Markbass Bass Multiamp S

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Markbass Bass Multiamp Stereo




Achtung: Dieses Review bezieht sich auf eine alte Firmwareversion (1.x) - kurze Zeit nach meinem Test kam die neue Version 2.0 heraus, welche von einem anderen User auf Herz und Nieren getestet wird.



Erwartungshaltung:

Zuerst gehört habe ich von dem Amp in diesem Thread und das Konzept hat mir direkt gut gefallen. Was Modeling angeht werden wir Bassisten ja tendenziell eher etwas stiefmütterlich behandelt und das Gesamtpaket mit leistungsstarker Endstufe in einem relativ handlichen Gehäuse wirkte durchaus verlockend. Wegen des hohen Preises habe ich ihm aber nicht all zu viel weitere Beachtung geschenkt.

Als jedoch Tester für das Gerät gesucht wurden, war mein Interesse wieder geweckt, da ich zu dem Zeitpunkt eh gerade viele Aufnahmen für mein Post-Metal-Projekt gemacht und mich dabei wieder entsprechend viel mit Modeling beschäftigt habe. Meine Hoffnung dabei war, dass der Multiamp meine Anforderungen an ein Modeling-Gerät erfüllen und gleichzeitig noch bandtaugliche Verstärkung liefern könnte. Diese wurde leider nur zu einem Teil erfüllt, aber dazu später mehr.




Tech Specs:

Input: 1x Klinke, mono

Outputs:

- 2x Klinke, mono (Links/Mono, Rechts) - Line Out

- 2x XLR, male (Links/Mono, Rechts) - DI Out

- 2x Klinke, mono (Links/Mono, Rechts), 1x Speakon (Bridged) - Lautsprecher

- Kopfhörer

3 "Kanäle": Solid State / Tube / Vintage

Regler:

- Gain / Phones Level / Master

- EQ: Low / Mid Low / Mid High / High

Endstufe:

Stereo-Modus: 2x 500 W @ 4 Ω bzw. 2x 300W @ 8 Ω

Bridge-Modus: 1000 W @ 8 Ω

MIDI: In / Through


Weitere Features:

105 Live Mono Factory Presets

105 P.A. Factory Presets

105 Live Stereo Factory Presets

> Virtuelle Amps

> Lautsprecher und Mikrophone

> Mute/Tuner

> Effekte

> SD-Slot (SD-Karte, FAT 32, max. 8 Gb)


Maße: 2HE * 19" * 32,4 cm (H*B*T)

Gewicht: 4.3 kg


Quelle: http://www.markbass.it/product_detail.php?id=245, Abruf: 21.12.2014




Verarbeitung & Handling:

Die Verarbeitung des Multiamp ist auf den ersten Blick tadellos. Die Lackierung ist sauber ausgeführt, alles sitzt fest, nichts klappert und die Bedienelemente wirken robust. Die Rastung der Potis ist angenehm deutlich, aber nicht zu fest, sodass sie immer noch gut drehbar sind. Soweit macht der Amp einen sehr guten Eindruck.

Dieser trübt sich jedoch, sobald man sich mit der Modeling-Matrix befasst. Die zuständigen Taster sind sehr leichtgängig und der Druckpunkt dazu extrem empfindlich. So kommt es leider ständig vor, dass ein Tastendruck doppelt triggert und man dadurch z.B. Menüs nach dem Aufrufen sofort wieder verlässt. Die Häufigkeit sinkt zwar ein wenig, je mehr man mit dem Amp arbeitet, weil man sich irgendwann daran gewöhnt - es passiert aber nach wie vor und behindert so den Arbeitsfluss. Auch schnelles Anpassen von Sounds wird so zur Qual, da man die Knöpfe immer entsprechend umsichtig bedienen muss. Eventuelles Nachjustieren in einer stressigen Bühnensituation dürfte ziemlich anstrengend werden.

Da die Matrix der Teil des Amps ist, mit dem man am meisten arbeitet, gibt das leider dicken Punktabzug, hier sollte wirklich nachgebessert werden. Es könnte natürlich auch sein, dass beim Vorführmodell die Knöpfe einfach schon "ausgeleiert" sind und ein fabrikneues Modell diese Probleme nicht hat - das spräche dann aber wiederum nicht sonderlich für die Haltbarkeit.

