Marshall Topteil (z.B. JVM410H) und Stereo im Livebetrieb

Lapa
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Von den vielen tausend Gitarristen, die ein Marshall Topteil z.B. JVM410H nutzen, muss es doch auch Leute geben, die Modulations- und Delay Effekte im Live Betrieb nutzen. Letztere sind eigentlich immer Stereo-Effekte. Marshall Boxen sind auch auf Stereo Betrieb vorbereitet. Man bräuchte also eigentlich Mono Vorstufe und Stereo Endstufe im Topteil (Analog Diezel Stereo Head). Was machen die Gitarristen eigentlich. Verzichten die auf Stereo? Wie gesagt ich spreche weder von einer Rack-Lösung. Vielleicht kann jemand mal einen Tip geben. Danke!
 
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Hallo,
wenn es um den räumlichen Stereoeffekt geht, brauchtst du
2 Verstärker und 2 separate Boxen, die dann auch nicht direkt
nebeneinander stehen sollten.

(Es ginge natürlich auch mit der von dir beschriebenen Anordnung,
Stereoendstufe am Amp oder getrennte Vorstufe und getrennte
Stereoendstufe.

Ich habe das mal mit 2 Amps und zwei Boxen ausprobiert,
wobei ich bei dem zweiten Amp, um den Sound zu erhalten, nur die Endstufe genutzt habe:
Linke Seite einen Amp mit 4x12" 1960AV Box
Rechte Seite einen Amp mit 4x12" 1960A Box
"Dazwischen" ein Lexicon MX-200 19" Multieffekt.

lexicon_mx200_stereo.jpg

Der Sound ist bei den typischen Modulationseffekten, wie Chorus umwerfend.
Du glaubst du schwebst einen Meter über dem Boden.
Nur bei unserer Band wurde das nicht so toll gefunden, da ich mit meiner
"Stereo-Anordnung" alle weiteren Instrumente zugedeckt habe. Da war
nichts mehr mit Soundtransparenz von Keyboad u. Bass.

Im Livebetrieb wird der Stereoeffekt eher über den Mischer/Rackeffekte/Endstufen/PA-Anlage
hergestellt. Deshalb habe ich auch noch nie live einen Gitarristen mit einer
auf der Bühne stehenden Stereoanordnung gesehen.

Gruß
Jo
 
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^^ das trifft es ziemlich gut.

wenn man alleiniger gitarrist in der band ist und nur noch ein bass und drums dabei sind, dann ist stereo eine tolle sache, weil man den bandsound schön fett und breit machen kann.
sobald aber keyboard oder eine zweite gitarre mit dabei ist, ist es völlig unnötig, weil man eben sehr viel platz einnehmen würde und dem rest in der band deutlich weniger spielraum lässt im sound.

fazit:
stereo oder sogar dual-amp setup mit einer einzigen gitarre in der band super gut, sobald mehr instrumente vorhanden, ist mono völlig ausreichend
 
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Mr Miau
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Spontan denke ich bei solchen Setups an Brian May und The Edge, die beide jeweils mehrere Verstärker auf der Bühne haben und diese dann mit Dry- und Wet-Signalen füttern, auch in Stereo. Das sind aber natürlich auch jeweils die einzigen Gitarristen in ihren Bands und die Mischung wird natürlich am Pult vorgenommen. Dem Fazit meines fränkischen Kollegens kann man sich wohl ohne Bedenken anschließen. ;)
 
Lapa
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Zunächst mal vielen Dank für Eure ausführlichen und wertvollen Antworten.

