Bei der ORTF-Anordnung von Dir würde ich zu viel Einstreuung durch die 2 Gitarristen links vom Drum vermutlich bekommen, da das nach links zeigende Nieren-Mikro dann fast genau in deren Richtung zeigt.
Chat GPT sagt zu seitlicher Einstreuung (kann man dem Vertrauen?

):
- X/Y 90° → seitliche Gitarre wird am stärksten unterdrückt
- ORTF → seitliche Gitarre hörbar, aber räumlich getrennt
- A/B → seitliche Gitarre deutlich im Stereobild, da Mikrofonbasis am Breitesten
Somit wäre X/Y zur Zentrierung auf's Drum wohl doch die beste Variante, um so wenig wie möglich Fremdinstrumente mit drauf zu kriegen und wenn Stereoabbildung in der Aufnahme eher nachrangig ist. Der Drummer spielt bei unserer Musik eh meist nur Hihat, Snare und Kick, seltener Becken und Toms, und im Live-Setup auf der Bühne würde auch niemand die Drums breit Stereo hören, da dieses ja an einer dezidierten Stelle der Bühne steht und von dort als Ganzes wahrgenommen wird (Drums NICHT über PA bei uns). Somit wird für meine Aufnahmen das Drumset später sowieso auch mittig gepannt, Keys und Gitarren etwas seitlich verteilt, Bass und Vocals auch mittig. Wir spielen auf der Bühne und im Probenraum das Drum akustisch, die Gitarren und Bass über ihre Amps und nur die Vocals und Keys über PA. Die Mikrofonierung der Drums und Gitarren-Amps dient nur der Aufnahme, Bass dafür direkt in's Pult. Aus diesem Setup mache ich ein Multitrack-Recording mit insgesamt 15 Kanälen, dass ich dann in Ruhe in der DAW nachbearbeiten kann oder, da Post-Gain aufgenommen, auch als Virtual-Soundcheck-Spuren verwenden kann.
Bei der Variante, die Mikrofone nicht gleichmäßig mittig über der Snare auszurichten, habe ich wohl richtig verstanden, dass trotzdem der Abstand beider Mikros zur Snare gleich sein muss, damit diese mittig aufgenommen wird. Die Verschiebung zur Seite und die Drehung der Achse auf eine Linie zwischen Snare und Kick dient dabei der Abänderung des Verhältnisses Becken und Toms zu Snare/Hihat. Klar, je größer das Drumset in der Breite (mehr Toms, mehr Becken), desto mehr muss man wohl bei nur 2 Mikros von der Snare-Mitte weg, sonst kommen zu wenig seitliche Drum-Utensilien mit rein. Da ist ORTF wieder im Vorteil etwas. Wir haben aber ja nur ein recht kleines Drumset, das macht es sicher einfacher.
Also, ich werde, wie es aussieht, aus folgenden Gründen, mit X/Y und ORTF weiter rumprobieren:
- Vermutlich doch weniger "Fremdeinstreuung" als bei A/B
- Nur EIN Ständer nötig mit dieser Stereo-Schiene

- Dadurch einfacherer Aufbau am Set, da Winkel mit der Schiene bereits fest voreingestellt und somit nur noch die Höhe und Position des Ständers über dem Set reproduziert werden muss (großer Vorteil gegen A/B, wo ich 2 Ständer hinstellen muss und jedesmal die Abstände wieder messen muss, damit ich es exakt gleich hinbekomme.
Spannendes Thema für mich, der ich da ein relativer Neuling bin und viel einfach noch lernen muss durch try and error und vorallem das tolle Wissen von Euch allen hier, dass ihr mit mir teilt! Danke dafür!