Die Navigation innerhalb der Matrix läuft aber immerhin sehr einfach und intuitiv ab, zumindest wenn man schon ein wenig Erfahrung im Umgang mit Modeling-Geräten hat.

Etwas seltsam mutet das Poti für die Parametereinstellung an. Haptisch gilt für dieses zwar das gleiche wie für die restlichen Drehregler, die Intervalle, in denen es regelt, wirken allerdings recht willkürlich gewählt. Die meisten Parameter werden im Menü mit einer Nachkommastelle angegeben - das Poti regelt jedoch die meiste Zeit in Schritten von um und bei 3,7. Das ist in meinen Augen ziemlich widersinnig: Wenn eine Skala schon auf eine Nachkommastelle genau angegeben wird, dann will ich diese auch exakt so genau beeinflussen können und z.B. nicht bei "ungefähr 50%" sondern bei exakt 50% ankommen. Mehr dazu aber noch im Abschnitt über die Effektsektion.

Negativ ist mir zudem auch der ziemlich laute Lüfter aufgefallen. Im Proberaum u.ä. natürlich völlig vernachlässigbar, bei Aufnahmen per DI aber schon nervig, wenn man die ganze Zeit direkt daneben sitzt. Ich habe den Amp während der Sample-Aufnahmen (mit Kopfhörer) irgendwann für eine Weile ausmachen müssen um meinen Ohren und meinem Kopf mal ein wenig Ruhe zu gönnen, das Geräusch ist auf Dauer wirklich anstrengend. Ob und wie stark der Lüfter bei Aufnahmen mit Box und Mikro ins Gewicht fällt, habe ich nicht ausprobiert.




Vorstufe/ Amp- & Boxen-Modelle:

Nun jedoch wieder zu erfreulichen Dingen, namentlich der Vorstufensektion bzw. dem Ampmodeling. Und dieses ist wirklich, wirklich gut und macht viel Spaß. Mir persönlich gefielen die Emulationen des Little Mark und des Sunn am besten, gerade ersterer machte sich auch im Bandkontext (irgendwo zwischen Melodeath, Black Metal und Post Rock) sehr gut und sorgte für einen Markbass-typischen fetten, aggressiven und extrem durchsetzungsfähigen Sound.

Von vintage bis modern ist hier wirklich einiges dabei und in meinen Ohren klingen alle Modelle sehr gut und angenehm unterschiedlich (im Sinne von kaum ausgeprägter Redundanz), keines wirkt "überflüssig". Wie authentisch die Modelle sind, kann ich leider bis auf den Little Mark nicht beurteilen, dieser klang allerdings genau so, wie ich das Original in Erinnerung habe.

Für die Boxen gilt eigentlich das gleiche. Alle klingen irgendwie unterschiedlich und haben ihre Daseinsbereichtigung, welches Modell man nutzt ist reine Geschmacksache. Für meine Klangvorstellungen hat mir die 215er gut gefallen, für die Effektsamples habe ich die 212er genutzt.




Endstufe:

Außerdem erfreulich: die Endstufe(n). Im o.g. Bandkontext mit 2 Gitarren auf B, Gesang und einem recht lauten Drummer hat schon die linke Endstufe im Mono-Betrieb ausgereicht, um den Bass (Preci, ebenfalls auf B) ausgezeichnet hörbar zu machen. Der Master-Regler war dabei noch deutlich vor der 12-Uhr-Stellung, von der Lautstärke her wird also auch die Mono-Version des Multiamp für die allermeisten Bassisten locker ausreichen.

Die Stereo-Endstufe ist m.E. sowieso nur eingeschränkt sinnvoll nutzbar, da das Bi-Amping-Feature unzureichend ausgeschöpft wurde. Für dieses lässt sich nämlich eigentlich nur die Crossover-Frequenz bestimmen - das wars. Die Effekte sind nicht darauf eingestellt, z.B. ein Wet-Signal über die eine und ein Dry-Signal über die andere Box laufen zu lassen. Ein wenig tricksen kann man bei Delay und Reverb (und evtl. auch Chorus/Flanger), indem man deren „Low Cut“-Frequenz genau auf die Crossover-Frequenz einstellt, mehr Möglichkeiten gibt es jedoch nicht. Zumindest sieht das Handbuch keine vor und ich habe in den Menüs auch keine gefunden.

