Lautsprecher: Resonanzfrequenz, Magnetgewicht und Voice Coil Diameter

von PYRO, 07.03.06.

  1. PYRO

    PYRO Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.03.06   #1
    Hallo,

    kann mir jemand erklären, wie sich unterschiedliche Resonanzfrequenzen auf den Klang eines Lautsprechers auswirken? Kann man das überhaupt so pauschalisieren? Falls ja, nehmen wir ein konkretes Beispiel. Ein Lautsprecher hat eine Resonanzfrequenz von 100Hz und ein anderer hat 75Hz. Kann man anhand dieser Daten ganz grob sagen wie sich die Speaker klanglich unterscheiden? Hat vielleicht der mit 75Hz mehr Punch im Bassbereich?

    Und noch eine Frage: Kann man von der Voice Coil Diameter (= Spulendurchmesser?) also z.B. 1,75" vs. 2" oder vom Gewicht des Magneten also z.B. 1,5kg vs. 1kg auf den "Druck" des Lautsprechers schließen? Also kann man zum Beispiel sagen der Lautsprecher mit 1,5kg Magneten wird mehr Druck machen als der mit 1kg Magnet?

    Bei allen Beispielen ist von identischer SPL und Eingangsleistung auszugehen.

    Ich bedanke mich schon jetzt für alle konstruktiven Antworten!

    Gruß PYRO
     
  2. Totebeili

    Totebeili Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.03.06   #2
    Hallo Pyro

    die Resosanzfrequenz bestimmt wie tief ein Lautsprecherchassis spielen kann. Das heisst aber noch nicht dass er in der Box auch so tief spielt, da hat die Box (Volumen, Bauweise) auch noch ein Wörtchen mitzureden. Klanglich hat das keinen grossen Einfluss. Wie ein Chassis klingt hängt stark von seiner Bauweise, verwendetes Material, etc. ok eigentlich das zusammenspiel aller Werte.
    Mehr Punch kann man nicht pauschal sagen, er kann tiefer spielen. Muss aber nicht. Der Punch hängt von seiner Frequenzgangkurve ab.

    Auch bei der letzten Aussage kann man das nicht veralgemeinern. Das Magnetgewicht ist sicher ein Faktor. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Materialien (Neodym, Ferrit, etc) welche andere Werte bei gleichem Gewicht haben.
    Der Durchmesser oder das Gewicht des Magneten (im zusammenhang mit dem verwendeten Material) sagen aber auf jeden fall aus ob er viel Eingangsleistung oder wenig verträgt. Was letztenendes Schallenergie ist hängt wiederum von vielen Paramtern ab (Zentriesspinne, Sicke, Gewicht der Membran, Nachgibigkeit, etc)

    Es kann gut sein dass ein 200Watt RMs belastbares Chassis lauter spielt als ein 400Watt RMs Chassis.

    Wenn du etwas genauer wissen willst kann ich dir das gerne erklären

    gruss aus der Schweiz
     
  3. lini

    lini HCA PA-Praxis & LS-Selbstbau HCA

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    Erstellt: 08.03.06   #3
    Je größer der Schwingspulendurchmesser (heute im PA-Bereich meist zwischen 3" und 4"), desto größer ist auch ihre Fläche und die damit verbundene Möglichkeit zur wärmeabgabe. Deshalb sind heute die üblichen Baßlautsprecher mit ca. 1kw belastbar, vor 10 Jahren war das noch ca. die Hälfte an Belastbarkeit bei einem Spulendurchmesser von 2" - 3".
     
  4. PYRO

    PYRO Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.03.06   #4
    Danke schonmal für die Antworten!

    Also heisst das, dass der LS mit 75Hz Resonanzfrequenz im Bassbereich tiefer runter kommt als der mit 100Hz?

    Znd der Schwingspulendurchmesser hat nur Einfluss auf die Belastbarkeit des Lautsprechers? (Der mit 1,75" verträgt 60 Watt und der mit 2" verträgt 150 Watt!)

    Konkret geht es um diese beiden Speaker:

    http://editweb.iglou.com/eminence/eminence/pages/products02/pdf/leg121.pdf
    Diese habe ich in meiner 2 x 12" Box und ich überlege mir ob ich sie durch diese ersetzen soll:
    http://professional.celestion.com/guitar/products/pdfs/Vintage 30.pdf

    Kann man anhand der Frequenzverlaufdiagramme sagen welcher bei gleicher Eingangsleistung mehr Druck machen wird?

