Mikrofonierung Drumkit für Aufnahme

  • Ersteller MrKachen
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@MrKachen Geht's euch darum "euren Sound" einzufangen ODER darum, die zuvor programmierten Drums organischer klingen zu lassen bzw. euch den aufwändigen Prozess des (nach-)programmieren zu ersparen?
 
...Zum Thema Mikrofonieren der Drums:
Unser Drummer hat spontan ein Mikro aus der Tasche gezogen, welches wir bis Dato nicht berücksichtig haben: Ein Audio Technica AT871R Grenzflächenmikro.
Zudem können wir uns von einer befreundeten Band ein weiteres paar Lewitt LCT 040 ausleihen.

Bedeutet für uns, wir würden die Drums nun folgendermaßen Mikrofonieren:
- Kick: Beta 52A nahe am Schlegel für den Kick-Sound + AT871R in der Kick-Drum für den Rumms
- Snare: SM58 oben, Pro37 unten (ggf. zusätzlich das SM7B für oben, je nach dem, was uns vom Sound her dann besser gefällt)
- Racktom: SM58
- Floortom: SM58
- OH: Ein paar LCT 040
- Ride: LCT 040
- Hi-Hat: LCT 040
- Room: NT1A + SM58/SM7B (je nach dem was wir final für die Snare Top nehmen)
...


Zwei Anmerkungen:
Das AT871R kann nur 130 dB SPL max verarbeiten, und da Eure Musik ja eher nach vorne geht (genau das richtig für "Stille Nacht..." 😁 ), kann das evtl. zu wenig sein. Im Inneren einer BD kann es schonmal laut werden...

Zum zweiten, falls Ihr das NT1a (oder andere Mikros mit großer Membran) für die BD verwenden wollt, stellt sie etwas schräg, so dass der Luftschwall auf dem Loch im Resonanzfell nicht frontal auf die Membran des Mikros trifft. Auch Mikrofonmembranen können ausleiern und so künstlich altern. Das Mikro leicht verdrehen, und der Effekt wird deutlich gemindert.
 
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Mal eine Aktualisierung? Ich möchte ein A-Drum-Kit 22" Bass, 10", 12", 14" Toms, 14" Snare mit der AB-Abnahme: 2x Overhead in gleichseitigem Dreieck über Snare mit 1,50m Höhe und 1,50m Breite aufhängen senkrecht sowie evtl. einem Grenzflächen-Bass-Drum-Mikro abnehmen.

Was würdet Ihr derzeit für Preis-Leistungs-mäßig gute Lösungen empfehlen (muss nicht das TEUERSTE sein)... AB-Abnahme: 2x Overhead Sennheiser E 614 und Bassdrum Sennheiser E901 oder Shure Beta 91A Grenzfläschenmikro mittig mit Handtuch drin in Bass-Trommel war mal eine Empfehlung von @mix4munich vor ein paar Jahren... Gibt es da neuere Empfehlungen? So wie im Vocal Bereicht z.B. die SE Electronics V7 Mikros ja ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber meinen früheren Sennheiser E 935/945 gebracht haben...?

Ach ja, wir spielen sowas, wie in meiner Signatur angegeben und nicht sehr laut, es geht eher um einen besseren Mitschnitt anstelle meines Zoom-Stereo-Recorders, der immer einen Haufen Nebengeräusche/Publikumsgespräche mit aufnimmt. Ich würde deswegen auf Multitrackaufnahmen vom Mischer wechseln wollen...