Ansonsten scheint sich der Stereo-Betrieb nur durchs Stereo-Delay und eine potentiell räumlichere Darstellung von Hall-Sounds zu rechtfertigen. Die einzige sinnvolle Verwendung der Doppelendstufe, die mir einfällt, ist einen Subwoofer und eine Box mit Mittel- und Hochtönern anzuschließen, im Bi-Amping-Modus den Crossover entsprechend einzustellen und dann quasi ein "Hi-Fi"-Setup zu fahren, um alle Modeling-Elemente möglichst perfekt wiederzugeben.

Kleiner Wermutstropfen: Ich hätte mir Speakon-Buchsen als Ergänzung zu den Klinkenbuchsen für die Ausgänge der einzelnen Endstufenmodule gewünscht, eine solche gibts aber leider nur für den Bridge-Modus. Schade.




Effektsektion:

Kommen wir nun zum letzten wichtigen Teil, der Effektsektion. Ich vergreife mich jetzt mal in der Form und nehme die kommenden Absätze ein wenig vorweg: Nett gemeint, aber nicht zu Ende gedacht, nach heutigen Maßstäben mickrig ausgestattet und zum Teil sogar leider einfach nur grottenschlecht.

Gehen wir die Effekte mal der Reihe nach durch:


Zerre ("Tubemarker"): Ich hatte es im oben verlinkten Thread schon geschrieben, das Teil ist meines Erachtens völliger Schrott und absolut unbrauchbar. Er hat ziemlich wenig Maximal-Gain, klaut aber eh schon auf niedrigen Einstellungen so stark Bässe, dass selbst meine in Bezug auf Bass-Sound völlig unvorbelastete Freundin das auf Laptop-Lautsprechern(!) deutlich herausgehört hat. Eine Blend-Funktion fehlt völlig, was ja bei der Stereo-Version zumindest noch halb so schlimm wäre, wenn man im Bi-Amping einen Wet-Dry-Mix fahren könnte. Kann man aber nicht und bei der Mono-Variante bestünde nicht mal theoretisch diese Möglichkeit. Sie ist von den Einstellungsmöglichkeiten her aber sowieso sehr schlecht ausgestattet: Drive, Tone, Level, mehr gibts nicht. Für eine Stompbox mag sowas ja ok sein, in einem auf Bass spezialisierten Modeling-Gerät ist das für mich eine ziemliche Zumutung.


"Zerre" 2 (Bass Driver DI): In meinen Augen ist der BDDI ja eigentlich keine richtige Zerre, sondern ein Preamp. Als solchen kann man ihn im Multiamp aber überhaupt nicht benutzen, weil sich die Amp-Sektion nur als ganzes an- und abschalten lässt und der Pegel ohne Amp-Sim massiv absackt. Na ja, als Zerre ist er zumindest schonmal flexibler und brauchbarer als der oben beschriebene „Tubemarker“ (Ich vermute ja, dass der ein ungemoddetes Tubescreamer-Modell ist…) und dank Blend lässt sich auch etwaiger Bassverlust ausgleichen. Wirklich glücklich gemacht hat der mich aber auch nicht, da er auf höheren Drive-Einstellungen in meinen Ohren einfach eklig klingt. Das hat er mit dem echten BDDI gemein, wobei dieser für mich allerdings immer noch angenehmer klingt. Wenn man alle Regler auf 12 Uhr dreht und den Blend voll aufreißt (also nur Wet-Signal), dann klingen sie schon sehr ähnlich, das Modell fühlt sich im direkten Vergleich zum Original aber beim Spielen für mich irgendwie nicht schön an. Es ist schwer, das irgendwie objektiv in Worte zu kleiden, ein bisschen weckt das Modeling hier die „Seelenlosigkeits“-Assoziation, die ich bisher höchstens mit irgendwelchen Billig-Kisten wie meinem uralten Zoom-Gitarrenmultieffekt hatte.


