Mechanik austauschen bei Alhambra 3c

von Moricasso, 23.01.16.

  1. Moricasso

    Moricasso Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.01.16   #1
    Hallo,
    ich habe eine Alhambra 3c gekauft, für dei 4p hätte das Geld einfach nicht gereicht. Ich habe schon den Klangunterschied gehört und träume nun jeden Tag davon. Leider. War keine gute Idee, die auch noch anzuspielen. Aber für mich als Anfänger wird die 3c ihren Zweck, nämlich klassische Gitarre zu lernen, erfüllen. Auch wenn ich da keine Perfektion an den Tag legen werden. Aber es reizt mich halt so sehr und ich wollte nicht noch ein Jahr warten, bis das Budget eine bessere Gitarre zugelassen hätte.

    Nun bin ich aber mit der Mechanik nicht sonderlich glücklich.
    Nicht sofort, aber im Laufe des nächsten Jahres möchte ich gerne die Mechanik tauschen.
    Worauf muß ich achten, damit ich da was vernünftige kaufe?

    Also mit der Mechanik, die drin ist, kann ich natürlich schon die Gitarre stimmen. Kein Frage.
    Aber ich muß immer, um auf den Punkt zu kommen, erst rauf und dann wieder runter, dann wieder rauf usw drehen. Eine kleine feine Bewegung führt zu keiner Reaktion. Man muß erst eine grobe Drehung machen und dann wieder zurückdrehen.
    Und dann knackst die Mechanik oder die Saite und nach einigem hin und her stimmts dann auch. Aber nicht immer so genau.
    Dann halten die Saiten aber die eingestellte Stimmung gut. Also, damit leben kann ich schon erst mal.
    Oder mache ich da was grundsätliches falsch?


    Sind alle Mechaniken von Alhambra in dieser Qualität?
    Die Alhambramechanik N3 kostet 40 €. Hat damit schon jemand Erfahrung?
    Sollte ich eine Mechanik von einer anderen Marke als von Alhambra wählen?
    Welche Mechaniken können auf den Punkt stimmen?
    Oder kann es auch daran liegen, wie die Saiten aufgezogen wurden?
    Oder liegt es an der Qualität der Saiten?


    Einmal habe ich eine Gitarre von Yamaha (eine Yamaha cg 110MS oder so ähnlich) gestimmt und war einfach total überrascht, wie butterweich das gehen kann. Kein Knacksen beim Drehen und auf den Punkt genau. Nicht erst rauf und runter und wieder rauf und runter. Wirklich schön und so würde ich das gerne auf meiner neuen Gitarre haben. Die Yamaha war ja wohl auch keine Meistergitarre und trotzdem hat die eine "butterweiche" Mechanik. Das lief wie geschmiert. Ohne ruckeln, ohne zuckeln.

    Suchfunktion ist ja ganz nett, aber macht mich verrückt, suche schon sehr lange darin herum und komme nur noch mehr durcheinander. Lande immer mal erst bei Westerngitarren, aber ich habe ja eine Konzertgitarre und will da ja nichts falsches einbauen (lassen). Es gibt ein Thema von 2007 aber da weiß ich nicht, ob das noch relevant ist.

    Hat schon mal jemand eine Mechanik von Yamaha nachgerüstet? Oder sind die Mechaniken von Yamaha von einer anderen Firma?, wenn ja von welcher? Auf der Yamaha homepage gibte es zu dieser Frage keine Hinweise. Habe ich schon gesucht.

    Die Mechanik, die jetzt in der 3c drin ist ist mit Nickel, das finde ich auch nicht so prickelnd. Aber ich fasse sie ja normalerweise nicht an.
    Welches Material sollte eine gute Mechanik haben. Woraus die Drehknöpfe sind, ist wohl nicht so entscheidend für die Funktion, oder?
    Das wäre ja ein Punkt an dem ich dann sparen könnte.
    Eine Gravur oder sowas brauche ich auch nicht, sie muß funktionieren, nicht aussehen.

    Kann ich z.B. Mechaniken von der Firma Rubner für die Alhambra verwenden? Und was ist mit denen von Schaller oder Dixon? Da liegen die Preise zwischen 12 und 60€. Es gibt auch noch Scheller.
    Wie kann ich feststellen, daß die vorhandenen Löcher mit der neuen Mechanik übereinstimmen?

    Viele Fragen, aber ich will hier nichts falsch machen. Und nichts überstürzen.

