Wiedereinsteigerin mit einigen Fragen u.a. zu Hohner Favorit bittet um Hilfe :)

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Schneckchen
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Hallo zusammen!

Bin ganz neu hier :)

Bevor ich loslege, ein bissl was zu mir: Ich bin 35 und wohne am schönen Niederrhein. Als Kind/Jugendliche habe ich Akkordeon in einem großen Orchester in meiner Nähe gelernt. Insgesamt habe ich ca. 7 oder 8 Jahre dort gespielt. Irgendwann hatte ich dann keine Lust/Zeit mehr und habe aufgehört.

Als ich vor kurzem bei Bekannten war und deren Tochter beim Klavierspielen zuhörte, dachte ich mir, ich könnte ja auch vielleicht wieder ein bisschen klimpern. Im Moment weiß ich noch nicht so recht was ich machen will - will ich Klavier lernen oder wieder meine Fähigkeiten im Akkordeon aktivieren (und womöglich wieder im Orchester spielen). Beim Klavier habe ich irgendwie ein bisschen Horror vor dem Erlernen der linken Hand :D. Besonders muss ich mich aber auch erstmal wieder ins Notenlesen vertiefen... hab doch einiges verlernt glaub ich. Akkordeon würde mir natürlich erstmal leichter fallen.... Vielleicht sollte ich einfach mal anfangen zu klimpern..womit wir bei meinem Instrument wären:

Ich hatte früher ein Hohner Favorit IV P und habe es abgöttisch geliebt. Leider hab ich es verkauft, als ich aufgehört habe. Es war zu schade zum Rumstehen....und von dem Geld hab ich mir dann den Führerschein finanziert :redface: Was sagt ihr zu diesem Akkordeon? (suche grade sporadisch in Kleinanzeigen usw. danach). Ich finde sehr wenig über dieses Akkordeon - warum eigentlich? Meist werden die anderen üblichen verdächtigen genannt: Hohner Concerto, Verdi, Tango.. aber die Favorit IV P wird selten erwähnt. Ich fand mein Akkordeon damals immer toll und dacht das wäre öfter vertreten. Ich glaube, es wird auch nicht mehr gebaut, oder? Gibt es einen "Nachfolger"? Ich suche so explizit danach, weil ich eben lange drauf gespielt habe und ich es sehr mochte :)

Im Moment habe ich nur noch ein kleines Cantulia Bambi 29. Das ist noch von meiner Oma. Auf dem habe ich damals die ersten 1-2 Jahre gelernt, bis dann das große Hohne Favorit kam. Leider ist das Bambi ja nicht mehr das neueste und wäre von der Größe her natürlich nicht ausreichend für ernsthafteres Spielen. Ein paar Tasten klingen nicht mehr richtig..bzw. sie klingen nur richtig wenn ich den Balg schließe (oder öffne? weiß grade nicht :D ). Kann man das irgendwie reparieren? (also selber meine ich, weggeben zur Repararatur will ich es eigentlich nicht unbedingt) . Wenn nicht, okay, dann muss ich meine Balgtechnik entsprechend anpassen :D)

Im Moment traue ich mich noch gar nicht so richtig es umzuschnallen, ich wohne in einem recht hellhörigen Mehrfamilienhaus, mal sehen was meine Nachbarn sagen, wenn ich auf einmal wieder mit der Quetsche anfange :rofl: (wie macht ihr das in Mehrfamilienhäusern?) Als ich noch gespielt habe, hab ich bei meinem Eltern gewohnt (Einfamilienhaus), da konnte ich so lange und laut spielen wie ich wollte, hat niemanden gestört. Außer vielleicht in der ersten Zeit meine Familie, wo noch nicht wirklich was gutes bei rumkam ;)

LG
Schneckchen

Anmerkung der Moderation:
habe mir erlaubt, den Titel etwas zu präzisieren, da die Kernfrage hier ja zur Hohner Favorit gilt.

Gruß, maxito
 
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Hallo Schneckchen,

erstmal Willkommen "on Board"!
Du hast ja einige Fragen auf dem Herzen! Aber deine Kernfrage geht ja erstmal bezüglich der Hohner Favorit - drum möcht ich mich mal vor allem darauf beziehen.

Dass die Hohner Favorit so wenig genannt wird, liegt vermutlich vor allem an den äußeren Umständen und weniger am Instrument selber.

Gebaut wurde das Instrument laut "hohner Liste" von 1977 bis 1983 also insgesamt nur über einen sehr kurzen Zeitraum. Verglichen mit atlantik, Morino etc, die ja mehr als ein halbes Jahrhundert gebaut wurden bzw. werden ist die Favorit damit ja nur sehr kurz in Erscheinung getreten. Zudem wurde die auf den Markt gebracht, als Hohner als Firma schon ins schlingern geraten ist. Das sind zusätzlich schlechte Faktoren, um ein Modell im Markt zu etablieren. Zudem war zu der Zeit Akkordeon spielen auch schon deutlich über den Höhepunkt der Popularität hinaus und ein kleiner werdender Kreis von Interessenten. Das sind alles Faktoren, die dazu führen, das ein Produkt, das an sich auch gut sein kann, nicht auf dem Markt ankommt.