Chorus: Der Chorus ist ganz ok. Nicht weltbewegend, aber brauchbar und im Rahmen seines Typs flexibel einzustellen. Mit vergleichbaren Chorus-Sounds aus einem Strymon Mobius kann er in meinen Augen jedoch beiweitem nicht mithalten, zudem fehlen ihm verschiedene Modi. Enthalten ist nur ein typisches "Warble"-Chorus-Modell, mir fehlen hier Dinge wie ein Multi-Chorus (ein Tri-Chorus z.B.) oder ein Micro-Pitch-Shift-Chorus, welche nicht dieses aufdringliche "Geschwurbel" haben. Natürlich hat auch der "typische" Chorus seine Berechtigung und viele Fans, aber mir fehlen hier ganz eindeutig die Optionen.


Chorus/Flanger: Ähnlich wie beim Chorus stufe ich den Chorus/Flanger als ganz brauchbar ein. Ich habe nie wirklich mit Flangern gearbeitet, da ich den Effekt nicht mag, aber durch einen befreundeten Gitarristen kenne ich auch hier den Vergleich z.B. zum Strymon Mobius - und der fällt für den Multiamp ebenfalls nicht so gut aus.


Phaser: Für diesen gilt für mich eigentlich von vorne bis hinten das gleiche wie für den Flanger. Zusätzlich zum Mobius habe ich hier aber auch schonmal Legenden wie einen Mu-Tron Phasor II in den Fingern gehabt, welcher dem Mobius klanglich sogar noch voraus ist.


Reverb: Der Reverb klingt wirklich gut und ist sehr flexibel einstellbar - im Rahmen seines Typs. Und das sind wieder die Zauberworte, denn genau wie beim Chorus fehlt mir hier die Vielfalt. Gut, Unterscheidungen wie Hall, Plate und Room sind für mich jetzt nicht so essenziell (wenn auch m.E. sehr sinnvoll), aber ein Particle Reverb o.ä. hätte schon gerne vorhanden sein dürfen. Ohne solche Spielereien geht z.B. bei Musik aus der Ecke Shoegaze, Post Rock oder Ambient kaum etwas. Mit dem vorhandenen Modell lassen sich keine Klangteppiche oder -wände erschaffen, sobald man mit den Einstellungen in eine entsprechende Region kommt, entsteht auch in hohen Registern auf einem 6-Saiter zu viel Matsch und Dröhnen, welches sich auch mit dem Low Cut schlecht in den Griff kriegen lässt. Auch hier haben z.B. die Strymon-Geräte wieder ganz klar die Nase vorn, aber auch gegen die neueren Line6-Geräte verliert der Multiamp. Für mittelstark verhallte Sounds ist der Reverb jedoch sehr brauchbar und wohlklingend.


Delay: Klingt gut und ist einigermaßen flexibel einstellbar. Hier schlägt aber das o.g. Poti auf besonders seltsame Art und Weise zu: Delay-Zeiten sind nur in festgelegten Schritten von 20 ms einstellbar und auch hier liegt wieder ein Fall von "ungefähr 50%" vor, es lassen sich nämlich nur 490 ms oder 510 ms einstellen. Das mag jetzt kleinkariert wirken, aber so etwas stört mich. Zumal ich seit Jahren das Strymon Timeline des Gitarristen meines Vertrauens mitbenutze und dieses zum einen diese Genauigkeit hat und zum anderen auch klanglich in meinen Ohren wieder deutlich besser abschneidet.


Parametric EQ: Joa. Funktioniert. Viel ist dazu eigentlich nicht zu sagen, es ist halt ein flexibel einstellbarer parametrischer EQ mit 2 Bändern, welcher für mich definitiv kein Klangformer ist, sondern ein sehr sinnvolles Werkzeug um im Proberaum und auf der Bühne problematische Frequenzen herauszufiltern. Daher gibt es zu diesem auch keine Samples, auch wenn man den sicherlich für einen sehr gezielten Mitten- oder Presence-Boost "zweckentfremden" könnte.


Octaver: Der Octaver gefiel mir zunächst recht gut, besonders klanglich. Er kann die erste und die zweite Oktave unter dem gespielten Ton erzeugen, hat einen Tone-Regler und das trockene Signal lässt sich bei Bedarf komplett wegdrehen, soweit alles wunderbar. Dann fiel mir allerdings auf: Das Teil hat massive Tracking-Probleme und fängt bei ausklingenden Tönen schnell an, grauenhaft rumzueiern und zu -springen. Der Ton im Sample ist die leere A-Saite, ein Octaver, der da schon schlapp macht, ist für mich unbrauchbar. Enttäuschend!