    Vielen Dank
    Moricasso
     
  2. peter55

    peter55 A-Gitarren, Off- & On-Topic Moderator HFU

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    Erstellt: 23.01.16   #2
    Sehr oft ist in solchen Fällen nicht die Mechanik der "Übeltäter" sondern der Sattel ... eine zu enge Sattelkerbe lässt die Saite beim Stimmen nicht rutschen und sorgt so für den von dir beschriebenen Effekt.

    Probier mal, etwas Graphit (Bleistiftmine) in die Sattelkerbe zu schmieren. Man kann auch vorsichtig versuchen, die Kerbe etwas zu vergrößern.
    Aber ich würde zunächst mal die "Schmierung" versuchen.
     
  3. Moricasso

    Moricasso Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.01.16   #3
    Hallo Peter,
    danke für die schnelle Antwort, wird getestet.
    Das wäre ja die leichteste, einfachste und kostenneutrale Lösung.
    Gruß
    Moricasso
     
  4. BenChnobli

    BenChnobli Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 24.01.16   #4
    Noch ein punkt ist mir aufgefallen:
    Da könntest du auch noch dran arbeiten. "Erst runter und dann rauf" funktioniert beim stimmen besser. Also immer aus der tiefe in richtung höhe stimmen, von locker nach straff, nicht umgekehrt :)

    Gruss, Ben
     
  5. Moricasso

    Moricasso Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.01.16   #5
    Hallo Peter und Ben,
    habe jetzt die Kerben gut mit Graphit geschwärzt. Und die Saiten knacken nicht mehr. Aber wenn ich die Saiten wieder spanne, knacken die Mechanikem beim Drehen. Auch wenn ich von tief zu hoch stimme, ändert das gar nichts. Es ist eben eine Kurbellei, rauf und runter und rauf und runter.

    Was sind denn die Parameter an einer Mechanik, die eine gute, leichtgängie von einer knackenden, schwergängiigen Unterscheidet. Es muß ja technisch nachvollziehbare Unterschiede geben.
    Die Mechanik, die an der Gitarre angebaut ist, sieht sehr schick und in keinem Fall billig aus. Das Metall ist graviert, die Rändelschrauben sind schwarz. Ist die Saitenspannung für diese Mechanik zu hoch?
    Ist das so rätselhaft.

    Wie gesagt, ich kann ja spielen, und nach einigem hin und her, mit Geduld, bekomme ich die Gitarre ja auch gestimmt. Ist ja soweit alles kein wirkliches Probelm.
    Und das ist ja nun nichts, was sofort in Ordnung gebracht werden muß. Aber verstehen würde ich schon mal gerne, was das ausmacht, daß die Mechanik auf der nicht teureren Yamaha-Gitarre so schön funktioniert. Die Mechanik reagiert auf kleinste Bewegungen der Wirbel.

    Wenigstens weiß ich jetzt, das nicht die Saiten zerreißen, wenn es knackt.
    Vielen Dank für Eure Antworten,
    Gruß
    Moricasso
     
  6. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.01.16   #6
    Bei Mechaniken gibt es zwei Kriterien. Übersetzung und Spiel. Übersetzung ist wie oft Du den Flügel drehen musst, um eine Umdrehung der Saitenwelle zu erreichen. Offensichtlich hat es Vor- und Nachteile. Eine hohe Übersetzung (14:1 oder größer) heisst, Du must mehr drehen, das Stimmen ist aber feinfühliger. Eine niedrige Übersetzung (12:1 oder kleiner) eisst, Du musst weniger drehen, dafür ist das Stimmen etwas grober.
    Spiel ist der "Leerweg", den Du am Flügel spürst. Offensichtlich gilt hier: je kleiner, desdo besser.

    Allerdings sind ALLE Gitarrenmechaniken selbstsperrende Schneckengetriebe und deswegen prinzipiell nicht in der Lage, die Saitenwelle selbständig zu drehen. Stimmschwierigkeiten (mit Ausnahme exzessiven Leerwegs) sind IMMER woanders zu finden, nie an den Mechaniken selber.

    In Deinem Fall würde ich - bevor ich richtig viel Geld für gute Mechaiken ausgebe und doch nichts erziele, eher mal einen Gitarrenbauer damit beauftragen, entweder den vorhandenen Sattel in Form zu bringen (Tiefe, Weite und Form der Kerben) oder ggf einen Plastiksattel gegen einen aus TuSQ oder besser aus Knochen auszutauschen. Knochen hat den Vorteil, durch das Markfett selbstschmierend zu sein.
     
