Mundstück Buzzing, wie dämpfen?

von stoennes, 03.08.10.

  1. stoennes

    stoennes Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.10   #1
    Hallo, Mundstück Buzzing soll ja gut für den Ansatz sein. Aber ich finde es doch sehr nervtötend für Mitbewohner, da es recht laut ist. Habt Ihr Tipps, wie man die Lautstärke wirksam dämpfen kann?
     
  2. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 03.08.10   #2
    Im Prinzip müsstest Du jede Lautstärke spielen können, genau wie mit der Trompete bzw. Posaune.
    Wenn Du auch sonst auf langen Tönen und Tonleitern die Dynamik von ganz leise bis richtig laut übst, warum sollte das beim Mundstück buzzen nicht funktionieren?

    Anders gefragt, was passiert denn, wenn Du mit einem ganz sanften Buzz anfängst?
    Du kannst das auch erst einmal ohne Mundstück üben. Das ist zwar noch eine Spur schwieriger als mit, aber automatisch leiser und geht auch z.B. beim Spazieren gehen mit dem Hund oder beim Rosen schneiden im Garten.

    Die erste Übung besteht darin, den Mund zu schließen, die Lippen leicht anzuspannen und ein imaginäres Haar von der Lippe zu spucken. Dieser Ton wird dann immer länger ausgehalten.
     
  3. stoennes

    stoennes Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.10   #3
    Ist mir schon klar. Ich buzze auch draußen oder im Auto schonmal ohne Mundstück. Ich habe bisher wenig nur auf dem Mundstück gebuzzed, wollte das aber mal regelmäßig ins Übeprogramm aufnehmen, und da möchte ich natürlich nicht nur leise üben, sondern den kompletten Dynamikumfang verwenden. Allein beim Buzzen ohne Mundstück kann man schon auf eine beträchtliche Lautstärke kommen.
     
  4. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 03.08.10   #4
    Ein Buzz-Übungs-Dämpfer ist mir leider nicht bekannt, aber ein günstig erworbener Bremner usw. wäre ja schnell für die Mundstückaufnahme angepasst. Als low budget Lösung könnte man auch eine (kleinere) Kunststoff-Getränkeflasche entsprechend umbauen.

    Um mir deine Umstände besser vorstellen zu können, habe ich gerade einmal in mein Posaunenmundstück "gebuzzt". Sonst übe ich das ja nur auf meinen kleinen Trompetenmundstücken.

    Auf dem Posaunenmundstück kann ich eigentlich auf die Schnelle keinen großen Unterschied zum Buzzen ohne Mundstück erkennen.
    Auf einem Trompetenmundstück ist der Unterschied erheblich. Will man dort den größtmöglichen Nutzen aus dieser Übungstechnik ziehen, greift man auch gerne zu betont kleinen und flachen Munstücken (Kelly Screamer, Schilke 13A4a, Bach 10 1/2E).
    Dadurch ist man gezwungen, die Schwingung auf das Material um die kleine Lippenöffnung zu konzentrieren und die Lippen "vor dem Mundstück" zu lassen.

    Neben dem "Muskeltraining" schult das Buzzen von musikalischen Übungen auch sehr gut das Gehör. Ich buzze die Noten öfter, bevor ich eine Übung oder Etüde spiele.
    Zwei Links für Posaunisten zum Thema
    http://bands.army.mil/masterclass/tusab/mar2003/tbn_range/tbn_range.htm
    http://www.steinwaymusical.com/forums/viewtopic.php?t=5136&sid=9a99667ab0cf6ae9aa6946691299dfc5
     
  5. Hyperion

    Hyperion Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.10   #5
    Du kannst den Mundstückschaft auch einfach in eine geschlossene Hand enden lassen und ein Taschentuch drumwickeln. Das ändert zwar erheblich den Gegendruck, ist aber immerhin leiser.
     
  6. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 04.08.10   #6
    Man buzzt allerdings mit oder sogar ohne Mundstück, um diesen "Gegendruck" bzw. den Widerstand des Instruments weitgehend auszuschalten und durch die stärkere Anforderung an die Ansatzmuskulatur und die Stütze einen Trainingseffekt zu erzielen. Diese Verbesserung ermöglichst z.B. leichtere Höhe.
     
  7. Hyperion

    Hyperion Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.10   #7
    Weiß ich. Aber wenns ihm zu laut ist, wirds so leiser^^
    Wenn wirklich alles was du machst zu laut ist, dann solltest du entweder woanders üben oder es vll sein lassen?
     
