Philip John Berthoud - Irish Mandolin Playing: Acomplete Guide (Kurzrezension)

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Ich habe ich, bedingt durch eine recht gnadenlos gehaltene Rezension zum Buch "Irish Mandolin Playing: Acomplete Guide" gezwungen gesehen, auch etwas zu dieser Publikation zu schreiben. Ich bin hier im Board ja nicht unbedingt der Mandolinenexperte, daher wäre ich selbst über weitere Meinungen zu diesem Buch interessiert. Hat schon jemand damit gearbeitet? Ich habe gestern begonnen, mit dem Lehrbuch zu arbeiten, auf mich macht es insgesamt einen recht guten Eindruck.


Dieses Buch ist für Neueinteiger der Mandoline konzipiert, und es geht hier durchweg um den irischen Stil, d.h. weitgehend einstimmige, schnelle und (im Laufe des Buches) immer komplizierter werdende Melodien, im Wesentlichen keine Akkorde und nur selten einmal ein zweistimmiger Klang. Die vom Blue Grass bekannten Chop Chords spielen hier überhaupt keine Rolle. Natürlich sind auch für Anfänger einige grundlegende Übungen enthalten, das Material an Instrumentalstücken ist jedoch recht umfangreich, da sind durchaus viele interessante Vortragsstücke enthalten, wie uns der Blick auf die Songliste erahnen lässt:

Bobby Casey's Hornpipe
Chief O'Neill's Favourite
Collier's Reel
Delahunty's Hornpipe
Drops of Brandy
Geese in the Bog
Ger the Rigger
Kerry Polka
Langstern's Pony
Mother Delight
Oh! Those Britches Full of Stitches
Old John's Jig
Out on the Ocean
Scatter the Mud
Sergeant Early's Dream
Slieve Russell
Star of the County Down
Tell Me Ma
The Boys of Malin
The Brighton Polka
The Butterfly
The Derry Air
The Earl's Chair
The Glass of Beer
The Golden Keyboard
The Green Fields of Rossbeigh
The Humours of Ballyloughlin
The Humours of Kesh
The Humours of Tulla
The Humours of Tulla 2
The Hunter's Purse
The Kid on the Mountain
The King of the Fairies
The Maids of Michelstown
The Merry Blacksmith
The Peacock Follow the Hen
The Pigeon on the Gate
The Rakish Paddy
The Red Haired Boy
The Road to Lisdoonvarna
The Sligo Chorus
The Sporting Pitchfork
The Star of Munster
The Swallow's Tail
The Weak Little Finger
The Wind that Shakes the Barley
The Yellow Tinker
Tobin's Favourite
Willie Coleman's

Gar nicht so übel, oder? Wer sich für das Buch interessiert, dem empfehle ich, es sich mal auf der Seite des Verlages Mel Bay aufzurufen, dort lässt sich unter der Rubrik E-Book auch das komplette Hörmaterial gratis als MP3 downloaden, so kann man am Besten beurteilen, ob einen die Stücke interessieren oder eben nicht. http://www.melbay.com/download.asp?ProductID=99777BCDEB Im Übrigen müssen besonders die Neueinsteiger auf der Mandoline für sich entscheiden, ob ein fremdsprachlicher Text zum Erlernen geeignet ist. Da ist es u.U. hilfreich, wenn man sich das Basiswissen schon anderweitig beschafft hat, auch wer ein anderes Zupfinstrument spielt, hat natürlich entsprechende Vorteile.
 
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Danke für die Buch-Vorstellung! :great:

Rückfrage:
Wie ist denn das Tempo der vorgestellten Stücke bzw. gibt es verschiedene Geschwindigkeiten (was ich für sinnvoll halte)?
Auf der Beispielseite ist leider nur "Star of County Down", das ist eher ein Song und kein schnelles Tune.


Die Haken an der Sache:

Irish Tunes gibt es wie Sand am Meer im Netz, dafür brauche ich kein extra Buch kaufen.
Und Mandoline spielt sich so leicht nach Noten, dass meist auch keine extra Tabs nötig sind.

Irish Tunes werden in der Session extrem schnell gespielt und ein Mandolinenspieler kommt da schlecht, mache vielleicht nie mit, vor allem bei Reels.
Es lohnt sich zwar trotzdem die Sachen zu lernen, aber es ist für einen Anfänger eher frustrierend, wenn er mal eine CD mit Originaltempo hört.
Ich würde Anfängern deshalb raten, mehr machbare/realistische Sachen zu lernen und ein Buch mit etwas mehr Vielfalt an Stilen.

