Nach welcher Logik entstehen die Klaviernoten der linken Hand?

ik280

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Hallo,

die Frage mag anfängerisch klingen; ich möchte wissen, wie man sich die Linke-Hand-Noten am Klavier am besten merkt. Ich weiß, dass die Noten der rechten Hand i. d. R. die Grundmelodie darstellen und dass die der linken i. d. R. am Taktbeginn geschlagen werden, verstehe aber nicht, wann welcher Akkord gespielt wird. Ich habe z. B. ein Lied in C-Dur mit CEG, CFA und HDG im Wechsel auf der linken Seite, kann mir aber nur äußerst schwer merken, wann welcher Akkord geschlagen wird, weil mir das Ganze total unlogisch erscheint. Man weiß hingegen, dass es nicht wenige Musiker gibt, die sich hunderte Lieder einfach so merken können. Ich habe diesbezüglich im Netz auch nichts gefunden. Danke auch im Voraus.

MfG
 
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Wieso merken? Ja, manche Menschen können sich einfach gut Dinge merken. Aber für alle anderen gibt es Noten, von denen man spielen kann, dann muss man sich nichts merken. Mit etwas Wissen in Harmonielehre kann man auch viele Patterns in der Akkordabfolge erkennen oder erwarten, aber gerade gute Lieder spielen da ja auch mit den Erwartungen.
 
Es ist wirklich schwer, darauf sinnhaft zu antworten. Harmonielehre lässt sich - natürlich - „studieren“, im Übrigen kommt das Gefühl für Akkorde und Harmonien im Laufe der Spiel- und Lernzeit. Das vorgenannte Spielen nach Noten kann dabei maßgeblich helfen.

Ob und wie leicht man sich Songs „merken“ kann, ist wieder ein ganz anderes Thema - und hängt ja nicht zuletzt davon ab, wie intensiv man sich in ein einzelnes Werk vertieft. Falls ich mich richtig erinnere, dann war das einzige Mal, dass ich mehrere Werke wirklich auswendig konnte, meine Abiturszeit, wo ich Musik als Leistungskurs (oder so ähnlich…) hatte, mithin in der Abiturprüfung mehrere Werke am Klavier vortragen musste. Im Übrigen konnte und kann ich nichts auswendig. Dafür fällt mir das Improvisieren tendenziell leicht. Das ist einfach eine Sache der persönlichen Neigungen und Fähigkeiten - und natürlich: der Erfahrung.
 
Du lernst Keyboard oder nach Lead sheet, richtig?

Was sagt der Lehrer?

Steht der Akkord am Taktbeginn, wird er zum Taktbeginn angeschlagen.

Steht er bei Zählzeit 3, wird er dann angeschlagen.

Im Laufe der Zeit lernt man Akkordbrechung, dann werden z.B. c, e und g in Achteln nacheinander angeschlagen und klingen weiter bis zum nöchsten Akkord.

Ich frage die Schüler, was ihnen leichter fällt und was sie schöber finden, manche spielen daher früher schon die Akkordbrechungen.
 
Ketzerische Antwort: die Akkorde werden gespielt, weil sie gut klingen 😉

Unsere über Jahrhunderte gewachsene Musiktradition hat einen Tonvorrat von 12 Tönen, von dem man aus jeweils 8 Tönen ganz unterschiedliche Tonleitern bilden kann. Aus den Tonleitern (Dur, Moll u.A.) kann man wiederum Mehrklänge bilden, sogenannte Akkorde.
Ein Begleitakkord sollte sich nicht mit den Tönen der Melodie beißen, sondern der gleichen Tonleiter entnommen sein.

Was dabei wozu passt und in welcher Reihenfolge Akkorde gut klingen, hat sich ebenfalls mit der Zeit weiterentwickelt und stellt gewissermaßen den größtmöglichen Konsens von Musikern und Zuhörern dar, natürlich jeweils innerhalb der jeweiligen Schaffensperiode. Deshalb können versierte Musiker häufig ihnen völlig unbekannte Stücke auf Anhieb oder zumindest nach kurzem Hören begleiten.

Deiner Frage entnehme ich, dass du bisher noch wenig Erfahrung mit Musizieren hast? Besseres Verständnis kann man sich erarbeiten, indem man Musikstücke analysiert und nach Gehör nachspielt. Am Anfang kann das auf dem Niveau von "Alle Meine Entchen" sein, also nur 3 Dur-Akkorde in der ersten, vierten und fünften Stufe. Mit der Zeit ergänzt man Mollparallelen, zweite Stufe usw., bis sich ein immer umfassenderes harmonisches Verständnis entwickelt. Das braucht natürlich seine Zeit, aber hier ist der Weg das Ziel 😀
 
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