Von denen die sich nach wie vor für Akkordeon interessierten, waren viele Vereins- und/oder Orchestermäßiog unterwegs. Und wenn dann da jemand einInstrument suchte, dann hat man das empfohlen, was man kennt und von dem man weiß, wie es ist, also:" Nimmst ne Atlantik, die kennen wir gut, oder gleich ne Morino"....

Die Favorit kannte man nicht so gut und konnte die drum auch nicht einschätzen. Außerdem hatte die 37 Tasten und 96 Bässe. Und wer im Orchester frei mitspeieln will, bekommt immer die Empfehlung. 4-Chörig mit 41 Tasten (und 120 Bässen), weil sich damit die gesamte Orchesterliterur und auch praktisch die gesamte Akkrodeonliteratur spielen lässt. 37 tastig eInstrumente hat man zu den zeit eher als "Übergangsinstrument" betachtet, bis man groß genug ist, ein "richtiges" Akkrodeon zu spielen.

Erst in den letzten Jahren setzt sich der Trend deutlich und zunehmends fort, dass man bewusst etwas kompaktere Instrumente mit 34 oder 37 Tasten kauft und die auch als vollwertige Instrumente ansieht. Von daher wäre die Favorit heute voll im Trend - damals war sie da aber nicht. Außerdem hatte sie das problem, dass in der Größe auch noch die Lucia existierte, die wie die Favorit benfalls 4-chörig war und vond er Bauweise wie die Atlantik mit Metallgehäuse und den Ruf hatte robust und zuverlässig zu sein und ansonsten"wie die Atlantik".

Die Favorit hatte ich selber auch noch nicht in den Händen - weit verbreitet ist die vermutlich nicht. Von der Bauart ist sie 4-chörig im Diskant und mit 37 Tasten versehen - somit also sehr vielseitig und zu fast allem einesetzbar. Das Instrument hat kein Cassotto und ich würde es klanglich ähnlich wie die Atlantik einstufen. Aber wie gesagt, das sind Vermutungen aufgrund der Merkmale, die man so erkennen kann, Wie sie im Klang tatsächlich ist und wie ähnlich oder abweichend der Klang dann tatsächlich ist, läst sich erst sagen, wenn man das Instrument mal gespielt hat.

Damals als Teenager hast du damit ein sicher gutes Instrument bekommen. Heute würde ich es mir aber höchstwahrscheinlich nicht mehr kaufen, es sei denn, es hängen soviele Emotionen und Erinnerungen da mit dran.

Bezüglich deiner Umgebung (hellhöriges Mehrfamilienhaus) musst du am besten gleich mal mit den Nachbarn klären, wie weit die tolerant sind und wie die Verhältnisse aussehen - wer ist wann im Haus, wer ist wann beim Arbeiten, wann sind die Nachbarn selber am werkeln, so dass Musik von unten/nebenan nicht so stört. Am besten gleich im Voraus - iss immer besser, als hinterher Missstimmungen ausräumen zu müssen.
Aber hierzu findest du in der "plauderecke" auch schon ein paar Beiträge - kannst ja dort mit Hilfe der Suchfunktion n bissl durch stöbern.

Gruß, maxito
 
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Schneckchen
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Hallo maxito,

vielen lieben Dank für Deine Antwort! :great: :hail:

Das erklärt ja, warum ich über die Favorit so wenig finde. Habe mich nämlich schon gewundert, dass grade über dieses Modell so wenig zu finden ist. Ich habe sie damals von einem "Orchester-Kollegen" gekauft, der auf eine größere (Morino glaub ich) umgestiegen ist.

Sicher wäre auch ein anderes Modell geeignet, ich könnte ja auch mal in einem Laden welche Probespielen.. aber an der Favorit habe ich irgendwie schon gehangen:redface:, mir hat auch ihr Klang immer sehr gut gefallen. Und sie gefällt mir auch optisch sehr gut (jaja, so sind die Frauen :D ). Einige andere Modelle - die ich mir z.B. bei ebay angesehen habe - finde ich potthässlich, ich möchte auch ein Instrument haben, was mich optisch anspricht :redface:. Sehr gefallen haben mir an der Favorit auch die 11 Diskantregister. Sicherlich braucht man die nicht unbedingt, aber ich habe gerne beim spielen zu Hause damit variiert.

Ein 120er wäre mir glaube ich ein wenig zu groß...Ich bin nur 1,57 m groß (bzw. klein *g*) und die Favorit war da schon grade so passend. Ein 120er hatte ich noch nie um, aber ich denke das würde mich vielleicht schon ein wenig erdrücken. Müsste ich ausprobieren. Im Moment ist das mit dem Einstieg in meinen alten Verein nur so ein Hirngespinst, aber ein 96er wäre doch ausreichend oder? ein 120er muss ich allein schon von der Größe her (und dem Gewicht) nicht unbedingt haben...

