Das Teil hat dermaßen instabil gearbeitet, dass ich es recht schnell aufgegeben habe,
Wir nutzen den Rackmixer mit 32 Kanälen und es läuft bei uns stabil,
Guten Morgen zusammen,
ich hatte gehofft, mich im Lager von "Dab2068" wieder zu finden. Es scheinen wohl exemplarabhängig "gut" und "böse" nahe beieinander zu liegen. Neben meinem Exemplar konnte ich einen weiteren Studiolive 32 R-Mixer ausprobieren. Mein Exemplar
lief (Vergangenheit, weil schon nicht mehr bei mir) nicht zuverlässig, während das ausgeliehene Exemplar in der selben Umgebung tadellos funktionierte. Da ich meinen Plan mit einem Presonus Studiolive-Mixer noch nicht aufgegeben habe, hier nun einige Erkenntnisse mit dem tadellos funktionierenden Exemplar.
Insgesamt sehe ich im Vergleich zum Soundcraft Ui 24 R den Erstkontakt eher holperig. Mir fehlen Standards, mit denen ich sofort einsteigen kann. So könnten Standardberechtigungen festgelegt sein, mit denen ich über einen direkt verbundenen Laptop die FOH-Berechtigungen habe.
Im ersten praktischen Versuch habe ich einen Livemitschnitt meiner Stammband mittels "Tracks Live" ins Mischpult gespielt.
Beim Mixdown und dem voran gestellten Einpegeln empfinde ich die Gainregelung als virtuelles Drehpoti* unhandlicher als das virtuelle Schiebepoti beim Ui 24 R.
*Bei der Wiedergabe vom Laptop ist "Gain" nicht veränderbar.
Ich kann jedoch jeden Wert nach Doppelklick ins Wertefeld auch per Tastatur eingeben.
Ansonsten sind die Einstellungen nicht überraschend: pro Kanal vier parametrische EQ-Bänder pro Kanal, ein Gate und zusätzlich zur Kompressorauswahl noch ein Limiter. Der Limiter ist für mich ein Schmankerl. Sicherlich ein Extra-Thema wäre die Verwendung der alternativen Kompressor-Plugins. Diese erlauben wie in meiner DAW die Auswahl von Kompressoren, die auch hörbar unterschiedliche Regelcharakteristiken aufweisen, die über die reine Parametrierung hinaus gehen.
Die Koppelung von zwei Kanälen ist mir zu unflexibel. Ist der "linke" Kanal eine ungerade Zahl, klappt die Koppelung zu einem Paar mit dem nächsten Kanal als "rechtem" Kanal. Ist der linke Kanal eine gerade Zahl, würde der sich mit der geraden Zahl davor koppeln. Dummerweise werden mit der Koppelung dann auch die Parameter übernommen. Im Falle eines Schlagzeugs mit sieben Kanälen also lieber noch ein drittes Tom anlegen, damit die letzten beiden Schlagzeugkanäle die Overheads sein können.
Bei meinem Exemplar des 32 R - mal mit, mal ohne USB-Kompatibilitätsmodus - gab es immer wieder Aussetzer auf allen Spuren gleichzeitig. Jetzt kann man natürlich mit Firmware hier und Treiber dort kommen, vielleicht weil die letzte Treiberversion nicht so gut wie vorletzte ist usw. usf. Aber nein, aktuellster Stand muss reichen, damit`s funktioniert. Mehr sollte von einem Anwender nicht erwartet werden.
Weitere Merkmale sind mir zwar aufgefallen, nicht störend, vielmehr als gewöhnungsbedürftig. Ein weiteres No-Go zeigte sich bei meinem Exemplar. Zur Steuerung wird der Laptop mit einem LAN-Kabel direkt an die entsprechende Buchse am Mixer angeschlossen. Das klappte bei ansonsten intakten Laptops (Windows 11, aktuelle Treiber) nur sehr unzuverlässig (mal reibungslos, mal erfolglos mit Fehlermeldung). Da sich das gleiche Thema auch beim Einsatz eines Routers und den drahtlos verbundenen Tablets zeigte, sind entweder zwei Laptops und ein Router defekt oder der Mixer. Ich kann jetzt nicht beurteilen, ob es auf den Zustand des Gebrauchtartikels oder auf die Produktqualität des 32 R an sich zurück zu führen ist.
Auf mich wirkt beruhigend, dass ich unabhängig von der LAN-Control-Buchse stets auch die Bedienung über das USB-Kabel mit einem Notebook durchführen kann. Das funktionierte bei beiden Exemplaren störungsfrei.
