Morino Artiste XD

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Liebe Alle,

Ich möchte einen weiteren musikalischen Schritt machen und bin auf der Suche nach einem Converter-Instrument. Eigentlich suche ich so etwas wie das ultimative Instrument zum moderaten Preis (so im mittleren 4-stelligen Bereich darf's maximal werden), sozusagen zum Abrunden meiner Palette. Nun bietet mir aber jemand eine Morino Artiste XD für CHF 700.- an. Kurz gegoogelt, zB. hier und auch hier einen Thread zu diesem Teil gefunden.
Natürlich will ich das Ding Probe spielen. Der Zustand sei gut - was immer das heisst.

Meine Fragen an die werten Kenner:innen der Materie:
  • Was sind die heiklen Stellen bei den Morino Artiste XD? Die allgemeine Checkliste für den Occasionskauf kenne ich schon und habe sie schon mit Erfolg angewendet. Gibt es Spezialitäten?
  • So wie ich gesehen habe, ist das ein vorgelagertes M3-Bassmanual.
    • Was sind die Vor- und Nachteile der vorgelagerten M3 gegenüber einem Converter?
    • Bassmechanik einfacher und robuster als Converter?
    • Gewicht höher wegen zusätzlicher Stimmzungen?
    • Ich habe nicht wirklich lange Finger, auch nicht übermässig kurze - ist das noch spielbar?
  • Lässt sich Klassik spielen mit der "Guuge"?
  • Was soll ich vom Verkäufer noch für Informationen verlangen, welche eine Entscheidung ermöglichen? Baujahr? Seriennummer? Was noch?
Bisher war ich eher angetan von Italiener:innen - soll ich jetzt eine Deutsche heimschleppen? Was spricht dafür, was dagegen?

--Edit--
Gerade hat mir der Verkäufer ein paar Bilder geschickt:
WhatsApp Image 2021-05-19 at 14.18.07 (1).jpegWhatsApp Image 2021-05-19 at 14.18.07.jpegWhatsApp Image 2021-05-19 at 14.18.08 (1).jpegWhatsApp Image 2021-05-19 at 14.18.08.jpegWhatsApp Image 2021-05-19 at 14.26.09.jpegWhatsApp Image 2021-05-19 at 14.36.11.jpegWhatsApp Image 2021-05-19 at 14.36.25.jpeg

Zudem meinte er, ein Fachmann habe ihm gesagt, es hätte eine Stimmung "ohne Tremolo". Also alle drei 8-Fuss-stimmen auf die gleiche Frequenz gestimmt? Macht das Sinn?:oops:

Danke für alle hilfreichen Antworten und beste Grüsse
Wolkensprung
 
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Hallo Wolkensprung

erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Einstieg ins MIII !
Ich kenne die Artiste XD jetzt nicht , es ist aber auf jeden Fall ein Modell das schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel hat.
Man erkennt auch an den Stimmstöcken Spuren von Reparaturen , es läßt sich so vom Foto nicht beurteilen, was da , wie gut gemacht wurde.
Also das ist die Vita des Instruments sehr entscheidend ! Auf jeden Fall ausgiebig auf Herz und Nieren prüfen !

Ich habe mit das Melodiebass Spiel mit einem etwas zu kleinen Freebass Akkordeon erschlossen,
was ich so vom Gewicht und Handling ganz hilfreich fand , da man doch dauernd Töne sucht und das Teil dreht und wendet...
Das wird hier bei dem Instrument mit Cassotto schon gleich der Sprung ins kalte Wasser.
Allerdings bekommt man für 700,- CHF eigentlich bei Weitem nichts Vergleichbares , auch kein kleines Einsteigermodell als Convertor .
Zudem bekommt man so ein Cassotto Akkordeon auch gut wieder los , das M III Manual gibt es sozusagen als Bonus mit dazu.