Eine kleine Ergänzung möchte ich aus meiner Erfahrung beisteuern, wenngleich ich jetzt nicht direkt von Marshall rede. Gerade deswegen hatte ich mich aber dafür interessiert.
Ich spiele in wechselnden Bands in der Regel mit 2. Gitarre oder Keyboard oder auch beides, d.h. nicht Edge oder May etc. Auf kleinen Bühnen (Saal mit 200-250 Zuschauer), so spiele ich letztlich überwiegend, ist der Stereo-Effekt auch bei zwei direkt nebeneinander liegenden Lautsprechern oder auch bei Stereo aus EINER Box deutlich hörbar und besser als wenn ich den Stereo-Output aus Chorus und Delay wieder zu einem Mono-Signal zusammenhaue (nichts anderes machen die Mono-Ausgänge dieser Geräte). Ich möchte natürlich meine insgesamt sparsam eingesetzten Effekte dennoch gerne selbst auf der Bühne hören und den Einsatz von Gitarren-Effekten nicht dem Typ am Mixer überlassen, am Ende noch ausschließlich in der Front und für mich nicht hörbar.
Also habe ich bislang folgendes Setup:
1. Acoustic Simulator Boss AC-3 mit separatem Ausgang
2. Line-6 POD X3L
3. Danach führe ich das Stereo Signal in einen kleinen Vormischer (Yamaha MG10/2), dort geht auch das Ausgangssignal vom Acoustic Simulator und noch eine weitere Akustik Gitarre rein. Der Mixer hat zwei unabhängig regelbare Stereo Ausgänge wovon ich das eine Stereo-Signal Line in die Stage-Box gebe.
4. Das andere Stereo-Signal aus dem Vormischer gebe ich auf zwei Acoustic-112-Amps (Reine Endstufen-Amps, je 50W, 1x12), die direkt nebeneinander stehen (der Sound ist wirklich gut)
Dadurch kann ich meine Bühnenlautstärke unabhängig vom Frontsignal steuern und überlasse die Front alleine dem Typ am Mixer. Das entspannt den Live-Betrieb. Manchmal nehme ich auch nur EINEN Acoustic-112 mit, bei dem ich das Bühnen Stereo-Signal mit einem Y-Kabel zum einem Mono-Signal zusammenführe. Wie beschrieben, Stereo deutlich besser als Mono, auch ohne räumliche Trennung der Boxen und ohne die ganze Band mit Gitarrensuppe einzukleistern.

Bin eigenlich mit dem Ton-Ergebnis zufrieden. Da ich jedoch immer wieder aushilfsweise in verschiedenen Bands spiele wurde ich jetzt mehrfach darauf angesprochen, dass "professionelles Equipment" einfach "Marshall" bedeutet, und wenn aus rein optischen Gründen. Das kann man dumm nennen, treffe ich aber heute mehr an als noch vor 20 Jahren ...

Daher hatte ich überlegt, ein Marshall JVM-410H mit seinen Pre-Amp Kanälen zu nutzen, den Pre-Amp out auf Chorus und Delay zu geben ... tja und wie dann weiter? So wie es jetzt aussieht müsste ich dann alles wieder zu Mono zusammenführen und in die Endstufe des Top-Teils geben. Rack-Lösungen interessieren mich nicht. Habe ich früher gemacht, ist mir aber zu viel Schlepperei.

ok, Kommentare wie "... ist sowieso shit" lasst jetzt mal stecken. Mich interessierte einfach, wie die vielen anderen Gitarristen das Thema Gitarren Top-Teil und Stereo im Live-Betrieb lösen, ohne auf Rack-Lösungen zu gehen.

Wenns noch weitere Inputs gibt, vielen Dank schon mal im Voraus
 
thomult
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Hallo Lapa
Um Stereoeffekte für dich auf der Bühne zu realisieren brauchst du eine zweite Endstufe.
Die einfachste Lösung wäre die Effekte vom Send des Marshalls zu speisen.
Die Effekte selbst machen daraus ein Stereosignal wovon eine Seite in den Return des Marshalls gehen
und die andere Seite in eine andere Monoendstufe gehen. Die Marshallendstufe und die Extraendstufe befeuern dann je eine Box
die entsprechend abgenommen werden. ( Das kann auch eine 4x12 sein die man stereo anfahren kann)
Für diese Lösung brauchst du nur eine Endstufe extra.
Oder du stellst 2 Marshallstacks nebeneinander wobei von einem Top nur die Vorstufe, und von beiden Tops jeweils die Endstufen benutzt werden. Dann wären deine Mitmusiker beruhigt weil du nur Marshalls auf der Bühne stehen hast
Gruß
thomult
 
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Wenn es optisch schön sein soll, dann brauchst Du einfach 2 Topteile die einen FX Loop haben. Dann wird nur die Vorstufe von einem Amp genutzt und die Return Signale gehen auf die beiden Endstufen.

