Nach welcher Logik entstehen die Klaviernoten der linken Hand?

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Hallo,

die Frage mag anfängerisch klingen; ich möchte wissen, wie man sich die Linke-Hand-Noten am Klavier am besten merkt. Ich weiß, dass die Noten der rechten Hand i. d. R. die Grundmelodie darstellen und dass die der linken i. d. R. am Taktbeginn geschlagen werden, verstehe aber nicht, wann welcher Akkord gespielt wird. Ich habe z. B. ein Lied in C-Dur mit CEG, CFA und HDG im Wechsel auf der linken Seite, kann mir aber nur äußerst schwer merken, wann welcher Akkord geschlagen wird, weil mir das Ganze total unlogisch erscheint. Man weiß hingegen, dass es nicht wenige Musiker gibt, die sich hunderte Lieder einfach so merken können. Ich habe diesbezüglich im Netz auch nichts gefunden. Danke auch im Voraus.

MfG
 
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Wieso merken? Ja, manche Menschen können sich einfach gut Dinge merken. Aber für alle anderen gibt es Noten, von denen man spielen kann, dann muss man sich nichts merken. Mit etwas Wissen in Harmonielehre kann man auch viele Patterns in der Akkordabfolge erkennen oder erwarten, aber gerade gute Lieder spielen da ja auch mit den Erwartungen.
 
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Es ist wirklich schwer, darauf sinnhaft zu antworten. Harmonielehre lässt sich - natürlich - „studieren“, im Übrigen kommt das Gefühl für Akkorde und Harmonien im Laufe der Spiel- und Lernzeit. Das vorgenannte Spielen nach Noten kann dabei maßgeblich helfen.

Ob und wie leicht man sich Songs „merken“ kann, ist wieder ein ganz anderes Thema - und hängt ja nicht zuletzt davon ab, wie intensiv man sich in ein einzelnes Werk vertieft. Falls ich mich richtig erinnere, dann war das einzige Mal, dass ich mehrere Werke wirklich auswendig konnte, meine Abiturszeit, wo ich Musik als Leistungskurs (oder so ähnlich…) hatte, mithin in der Abiturprüfung mehrere Werke am Klavier vortragen musste. Im Übrigen konnte und kann ich nichts auswendig. Dafür fällt mir das Improvisieren tendenziell leicht. Das ist einfach eine Sache der persönlichen Neigungen und Fähigkeiten - und natürlich: der Erfahrung.
 
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Du lernst Keyboard oder nach Lead sheet, richtig?

Was sagt der Lehrer?

Steht der Akkord am Taktbeginn, wird er zum Taktbeginn angeschlagen.

Steht er bei Zählzeit 3, wird er dann angeschlagen.

Im Laufe der Zeit lernt man Akkordbrechung, dann werden z.B. c, e und g in Achteln nacheinander angeschlagen und klingen weiter bis zum nöchsten Akkord.

Ich frage die Schüler, was ihnen leichter fällt und was sie schöber finden, manche spielen daher früher schon die Akkordbrechungen.
 
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Ketzerische Antwort: die Akkorde werden gespielt, weil sie gut klingen 😉

Unsere über Jahrhunderte gewachsene Musiktradition hat einen Tonvorrat von 12 Tönen, von dem man aus jeweils 8 Tönen ganz unterschiedliche Tonleitern bilden kann. Aus den Tonleitern (Dur, Moll u.A.) kann man wiederum Mehrklänge bilden, sogenannte Akkorde.
Ein Begleitakkord sollte sich nicht mit den Tönen der Melodie beißen, sondern der gleichen Tonleiter entnommen sein.

Was dabei wozu passt und in welcher Reihenfolge Akkorde gut klingen, hat sich ebenfalls mit der Zeit weiterentwickelt und stellt gewissermaßen den größtmöglichen Konsens von Musikern und Zuhörern dar, natürlich jeweils innerhalb der jeweiligen Schaffensperiode. Deshalb können versierte Musiker häufig ihnen völlig unbekannte Stücke auf Anhieb oder zumindest nach kurzem Hören begleiten.

