O Bitterkeit

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Jongleur

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Dieser neue Text ist die erste Elegie meines Lebens. Alles hat wohl wirklich seine Zeit.

Niemals wieder und nimmer mehr
Alle Wege ohn Wiederkehr
Und die Liebste die Bett und Zeit
Mit mir teilte - O Bitterkeit

Ewig ruhn wie Luft und Licht
Ach ich weiß die ruhen nicht
Auseinander geht was war
Unzertrennlich Blut Haut und Haar

Und auch du mein Geist, mein Freund
Keiner bleibt der mit dir streunt
Was von Wort und Tönen bleibt
Schwimmt im Nichts der Ewigkeit

Niemals wieder und nimmer mehr
Alle Wege ohn Wiederkehr
Und die Liebste die Bett und Zeit
Mit mir teilte - O Bitterkeit
 
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Ikone

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Schön geschrieben. Halb gut halb schlecht, das wir unwissend vom Trieb gedrängt, vergessen werden.

Ewig ruhn wie Luft und Licht
Ach ich weiß die ruhen nicht
Das find ich interessant. Resultierend würd ich dazu sagen. Ewig lebt wie Luft und Licht. Denn ich weiss die ruhen nicht.
 
Jongleur

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Herzlichen Dank, @Ikone! Dieser Musik-Text ist absolutes Neuland für mich. Normalerweise habe ich immer einen leicht distanzierten, ironischen Unterton in meinen Texten. Aber was kümmert es den Tod, ob ich ihm ironisch komme. ;-)

Nun stelle ich allerdings fest, dass dieser Text tiefere Schichten in mir zum klingen bringt und finde das regelrecht wunderbar. Nun hoffe ich, dass auch Leser oder Hörer diese eher ungewöhnlichen Vibrationen spüren können.

Zu deinem Vorschlag: Da muss man wissen, dass dieses ewige Ruhen wieder an den Beginn der ersten Strophe anknüpft,

Niemals wieder und nimmer mehr
......
......
.......

Ewig ruhn wie Luft und Licht


und dann kommt die neidvolle Ernüchterung:

Ach, ich weiß DIE ruhen nicht
und nun weiter elegisch
auseinander geht, was (einst) war

Mein LI widersprich sich mit dem "Ach" selber, während es bei dir mit "denn" seinen Wunsch nur weiter begründet.

Aber herzlichen Dank für dein feedback!

lg
 
S

saitentsauber

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Ob sich das Erzähl-Ich widerspricht oder der Passus anders zu deuten ist, kann ich nicht wissen.

Auf mich wirkt es jedenfalls eher wie eine Distanzierung oder der Versuch einer solchen (Stichwort Verfremdung).
 
Jongleur

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Herzlichen Dank @saitentsauber! Das ist wie gesagt meine erste Elegie. Für einen Poptexter sicher nicht so verwunderlich. Wenige Texter erkennen, dass ein Publikum uU auch Todtraurigkeit erträgt. Wenn sie um absolute Ehrlichkeit ringt.

Ich habe beim Schreiben nicht gespürt, um Distanz zu ringen. Aber mal sehen, ob ich mit etwas zeitlichen Abstand emotionale Distanz spüre. Im Text oder in mir...

lg
 
Schnemax

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Und auch du mein Geist, mein Freund
Keiner bleibt der mit dir streunt
Was von Wort und Tönen bleibt
Schwimmt im Nichts der Ewigkeit
Du weißt ja (oder hast zumindest eine Ahnung davon), dass ich weniger rational als emotional an diese Dinge ran gehe. Ich - für mich - muss solchen Dingen (hier: Lyrik) nicht auf den Grund gehen, aber ich möchte sie spüren können und darin versinken .... und das tue ich bei diesen Zeilen. Einfach schön.
 
Jongleur

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@Schnemax , ich vermute, wer sich gern in diesen Worten treiben läßt, der geht den Dingen ähnlich wie ich auf den Grund. Danke für dein schönes Feedback.

lg
 
drowo

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Ein wunderschöner Text. Ich liebe traurige Lieder (sehr zum Leidwesen meiner Frau).
Gibt's da schon eine musikalische Umsetzung? Vor meinem geistigen Ohr höre ich Xavier Naidoo, ~70 bpm (bzw 140 alla breve), spärliche Instrumentierung in der Strophe. Einen Chorus höre ich nicht heraus, außer das O Bitterkeit wird mehrfach wiederholt.

Ich gebe zu, das mußte ich erst googlen :D

LG Robert
 
Swingaling

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Unzertrennlich Blut Haut und Haar

Rein von der Intensität her würde mir ein stakkatoartiges "Blut Haut Haar" besser gefallen als so mit dem "und" dazwischen. Natürlich nur, falls die Metrik deinerseits noch nicht komplett fix ist.

Als Vertonung könnte ich mir auch was Klassisches mit modernem Twist vorstellen (auch sprachlich ist das ja ein Mix aus beidem), aber ich kann auch Roberts Naidoo-Idee nachvollziehen (wobei ich Naidoo nicht mag, aber wohl eher aus politischen denn aus musikalischen Gründen :)). Ich mag ja Philippe Poisel unter den Elegikern sehr gerne, aber da würde man deinen schönen Text vor lauter Genuschel und Genäsel nicht verstehen ;-)
 

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