die Frage mag anfängerisch klingen;
kein Problem
ich möchte wissen, wie man sich die Linke-Hand-Noten am Klavier am besten merkt.
Noten sind nur die Schrift.
Links ist da nicht anders als rechts.
Sie zeigen Dir, wann welche Note klingen soll und wie lange. Das musst Du beim Lernen erstmal in Bewegung (welcher Finger wann wie wo) übersetzen und automatisieren, und dann auf dem nächsten Level in Musik (Emotion).
Ich merke mir dabei nicht die Noten, sondern letztlich, wie es sich anfühlt. Ich versuche auch meistens, Stücke gleich beim Üben auswendig zu lernen. An die Noten denke ich dann irgendwann gar nicht mehr.
So wie ein Schauspieler sich nicht die Buchstaben merkt oder über einzelne Worte nachdenkt, sondern sich in die Szene einfühlt.
Aber natürlich hat der auch mal lesen gelernt und "Mama und Oma am Baum" buchstabiert
Ich weiß, dass die Noten der rechten Hand i. d. R. die Grundmelodie darstellen und dass die der linken i. d. R. am Taktbeginn geschlagen werden, verstehe aber nicht, wann welcher Akkord gespielt wird.
Da kommt jetzt gaanz viel zusammen.
Melodie (ohne "Grund") ist erstmal meistens in der Oberstimme, also rechts.
Bass ist idR der tiefste Ton - links gespielt
Akkordtöne oder zweite/dritte Stimmen füllen den Raum dazwischen und werden je nach Arrangement, Können und Musikstil links, rechts oder von beiden Händen gespielt.
Auf dem Klavier spielt man also drei Sachen mit zwei Händen - das erfordert immer etwas Kreativität.
Weil das schwierig ist, fängt man in der Regel mit zweistimmigen Stücken an. Also Melodie + zweite Stimme (wie zwei Melodieinstrumente) oder Melodie und Bass.
Akkorde sind quasi die "Fläche" auf der die Melodien liegen.
verstehe aber nicht, wann welcher Akkord gespielt wird.
Das wäre für den Anfang auch etwas viel verlangt.
Kann man aber problemlos lernen, ist nur als Textbeitrag im Forum das falsche Medium.
kann mir aber nur äußerst schwer merken, wann welcher Akkord geschlagen wird, weil mir das Ganze total unlogisch erscheint.
Die "Logik" heißt Harmonielehre. Da lernt man, welche Akkorde in welchem Stil üblich sind, welche Töne dazugehören, wie man sie verbindet und was zur Melodie am besten passt.
Wenn Du das verstehst, bekommt das dann auch eine innere Logik. Die Anfänge kann man denke ich schnell verstehen, dann geht man Schritt für Schritt weiter mit dem Verständnis und dem Üben. Nach oben ist alles offen, ich lerne nach 50 Jahren Klavierspiel immer noch dazu.
Das schöne ist, dass man mit jedem bisschen, was man lernt, sofort Musik machen kann. Theorie ist auch immer Praxis, wenn man es richtig angeht.
Man weiß hingegen, dass es nicht wenige Musiker gibt, die sich hunderte Lieder einfach so merken können.
Ja, man merkt sich dann nicht mehr einzelne Töne oder Akkorde, sondern immer größere Zusammenhänge. Man hört innerlich schon, was kommt, weil man die "Bausteine" der Musik schon Tausende Male benutzt hat. Das ist nichts anderes als wenn Du ein Gedicht rezitierst, was Du schon lange kennst. Du denkst nicht über Buchstaben nach, oder was Du mit Zunge und Lippen machen musst.
Wenn Du das lernen willst, würde ich Dir Unterricht empfehlen. Es geht sicher auch irgendwie was autodidaktisch, aber Unterricht ist Faktor 10 (mindestens) effektiver.