Mysteriöse Latenz in Logic Pro (nach Send-Befehl)

Jan S.
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Dieses neue Problem treibt mich demnächst in den Wahnsinn: :unsure:

Seit Wochen bastele ich an einem Logic-Master Template: Instrumenten-Spuren. AUX-Channels usw. - das übliche eben. Mittlerweile knapp 300 Spuren. In den letzten Tagen habe ich insb. weitere Instrumente hinzugefügt und zusätzliche AUX Channel Strips (Reverbs) gestaltet. Nun tritt auf einmal das Folgende auf:

Ich wähle eine Spur an - das Instrument öffnet sich (bzw. wird geladen) und lässt sich spielen. Sobald ich dem Instrument aber einen Send-Befehl hinzugebe, z. B. das Instrument via „Send“ auf einen AUX-Channel Strip mit einem Reverb route, lässt sich das Instrument nur noch mit deutlicher Latenz spielen. Die Latenz bleibt sogar auch dann vorhanden, wenn der „Send“ wieder entfernt wird. Und die Latenz erfasst auch direkt andere Instrumenten-Spuren (auch wenn die Latenz nicht bei jedem Instrument so stark auffällt wie z.B. bei den Pianos).

Erst wenn der Send wieder entfernt und sodann gespeichert und das Template danach neu geladen wird, verschwindet die Latenz wieder. Speichert und lädt man neu, ohne vorher den „Send“ zu entfernen, ist die Latenz direkt wieder da.

Um es nochmal zu verkomplizieren: Hin und wieder verschwindet die Latenz aber auch direkt nach Entfernen des „Send“ wieder. Und ganz selten verschwindet die Latenz auch mal trotz vorhandenem „Send“, d.h. alles funktioniert wieder. Beim nächsten Neuladen ist das Problem aber wieder da.

Vielleicht hat das Problem nur indirekt etwas mit dem Send und den Channels zu tun, aber ich komme einfach nicht auf die Ursache. Wenn ich das Problem nicht gelöst bekomme, dann kann ich diesen Stand des Templates in die Tonne kippen - was wirklich ärgerlich wäre. :cautious:

Hat jemand eine Idee?
 
Klingt nach einem der etlichen Bugs (habe sehr ähnliche Sachen erlebt). Schreib's an Apple. Fixen werden die das aber wahrscheinlich nicht, Logic ist da anscheinend eher auf 'n Abstellgleis gerollt.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Achso, gucken kannst du natürlich, ob der Reverb mit eigener Latenz daherkommt (Mauszeiger über dem Plugin-Slot halten).
 
Danke dir. Das mit dem Mauszeiger über dem Slot kannte ich noch nicht - probiere ich aus.

Im Übrigen wäre ein Bug natürlich richtig unbefriedigend. Ich muss mal schauen, ob die Latenz „nur“ beim Einspielen passiert (das wäre zur Not verschmerzbar, weil es dafür einen Workaround gäbe), oder auch beim Abspielen der Aufnahme.
 
Danke dir. Das mit dem Mauszeiger über dem Slot kannte ich noch nicht - probiere ich aus.

Dazu noch ganz kurz, damit du dich nicht vielleicht wunderst, das sieht dann so aus (Mauszeiger und Pluginnamen sieht man nicht, gehen beim Screenshot verloren):

NoLatency.png


Der Compressor erzeugt also keine zusätzliche Latenz

Der Adaptive Limiter hingegen schon:

Latency.png


Peinlich ist, dass da "0 Sek" steht - denn man will natürlich auch gerne den genauen Wert in Millisekunden wissen (hier bei 44.1kHz also 50 Millisekunden). Und praktischer wäre es, wenn man die Latenzen aller Plugins ohne Mauszeigergehalte bspw. im Plugin-Manager einsehen könnte. Cubase macht's noch geiler, da kann man sich die Latenz eines kompletten Kanalzugs anzeigen lassen.

Ich muss mal schauen, ob die Latenz „nur“ beim Einspielen passiert (das wäre zur Not verschmerzbar, weil es dafür einen Workaround gäbe), oder auch beim Abspielen der Aufnahme.

Üblicherweise ist das nur beim Einspielen. Für mich aber ein absoluter Kreativitätskiller.

Noch eine Sache: Du solltest auf deinem Haupt-Ausgang (also üblicherweise der "Stereo Out" Kanal) auf *gar* keinen Fall ein latenzverursachendes Plugin nutzen, auch nicht im Bypass. Damit kann Logic selbst im Low Latency Modus nicht umgehen und die Aufnahmen werden zeitversetzt platziert.
 
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… Üblicherweise ist das nur beim Einspielen. Für mich aber ein absoluter Kreativitätskiller.