Danke für Tipps... LG, Frank
 
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Ich mag das Beyerdynamic TG D71 sehr und ziehe es auch einem Beta91A vor. Es ist aber nur unwesentlich günstiger, als das Beta91A. Das schon im Thread erwähnte Behringer BA 19A ist vom Preis her schwer zu schlagen. Persönliche Erfahrungen habe ich damit aber nicht.
Kleinmembraner gibt es wie Sand am Meer. Mit den Behringer C2 habe ich schon gute Erfahrungen an HiHat und Ride gemacht, aber da müssen sie auch nur den Hochton übertragen. In deiner Anwendung brauchst du ein umfangreicheres Spektrum. Mit Rode (M5, NT5) bin ich nie so wirklich warm geworden. Im direkten Vergleich habe ich ein Paar Oktava MK-012 als deutlich natürlicher empfunden. Die sind aber aus offensichtlichen Gründen (Herkunftsland Hersteller) aktuell nicht zu bekommen. Lewitt wurde im Thread schon genannt. Für mehr Geld gibt es den nicht mehr so geheimen Tipp der Line Audio CM4. Den Vorgänger CM3 habe ich in der Vergangenheit mit Zufriedenheit live eingesetzt. Ich selbst schiele immer mal auf ein Paar Haun MB440, die kosten dann aber schon deutlich mehr.
 
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Heute würde ich für so ein Vorhaben sE electronics empfehlen:
Overhead: https://www.thomann.de/de/se_electronics_se8_stereo_set.htm
Bassdrum: https://www.thomann.de/de/se_electronics_bl8.htm
Warum? Weil die Kapseln austauschbar sind und die Mikros so im Servicefall leicht selbst repariert werden können.
Ganz ehrlich: Gut klingen tun heute alle Grenzflächen und auch die Kleinmembraner der Markenhersteller, wenn sie nicht diese unsäglichen "Chinahöhen" haben - das klingt erst mal ganz toll, ermüdet aber sehr schnell das Gehör.

Etwas günstiger:
Overhead: https://www.thomann.de/de/lewitt_lct_040_mp.htm (habe ich, mag ich für Chor, Overhead, Akustikinstrumente, etc.)
Bassdrum: https://www.thomann.de/de/behringer_ba_19a.htm (noch nie gehört, ist mir aber mehrfach positiv empfohlen worden)

Hier ist EINS der Overheads für das ganze Drumkit:
View: https://www.facebook.com/reel/576295108352889

Und hier zwei Vergleiche zwischen SE8 und Lewitt LCT 140 - dasselbe Mikro wie das LCT 040, nur hat das 140 zusätzlich Schalter für LoCut und PAD: https://www.youtube.com/results?search_query=comparison+se+electronics+SE8+vs.+Lewitt+LC+140
 
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Das klingt doch schon mal interessant!!! Danke für die Tipps! Da wir ja im Amateurbereich zugange sind, würde ich wohl die "günstigeren" Varianten als zunächst ausreichend ansehen... 228.- für Lewit + Behringer ist für den Einstieg überschaubar erstmal... Würdest Du, Johannes, bei den LCT 140 noch einen Vorteil sehen für meine Anwendung? LG, Frank
 
Ich mag das Beyerdynamic TG D71 sehr und ziehe es auch einem Beta91A vor. Es ist aber nur unwesentlich günstiger, als das Beta91A. Das schon im Thread erwähnte Behringer BA 19A ist vom Preis her schwer zu schlagen.
Ich hatte genau diese drei in einem persönlichen Vergleichstest und geblieben ist das Behringer BA19a. Budget spielte bei dieser Entscheidung keine Rolle. Das BA19a ist ein Set and forget Mikro, einfacher habe ich einen guten BD Sound bisher noch nicht bekommen.
Wenn Du meinen Test nachhören möchtest:
View: https://youtu.be/2mSWMd5YX1w?si=mEU1CeziKh1cuthz
 
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(noch nie gehört, ist mir aber mehrfach positiv empfohlen worden)
Das habe ich dem MB schon in einem Review vorgestellt, in einem Studio gegen so prominente Alternativen wie Audix D6, EV RE20 und Beta 52 getestet und für sehr gut befunden. Für die Bassdrum ein Rundum-Sorglos-Paket zum fast schon lachhaft günstigen Kurs.
Edit: Olli war schneller
 
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... bei den LCT 140 noch einen Vorteil sehen für meine Anwendung? LG, Frank

Das kommt darauf an, wie Du lieber arbeitest - das 140 hat den "Air"-Schalter (eine Höhenanhebung), PAD und LoCut. Das sind alles Dinge, die Du auch im Pult realisieren kannst. Wenn Du zu denen gehörst, die lieber schon das Mikrofon den Sound vor-formen lassen, dann schlag zu bei den LCT 140. Wenn Du den Sound lieber im Mischer formst, dann ist das LCT 040 Dein Mikro, und ein tolles dazu. Ich habe vier Stück davon und benutze sie sehr gern. LGz - Johannes
 
Ich habe ja bei Dir im Mixingkurs gelernt, wie man da den Mixer benutzt, also ist die Sache klar 😁... Danke!
 