Das ist aber eine ähnlich Plackerei, wie mit einem Rack. Man soll hier zwar nicht gegen Stereo wettern - was ich auch gar nicht möchte- aber leider ist es auch ein Erfahrungswert, dass viele Gitarristen da in der ersten Euphorie -denn geil klingt das ja schon- übers Ziel hinausschießen und ihren eigenen und den Bandsound mit Chorus, Hall, Echo & Co. verkleistern und die Direktheit und Durchsetzungskraft verlorengeht. Wenn sie dann mal wieder ein völlig puristisches Setup spielen, ist alles (scheinbar) soooo viel direkter... und wie der Mensch dann ist, ist stereo dann völlig shice auf der Bühne... dabei muss man eigentlich nur sparsam mit den Effekten umgehen und nicht nur weil es STEREO ist, aus der Gitarre ein Chor Ensemble machen.
Also zur Erklärung warum so wenig Stereo Setups verwendet werden:
1. Zu viel Aufwand
2. Schwer der "Kleister"-Versuchung zu widerstehen.
 
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Ich verwende selber zwei stereofähige Racks (Haupt- und Backup-bzw. Übungsrack). "Stereofähig" deshalb, weil ich natürlich nicht zwingend stereo spielen muß - ich habe auch reine Mono-Patches. Egal, wie man es macht - zwei Halfstacks oder Rack, wenn man zwei leistungsfähige Kanäle mit eigenen Gitarrenboxen fahren und eine flexible Effektkette haben will, kommt einfach ordentlich Equipment, d.h. Gewicht (und Geld) zusammen - umso mehr, wenn man alles in Röhrentechnik haben möchte. Andererseits ist der Sound außerirdisch genial, wenn man will brachial :D. Man muß sein Setup jedenfalls gut beherrschen und sich an die aktuelle Situation, d.h. als Teil einer Band anspassen können. Mit einem zweiten Gitarristen und einem Keyboard, würde ich mehr evtl. sogar ausschließlich mono spielen. Dank MIDI kann man ja alle Optionen in Patches packen und jederzeit abrufen. Aus meiner Sicht gilt aber auch: Lieber ein guter Mono-Sound, als ein "zusammengestrickter" Stereo-Sound. Das Ganze muß auch noch sauber in die PA kommen (Mikrophonierung, hochwertige Boxensimulation - Empfehlung: Two Notes Audio Engineering oder Palmer Musical Instruments), sonst hat man nur ein lokales Stereo-Panorama, was in der Summe undefinierten Matsch bedeutet.
 
thomult
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Was ich ne Zeit lang betrieben hab war folgendes:
Der direkte Gitarrenton kam ohne Effekte aus dem Marshall- Halfstack.
Am Topteil wurde am Lautsprecherausgang ein Line-Signal abgegriffen, dieses ging in die Effekte und
dann mono in die Endstufe eines Combos.
Das Ergebnis war ein breiter Sound auf der Bühne und vor allem ein unangetasteter Dry-Sound aus dem Marshall.
Der Dry und der Wet-sound wurde dann mit je einem Micro abgenommen und der Toni konnte beides nach Belieben mischen.
Dieses endete allerdings darin das bei der Arbeit mit ständig wechselnden Tonmenschen draussen einmal kaum Effekte zu hören waren und der nächste hat The Edge aus dir gemacht.
Jetzt ist nach ganz alter Sitte alles vorm Amp. Ja, auch Chorus und Delay vorm mäßig zerrendem Amp.
Ich höre schon den Aufschrei das man das nicht macht/darf, hört sich trotzdem gut an.
Gruß
thomult
 
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Ich höre schon den Aufschrei das man das nicht macht/darf, hört sich trotzdem gut an.

Aus meiner Sicht gibt es "man" nicht, weil man als Musiker - zum Glück - auch "seinen" Sound stricken darf. Die Beurteilung erfolgt ja durch die Band, Freund und nicht zuletzt das Publikum. Wenn sich die nicht verscheuchen lassen, ist es zumindest nicht total daneben. :D
 
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(...ich möcht trotzdem ein klein wenig aufschreien. Verzerrtes Delay oder Reverb... nein, nein, nein...) ;)
 
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