Noch eine Sache: Du solltest auf deinem Haupt-Ausgang (also üblicherweise der "Stereo Out" Kanal) auf *gar* keinen Fall ein latenzverursachendes Plugin nutzen, auch nicht im Bypass. Damit kann Logic selbst im Low Latency Modus nicht umgehen und die Aufnahmen werden zeitversetzt platziert.
Sehr hilfreich, herzlichen Dank.

Sollte die Latenz „nur“ beim Einspielen sein, dann ließe sich hierfür das Hall-Plugin direkt in die Instrumenten-Spur nehmen - das funktioniert nämlich, absurder Weise, ohne Latenz. Erst im finalen Mix würde ich die Instrumente dann via Sends auf gemeinsame Hall- (AUX-) Channels routen. Mit Latenz einspielen ist übel, da bin ich ganz bei dir.

Den Stereo Out schaue ich mir heute Abend gleich mal an. Falls ich mich nicht irre, dann schlummert dort (deaktiviert) das Logic Pro Mastering-Plugin (alle anderen Mastering-Komponenten liegen deaktiviert in einem davor gerouteten Kanal).
 
Falls ich mich nicht irre, dann schlummert dort (deaktiviert) das Logic Pro Mastering-Plugin (alle anderen Mastering-Komponenten liegen deaktiviert in einem davor gerouteten Kanal).

Das muss auf jeden Fall komplett raus.
Und könnte auch Kern des Problems sein, weil dann der Hall-Bus auch dahin geroutet wird, was Logic dann noch zusätzlich zu "verwirren" scheint - sorry, ist sicherlich kein passendes Wort für ein digitales Programm, aber es gibt gerade in punkto Latenz und Latenzausgleich innerhalb Logics immer wieder Sachen, über die man nur mit dem Kopf schütteln kann.

Als ganz genereller Tipp: Ich würde, sofern es sich machen lässt, auf sämtliche latenzverursachenden Plugins auf Bussen verzichten (was dann auch den Master Out einschließt). Die sorgen beim Aufnehmen und Arrangieren nur für Scherereien, auch wenn man sich des Low Latency Modus' bedient. Wenn du dir eine Master-Bus-Kette zum Mischen hinbasteln willst, speicher die lieber als Kanal-Preset und rufe sie erst dann auf, wenn du den Kram wirklich brauchst.

Als kleiner damit zusammenhängender "Neben-Tipp": Wenn du den Space Designer als Hall auf einem Bus nimmst, vielleicht darauf achten, dass Latency Compensation (Zahnradmenü rechts unten) deaktiviert ist. Ist bei den hauseigenen Presets zwar immer der Fall, aber wer weiß, was da mal passieren kann, wenn man selber was schraubt oder runterlädt.

Als Inserts auf einzelnen Tracks sind latenzverursachende Plugins übrigens an sich kein Thema (also klar, wenn man dann auf dem Track spielt schon, aber nicht, wenn man auf anderen Tracks spielt).
 
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Top - vielen Dank. Das schaue ich mir alles bei nächster Gelegenheit an. Klingt danach, als gebe es in meinem Template reichlich Optimierungspotenzial. ;)
 
Mittlerweile knapp 300 Spuren.
Hier seh ich das Problem. Was hast du denn für einen Rechner, SSD, RAM? Mit 300 Spuren geht so ziemlich jeder Rechner in die Knie. Wenns Softwareinstrumente sind sowieso.
 
… Mit 300 Spuren geht so ziemlich jeder Rechner in die Knie. Wenns Softwareinstrumente sind sowieso.
Möglich, aber unwahrscheinlich. Es ist ja nur ein Template - für ein Werk wird immer nur ein kleiner der Teil der Spuren aktiv verwendet, alle anderen schlummern vor sich hin.

Mein Mac Studio ist hinsichtlich Arbeitsspeicher und Rechenkapazität eigentlich immer im Halbschlaf. Nur einmal wurde er überlastet: Mit einem sehr komplexen Werk von EastWest Sounds - und das wahrscheinlich auch nur, weil teilweise falsche Instrumente geladen wurden.

Zudem ist bei mir ohne das o.a. dargestellte Problem ja auch keine Latenz spürbar. Sogar dann nicht, wenn ich haufenweise Plugins direkt auf jede Spur packe (was gleichwohl m. E. nicht Sinn der Sache sein kann).
 
Hast du denn die Plugins und Instrumente die du nicht nutzt deaktiviert?

Eine Idee hab ich noch: Passiert das auch, wenn du versuchsweise den Send auf einen unbenutzten Bus schickst? Vielleicht hast du den benutzten Bus aus Versehen sonst noch irgendwo abgegriffen (Sidechain ist zB nicht einfach so ersichtlich im Mixer), und generierst damit ne Feedbackschleife oder sowas...
 

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