Für das vorgelagerte Manual brauch man keine längeren Finger, die reichen eh nicht so weit -
die Hand wird übers Handgelenk durch den Bassriemen geführt .
Ich fand das damals nicht so ideal , es gibt aber viele Spieler, die damit sehr gut zurecht kommen.
Auf Dauer wäre mir das dreireihige MIII Manual nicht ausreichend . Mit 4 Reihen sind einfach kürzere Wege und bessere
Griffkombinationen möglich. Meine Giuliette hatte 4 Reihen vorgelagert (und dafür die verm. Akkorde im MII weggelassen) ,
ich spiele jetzt Convertor , was deutlich mehr Spielkomfort hat. Convertorinstrumente haben (fast) alle 4 Reihen Melodiebässe.

Ein dreichöriger 8" Register in unisono ist möglich , aber sehr schwer auf den Punkt zu stimmen ,
ich vermute also, daß da eine gewisse Ungenauigkeit in der Stimmung zu erwarten wäre.

Viel Erfolg,

Ludger
 
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Wenn ich nicht schon zwei Artistes hätte würde die mich auch interessieren für den Preis auch wenn sie nicht perfekt ist.
Ich habe eine etwas kleinere Xd ohne Cassotto und MIII mit sehr schönem weichen Klang.
 
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Merci biäng für Eure Antworten :)

@polifonico Ja, ich werde sie genau anschauen - was ich als Nicht-HZIMM halt alles so sehe. Insbesondere interessiert mich der Zustand der Ventile und Klappen. Bei den Klappen ist mir klar, wie ich Renovationsbedarf erkenne (lautes Schliessgeräusch, wenn ich den Knopf loslasse), bei den Ventilen weiss ich es nicht wirklich - wenn sie nicht abstehen wie meine Ohren... ;)
Kann mir da jemand einen Tipp geben?

@120 Wie ist das M3 zu spielen? Leicht, einfach, mühsam, ungenau...? Spielst Du auch klassische Stücke? Oder wozu brauchst Du das M3-Manual?
 
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Von klassischen Stücken bin ich weit weg und werde das vermutlich nie erreichen.
An der XD habe ich kein MIII aber an der Artiste XN und versuche regelmäßig auch damit weiterzukommen aber improvisiere hauptsächlich wozu ich es aber auch brauchen kann.
Dafür gefällt es mir besser als ein Konverterinstrument da man beides gleichzeitig nutzen kann ohne Umschalten.
Mit dem MIII am Knopfakkordeon komme ich besser zu recht als mit vierreihigem Melodiebass am Tastenakkordeon mit Konverter
da die beiden Seiten ja ähnlich sind und bei meinem B-Griff nur gespiegelt.
Ich stell ein schönes MIII Beispiel für klassische Musik rein in neulich bei you tube.
Bisher war ich eher angetan von Italiener:innen
Venantio Morino war Italiener und seine Geschichte ist interessant und spannend.
 
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Was sind die heiklen Stellen bei den Morino Artiste XD?
Ein Punkt - der gilt aber für alle Monino Knopfinstrumente - ist die Gestängemechnanik der Knopfgestänge. Die sind bauartbedingt so gefertigt, dass die verschleißanfällig sind. Heißt, wenn die mal so viel gespielt ist, dass das Gestänge "ausgenudelt" ist, ist das sehr schlecht zu reparieren.
Hier also ausprobieren: läuft die Knopfmechanik im Diskant einwandfei: gut - hat die viel Spiel und klappert ziemlich und stört dich selber schon beim ausprobieren - schlecht, weil kaum verbesserbar.

Was sind die Vor- und Nachteile der vorgelagerten M3 gegenüber einem Converter?

das sind die immer wieder diskutierten Punkte:

vorgelagert ist das ältere System. Converter ist das neuere System. Entsprechend findet man eben vornehmlich ältere gebrauchte mit vorgelagertem und neuere gebrauchte eher mit Konverter.

Vorgelagerter MIII hat fast immer "nur" 3 Reihen Konverter hat 4 Reihen Melodiebass. Wie viele Reihen es braucht - auch da gibts sehr lange Diskussionen. Ich bin mit 3 Reihen bislang sehr gut klargekommen. Und wenn man bekannte Akkordeonisten wie z.B. Stefan Hussong fragt, so werden die antworten, dass man auch mit 3 Reihen vorgelagertem MIII ganz ordentlich Musik machen kann.

