Nachrufe aus dem Musikbereich

Der Wilde Süden trauert um Matthias Holtmann. Der langjährige Moderator von SDR3/SWR3 und SWR1 starb gestern im Alter von 75 Jahren. Die Nachrufe durchzieht ein Wort: Er polarisierte! Ich gestehe, ich konnte ihn lange nicht ausstehen, aber irgendwann hat sich das geändert. Vielleicht habe ich mich geändert, vielleicht hat er sich verändert, vielleicht auch wir beide. Unbestritten hat er den Rundfunk geprägt und wichtige Neuerungen eingebracht. Und er kannte sich mit Musik aus, nicht zuletzt, weil er eine Zeit lang Schlagzeuger bei der Band Triumvirat war, was viele wahrscheinlich nicht wussten. Als er vor zehn Jahren in Rente ging, war seine Parkinson-Erkrankung schon bekannt. Sein letzter Auftritt war im letzten Jahr bei "SWR1 Pop & Poesie in Concert", das er mitentwickelt hatte.

https://www.swr.de/swr1/bw/radiolegende-matthias-holtmann-mit-75-jahren-gestorben-100.html

Auf ein Bier mit Matthias Holtmann



View: https://www.youtube.com/watch?v=hPtYgFnGBzk
 
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gerade wollte ich es posten, aber Du warst schneller @gidarr
Der Nachruf von Stefanie Anhalt ist wirklich einfühlsam und beschreibt ihn und sein Wirken sehr gut.
Ein trauriger Tag für alle, die im Sendegebiet von SDR/SWR leben und ihn kannten - soviele legendäre Sendungen, SWR1 Leute, Dr. Music, die SWR1 Hitparade ... :cry:
R.I.P. Matthias
 
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Kurz nach seinem 69. Geburtstag ist der Schlagzeuger Jellybean Johnson, eigentlich Garry George Johnson, gestorben. Johnson, der auch Gitarre spielte, begleitete Anfang der Achtziger Prince als Mitglied der Band The Time und trug mit seinem Spiel zur Entwicklung des Minneapolis Sound bei. Später war er auch als Produzent tätig und arbeitete mit Alxander O'Neal, New Edition, Janet Jackson und Rihanna zusammen. 2022 gründete er das Minneapolis Sound Museum.

https://www.rollingstone.de/jellybean-johnson-the-time-tot-69-3077907/
https://www.n-tv.de/leute/Prince-Schlagzeuger-Jellybean-Johnson-ist-tot-id30057862.html

Jellybean Johnson - Put Some Jelly On It


View: https://www.youtube.com/watch?v=0R5rJqFPHTY
 
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Mit 60 Jahren ist Raul Malo, Mitbegründer, Sänger, Gitarrist und kreativer Kopf der County-Band The Mavericks, gestorben. 2024 wurde bei dem Musiker, der als 1965 in Miami als Sohn kubanischer Eltern zur Welt kam, Darmkrebs entdeckt und im Herbst musste er jetzt auch Konzerte absagen. Raul Malor machte die Mavericks nicht zu einer reinen Country-Band, sondern brachte auch Einflüsse wie Latin, Rock, Swing und Americana in deren Musik ein. Oder wie er es ausdrückte: "If you ask 10 different people what the Mavericks mean to them, you’re going to get 10 different answers, ... And then you’re going to hear our records and hear one song, and you’re going to think this band is like this. Then you’re going to hear the next song, and go, ‘Holy shit, this band is nothing like that song that I just heard."

https://www.rnd.de/promis/the-maver...ist-gestorben-Z6BK6FCUD5CSXDVFKPTQQOV7JY.html
https://www.rollingstone.com/music/music-country/raul-malo-the-mavericks-dead-obituary-1235327867/

The Mavericks - Dance the Night Away


View: https://www.youtube.com/watch?v=CK1GKts4z70
 
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Im Alter von 82 Jahren ist gestern der polnische Jazzmusiker Michał Urbaniak gestorben. Michał Urbaniak wurde international bekannt, nachdem er 1973 in die USA.emigrierte. Der Geiger und Saxofonist war vor allem im Fusionbereich tätig, arbeitete u. a. mit Künstlern wie Michael Brecker, Billy Cobham, Larry Coryell, Herbie Hancock, Quincy Jones und Marcus Miller zusammen. Mit Miles Davis war er bei der Aufnahme von dessen Album "Tutu" beteiligt. Er war der Erste, der bei seiner UrbSymphony auch Rap und Hip Hop in eine Sinfonie einbrachte.

https://www.polskieradio.pl/400/776...siker-michal-urbaniak-mit-82-jahren-gestorben

Michał Urbaniak and Warsaw Philharmonic Orchestra - UrbSymphony


View: https://www.youtube.com/watch?v=XIZTVqo9HrE
 
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Michał Urbaniak wurde international bekannt, nachdem er 1973 in die USA.emigrierte.
Ich hatte seine Musik als Grundschüler in den 60ern oder frühen 70ern zum ersten Mal kennengelernt, da wir durch Zufall ein paar Polish Jazz-Platten aus den 60s zu Hause hatten. Schade auch.
 