  8. stoennes

    stoennes Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.10   #8
    Erstmal danke für die Tipps. Ein Papiertuch wickle ich sowieso leicht um den Schaft, um die Feuchtigkeit aufzunehmen.
    Ich werde mal experimentieren. Ich hoffe, mit dem Buzzen den Ansatz wieder in den Griff zu bekommen. Momentan habe ich nämlich ein sehr unschönes Problem. Meine Bach 36 Posaune ist zur Überholung. Zur Zeit übe ich auf einer King 3B. Mein Ansatz ist jetzt auf einmal völlig daneben. Nur noch die Pedaltöne und die erste Oktave klingen relativ sauber. Alles drüber spricht kaum noch an und klingt völlig hohl. Am schlimmsten sind die zweite Oktave (über Pedal) und die Terz. Die kippen mir immer nach unten über alle Teiltöne ab oft bis in den Pedalton oder brechen völlig weg. Das ist zum Verzweifeln, sowas habe ich noch nie gehabt. Ich hoffe, die Bach ist bald wieder fertig, und dass es damit wieder wie vorher klappt. Ich suche noch einen kompetenten Lehrer im Raum Düsseldorf. Bisher leider ohne Erfolg
     
  9. stoennes

    stoennes Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.10   #9
    Habe gerade mal die Beiträge zum Buzzen hier unter Zonquers Link gelesen: http://www.steinwaymusical.com/forum...6946691299dfc5

    Das macht mich jetzt doch nachdenklich. Vielleicht lasse ich da bei meinem Problem die Finger von, weil ich möglicherweise davon zu verspannt werde. Ich hatte nämlich in letzter Zeit auf dem Weg zur und von der Arbeit im Auto gebuzzt. Und wenn ich's recht bedenke, ist mein Problem seitdem aufgetreten:gruebel:. Jiggs Wigham sagt auch in einem Beitrag auf seiner CD zum Buch Jazz Posaune, dass er nicht buzzt, sondern zum Lockern der Muskulatur nur eine Art Pferdeschnauben praktiziert. Ansonsten sagt er nichts zum Buzzen.
     
  10. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 04.08.10   #10
    Muss auch nicht sein.
    Man kann Verbesserungen für Ansatz und Stütze auch sehr effektiv erzielen, indem man z.B. Tonleitern und Akkordbrechungen so spielt, wie sie bei Walter Smith in Top Tones aufgeschrieben sind. Hier nur grob umrissen:

    Tonleitern vom Grundton der Skala über zwei Oktaven im legato spielen, dabei den ersten Ton forte, den nächsten piano usw., immer abwechselnde Dynamik. Das Ganze rauf bis zum höchsten Ton und wieder runter, auf einen Atem und je nach Geschwindigkeit mit Wiederholungen.
    Dann die entsprechenden Dreiklangstöne über den Tonumfang arpeggiert, auch mit Wiederholung.
    Wenn es geht, danach das Alles noch einmal weich gestoßen, zwischen den Übungsteilen an kleine Erholungspausen denken. Sauberes Staccato hoher Töne ist ein enormes Ansatztraining.
    Durch mehrfaches Spielen der Übung im Laufe einer Übungseinheit spiele ich meinen höchsten Ton so insgesamt mindestens 60 mal, manchmal auch doppelt so oft an.
    Jeder, der sich überlegt, wie er seinen Ansatz kräftigen und damit zwangsläufig den hohen Bereich ausbauen kann, könnte zunächst einfach einmal während des ganz normalen Übens nachzählen, wie oft sein höchster Ton in den 40 bis 90 Minuten der Übungseinheit üblicherweise angespielt wird. Ich denke 'mal, im Normalfall ist das viel zu selten.

    Ebenfalls gut ist für diesen Zweck Clarke Technical Studies, Übung 2, darin aber jede Zeile ab #27 und soweit es eben geht eine Oktave höher gespielt.
    Schließlich sind natürlich auch Colins Bindeübungen wie z.B. Etüde 3 und 4 geeignet. Die lassen sich ebenfalls ganz prima mit der forte-piano Dynamik üben und sowohl binden als auch stoßen.

    Ich vermute eigentlich, Mundstück buzzen erfüllt seinen Hauptzweck am besten, wenn man es auf sehr kleinen und flachen Trompetenmundstücken übt. Für experimentierfreudige Nicht-Trompeter hatte ich daher schon 3 geeignete Übungsgeräte genannt.
     
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