    Der Celestion Vintage 30 ist ja sozusagen "State of the art" bei Rok und Metal-Anwendungen :)

    Ich bin mit dem Klang meiner Lautsprecher zufrieden aber ich verspreche mir von den Vintage 30 noch besseren Sound, mehr Punch, mehr Klarheit, was auch immer

    Der wird ja nicht um sonst so oft von Marshall, Mesa, ENGL, Orange, usw. verbaut.

    Was meint ihr dazu?

    Gruß PYRO

    EDIT: Was ändert das Volumen der Box? Wass passiert wenn ich das Volumen größer als das Vas oder kleiner als das Vas mache? Wenn größer, dann kommt mehr Bass dazu, richtig?
     
  5. lini

    lini HCA PA-Praxis & LS-Selbstbau HCA

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    Erstellt: 08.03.06   #5
    Lade dir doch von der Seite www.linearteam.org das Simulationsprogramm winlsd runter. Damit kann man wunderbar spielen und lern einiges über die Abhängigkeit zwischen Lautsprecher und Gehäuse.
     
  6. Totebeili

    Totebeili Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.03.06   #6
    Also betr. Resonanzfrequenz. Ja der mit 75 Hz kann tiefer spielen.

    Ja der Schwingspulendurchmesser hat Einfluss auf die Leistung. Jedoch kann auch hier mit verschiedenen Materialien (geschwärzte Spule, dicke des Spulendrahtes, etc) andere Leistungen erreicht werden. Grundsätzlich aber stimmts, je grösser die Spule je mehr Wärme kann abgegeben werden (grössere Fläche zum abgeben der Wärme).

    Zu den Lautsprechern die du aufgeführt hast, bei mir funzt der erste Link irgendwie nicht. Mehr Druck wird wahrscheinlich der machen, welcher bei den mittleren Frequenzen einen höheren Schalldruck erzeugt.

    Ich kann dir nicht sagen ob dir der Klang besser gefällt. Hatte die noch nie einzeln verglichen. oder besser gesagt ich habe noch nie eine Gitarrenbox selber gebaut, bis jetzt hat sich das auf mein Heimkino beschränkt

    Jep eine Box wird mit einer Abstimmfrequenz gebaut. Sprich um eine x beliebige untere Grenzfrequenz zu erreichen muss anhand der Chassis Paramter das Volumen berechnet werden. Und je grösser ein Volumen gemacht wird je tiefer ist eben diese Abstimmfrequenz und umgekehrt.
    Mehr Bass ist vielleicht der falsche Ausdruck. Eine tiefer abgestimmte Box (grösseres Volumen) kann tiefere Töne mit gleichem Pegel wiedergeben (-3dB Punkt)
    Unterhalb der Abstimmfrequenz sinkt der Frequenzgang stark ab.

    Hoffe ich habe das einigermassen verständlich geschrieben:screwy::rolleyes:
     
  7. LSV Hamburg

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    Erstellt: 09.03.06   #7
    Hi,
    ab der Resonazfrequenz eines Speakers fällt der SPL mit mind. 24dB ab, somit ist unterhalb der Resonazfrequenz quasie Funkstille !
    Der Effekt verstärkt sich zudem auch noch durch das BR- Gehäuse, da auch hier unterhalb der Abstimmfrequenz der SPL um ca. 24dB abfällt.
    Alles in Allen bedeutet das, das ein Speaker mit einer Reso von 75Hz unterhalb von ca. 100Hz nicht mehr brauchbar ist !
    Will man trotz dem unterhalb der Reso Frequenz noch einen brauchbaren Pegel erzeugen, geht das nur wenn man einen EQ (+24dB) massiv zur Hilfe nimmt, und extrem viel Ampleistung in den Speaker jagt.
    So ein Vorgehen dürfte jedoch den sofortigen Garaus für den Speaker bedeuten !
     
  8. PYRO

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    Erstellt: 09.03.06   #8
    Danke euch für die kompetenten Antworten! Jetzt bin ich schlauer :)

    Gruß Manu
     
  9. lini

    lini HCA PA-Praxis & LS-Selbstbau HCA

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    Erstellt: 09.03.06   #9
    Das freut mich zu lesen! :great:

    PS: An welche Adresse sollen wir denn die Rechnung über das Beratungshonorar schicken ? :D
     
  10. PYRO

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    Erstellt: 09.03.06   #10
    Herrn
    Max Mustermann
    Musterstraße 123
    12345 Musterdorf
    ;)

    Noch ne Frage: Wie wird der SPL bestimmt? Sicher in einem eingegerenzten Frequenzband, oder?