Was ich jetzt nicht beurteilen kann, ist die theoretische Einleitung mit den Erleuterungen zu Haltung und Fingersatz.
Sollte das nicht auserordentlich gut sein, würde ich eher von dem Buch abraten.
So viel Tunes braucht erstmal keiner und er findet sie eh im Netz.

GEH
 
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@GEH - man merkt halt, das du ein Notenspieler bist. Ich geb dir recht, wer Notenkundig ist, findet im Netz genügend Material umsonst. Es gibt zwar auch viele Tabs, da habe ich jedoch bislang die Erfahrung gemacht, dass die ziemlich hefitg mit Fehlern durchsetzt sind, meine Erfahrung war sogar, dass ca. ein Drittel des Materials im von der Traditional Music Library mangelhaft war. Scheinbar liegt das daran, dass die Noten mit einer entsprechenden Software in Tabs umgeschrieben werden, und dann wohl oft nicht mehr auf Richtigkeit überprüft werden. Manchmal kommt mir der Verdacht, dass viele wirklich gute Tabs aus dem Netz aus Büchern abgeschrieben worden sind!
Wie dem auch immer sei, wer gut mit Noten klar kommt, braucht keine Tabs, wer ein tolles Melodiegedächtnis hat, braucht keins von Beiden :)
Zur Geschwindigkeit: Der Autor gibt an, Anfangs möglichst auf Präzision zu spielen, und die Geschwindigkeit dann kommen zu lassen, wenn die Zeit dafür reif ist. An sich eine Binsenweisheit. Im Buch befinden sich Tipps zur Spieltechnik, das war allerdings für mich nichts Neues....
Noch abschließend ein paar Worte zu Tab-Büchern: Der Kauf eines solchen Buches kann wohl fast immer angezweifelt werden, schließlich gibt es massenhaft Tabs im Netz, und oft sind sie ja auch fehlerfrei. Daneben gibt es zahllose Videos auf YT und sonstwo, die uns erklären, wie wir auf unserem Instrument tolle Sachen machen können...da wundere ich mich selbst, dass ich noch Bücher kaufe.
Eigentlich ist der Neupreis speziell für diese Werk schon etwas happig, der kann schon abschrecken. Ich glaube, Bücher werden sowieso oft verschenkt, die Beschenkten lassen die Sachen dann anstandshalber noch eine Weile zuhause herumliegen, bis sie dann aus Platzmangel bei Amazon oder eBay angeboten werden. Dort werden sie dann von Leuten wie mir gekauft. Zu meiner Arbeitsweise passen Bücher dann doch noch ganz gut, ich versuche die tägliche Zeit am Rechner möglichst kurz zu halten, und deshalb höre ich jetzt mal mit meinen Ausführungen auf. Demnächst folgt noch meine vorläufig letzte Rezension zu einem Buch für die Ukulele!
Grüße, U.
 
GEH
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Ja, im Prinzip hab ich mich etwas kompliziert ausgedrückt, eigentlich geht es mir darum, dass die Anzahl der Tunes für so ein Buch jetzt nicht so relevant ist, vor allem für Anfänger.
Wenn die den Fingersatz, Haltung etc. gut beschreiben, dann hat so ein Buch aber seine Berechtigung, ich wollte auf keinen Fall von Büchern abraten.

Speziell bei Irish Tunes würde ich mir immer wünschen, dass die Stücke auf der Buch-CD in 2 Geschwindigkeiten sind und möglichst auch noch eine reine Gitarrenbegleitung als Playalong, wenigstens für ein paar Stücke. Dann macht die Sache nämlich richtig Spaß, gerade für einen Anfgänger, der noch keinen Begleitgitarristen hat. So alleine klingt die Mandoline immer etwas "dünn".
Ich denk, so ausgestattet würde sich dann so ein Buch auch besser verkaufen.

Zwecks Online-Tabs für Mandoline kann ich die Practice Tunes bei mandozine.com und den dazugehörigen kostenlosen TEFview empfehlen.
Das klingt zugegeben nicht so nett wie ein Originalinstrument auf CD, aber du hast den Vorteil der Geschwindigkeitsanpassung.
 

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