Deiner Frage entnehme ich, dass du bisher noch wenig Erfahrung mit Musizieren hast? Besseres Verständnis kann man sich erarbeiten, indem man Musikstücke analysiert und nach Gehör nachspielt. Am Anfang kann das auf dem Niveau von "Alle Meine Entchen" sein, also nur 3 Dur-Akkorde in der ersten, vierten und fünften Stufe. Mit der Zeit ergänzt man Mollparallelen, zweite Stufe usw., bis sich ein immer umfassenderes harmonisches Verständnis entwickelt. Das braucht natürlich seine Zeit, aber hier ist der Weg das Ziel 😀

Nachtrag:
Ich bin ein lausiger akademischer Lerner und staune regelmäßig, was manche hier über Harmonielehre aus dem Ärmel schütteln. Aber ich hab schon mit 12 Jahren angefangen, mir auf der Gitarre Stücke rauszuhören, und dabei mit der Zeit festgestellt, dass Transkriptionen populärer Musik nicht mal so selten falsch sind, selbst in damals populärer Literatur wie Beatles Complete.

Gehörbildung war glücklicherweise ein Steckenpferd unserer Musiklehrerin am Gymnasium, und ich konnte schon in der Unterstufe üben, Dur von Moll zu unterscheiden, Tonika von Subdominante, Oboe von Klarinette usw.

Und wäre ich fleißiger gewesen, hätte ich heute wahrscheinlich auch Ahnung von Harmonielehre :ROFLMAO:
 
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die Frage mag anfängerisch klingen;
kein Problem

ich möchte wissen, wie man sich die Linke-Hand-Noten am Klavier am besten merkt.
Noten sind nur die Schrift.
Links ist da nicht anders als rechts.

Sie zeigen Dir, wann welche Note klingen soll und wie lange. Das musst Du beim Lernen erstmal in Bewegung (welcher Finger wann wie wo) übersetzen und automatisieren, und dann auf dem nächsten Level in Musik (Emotion).

Ich merke mir dabei nicht die Noten, sondern letztlich, wie es sich anfühlt. Ich versuche auch meistens, Stücke gleich beim Üben auswendig zu lernen. An die Noten denke ich dann irgendwann gar nicht mehr.
So wie ein Schauspieler sich nicht die Buchstaben merkt oder über einzelne Worte nachdenkt, sondern sich in die Szene einfühlt.
Aber natürlich hat der auch mal lesen gelernt und "Mama und Oma am Baum" buchstabiert ;)

Ich weiß, dass die Noten der rechten Hand i. d. R. die Grundmelodie darstellen und dass die der linken i. d. R. am Taktbeginn geschlagen werden, verstehe aber nicht, wann welcher Akkord gespielt wird.

Da kommt jetzt gaanz viel zusammen.

Melodie (ohne "Grund") ist erstmal meistens in der Oberstimme, also rechts.
Bass ist idR der tiefste Ton - links gespielt
Akkordtöne oder zweite/dritte Stimmen füllen den Raum dazwischen und werden je nach Arrangement, Können und Musikstil links, rechts oder von beiden Händen gespielt.

Auf dem Klavier spielt man also drei Sachen mit zwei Händen - das erfordert immer etwas Kreativität.

Weil das schwierig ist, fängt man in der Regel mit zweistimmigen Stücken an. Also Melodie + zweite Stimme (wie zwei Melodieinstrumente) oder Melodie und Bass.

Akkorde sind quasi die "Fläche" auf der die Melodien liegen.

verstehe aber nicht, wann welcher Akkord gespielt wird.

Das wäre für den Anfang auch etwas viel verlangt.
Kann man aber problemlos lernen, ist nur als Textbeitrag im Forum das falsche Medium.

kann mir aber nur äußerst schwer merken, wann welcher Akkord geschlagen wird, weil mir das Ganze total unlogisch erscheint.

Die "Logik" heißt Harmonielehre. Da lernt man, welche Akkorde in welchem Stil üblich sind, welche Töne dazugehören, wie man sie verbindet und was zur Melodie am besten passt.
Wenn Du das verstehst, bekommt das dann auch eine innere Logik. Die Anfänge kann man denke ich schnell verstehen, dann geht man Schritt für Schritt weiter mit dem Verständnis und dem Üben. Nach oben ist alles offen, ich lerne nach 50 Jahren Klavierspiel immer noch dazu.

Das schöne ist, dass man mit jedem bisschen, was man lernt, sofort Musik machen kann. Theorie ist auch immer Praxis, wenn man es richtig angeht.

Man weiß hingegen, dass es nicht wenige Musiker gibt, die sich hunderte Lieder einfach so merken können.