    Gruß PYRO
     
  11. lini

    lini HCA PA-Praxis & LS-Selbstbau HCA

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    Erstellt: 09.03.06   #11
    Normalerweise sollte die Frequenz, bei der gemessen wird, bei der Messung mit angegeben werden. Das machen aber leider nur die wenigsten Hersteller.
     
  12. PYRO

    PYRO Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.03.06   #12
    Das heisst also der SPL wird bei einer ganz bestimmten Frequenz gemessen und nicht zum Beispiel der Mittelwert eines Frequenzbandes genommen? Ist das nur im PA-Bereich so oder allgemein?

    Gruß PYRO
     
  13. lini

    lini HCA PA-Praxis & LS-Selbstbau HCA

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    Erstellt: 10.03.06   #13
    Hallo!

    Mein letztes Post war leider etwas unsauber formuliert. Mit dem Frequenzband liegst Du schon richtig. Allerdings gibt es da soweit ich weis keine genauen Vorgaben und somit kann jeder Hersteller das gerade passende für sein Produkt verwenden. (Meistens das, das am lautesten ist...) Allerdings sagt der SPL-also der Schalldruckpegel- alleine noch nix aus. Man braucht da immer einen Bezugspunkt. Im Lautsprecherbau hat sich da als Wirkungsgradangabe der Bezug auf 1 Watt Eingangsleistung bei 1 Meter Abstand eingebürgert. Man spricht in dem Fall dann auch von Empfindlichkeit (enl. sensivity). Der andere Wert ist dann der Maximalschalldruckpegel. Angegeben wird der dann entweder als Maximalwert bei Nennbelastbarkeit (kann man sich aber auch leicht selbst ausrechen: Pro Leistungsverdoppelung + 3db) oder als Wert, der bei kurzen Signalspitzen (peak) erreicht wird.
     
  14. PYRO

    PYRO Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.06   #14
    OK alles klar, danke!

    Gruß PYRO
     
  15. J.B.Goode

    J.B.Goode Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.03.06   #15
    Ich denke meine Frage pass noch gerade hier rein. Bin dabei mir eine 212 zusammenzubauen. Habe nun 2 neue V30 von Celestion zuhause. Sie haben auf der Vorderseite, dort wo man sie an das Holz montiert ein relativ harten Schaumstoff dass festgeklebt ist.

    Muss ich es abmachen?
    Wird es die Schwingung des Lautsprechers nicht drosseln? Oder muss ich den nur hinreichend fest anschrauben.

    bzw. hat es positive Wirkung?

    thx
     
  16. PYRO

    PYRO Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.03.06   #16
    Ja, auf jeden Fall dran lassen, das ist (wenn ich jetzt nicht komplett falsch liege) zur Abdichtung, damit da keine Luft durch geht (Thema Druckverlust!).

    Gruß PYRO
     
  17. lini

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    Erstellt: 12.03.06   #17
    Kommt darauf an, ob Du die Lautsprecher von vorne oder von hinten montieren willst. Normalerweise wird der Lautsprecher ja von vorne montiert und somit muß man zwischen Lautsprecher und Gehäuse ein Dichtband anbrigen, damit das Gehäuse richtig abdichtet.
     
  18. J.B.Goode

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    Erstellt: 12.03.06   #18
    mit von vorne meinst du bestimmt von innen...
    die Rückseite des Lautsprechers ist nicht Gerade somit stelle ich es mir schwierig vor es von hinten (also von außen) zu Montieren. Hatte es zwar vor, werde aber wohl von ihnen montieren.

    Danke für die Antworten :)
     
  19. PYRO

    PYRO Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.03.06   #19
    Nein, im Normalfall ist mit "von Vorne" von außen gemeint.

    Ich würde an deiner Stelle so montieren, dass der Schaumstoff am Holz anliegt zum abdichten.

    Gruß PYRO
     
  20. lini

    lini HCA PA-Praxis & LS-Selbstbau HCA

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    Erstellt: 13.03.06   #20
    Stimmt! Normalerweise werden die Speaker von außen eingebaut. Wenn Du aber eine Montageöffnung im Gehäuse hast, kannst Du sie aber auch von innen einbauen.
     
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