Neue Konzertgitarre, Riss im Hals

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Hallo,

da mir noch eine Konzertgitarre im Haus gefehlt hatte, habe ich bei einem Angebot die Cort AC100DX in Open Pore gekauft. Sie kam an. Für eine Gitarre unter 140 Euro ist die Qualität absolut gut. Ich stelle auch keine zu hohen Ansprüche an das Instrument. Ich möchte an dieser Gitarre nur ein Paar wenige klassische Stücke, die ich kenne und in der Zukunft lernen werde für mich allein spielen. Keine Auftritte oder Sonstiges.

Die Verarbeitung ist also für die Preisklasse wunderbar. Hier und da ist der Lack nicht tief genug in die Pore eingezogen, aber alles kein Problem.

Allerdings ist mir am Hals, parallel zum Griffbrett zwischen Griffbrett und der Leimstelle am Halsfuß ein feiner Haarriss aufgefallen. Der Riss ist ja nicht an der Halsfuß-Leimstelle, sondern im "Halsfleisch". Ich vermute durch zuviel Druck beim zusammenleimen? Jedoch bin ich mir unsicher, ob der Riss von großer Bedeutung ist. Denn Das Griffbrett ist ja bis zur Decke fest verleimt. Leimstelle Hals/Fuß ist auch sauber. Da sollte doch nichts passieren, oder? Anbei Paar Bilder.

Was meint ihr? Wird er größer oder bleibt er so? Mein Gefühl sagt, da kann keine Spannuing drin sein, denn die Stelle ist rundherum eingeschlossen durch Griffbrett und Halsfuß. Es ist aber ein Halsspannstab verbaut.


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Ich vermute (!, auf Grund der Bilder), dass da jemand mit dem Werkzeug abgerutscht ist und sehe da keine Gefahr.
 
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ich kann das leider nicht auf den Bildern erkennen, aber bist Du Dir sicher, dass das ein Riss ist?

Es könnte genauso ein Kratzer sein, der beim Schleifen entstanden ist.
 
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Nicht aus jedem Winkel ist der Riss sichtbar. Es ist aber kein Kratzer. Er ist so hauchdünn, dass ich nichtmal die dünnste Fühlerlehre reinstecken kann. Die Gitarre wurde nicht von einem Perfektionisten gebaut, bei dem Normalpreis um die 150 Euro hatte ich auch keinen Anspruch darauf. Aber ich könnte es mir nur erklären, dass es nach der Fertigstellung während der Lagerung passiert sein müsste. Die Gitarre ist ziemlich jung, QC-Stempel vom Juni 2025. Ob es zum Riss während des Versands in den kalten Tagen passiert ist?

Aber dder Kern ist doch, wenn ich es mir richtig zusammenreime, dass die Stelle keiner Belastung unterliegt. Denn der Hals ist in diesem Bereich "eingeklemmt" durch das Griffbrett, dass mit dem Hals und der Decke vollflächig verleimt ist und dadurch eine feste, durchgehende Griffbrett-"Brücke" absolute Steifigkeit garantiert. Von der anderen Seite ist vom Riss bis zur Leimstelle mit dem Halsfuß noch viel Fleisch und wenn richtig verleimt, dann an den Zargen hält der spanische Fuß den Hals fest zusammen. Und der Halsfuß von der dritten Seite gibt den Rest zur Stabilität bei.

Die absolute Steifigkeit darf man natürlich beim Holz nicht wörtlich nehmen, was ich damit sagen wollte, dass der Riss an der Stelle ist, wo ich keine Spannungseinwirkung sehe aus der konstruktionstechnischen Sicht. Vilemehr könnte ich mir vorstellen, dass er auch entstehen konnte durch Zugkraft zwischen dem Griffbrett, das ja auf der Decke aufliegt und dem Halsfuß. Aber der Riss ist nur an einer Seite, die andere Seite ist absolut ok.
 
Anhand der Bilder wäre ich nicht sehr beunruhigt. Ich würde den Riss beobachten und bei 150 Euro ist das Risiko nun auch überschaubar, wenn auch ärgerlich.

Aber: Holz arbeitet, auch billiges Holz. Wenn der Riss tiefergehend ist, könnte der Hals Feuchtigkeit ziehen und das Holz im Hals aufquellen. Das muss nicht viel sein, aber es kann dazu führen, dass die Halskrümmung sich verändert oder die Gitarre nicht mehr sauber zu stimmen ist. Da sind jetzt viele Konjunktive drin. Daher hört es sich vermutlich schlimmer an, als es ist. Ich würde nichts weiter machen, Spaß beim Spielen haben und den Riss weiter beobachten. Wird er länger oder breiter, ab damit zum Händler. Ich befürchte aber mal, dass eine Austauschgitarre in dem Preissegment andere Verarbeitungsfehler haben wird. Die Streuung ist da doch relativ hoch.
 
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Ich habe nebenbei letzte Woche vorsorglich an den Händler gemeldet, mit der Frage welche Optionen bestehen, damit die Widerrufsfrist nicht verstreicht, ohne dass ich es gemeldet hätte. Ohne weitere Klärung wurde mir dann mitgeteilt, dass eine neue Gitarre vom Cort-Vertrieb an mich gesendet wird und ich die mit Riss an den Hänler zurück senden soll. Die Lösung passt mir, finde ich eine gute Lösung. Ich hoffe, dass jetzt die neue ohne Risse aber mit anderen Macken kommt :) Habe mir auch vorgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der Riss sich weiter vergrößert für gering, wie ich mich kenne, würde ich mich mit der Zeit evtl. trotzdem etwas daran stören.
 
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würde ich mich mit der Zeit evtl. trotzdem etwas daran stören.
Ich habe mir vor 38 Jahren eine gebrauchte (Boutique-) Steelstring mit einem deutlich stärker sichtbaren Zargenschaden gekauft. Dazu meinte der Gitarrenbauer zum Vor(!)besitzer. "Brauchst nix machen, ist stabil." Hat Recht behalten, das hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht geändert und ein Kumpel hat dem Instrument auch schon eine CD eingespielt.
 
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Habe heute die Gitarre zurück gesendet. Und die neue kam tatsächlich heute auch an, 10 Minuten nachdem der Händler mich über den Versand informiert hat klingelte der Postbote :-D. Die neue ist zwei Monate jünger (August 2025) hat keine Risse. Die Decke sieht auch viel schöner aus (mit Holzmaserung, wie bei einer Massivholzdecke), bei der Gitarre davor sah die Decke wie aus Sperrholz vom Baumarkt (Maserung fast null), was mich bei dem Preis aber nicht gestört hat. Die Kanten der Rosette bei der neuen sind auch sauberer verarbeitet, bei der alten hier und da sah es aus als ob beim Schnitzen das Werkzeug leicht abgerutscht wäre. Sonst ist die Verarbeitung bei beiden ziemlich gleich.
 
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Danke für Deinen Bericht!
 

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