Ja, man merkt sich dann nicht mehr einzelne Töne oder Akkorde, sondern immer größere Zusammenhänge. Man hört innerlich schon, was kommt, weil man die "Bausteine" der Musik schon Tausende Male benutzt hat. Das ist nichts anderes als wenn Du ein Gedicht rezitierst, was Du schon lange kennst. Du denkst nicht über Buchstaben nach, oder was Du mit Zunge und Lippen machen musst.

Wenn Du das lernen willst, würde ich Dir Unterricht empfehlen. Es geht sicher auch irgendwie was autodidaktisch, aber Unterricht ist Faktor 10 (mindestens) effektiver.
 
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Von Laie zu Laie:

Die Akkorde geben die harmonische Spannung im Stück vor:
- Tonika (in Deinem Bsp. c-e-g = C- Dur Akkord) ist entspannt, dorthin führt die Melodie zurück und startet auch oft von dort.

- Subdominante (in Deinem Bsp. cfa ist eigentlich Umkehrung von f-a-c = F-Dur Akkord) gibt etwas mehr Spannung zur Tonika.

- Dominante (in Deinem Bsp. hdg ist eigentlich Umkehrung g-h-d = G-Dur Akkord) wird dann wieder aufgelöst auf den C-Dur Akkord (Tonika).

Das ist eine typ. I-IV-V Progression in Dur. Das sind alles diatonische Akkorde, "d.h." ihre Töne gehören alle zu Tonart... das macht es schon mal einfacher, sie sich zu merken

So kann man das in etwa analysieren, dass man sich am Ende eher die Funktion und den Grundton des Akkords merkt und nicht mehr unbedingt alle Töne. Ob das einfacher ist: wahrscheinlich nicht, aber man versteht eher die Logik/Muster dahinter und lernt, wie man auch andere Akkorde zur Begleitung verwenden könnte...
Das kann man natürlich nicht in ein paar Sätzen beschreiben.
Harmonielehre erscheint mir oft ziemlich unlogisch, man hat beobachtet, etwas funktioniert und dann versucht man es irgendwie zu erklären... am ende gehts aber immer um Spannung und Entspanung und zwar zu einem Referenzakkord (meist (immer?) Tonika):
In einem Stück in C-Dur ist der F-Dur Akkord spannungsreicher als der C-Dur Akkord, in einem Stück in F-Dur ist der C-Dur Akkord spannungsreicher als der F-Dur Akkord. Deshalb betrachtet man Akkorde in ihrer Funktion (Tonika, Subdominante, Dominante) innerhalb eines Stücks/Tonart und nicht nur in absoluten Tönen.
 
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z. B. ein Lied in C-Dur mit CEG, CFA und HDG im Wechsel auf der linken Seite,
Zwei davon sind sog. Umkehrungen , d.h. eine oder zwei Noten des Dreiklangs werden um 1 Oktave verschoben:
  • ceg … C-Dur Akkord
  • cfa = fac … „umgekehrter“, umgeordneter F-Dur Akkord
  • hdg = ghd … umgeordneter G-Dur Akkord
Das kann man aus vielen Gründen machen, zB:
  • im Stück klingt es besser oder anders
  • weniger Hin- und Her mit der linken Hand
  • Platzprobleme: Melodie rechts und Begleitung links könnten dieselben Tasten spielen wollen
  • man kommt einer anderen Stimme, etwa dem Bass, weniger in die Quere
  • usw.
Also ist die Begleitakkordfolge als Dreiklänge:
  • C, F und G oder auch C, G und F
Du könntest auch nur deren Grundtöne zur Melodie spielen, also die Einzelnoten
  • c, f und g oder auch c, g und f
  • auch das sollte mit der Melodie zusammenpassen
Damit erkennst Du auch ein Grundmuster in den Begleitakkorden:
  • in C-Dur spielst Du ja nur die weißen Tasten
  • die Akkordgrundtöne liegen dann auf der 1., der 4. und 5. Taste oder Note
  • wenn man damit die Akkorde meint, schreibt man auch I-IV-V oder I-V-IV
  • das lässt sich gut merken
  • und man kann immer auch alle bisher genannten Varianten (nur Grundton, Akkord oder Umkehrung usw.) für sich selbst mitmeinen
  • so es denn klingt
  • Gitarristen, und nicht nur die, lassen auch gerne den mittleren Ton aus, als sog. power-Akkord
  • Zb cg = C-ohne3 … ergibt dann gc in der Umkehrung
Als Ergänzung:
  • die weißen Tasten d, f und a
  • bilden den D-Moll Akkord (Halbtonschritte zählen)
  • und würde mit kleinen römischen Ziffern benannt werden: ii (Grundton 2. Note der Tonleiter, ergibt als Dreiklang Moll)
Etwa im Jazz ist das eine häufig verwendete Folge: I-ii-G-I, als Grundidee.
 