Mir wurde er in den 70ern in meiner "Kennenlern-Phase" in Sachen Jazz sowohl namentlich durch die Zeitschrift Jazz Podium als auch durch die Schallplatte "New Violin Summit" bekannt.


View: https://www.youtube.com/watch?v=MrFEy94CpBk

Dank Michal Urbaniak und seinen Mitstreitern der Platte, Jean-Luc Ponty, Sugar Cane Harris und Nipso Brantner, wurde die Geige für einige Jahre ein fast schon gut präsentes Instrument in Jazz und Fusion. Auch an den wunderbaren Stephane Grappelli erinnere ich mich als damals noch sehr aktiv. Nur Jerry Goodman verschwand leider aus meinem Blickfeld, den hatte ich bei The Flock das erste Mal gehört und im Mahavishnu Orchestra sehr geschätzt.
 
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Klassische Musiker kommen hier wohl eher seltener vor, noch seltener wahrscheinlich Komponisten Neuer Musik.

Ich habe gerade gelesen, dass Reinhard Wolschina 2025 gestorben ist.
1988 habe ich ihn kennengelernt, weil ich ein neues Stück von ihm gespielt habe. Zeitgenössische Musik, erst nicht so mein Ding, aber nachdem ich die Mühen der Ebene hinter mir hatte, gute Musik. Leider finde ich davon keine Aufnahme im Netz.
Ab 1992 war er Professor für Komposition und Musiktheorie in Weimar.

Hier ein kurzes Stück von ihm. Sicher nicht jedermanns Sache, live kommt sowas immer besser rüber.


View: https://www.youtube.com/watch?v=KSaZdQeaRzc
 
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Schönes Stück, es offenbart sogar schon beim ersten Hören nachvollziehbare Stukturen und bleibt dabei spannend.
Das geht mir längst nicht immer so, wenn ich über Neue Musik stolpere. Da kommen mir speziell Kompostionen deutscher Schöpfer gerne 'mal gewollt widerborstig vor, als stünden das Konzept vom Reißbrett und der Intellekt der Komponisten an erster Stelle.

Um so schöner finde ich, dass die Komposition aus dem YT-Video regelrecht zum Hören einlädt.
Für heutige Verhältnisse ist Reinhart Wolschine offenbar noch einige Jahre vor der Zeit verstorben. Das tut mir selbst unbekannterweise leid für ihn und seine Familie, möge er in Frieden ruhen.
 
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Am 25. Dezember, einen Tag vor seinem 78. Geburtstag, ist der Schauspieler Peter Sattmann gestorben. Peter Sattmann war bis vor einigen Jahren nicht nur ein vielbeschäftigter Darsteller, der vor allem beim weiblichen Publikum beliebt war, er schrieb auch die Filmmusik zu einigen seiner Filme. In seiner Schulzeit in Friedrichshafen war er Frontmann der lokalen Beatband "Shooting Stars", woran man sich dort immer noch erinnert. Danach lebte er in München als "Gammler" von Straßenmusik und übernachtete im Englischen Garten, bis es ihm dort zu kalt wurde und er seine Schauspielkarriere einschlug.

https://www.tagesschau.de/kultur/peter-sattmann-tot-100.html
 
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Die Sängerin und Schauspielerin Angelika Mann ist am 21. Januar im Alter von 76 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. "Die Lütte", wie sie genannt wurde, war in der DDR mit Schlagern erfolgreich, sang aber auch Jazz und begleitete Reinhard Lakomy als Sängerin, so wie sie in dessen beliebten Hörspiel für Kinder "Der Traumzauberbaum" (Beispiel: Regenlied) mitwirkte. Nachdem ihr die Ausreise aus der DDR genehmigt worden war, setzte sie ihre Karriere erfolgreich in West-Berlin fort.
https://www.tagesschau.de/inland/re...schauspielerin-angelika-mann-ist-tot-100.html

Angelika Mann - Kutte


View: https://www.youtube.com/watch?v=3Dx3MP2PmDc
 
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Im Alter von 79 Jahren ist der frühere SWF3-Moderator Gerd Leienbach verstorben. Neben einigen anderen Comicfiguren erfand Leienbach auch den berühmten Schwarzwaldelch, das Markenzeichen des Senders. Angefangen hatte er in den Siebzigern als Schlagersänger unter dem Namen Iljan Darc, in den frühen Achtzigern spielte er in der Fernsehsendung Bananas als Comedian mit. Gesang und Humor verband er später als Mitglied von Fix & Fertig, das Parodien auf bekannte Songs verfasste. In ihrem größten Hit wurde aus dem blonden Hans von der Reeperbahn der blonde Hans von der Bundesbahn.

https://www.t-online.de/unterhaltun...schlagerstar-und-moderator-ist-gestorben.html
https://www.radioszene.de/210783/gerd-leienbach-gestorben.html

Fix & Fertig - Der blonde Hans von der Bundesbahn


View: https://www.youtube.com/watch?v=im7YVmeXwgg
 
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Ich kannte ihn gar nicht, weil ich diese Musik gar nicht höre. Aber diesen Satz finde ich super: "kämpfte auf dem Höhepunkt seiner Karriere mit Drogensucht, bevor er 1991 clean wurde."
 