LG
Schneckchen
 
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Musikerclaus
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Hallo Schneckchen,

wenn Du so intensiv nach einer Favorit fahndest, musst Du aufpassen, dass Du nicht die Falsche erwischst. Die Hohner-Liste ist wie so oft unvollständig, denn die Favorit III und IV P gibt es schon mal im Katalog von 1957; da allerdings jeweils mit 41 Tasten und 120 Bass, was Dir ja zu groß ist.

Sie wurde schon damals nicht oft gebaut, daher hält sich die verbliebene Stückzahl in Grenzen. An Deiner Stelle würde ich trotzdem mal versuchen, mich mit einem anderen Modell anzufreunden. Wenn es unbedingt eine Hohner sein soll, kannst Du Dich auf jeden Fall mal mit der Lucia befassen; aber da auch nur mit der IV P. Lucias gab es in allen möglichen Varianten als II, II P, II T, III, III P und IV P.

Über die Optik lässt sich in so einem Fall schlecht streiten; wenn Dein Herz immer noch dran hängt, ist es natürlich schwierig, auf ein anderes Modell umzusteigen, aber Du solltest es zumindest versuchen, denn eine gut erhaltene Favorit IV P zu bekommen, ist sehr schwer.

Oder Du suchst Dir einen gut sortierten Akkordeon-Händler und machst ein Probespiel auch auf anderen Fabrikaten; andere Mütter haben auch schöne Töchter, und die Auswahl an 37/96 - Instrumenten ist heute schon ziemlich groß.

Gruß Claus
 
tsgzwa
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Hallo Schneckchen,

mich würde interessieren ob die Suche nach dem passenden Instrument erfolgreich wae?
 
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Hallo tsgzwa,

darauf wirst Du wohl keine Antwort mehr erhalten, da Schneckchen seit 1 3/4 Jahren nicht mehr online war.
 
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Schneckchen
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Hallo liebes Forum,

ich hoffe, es ist okay, wenn ich diesen alten Thread ausgrabe und mich zurück melde? Nach sieben Jahren :engel::eek::D

Irgendwie ist das mit dem Akkordeon etwas in den Hintergrund getreten, ich weiß auch nicht warum.

Und Ende letzten Jahres habe ich dann doch plötzlich wieder Lust bekommen, mein altes Cantulia Bambi rausgeholt, aber es war natürlich immer noch verstimmt..

Jetzt habe ich mir vor ca. einer Woche eine Hohner Favorit IV P gekaut, gebraucht von einem Händler. Sie ist top in Schuss, ich bin total begeistert. Ich übe jetzt mit dem Buch "Spiel Akkordeon" von Peter M. Haas. Die Stücke darin gefallen mir. Noch bin ich unsicher und meine Finger nicht so treffsicher wie früher, aber vieles ist irgendwie immer noch "einprogrammiert". Einige Seiten aus dem Buch habe ich übersprungen, das war mir dann doch zu einfach, aber ich bin noch lange nicht so weit, wieder den "La Cumparsita" zu spielen, den ich früher mal relativ gut konnte. Man ist halt doch etwas eingerostet, nach über 20 Jahren oder so.

Ich bin gespannt, wie die Lernkurve so ist, ein bisschen Sorge hab ich ja, das ich nicht an das alte Niveau herankomme, aber wer weiß.

Jedenfalls wollte ich mich mit diesem Beitrag zurück melden, auch wenn es etwas gedauert hat :D:D

LG
Schneckchen
 
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Jetzt habe ich mir vor ca. einer Woche eine Hohner Favorit IV P gekaut,
willkommen zurück unter den quetschenden. So eine Hohner Favorit war mir treuer Begleiter als ich vor ca. 35 Jahren noch in einer Band gespielt habe. Das Instrument hat einen durchdringenden Sound, ist gut für Live Auftritte ohne Verstärker. Leider hatte die Hohner im feuchten Keller und durch eine Umzüge Feuchtigkeit gezogen, war verstimmt. Konnte sie aber trotzdem noch gut verkaufen.
Wenn du La Comparsita spielst gehörst du je eh schon zur Oberschicht und wirst sicher schnell wieder Freude am Akkordeon Spiel haben. Vielleicht hört man ja mal hier eine Klang-Probe. Alles Gute dazu!
 
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Danke für Deine Antwort :)

Oberschicht? Okay.. hehe, so weit hab ich mich nie gesehen :D Der La Cumparsita war schon schwer für mich, ich fand das Stück aber toll und hab es immer und immer wieder geübt. Im Moment lasse ich davon besser noch die Finger :ugly:

Notenlesen muss ich auch mal wieder üben. .es ist alles doch recht eingerostet. Aber es ist schon spannend, wie ich z.B. automatisch Basssprünge in manchen Stücken hinbekomme.. als hätten die Hände das nie vergessen. Ich denke gar nicht drüber nach und die Hand macht einfach.

Trotzdem verknoten sich die Finger natürlich immer wieder. Ich backe deshalb erstmal ganz kleine Brötchen und spiele die Einsteigerstücke um wieder Fingerfertigkeit zu bekommen.
 
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