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Ich kann mir auch nichts merken. Aber mal abgesehen davon, dass du mit etwas Harmonielehre wesentlich mehr Verständnis bekommst für die Zusammenhänge, könnte das Thema Ohren dir weiterhelfen. Auch wenn @Murenius sagt, dass manche Songs einen absichtlich hereinlegen bei der Hörerwartung und dadurch ein bisschen Überraschung erzeugen, kannst du ein Gefühl dafür bekommen, was der nächste Schritt vermutlich ist. Das dauert aber. Bis dahin musst du dir andere Lösungen suchen. Wenn wir Erwachsenen lernen, dann knüpfen wir gern an etwas an, das wir schon kennen - da musst du mal schauen, was das sein könnte.
 
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  • #10
kannst du ein Gefühl dafür bekommen, was der nächste Schritt vermutlich ist.
Ich habe dieses Gefühl zuerst bei der Gitarrenbegleitung von Volksliedern u.ä gelernt.
Da gibt es nur drei, max vier Akkorde, und Du hörst relativ schnell innerlich, welcher als nächstes kommt.

Das ist dann bei komplexeren Stücken ähnlich. Jedes Genre hat so seine "Patterns". Und gerade die Stellen, wo es woanders langgeht, als man kennt, merkt man sich, speichert sie ab, übt sie ab und zu mal, und kann sie dann ggf. bei der Impro einsetzen.

Oder typischer Fall, jemand bringt ein neues Stück mit, die Noten sind total kryptisch, wenn Du aber merkst (nur als Beispiel): Das ist wie "All of me" aber Mittelteil von "I got rhythm" und an einer Stelle geht es mal einen Halbton rauf und wieder runter, dann kannst Du das sofort beim Auftritt spielen, ohne es je geübt zu haben.
 
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  • #11
Ich habe z. B. ein Lied in C-Dur mit CEG, CFA und HDG im Wechsel auf der linken Seite, kann mir aber nur äußerst schwer merken, wann welcher Akkord geschlagen wird, weil mir das Ganze total unlogisch erscheint.
Melodie und Akkorde verwenden i.d.R. die gleichen Töne. Wenn du Ton "x" in der Melodie hast, ist es bei harmonisch einfachen Liedern extrem wahrscheinlich, dass dieser Ton auch im Akkord vorkommt.

Eine wesentliche Logik im Tonsatz besteht darin, dass zu einem Zeitpunkt eine ziemlich kleine Menge unterschiedlicher Töne klingt, die aber auf verschiedene Funktionen wie Melodie und Harmonie verteilt sind. Daher treten die gleichen Töne oft in Melodie und Harmonie gleichzeitig auf.

Man kann das differenzierter betrachten, z.B. mit Taktschwerpunkten und harmoniefremden Tönen - aber die grundlegende Logik, dass vom Konzept her die gleichen Töne in Melodie und Harmonie vorkommen, besteht.
 
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  • #12
ich möchte wissen, wie man sich die Linke-Hand-Noten am Klavier am besten merkt
Mein bester Tip wäre dafür qualifizierter Unterricht.
Wenn der nicht geht, wäre mein zweitbester Tip eine betont zugänglich aufgebaute Klavierschule als Lehrwerk (Heft).
Fragen, die beim Üben aufkommen, können hier im Board sehr gut besprochen werden.

Damit wenige Wochen tägliches Üben und das Klavier samt der pianistischen Welt sehen ganz anders aus, weil Beides dann mit viel mehr Durchblick betrachtet werden kann.
*

Gruß Claus
 
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  • #13
Das ging mir am Anfang exakt genauso 🙂

Die Antwort, die mir damals geholfen hat: Es gibt da keine mathematische Gesetzmäßigkeit, die dir sagt "Takt X = Y-Dur". Was es gibt, ist ein Rahmen (die Harmonielehre liefert dir die Kandidaten, also welche Akkorde überhaupt zur Tonart gehören), aber die konkrete Wahl ist letztlich Kreativität und Geschmack.

Sprich: Zur gleichen Melodie könnten mehrere verschiedene Akkorde passen - das ist kein Fehler im System, das ist das System.
 