Einen Monat nach seinem 90. Geburtstag ist der ghanaische Gitarrist, Komponist und Musikproduzent Ebo Taylor gestorben. Ebo Taylor war einer der bekanntesten Vertreter des westafrikanischen Genres Highlife, einer Verbindung von afrikanischer Musik mit Jazz, gespielt auf westlichen Instrumenten. Er war seit den späten Fünfzigerjahren aktiv und erlebte vor einiger Zeit ein Comeback, auch weil seine Songs von Hip-Hop und R&B-Künstlerinnen und Künstlern wie Usher, Kelly Rowland und den Black Eyed Peas gesampelt wurden.

https://www.deutschlandfunkkultur.d...naischen-highlife-ebo-taylor-ist-tot-100.html
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/cosmo/audio-ebo-taylor-mit-jahren-gestorben-100.amp
https://www.bbc.com/news/articles/c1e9p04n8y9o

Ebo Taylor - Ayesama


View: https://www.youtube.com/watch?v=SVKXweeVdo4

Ebo Taylor - African Gold


View: https://www.youtube.com/watch?v=QnIJHbZ7doI
 
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Heute jährt sich der Todestag meines größten Vorbildes bereits zum 24. Mal:
Waylon Jennings

Waylon hat mich seit früher Jugend begleitet, seine Musik hat mich stets angesprochen, und sein Outlaw-Image war mir Vorbild: sich nicht mit dem abfinden was Andere als "das muss so sein" vorgeben sondern stattdessen seinen eigenen Weg suchen.
https://en.wikipedia.org/wiki/Waylon_Jennings

Waylon wuchs im ländlichen Texas auf, begeisterte sich schon früh für die aufkommende flotte Musik, brachte sich das Gitarrespielen selbst bei und hatte erste Auftritte in der Band von Buddy Holly. Nach dessen Tod machte er mit eigener Band weiter und entwickelte seinen eigenen, erdigen, von klarer Gitarre und Gesang mit guten Texten bestimmten Sound. Seine Markenzeichen waren ein großer schwarzer Hut und die mit schwarz-weißem Leder eingeschlagene Fender Telecaster.
20260213_123207.jpg

(Das Bild zeigt eine originalgetreue Replik, die seit meinem 60. mein Musikzimmer schmückt :) )

Auf der Suche nach Erfolg wurde er im Mekka der Country Music, Nashville, TN unter Vertrag genommen, aber unter dem Regime der dortigen Musikindustrie aus Studiomusikern, Abmischern und Produzenten blieb der große Erfolg aus.

In den 1970er Jahren verließ er zusammen mit Freunden und Wegbegleitern wie Johnny Cash und Willie Nelson die verkrustete Studio-Industrie, und räumte dann woanders mit handgemachten, eigenen Songs schlagartig ab. Nach dem Titel eines der Alben, die daraus entstanden, wurde dieser neue Stil - verbunden mit der Haltung, sich nicht von der "Industrie" bevormunden zu lassen, als Outlaw Country bezeichnet... bis heute.
https://en.wikipedia.org/wiki/Wanted!_The_Outlaws


View: https://www.youtube.com/watch?v=6OeJk3J-QfU&list=PLEWcdWlIYquKzvSavaLyyeBNXc3soPOCu

Waylon hat nicht nur selbst seine Songs gesungen und interpretiert, er hat auch viel für Andere geschrieben. Bekannt wurde er u.a. durch den Titelsong der TV-Serie "Ein Duke kommt selten allein", die auch im deutschen TV ausgestrahlt wurde.


View: https://www.youtube.com/watch?v=67gig0f4HLo&list=RD67gig0f4HLo&start_radio=1

Später, bereits als musikalische Legende angesehen, tat er sich mit seinen Freunden Johnny Cash, Willie Nelson und Kris Kristofferson zusammen und sie tourten gemeinsam als The Highwaymen mehrfach um die Welt. Ich durfte eines dieser Mega-Konzerte in der Münchner Olympiahalle miterleben... unvergesslich, obwohl schon 36 Jahre her.


View: https://www.youtube.com/watch?v=DbfV7b-RAEY&list=RDDbfV7b-RAEY&start_radio=1

Waylon starb im Alter von nur 64 Jahren an den Folgen früheren körperlichen Raubbaus durch Alkohol, Tabletten und Rauchen. Er hinterließ ein musikalisches Erbe, das bis heute nichts von seiner Faszination und Qualität verloren hat.

Waylon war und ist für mich ein Ausnahmekünstler und -mensch gewesen. Und an jedem 13. Februar denke ich besonders an ihn und nehme die Tele in die Hand.
 
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