Vorgelagerter MIII wird mit eher offener Hand gespielt, Konverter eher mit geschlossener Hand. Hängt ganz einach davon ab, wo die MIII Knöpfe angeordnet sind - da müssen die Finger hin. Ich persönlich mag z.B. vorgelagerten MIII sehr gerne, weil es für mich eine sehr entspannte Fingerposition ist und mit Konverter bin ich noch nie so richtig klargekommen, weil ich mcih da mit der Fingerhaltung immer sehr eingeengt fühle - das ist aber Geschmackssache.

Bassmechanik einfacher und robuster als Converter?
Das wird sich nicht viel geben, aber weil beim vorgelagertn MIII nix umgeschaltet werden muss würde ich sagen: tendentiell ist der vorgelagerte robuster und tendentiell leiser.

Gewicht höher wegen zusätzlicher Stimmzungen?
Es gibt ein paar wenige Ausnahmen, wo für MII und MIII separate Stimmplatten eingebaut sind, aber im Normalfall hat der vorgelagerte MIII und der Converter gleich viele Stimmplatten eingebaut nämlich meist 2x 58 = 116 (bei zweichörigem Melodiebass)
Und das Gewicht ist ziemlich relativ. Bei den Knopfinstrumente weiß ich nicht wo die gewichtsmäßig liegen - aber meine Morino VIM wiegt mitsamt 58 tönigem zweichörigen Melodiebass weniger als eine Morino VN mit normalem Standarbass... und das , obwohl mehr Stimmplatten eingebaut sind - Gewicht ist also immer vom konkreten Modell abhängig, nicht vom System an sich.


Ich habe nicht wirklich lange Finger, auch nicht übermässig kurze - ist das noch spielbar?
wenn du nicht extrem kleine Hände hast, ist der vorgelagerte MIII gut erreich- und spielbar. - Beim MIII Spiel ist die Handhaltung etwas anders als beim MII Spielen. Wie schon erwähnt - ich finde die Handhaltung beim vorgelagerten MIII viel entspannter als beim Konverter


Lässt sich Klassik spielen mit der "Guuge"?

ja klar! Voll und Ganz!


Bisher war ich eher angetan von Italiener:innen - soll ich jetzt eine Deutsche heimschleppen? Was spricht dafür, was dagegen?
was spricht dagegen:

Wenn du grundsätzlich "deutschen " Akkordeons skeptisch gegenüber bist, dann lass es bleiben, denn egal wie das Instrument sein wird , wird immer im Unterbewusstsein ein kleiner Restzweifel bleiben, der dich davon abhält dich vorbehaltlos zu freuen.

was spricht dafür:

deutsche Akkordeonbauer - hier speziell Hohner - haben nicht ausschließlich schlechte Qualität gebaut - sonst wären die nicht so groß geworden.
Ich spiel z.B. neben der erwähnten Morino VIM auch eine Gola 459 deutscher Fertigung mit vorgelagertem (3-reihigen) MIII und bin damit so zufrieden, dass ich nicht den geringsten Wunsch verspüre auf ein "italienisches" Modell zu wechseln.


es hätte eine Stimmung "ohne Tremolo". Also alle drei 8-Fuss-stimmen auf die gleiche Frequenz gestimmt? Macht das Sinn?

Wenn man kein Tremolo haben will schon! :)

Wie die Chöre verschaltet sind hängt von der Bauweise ab. Es kann sein dass die "Tremolochöre starr miteinander verkoppelt sind, so dass man die nicht einzeln zu oder wegschalten kann. Dann kann man nur beide 8´außer Casotto zum 8´Cassottochor dazuschalten - dann sind s halt 1 oder 3 Chöre mit 8´ anders gehts dann hier halt nicht.

Bei meiner Gola kann man die einzeln ansteuern und damit ist der 3 8´chor da so eingestellt, dass der 3. 8´Chor nur beim Tutti mit dazugenommen wird,.ansonsten aber 8C+8 schaltbar ist. Vom Klang von 8c+8 gegenüber 8C+8+8 bei Nulltremolo gibt sich das nicht viel vom klanglichen.

Ob und was man will und braucht hängt vom persönlichen Geschmack ab. Wenn man die Kiste hauptsächcih für Klassik nimmt, dann ist meist ein Nulltremolo sinnvoller... dann reichen eigentlich auch 4 Chöre, wenn die Kiste aber halt mal 5 eingebaut hat, dann kann man den nicht irgendwie weghexen und muss schauen, wie man den ins Klangkonzept integrieren kann.