Pitch Shifter: Der Pitch Shifter trackt ziemlich sauber, was den Octaver noch schlechter dastehen lässt. Über den "Fine"-Parameter lassen sich die gepitchten Töne künstlich verstimmen, das Dry-Signal lässt sich zumischen. Er klingt zwar fürchterlich künstlich, aber das tun Pitch Shifter immer, spätestens wenn das Originalsignal mitklingt. Schade ist nur, dass eine deutliche Latenz wahrnehmbar ist, welche sauberes Timing entsprechend erschwert. Ansonsten aber ein tolles Spielzeug!


Envelope Filter: Klingt gut, wenn auch nicht weltbewegend oder aufregend, und ist einigermaßen gut einstellbar. "Einigermaßen" deshalb, weil auch hier wieder Murks mit der Skala gemacht wurde und sich die Level-Kontrolle nicht auf 0.0 dB (also weder Boost noch Cut) einstellen lässt - der Wert springt von -0,8 dB direkt auf 0,7 dB. Und wieder einmal frage ich mich: Was soll der Quatsch? Zumal ich das in diesem Fall nicht mal unter Spitzfindigkeit meinerseits verbuchen kann, eine Lautstärkekontrolle derartig grob zu gestalten, wenn man sie eigentlich nahezu beliebig genau werden lassen könnte, ist einfach albern.


Super Synth: Ein tolles Spielzeug mit dem man unendlich viel Blödsinn anrichten kann! :D Leider habe ich es nicht hinbekommen, das Ding auf einen Sound einzustellen, der mir wirklich gefiel bzw. dem entsprach, was ich mir unter "meinem" Synth-Sound vorgestellt habe, und dann trotzdem noch ordentlich spielbar war, ohne dass die Töne beim Ausklingen ständig verrecken o.ä. Das hatte dann teilweise Ähnlichkeit mit einem völlig überforderten Gated Fuzz. Das wird allerdings in dem Fall an meiner eigenen Unfähigkeit gelegen haben: Da weder ich noch irgendwelche Bekannten von mir Synth-Sounds für unsere jeweilige Musik brauchen, war das mein erster Kontakt mit dieser Gattung Effekte (und die ist dementsprechend für mich auch Spielzeug geblieben).




Fazit:

Mit dem Bass Multiamp zeigt Markbass mal wieder, dass sie wirklich verdammt gute Bassverstärker bauen können. Die Amp-Modelle sind klanglich sehr gut und vielfältig und die Leistung selbst eines einzelnen Endstufenmoduls reicht auch für laute Bands locker aus. Auch die Emulationen verschiedener Boxen- und Mikrofon-Modelle wissen zu gefallen. Top! :great:

Diesen glänzenden Eindruck macht in meinen Augen aber leider die Effektsektion zunichte, die für heutige Maßstäbe wirklich mickrig ausgestattet und auch klanglich bestenfalls durchschnittlich ist. Leider Flop.

Dies fällt um so mehr ins Gewicht, wenn man sich den hohen Preis des Multiamp vor Augen ruft: Zum Testzeitpunkt kostete die Stereo-Version noch um die 1700€ bis 1800€, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Reviews liegt der Thomann-Preis immer noch bei ca. 1500€ - für die Mono-Version werden unverändert ca. 1400€ aufgerufen.

Vergleicht man nun mit der Konkurrenz (ein aktueller Line6 POD HD500X z.B. kostet nicht mal mehr 500€ und ist was die Effekte angeht nicht nur weitaus vielfältiger ausgestattet, sondern auch qualitativ mindestens genau so gut), dann sieht das für den Multiamp nicht gut aus. Milchmädchenrechnung: 1000€ für eine Endstufe und Markbass-Prestige sind meiner Meinung nach zu viel. Natürlich hat ein POD nicht die tollen Bass-Amp-Modelle, dafür aber tonnenweise Gitarren-Amps und vielfältige Routing-Möglichkeiten, aus denen man auch für den Bass eine ganze Menge herausholen kann.