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Hallo,
Die sind aber aus offensichtlichen Gründen (Herkunftsland Hersteller) aktuell nicht zu bekommen
...nicht _ganz_ richtig. Beim deutschen Shop gibt's immer noch die Möglichkeit, über das Baukastensystem den Vorverstärkerteil UP-012 und Einzelkapseln zu bekommen... allerdings wäre unter anderem das bereits genannte Line Audio CM4 dann doch günstiger, auch z. B. die Lewitts sind günstiger zu kriegen...

Viele Grüße
Klaus
 
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Mir haben die Oktava an sich nie so richtig gefallen, mir sind sie etwas zu, hmm, "rustikal" im Klang.
Die LCT 140 habe ich mal ganz günstig geschnitten, aber die liegen nach einigen, wenigen Tests bei mir nur rum. Im Proberaum habe ich für Aufnahmen ein EV PL33 und zwei Line Audio CM3, dem Vorgänger des CM4, im Einsatz, während Live bei mir meist die Austrian Audio CC8 zum Einsatz kommen. Das ist zwar um einiges teurer als die bisher genannten, aber unterm Strich wegen seiner Vielseitigkeit jeden Cent wert.
 
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Hallo,
Mir haben die Oktava an sich nie so richtig gefallen, mir sind sie etwas zu, hmm, "rustikal" im Klang.
...richtig, "rustikal" umschreibt es gut. Meine Oktavas setze ich auch schon länger nicht mehr als Hauptmikrofone ein (bin vorwiegend in der Klassik unterwegs), da ich schon länger aufgerüstet habe, aber wo ein etwas "erdiger" Klang paßt, habe ich sie immer noch gerne im Einsatz. Gute Beispiele waren bei mir z. B. ein äußerst drahtig klingender Romantikflügel oder etwa als Stützmikrofon bei Chorsopranen, die einen etwas metallischen Klang in der Stimme hatten. Im Drum-Bereich könnte ich mir den Einsatz bei sehr "hell" klingende Percussion-Sachen vorstellen - aber als "Generalisten" gibt es heure -viel wurde ja schon genannt - passenderes.

Viele Grüße
Klaus
 
Die LCT 140 habe ich mal ganz günstig geschnitten, aber die liegen nach einigen, wenigen Tests bei mir nur rum. Im Proberaum habe ich für Aufnahmen ein EV PL33 und zwei Line Audio CM3, dem Vorgänger des CM4, im Einsatz,
Was ist der Vorteil der CM3 / CM4 gegenüber den LCT140? (Knappe Antwort würde mir reichen :) )
 
Ach, ist wohl eher eine Geschmacksfrage. für mich klingt das CM3 etwas seidiger und bildet, gerade wenn man es als Overhead benutzt, das Schlagzeug plastischer ab als das Lewitt.
 
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Vielen Dank! @Mfk0815
 
Mir haben die Oktava an sich nie so richtig gefallen, mir sind sie etwas zu, hmm, "rustikal" im Klang.
Die LCT 140 habe ich mal ganz günstig geschnitten, aber die liegen nach einigen, wenigen Tests bei mir nur rum. Im Proberaum habe ich für Aufnahmen ein EV PL33 und zwei Line Audio CM3, dem Vorgänger des CM4, im Einsatz, während Live bei mir meist die Austrian Audio CC8 zum Einsatz kommen. Das ist zwar um einiges teurer als die bisher genannten, aber unterm Strich wegen seiner Vielseitigkeit jeden Cent wert.
Kann auch die Austrian Audio CC8 empfehlen! Habe ebenso ein Set zu Hause (und noch einige andere AA Dinge), und die klingen hervorragend, nicht nur für Overheads. Preislich natürlich nicht mehr im untersten Segment, dafür Qualitätsware, handgemacht und vielseitig.
 