Die Bedienung über die App ist nachvollziehbar, wenngleich ich immer wieder Funktionen suchen musste und anderswo als vermutet gefunden habe. Ich konnte mir manche Fundorte nicht gut merken. Ich bin mir sicher, dass ich mich nur oberflächlich mit dem Funktionsumfang des 32 R beschäftigt habe und mein Fokus dabei auf den nächsten Veranstaltungen lag.
Eine Kaufempfehlung für das Presonus StudioLive 32 R wäre ggf. etwas voreilig und zu stark vom schlechteren (leider meinem) Exemplar getrieben.
Das 32 R kann man zwischen 1399 € (Amazon) und 1699 € neu (Stand 25.06.2026) kaufen. Damit fischt das 32 R günstigsten Falls preislich im gleichen Teich wie das relativ weit verbreitete und meiner Wahrnehmung nach geschätzte Behringer Wing Rack. Wer auf die Erweiterungsmöglichkeiten, wie sie im Behringer-Universum bestehen verzichten kann und Wert auf die flache Bauweise legt, findet im 32 R eine "fast Rundum-Sorglos-Lösung" für den Bandalltag.
"Fast" deshalb, weil andere Produkte eine größere Effektauswahl haben. Ich bin mir aber auch sicher: Egal, was alles an Effekten an Board ist, irgendwas fehlt immer, wenn man die Vielfalt an Plug-Ins der DAW gewohnt ist. Dennoch will sich das 32 R durch die Studio One-Integration daran ja wohl messen lassen. Zudem fand ich die Effektpresets wenig hilfreich, da ganz weit entfernt von "amtlich". Die Presets waren für mich die Grundlage, die Parameter für eine Nachbildung geschätzter Effekte aus meinen Plugins der DAW zu nutzen. Das brachte gute (nicht ganz wie X 32) Ergebnisse hervor.
Blicke ich auf meine Mixer, schlägt das 32 R die Brücke zwischen dem Soundcraft Ui 24 R (Handling) und dem Behringer X 32 (Kanalanzahl). Im Vergleich zum Ui 24 R erkenne ich hinsichtlich der Bediensoftware eine gewisse Abhängigkeit, da für das Soundcraft ein HTML-5-Browser reicht, während das Presonus eine App benötigt, die ja auch immer irgendwie im Zusammenhang mit dem Betriebssystem zu sehen ist. Gleiches wird ja auch für die alternativ nutzbare Mixing Station gelten.
Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit stelle ich fest, dass die Gebrauchtpreise für ein 32 R prozentual deutlich unter den Wettbewerbern von Behringer, Soundcraft und Allen & Heath liegen. Wer sich also für das Presonus Studiolive 32 R entscheidet, testet am besten innerhalb der Widerrufsfrist ausgiebig, kauft direkt gebraucht und verzichtet auf Rückgabeoptionen oder nimmt beim Wiederverkauf herbe Verluste hin. Die am Gebrauchtmarkt aufgerufenen Preise zwischen aktuell (Stand 02.07.2026) 850 und 1100 € sind mir mit Blick auf einen Neupreis von 1399 € (setzt nun mal die Messlatte) mittlerweile zu hoch. Innerhalb dieses (Gebraucht-) Preisbereichs bekäme ich gebraucht auch ein Behringer X 32 Rack inkl. S 16 mit insgesamt ebenfalls 32 Mikrofon- und zusätzlich 6 Mono-Auxeingängen. Allerdings mit 2 1/2-facher Einbauhöhe. 32 R vs. X 32 Rack, 2 HE vs. 5 HE.
Bezogen auf meinen Eröffnungspost hätte der Presonus StudioLive 32 R-Mixer die Chance gehabt, einem unbegründeten Kaufimpuls Substanz zu geben. Die Idee, mit einem 2-HE hohen Rackmixer mehrere Komponenten des praktischen Bedarfs (Funkstrecke, KH-Verstärker, evtl. 1-HE-Monitorendstufe) in einem 5-HE-Case unterzubringen, war an sich eine gute. Beim Gros der Veranstaltungen ein Case gespart, bei manchen sogar zwei.
Hängt aber die Funktion von externen Geräten ab, deren Verbindung nicht zuverlässig läuft, regt sich bei mir Skepsis. Damit tue ich dem Gerät möglicher Weise Unrecht, weil dieses Problem nicht zwinged produkt-, sondern definitv exemplarspezifisch auftrat. Habe ich Lust, das heraus zu finden ...? Gleiches bei den Aussetzern in der mehrspurigen USB-Wiedergabe.
Die nächsten Einsätze rufen ohnehin erst einmal nach dem A&H Qu-16 nebst Mixing Station auf dem Tablet. Keine Eile auf dem Nebenschauplatz "Studiolive 32 R".
Viele Grüße,
Carsten