Wenn man querbeet spielt dann ist s meist so, dass die 8´Chöre, mit Tremolo gestimmt sind, dann macht natürlich rein klanglich 3x 8´schon Sinn.

Ein dreichöriger 8" Register in unisono ist möglich , aber sehr schwer auf den Punkt zu stimmen ,
ich vermute also, daß da eine gewisse Ungenauigkeit in der Stimmung zu erwarten wäre.

da kann ich jetzt nichts negatives sagen - Nulltremolo ist grundsätzlich empfindlicher gegen Abweichungen als eine Tremolostimmung, eben weil man halt jede Abweichung hört. Aber wenn die Stimmplatten in Ordnung sind und sonst nichts an der Kiste ist, dann hält die Stimmung auch ganz gut. Bei meiner Gola habe ich trotz 3x 8 mit Nulltremolo überhaupt keine Probleme mit irgendwelchen Verstimmungen - ist alles im üblichen Rahmen.


Wie ist das M3 zu spielen? Leicht, einfach, mühsam, ungenau...? Spielst Du auch klassische Stücke? Oder wozu brauchst Du das M3-Manual?

MIII ist einfach ein anderes System - einfach alles vergessen was man vom MII her kennt und sich das System einfach neu aneigenen. Dann spielt es sich unkompliziert. Man darf bloß nicht anfangen und erst alles auf MII oder sonstwie umrechen und vergleichen zu wollen.

MIII verwende ich fast ausschließlich für Klassik.


Nun bietet mir aber jemand eine Morino Artiste XD für CHF 700.- an.

wenn ich so schaue was für eine gebrauchte Tastenmorino verlangt wird, dann erscheint mir das Angebot traumhaft günstig.
 
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Danke für die Antworten!

@120
Das bedeutet, ich muss wohl auch testen, nach welchem Prinzip das M3-Manual belegt ist. Nehme ich mal an, dass ich mir allenfalls später noch einen Converter zulege, dann soll hier auch bereits ein C-Griff-System vorbelegt sein. Ich habe schon mal ein Pigini Converter getestet, da entsprach die äusserste Reihe der äussersten Reihe im Diskant, das Cis auf der 2. Reihe unterhalb des C etc. - ist das das, was Du mit "gespiegelt" gemeint hast? Die Bassknöpfe waren auch entsprechend markiert (C und auf dritter Reihe F).

@maxito
Ein Punkt - der gilt aber für alle Monino Knopfinstrumente - ist die Gestängemechnanik der Knopfgestänge. Die sind bauartbedingt so gefertigt, dass die verschleißanfällig sind. Heißt, wenn die mal so viel gespielt ist, dass das Gestänge "ausgenudelt" ist, ist das sehr schlecht zu reparieren.
Hier also ausprbieren: läauft die Knopfmechanik im Diskant einwandfei: gut - hat die viel Spiel und klappert ziemlich und stört dich selebr schon bbeim ausprobieren - schlecht, weil kaum verbesserbar.
Danke für den Tipp, der ist wichtig! Ich hoffe, dass die Kiste nicht allzu fest klappert...
BTW: Gibt es noch Ersatzteile für die Morinos? Oder müsste alles nachgebaut werden, wenn was kaputt geht?

Wie die Chöre verschaltet sind hängt von der Bauweise ab. Es kann sein dass die "Tremolochöre starr miteinander verkoppelt sind, so dass man die nicht einzeln zu oder wegschalten kann. Dann kann man nur beide 8´außer Casotto zum 8´Cassottochor dazuschalten - dann sind s halt 1 oder 3 Chöre mit 8´ anders gehts dann hier halt nicht.
Wenn ich mir die Register auf dem Foto 5 anschaue, dann ist da wohl nix mit einzeln zuschalten: Entweder alle drei 8er oder nur einer. Mal schauen, wie das tönt. Eventuell kann das ja noch mit keinem Aufwand (1 oder 2 neue/andere Registerschienen) geändert werden.

wenn ich so schaue was für eine gebrauchte Tastenmorino verlangt wird, dann erscheint mir das Angebot traumhaft günstig.
Da hätte ich auch etwas Luft für Anpassungen.