Aber: Kurz nach meinem Test kam die neue Firmware-Version 2.0 heraus, vielleicht ist hier ja in Bezug auf die Effektsektion schon nachgelegt worden. Diese wird dann voraussichtlich in einem anderen Review ausführlich durchleuchtet werden. ;)




Samples:

Dropbox-Ordner mit MP3s in 256kbps sowie der GarageBand-Projektdatei

Alle Samples wurden mit meinem passiven Peavey Grind 6 mit eingespielten Warwick Red Labels in .020 auf .130 aufgenommen, beide PUs und beide Höhenblenden voll aufgedreht. Als Plec wurde ein Dunlop Tortex III in 0,60 mm Stärke benutzt.

Die Amp-Samples habe ich ohne Boxen-Simulation aufgenommen, immer zuerst Plec (1. Zeitangabe), dann Finger (2. Zeitangabe). Alle Regler am Amp befanden sich in 12-Uhr-Stellung.


Solid State:

- Big Bang (0:00; 0:22)

- Little Mark (0:44; 1:06)

- T-Green (1:28; 1:50)

- RB700 (2:13; 2:35)


Tube:

- TTE500 (0:00; 0:22)

- Blue '70 (0:44; 1:06)

- Red '96 (1:28; 1:50)

- TWval115 (2:13; 2:35)


Vintage:

- Bassface (0:00; 0:22)

- UK120 (0:44; 1:06)

- JMayor (1:28; 1:50)

- SunnyUS (2:13; 2:35)





Für die Boxen-Samples habe ich das Modell des Little Mark verwendet. Was Einstellugen etc. von Amp und Bass angeht: alles wie bei den Amp-Samples. Die Settings für die Boxen waren wie folgt:

Respire - Off

HPF - Off

LPF - Off

Level - 0.0 dB

Phase - Normal

Mic Mod - 112AT

Mic Pos - In Axis


Cabs:

- 104HR (0:00; 0:22)

- 106HF (0:44; 1:06)

- 108CL (1:28; 1:50)

- 151HR (2:13; 2:35)

- 152HR (2:57; 3:19)

- NY122 (3:41; 4:03)

- NY804 (4:25; 4:48)

- TRV121 (5:10; 5:32)





Für die Effektsamples kam wieder der Little Mark zum Einsatz, dazu die NY122 als Box. Settings siehe oben, auch was die Box anbelangt. Dazu die Effekteinstellungen:



Tubemarker (s. Drive-Parameter):

Drive - 5.0 (0:00) / 10.0 (0:22)

Tone - 5.0

Level - 5.0



BDDI (0:44; 1:06 nur BDDI ohne alles):

Drive - 5.0

Bass - 5.0

Treble - 5.0

Level - 5.0

Blend - 10.0

Presence - 5.0



Chorus (1:28; 1:50):

Speed - 1.7 Hz

Depth - 65.8%

Low - 12.5%

High - 50.1%

Wet - 75.2%



CH/FL (2:13; 2:35):

Mix - 75.2%

Speed - 1.7 Hz

Width - 65.8%

Mode - Chorus

Resonance - 75.2%

Low Cut - 32.0 Hz (min)

High Cut - 16000 Hz (max)



Phaser (2:57; 3:19):

Speed - 1.7 Hz

Level - 50.1%



Reverb (3:41 - nur mit Fingern):

Reverb - 100%

Time - 10.1 s

Colour - 9990 Hz (max)

Low Cut - 213 Hz

Diffusion - 50.1%

Shape - 50.1%

Level - 0.1 dB



Delay (4:03 - nur mit Fingern):

Time - 470 ms

Regen - 50.1%

Stereo - 0.0%

Low Cut - 212 Hz

High Cut - 16550 hz

Mix - 100%

Level - 0.1 dB



Octaver (s. Octave-Parameter):

Dry - 10.0

Octave-1 - 10.0 / 0.0 (4:25)

Octave-2 - 0.0 / 10.0 (4:48)

Tone - 10.0



Pitch Shifter (s. Coarse-Parameter):

Coarse - -5 (5:10) / +5 (5:32)

Fine - 0.0%

Mix - 50.1%



Envelope (5:54; 6:16 Slap/Pop):

Cutoff - 50.1%

Resonance - 50.1%

Sens - 15.6%

Level - 0.7 dB



keine Samples:

- Parametric EQ:

2 Bänder, je mit Gain (-18 bis 18), Freq (30 bis 19990), Q (0.2 bis 7.9), Mode (Peaking, L Shelf, H Shelf)

- Super Synth (sollte dem gleichnamigen Pedal von Markbass entsprechen)
 
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