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  • #14
Sprich: Zur gleichen Melodie könnten mehrere verschiedene Akkorde passen - das ist kein Fehler im System, das ist das System.

Guter Hinweis. Das Verständnis, warum man die ersten Töne von "Alle meine Entchen" nicht mit C - Dm - Em - F - G harmonisiert, erschließt sich erst durch einen gewissen Kontext.
 
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  • #15
Um zu diesem Verständnis zu kommen, warum man die Entchen nicht einfach mit C–Dm–Em–F–G harmonisiert, gäbe es eine paar Lerninhalte, die schrittweise zum Ziel führen.
Den Anfang sehe ich darin, die Stammtonreihe kennenzulernen und die Stufendreiklänge bilden zu können. Damit lassen sich bereits einige schlichte Songs begleiten und das zu üben fände ich wesentlich.
Wenn man die Dreiklänge nur in Grundform spielte, fällt die Bewegung der über die Tasten eingermaßen groß aus und das Spiel klingt auch nicht gerade geschmeidig.
Daraus erklärt sich dann auch schon der nächste Schritt, das sind die Umkehrungen der Akkorde. Wenn die in der praktischen Anwendung geübt werden, merkt man auch, dass Akkorde meistens in Zusammenhängen aufeinander folgen. Auch da wären die einfachen Fälle zuerst dran, das ist die Hauptkadenz in Dur und Moll. Bei der Beschäftigung damit erschließt sich auch deren Beziehung aufeinander, spätestens bei Nachfragen im Forum.
Damit wöre man dan auch zumindest schon einmal im Sattel und nicht nur mit einem Bein im Steigbügel, denn das Dur/Moll-System ist die Grundlage unserer traditionellen Harmonik, sehr gut am "vierstimmigen Satz" nachvollziehbar.

Will man das Wissen weiter vertiefen und auch komplexere Songs der Popmusik samt modalen Bezügen und teils trickreicher Reharmonisation von Akkordfolgen oder gängigen Modulationen durchblicken, dann lässt sich das gut mit dem Konzept der Akkordskalentheorie betrachten - wenn man die elementare Musiklehre verstanden hat.

So kann man sich am Ende meines Erachtes (nicht nur) "Linke-Hand-Noten" am Klavier am besten merken.

Gruß Claus
 
  • #16
verstehe aber nicht, wann welcher Akkord gespielt wird.
Als Anfänger kann man fast davon ausgehen, dass Akkordwechsel eher selten sind. Also schätzungsweise jeder neue Takt bekommt einen neuen Akkord.
Als zweites nehme ich an, dass wahrscheinlich eine so genannte Kadenz verwendet wird C-Dur, C-Dur (vielleicht a-Moll), F-Dur und G-Dur. Das sind dann schon 4 Takte. Das wiederholt sich dann. Meist haben einfache Lieder dann 16 Takte insgesamt. Solche Lieder wird man wahrscheinlich für Anfänger verwenden.
Dann kommt die Melodie dazu. Bei der kann man beim Anfänger auch davon ausgehen, dass wahrscheinlich viele Halbe und Viertel vorkommen. Wenn man also bei jedem 4/4 Takt bis 4 zählt, hat man die Viertel. Und meistens ist es dann auch so, dass auf dem 1ten und 3ten Viertel (das sind die betonten Bereiche im Takt) ein Ton kommt, der auch im momentan gespielten Akkord vorkommt, während auf den Zählzeiten 2 und 4 Töne sind, die nicht zum Akkord passen müssen. Natürlich wird Musik und Harmonielehre immer komplizierter. Aber für einen Anfänger kann man sich das, was ich da geschrieben habe schon mal im Kopf behalten. Du kannst dir also im Prinzip merken, dass Akkordwechsel erst mal nur auf betonten Taktteilen kommen, und die gespielten Noten in dem Moment auch im Akkord vorkommen müssen. Und ob sie drin vorkommen kannst du natürlich abzählen, aber normalerweise hört man das.
 
  • #17
Ich habe z. B. ein Lied in C-Dur mit CEG, CFA und HDG im Wechsel auf der linken Seite
Könntest Du das Lied konkret benennen? Gerne mit einem Link zu deiner Akkordfolge, falls Du sie nicht abschreiben willst.
So lässt sich hier viel genauer diskutieren, was überhaupt Sache ist.

Gruß Claus
 

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