Bisher war ich eher angetan von Italiener:innen - soll ich jetzt eine Deutsche heimschleppen? Was spricht dafür, was dagegen?
Die Provokation scheint gelungen zu sein aufgrund Eurer Antworten... :p
Meine Intention war eher, ob es grundsätzliche philosophische Unterschiede gibt - wobei Meister Morino ja effektiv ein Italiener war und eine Morino daher eine Verschmelzung zwischen Italia und Teutonien :cool:
 
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Das Angebot scheint mir auch eher günstig.
Ich glaube ein MIII ist in der Regel (oder immer?) C-Griff.
Ich habe im MIII das C in der ersten Reihe und im Discant in der Dritten.
Daher entsprechen beim B Griff im Diskant die drei äußeren Reihen dem M III.
Gespiegelt symetrisch ist da die Bewegung der Finger gleich.
Da ich rechts schon ganz gut zurechtkomme beschränke ich mich schon mal auf drei Reihen rechts und lasse links die Finger dann mitlaufen.
Irgendwann merken die sich das dann ( so der ungefaire Plan ).
Beim C - Griff rechts und links wird es aber etwas ähnlich sein.
 
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Wenn ich mir die Register auf dem Foto 5 anschaue, dann ist da wohl nix mit einzeln zuschalten: Entweder alle drei 8er oder nur einer.
Das hat hier nichts mit den Registerdrückern zu tun - die "Problemstelle" ist die Übertragungswelle ins innere des Gehäuses: wird für jeden Chor eine separate Stange durchgeführt, kann man jeden Chor separat aschalten. Wenn aber - so wie ich auf dem Bild 6 vom Diskantinnenraum sehe - die Tremolochöre beide mit einer Welle geschaltet werden , dann kann man die nicht einzeln schalten , sondern nur gemeinsam.

Die Registerdrücker kann man belegen (lassen) wie man will - hierzu muss man nur die Schaltbleche entsprechend anpassen (lassen).


Die Provokation scheint gelungen zu sein aufgrund Eurer Antworten...
Für mich ist das keine Provokation - solche Sprüche erlebe ich ständig. Und trotzdem bin ich mit meinen Akkordeons sehr zufrieden.

Aber ich kenne auch genügend Leute, die mögen einfach Hohner Akkordeons grundsätzlich nicht. Das auszudiskutieren habe ich mir abgewöhnt - ich nehms einfach hin. Wer will der solls kaufen , und wer nicht will, der solls halt bleiben lassen.

BTW: Gibt es noch Ersatzteile für die Morinos?
für diese alten Kisten eher nicht
 
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Hallo @Wolkensprung

Etwas aus dem Fenster lehnend können folgende Punkte behauptet werden:
1) das Instrument hat sogenannte Klötzli-Register das weist auf eine Herstellung in Trossingen hin
2) die Die Griffstab-Register sind wie bei meiner XN; die Chöre können (schlimmstenfalls mit Behelfsfäden) einzeln geschaltet werden
3) auf der Bass-Seite hat es einen kleinen Schalter, damit können (zusätzlich bei den 3 vorhandenen Bass-Registern) die hohen Chöre geschaltet werden
4) über die drei 8'-Fuss-Chöre würde ich mir noch keine Gedanken machen, anspielen und hören ob es Dir gefällt, ansonsten Tremolo einstimmen lassen
5) der Balg sieht aus wie neu (ist wenig gespielt oder ersetzt worden)

Also, wenn Du noch Platz für so ein grosses Instrument hast, kaufe es und gib Bescheid wie es sich bei Dir eingelebt hat.