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... So, jetzt bin ich ja schon einen Schritt weiter und ich habe mal "ganz unten" angefangen mit einem Behringer BA19A in der Mitte der Kick auf einem Kissen und einem Stereopair Behringer C2. Drumset bestehend aus Snare, 22er Kick, 3 Toms, je 1 Lownoise gelochtes Hihat, Crash und Ride. Als erstes habe ich die oben angesprochene A/B- + BA19A-Kick-Variante probiert... Nach längerem Rumgoogeln und weil es einfacher aufzubauen geht mit 1 kurzen Stereo-Mikro-Schiene glaube ich aber nun, dass ich mit der X/Y-Methode + BA19A (oder ORTF?) evtl. sogar besser fahren könnte, weil es weniger Phasenprobleme damit geben soll und mir bei dem kleinen eher jazzigen Drumset und -Spiel (viel Besen auch) es nicht sooo sehr auf Stereobreite ankommt, sondern eher auf eine ausgewogenes Drumrecording mit einfachen Mitteln.
- Wie seht ihr den Vergleich A/B versus X/Y oder auch ORTF auch in Bezug auf die leider stattfindenden Einstreuungen durch andere Instrumente/Vocals im kleinen Übungsraum?
- Welches Verfahren und mit welchen Parametern würdet ihr für so ein Übungsraumsetup (20qm, Decke 2,5m, Teppiche, einige Möbel, also relativ gute Streuung, ausser die blanke Decke, aber 6 Musiker mit jedoch guter Lautstärkdisziplin) nehmen? Ist für X/Y 100 cm über Zentrum der Snare mit 100° Winkel so i.O.?
- Macht es evtl. Sinn etwas weiter runter zu gehen, um das Verhältnis Nutz- zu Einstreusignal zu verbessern (wie tief?)
- Seht ihr im ORTF mit 17 cm und 110° einen deutlichen Vorteil gegenüber X/Y (beides ließe sich mit der Gravity-Schiene verwirklichen)?
Danke für Eure Meinungen! LG, Frank
 
Kommt drauf an, wie dein Raum drauf reagiert.. wie groß er ist. Vereinfacht gesagt schaut das A/B nach unten und konzentriert sich auf das Schlagzeug. X/Y schaut etwas weiter in den Raum nach links und rechts.. und ORTF " sieht" auch weiter zur Seite. Wenn der Raum seitlich von dir nicht gleich wieder den Schall zurückwirft funktioniert das. Einfaches Drumrecording mit einfachen Mittel könnte genausogut Mono Overhead sein. Da dein Raum 20 Quadratmeter hat ist es gut möglich, daß du dir da eh eine gute Portion Reflektionen einfängst, egal was für Mikros und welche Aufstellung. Da deine Ohren erstmal die einzigen vor Ort sind, die das beurteilen können .. ausprobieren.
 
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O.k., da hast Du auch wieder recht mit dem A/B, das am ehesten nach unten "schaut"... Das ist aber eben relativ weit links von der Snare dann, das linke Mikro, bei gleichseitigem Dreieck über der Snare... Bei X/Y mit z.B. nur 90 ° zentriert über der Snare hätte ich da wahrscheinlich genauso viel/wenig Einstreuung von den Seiten. Mit ORTF bei 110° tatsächlich schon wieder mehr "Seitwärtsblick. Das Schlagzeug steht nicht mittig im Raum, sondern seitlich neben einer Holz-Kommode, aber vor der Wand... neben den Drums steht ein Gitarrist, sein Amp ca. 3 m entfernt vom Drum.
Wo würde man Mono-Overhead am besten platzieren? Höhe und Position? Auch über der Snare oder eher über der Mitte des Sets?
Vielleicht verzichte ich einfach auf größere Stereobreite und mache X/Y mit vielleicht 60-80° und dafür niedriger über die Snare und evtl. ein wenig mehr Richtung Toms dann, um den "Bleed" zu verringern. Stereobreite ist weniger wichtig als halbwegs saubere Drumabnahme. Da könnte ich vielleicht mit solcher Anordnung etwas besser fahren...

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