  7. hatschipu

    hatschipu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.01.16   #7
    Und wenn dann doch eine neue Mechanik drauf sollte, würde ich eine Rubner nehmen. Die sind günstig und gut, made in Germany, mechanisch alle gleich sodass auch die billigste ihren Dienst gur verrichten wird. Evtl. in eine Teflonlagerng investieren, das wird dann richtig sanft.
     
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  8. Moricasso

    Moricasso Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.01.16   #8
    Hallo Corkonian und Hatschipu,
    danke für Eure Antworten.

    Selbstperrend meint wohl, daß die Saitenwelle die Spannung hält und die Saite nicht zurückwandern läßt. Das funktioniert bei meiner Mechanik ganz gut. Die hält die eingestellte Spannung der Saiten gut. Das klappt.
    (Bei Thomann habe ich tatsächlich eine Mechanik gesehen, die mit so einem Stimmgerät verbunden war, ob die jetzt allerdings auch noch die Saiten selber dreht, habe ich nicht so genau verstanden. War wohl was für Westerngitarren. Angeblich kann man damit die Gitarre in 5 Sekunden stimmen. Eine witzige Idee.)

    Wodurch wird eigentlich die Selbstsperre der Schnecke erreicht? Eigentlich eine sehr spannende Sache. Wie funktioniert sowas? Ist wahrscheinlich schwer zu erklären.

    Mit Übersetzung und Spiel kann ich was anfangen, die Mechanik an meiner Gitarre hat wohl sehr viel Spiel. Mit der Übersetzung stimmt es bei meiner Mechanik auch nicht. Ich muß viel drehen und brauche sehr lange, bis ich auf einen stimmigen Ton komme. Aber damit komme ich nun weiter. Wodurch Übersetzung und Spiel festgelegt, bestimmt werden, weißt Du nicht auch noch zufällig? Geht wohl zu sehr ins Detail.

    Mit dem Sattel, so dachte ich, wäre ja jetzt alles in Ordnung, nachdem ich den so schön mit Graphit eingeschwärzt habe. Die Saiten selber knacken ja auch gar nicht mehr. Wenn ich im Laufe des Jahres, nochmal zu dem Händler komme, werde ich ihn auf jeden Fall fragen, was ein Austausch für mich kosten würde. Er nimmt Gitarren auch zur Reparatur an und leitet sie an den "Haus-Gitarren-Handwerkermeister" weiter. Selber werde ich mich hüten, da was zu versuchen. Alleine so ein Teil auzubauen ist ja nicht so ohne. Und dann feilen und sägen und keine Ahnung haben. Das kann nur schief gehen.


    Ich finde das Knacken in der Mechanik schon etwas beängstigend.
    Bei der Rubner-Mechanik werde ich mal prüfen, ob die auf meine Gitarre passt. Die fangen ja recht günstig im Preis an. Das ist ein guter Hinweis, dem werde ich nachgehen.

    [​IMG]



    Jedenfalls ist die Gitarre ansonsten vom Klang ganz ok, und die Knackerei werde ich irgendwann mal noch in den Griff bekommen.

    Werde Euch berichten, was ich wie gemacht habe, kann aber dauern.
    Vielleicht will ich auch erst noch ein paar Stunden Unterricht nehmen, bei der Gelegenheit, werde ich dann den Lehrer auch noch mit meinen Fragen löchern. Unterricht ist wahrscheinlich im Moment wohl wichtiger als eine neue Mechanik.
    Auch wenn mich das Knacken und Kurbeln sehr nervt.

    Gruß,
    Moricasso
     
  9. hatschipu

    hatschipu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.01.16   #9
    Eine kanckende Mechanik kann immer auch auf eine unpräzise Bohrung der Löcher für die Mechanik zurückgehen, das kommt selbst bei teuren Isntrumenten mal vor. Als Ferndiagnose geht das aber wirklich nicht mehr. ;) Den Gitarrenlehrer zu fragen ist eine gute Idee. :opa:
     
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  10. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.01.16   #10
    Einen guten Artikel zu Scheckengetrieben findet man hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Schneckengetriebe
    Selbsthemmung wird hier erklärt: https://de.wikipedia.org/wiki/Selbsthemmung

    Hinzu kommt, dass Nylonsaiten ganz natürlich ein e arg geringe Stimmstabilität aufweisen. Selbst auf meiner "Meistergitarre" darf ich alle paar Stücke nachstimmen. Meine Grundregel ist, dass wenn ich nicht mehr nachstimmen muss, der Saitensatz 'runtergespielt ist und reif ist zum Wechsel. Und ich spiele die superharten Hannabach Rot. Bei weicheren D'Addarios Extra bin ich nur noch am Stimmen...
     
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