Freundlicher Gruss von Paul Frager
 
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was ich als Nicht-HZIMM halt alles so sehe.
mit offenen Augen und klarem Verstand (damit meine ich, nicht vom Haben-Will vernebelt) hinsehen hilft schon viel. Ich z.B. habe noch nie selbst einen Balgnagel gezogen, allerdings schon dabei zugesehen und die Akkordeon-Innereien betrachtet. Bei meinem letzten Akkordeonkauf wurde ich vom Verkäufer gefragt, ob ich auch eine Werkstatt hätte ...
ich muss wohl auch testen, nach welchem Prinzip das M3-Manual belegt ist.
mit ziemlich hoher Wahrscheinlich dürfte es C-Griff sein. Also zum Standardbass hin C, in der Mitte Cis und zum Balg hin D.
Entweder alle drei 8er oder nur einer.
das ist meines Halbwissens bei älteren Morinoartigen Standard. Einzeln schaltbare 8'-Chöre sind erst in neuerer Zeit beliebt geworden. Allerdings besteht natürlich die Möglichkeit, dass inzwischen schon umgebaut wurde ...
 
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die Chöre können (schlimmstenfalls mit Behelfsfäden) einzeln geschaltet werden
In dem Fall hier nicht, denn das ist die Bauart, wie sie von Hohner früher eingebaut wurde und da waren die beiden Tremolochöre nur miteinander schaltbar. Da gibts auch keinen "Trick " oder so, wie man das umgehen kann.


1) das Instrument hat sogenannte Klötzli-Register das weist auf eine Herstellung in Trossingen hin
wo die Kiste gebaut wurde wäre mir ehrlich gesagt egal: entweder mir gefällt das Ding , dann kauf ich das , oder es gefällt mir nicht, dann kauf ich das nicht... egal wo das gebaut wurde. Mit der Farbe der Landesflagge wird der Klang weder schöner noch schlechter - der hängt nur damit zusammen wie man das Akkordeon gebaut hat und nicht wo!
 
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Sodele - es ist abgemacht, am Samstag gehe ich das Ding beaugapfeln und befingern.

Herzlichen Dank für alle Antworten, dank diesen und mit etwas Rindernet-Recherche kann ich mir ein gutes Bild machen, was mich etwa erwarten könnte.

mit offenen Augen und klarem Verstand (damit meine ich, nicht vom Haben-Will vernebelt) hinsehen hilft schon viel.
Gegen den "Haben-will"-Effekt nehme ich einen alten Freund mit, der hat mir vor gut 20 Jahren ein Club-Hohnerli hingestellt, die ersten Griffe gezeigt und dann haben wir ungefähr 2 Jahre lang jeden Sonntag Abend bei ihm in seiner Altbaubude die Nachbarn mit Örgeli und Gesang bedröhnt - ich staune heute noch, dass sich nie jemand beschwert hat...

Ich halte Euch auf dem Laufenden!
 
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In dem Fall hier nicht, denn das ist die Bauart, wie sie von Hohner früher eingebaut wurde und da waren die beiden Tremolochöre nur miteinander schaltbar. Da gibts auch keinen "Trick " oder so, wie man das umgehen kann.
Danke für die Präzisierung; also wenn ich es richtig verstehe, sind diese Tremolo-Kombinationen möglich:
8'_____8- / 8+_____8- 8' 8+
 
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Danke für die Präzisierung; also wenn ich es richtig verstehe, sind diese Tremolo-Kombinationen möglich:
8'_____8- / 8+_____8- 8' 8+

Also im Moment ist aufgrund der Verschaltung nur 8C und 8C+8+8 möglich.

Wenn man sich ein Register umbelegen lässt dann ist auch 8C und 8+8 und 8C+8+8 möglich - allerdings ist die Frage ob man 8+8 haben möchte, da das Instrumente derzeit ja Nulltremolo hat.

und 8-/8+ ist ja derzeit +/ - = "Null" da ohne Tremolo gestimmt.

Der 8 außer Cassotto (bzw. 8+8) ist ein "spezielles" Register, das ich auf meinem Instrument zwar so belegt drauf habe, aber noch nicht gebraucht habe (im Gegensatz zum Vorbesitzer, der das öfter verwendet hat) - das ist ein bisschen ein Spezialfall, das man bei Klassikstücken für bestimmte Musik braucht (wenn von der linken Hand auf die rechte Hand übergeben wird, ohne dass der Klang sich groß ändern soll). Drum - wenns bei Nulltremolo bleiben soll (was ich für Klassik grundsätzlich nicht schlecht finde), ist die frage ob man denn die 8´Chöre ohne Cassotto separat überhaut braucht... oder ob die derzeitige Registerbelegung dann wiederum nicht doch völlig ausreicht.
 
