlichen Thema finden, denn der Threadersteller möchte eine konkrete Kaufberatung.
 
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