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Wenn wir hier schon Register diskutieren, habe ich noch Fragen zu den Registerschaltern auf Bild 3:
  • Sind das die berühmten "Daumenregister"?
  • Beinhalten diese die gleichen Schaltmöglichkeiten oder sind sie sogar schlüssig gekoppelt mit den 11 "Mittelfingerregister" auf Bild 5 oder können die auch anders belegt werden?
  • So wie ich die Stellung interpretiere (Führungsschraube in der Mitte des Führungsschlitzes) gibt es mehr als 2 Positionen?
  • Was sind generell die Vor- und Nachteile solcher Register?
Merci d'avance für die Aufklärung :cool:
 
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Sind das die berühmten "Daumenregister"?
ja!

Die greifen auf die gleiche Registermechanik zu wie die normalen Schaltregister.

Pro Schiebestab kann man zwei Register schalten - je nachdem ob man nach oben oder nach unten schiebt - mit den beiden Schiebestäben können insgesamt also 4 Register geschaltet werden.

Meist sind das auf einem Stab 8C und 8C+8+8 und auf dem anderen 16 und 16+4

Ob und wie man die umbelegen kann , hängt davon ab, wie man an des Registerschaltwerk dran kommt - das kann man im Zweifelsfall erst endgültig klären, wenn man die Verblendung abschraubt und sich das anschaut.
 
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Hallo @maxito
Vielen Dank für die schnelle und klare Antwort!
Ich werde definitiv ein Set an Schraubenziehern mitnehmen am Samstag, das gibt eine kleine Bastelstunde... :p
 
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Wenn das so aussieht
https://www.musiker-board.de/threads/welche-morino-ist-die-richtige.676561/page-5
geht da an der XD eher was als an der XN.
Da habe ich mir das fehlende Schieberegister nachgebaut aber ist das Schaltwerk vorne und die Clavishebel sind an den betreffenden Stellen gekröpft.
In dem Fall müßte man dann das Schaltwerk umsortieren wenn das überhaupt möglich ist.
Das zu versuchen habe ich lieber gelassen.
 
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Die Kiste steht jetzt bei mir.
Im Grossen und Ganzen sieht sie gut aus. Der Klang ist stark - wohl kaum eine Überraschung für die "Morinisten" hier im Forum.

Im Detail muss ich aber relativieren:
  • Das Spiel im Diskant ist ok. Teilweise leicht spürbar, aber weder störend noch klappernd.
  • Die Knöpfe auf der Diskantseite sind uneinheitlich geriffelt. Da hat wohl einer mal seine Kreativität ausgelebt. Ich wollte zuhause mal einen Knopf abschrauben, da ist das Holz darunter gleich gespalten - bei minimalem Krafteinsatz. Mal schauen, das wird möglicherweise mal ein Projekt, die Knöpfe richtig zu setzen.
  • Das Tremolo war eine Überraschung. Beim ersten Anspielen sehr flach und zurückhaltend. Beim Öffnen der Kiste haben wir aber entdeckt, dass der eine Chor (angeschrieben mit "flûte+") mit Kreppklebeband abgeklebt war! Nach dem Entfernen des Klebebands war doch deutlich mehr Pfeffer im Tremolo hörbar. Vermutlich war das die ultimative Lösung, weil offenbar wirklich nur beide Nicht-Cassotto-8er gemeinsam geschaltet werden können.
  • Die Stimmung scheint mir so weit in spielbar zu sein, ich renne sicher jetzt nicht gleich zum Stimmer. Im Spiel werde ich dann merken, ob es für mich passt.
  • Generell lässt sich das Instrument sehr leicht spielen, die Tonne auf den Knien ist für mich kaum spürbar. Die einzelnen Töne habe ich mit jedem Chor durchgespielt, 2 Töne am Rand im Piccolo haben etwas gehustet, das stört aber weiter nicht.
Nachdem ich den Preis noch etwas herunter gehandelt habe, habe ich eingeschlagen.

Das "ultimative" Instrument ist die Morino sicher nicht (mehr), aber sicher gut, um einen ersten, günstigen Einblick in die M3-Thematik zu erhalten.
 
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