Physikalischer Vorgang bei der Atemtechnik

von yuneysi, 25.01.08.

  1. yuneysi

    yuneysi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.01.08   #1
    Hallo Sänger/innen,

    mich würde brennend interessieren, was konkret bei der richtig angewandten atemtechnik im körper passiert?

    man liest ja unzählige verschiedene theorien zur atmung, es soll dazu dienen, die luft "unten" zu halten, um den zu grossen atemdruck nicht mit den stimmband-schliessmuskeln auffangen zu müssen, aber auch das gegenteil wird oft behauptet, es soll dazu dienen, die luft mit genug kraft an die stimmbänder zu bringen, da sich diese dann durch einen vakuumeffekt automatisch genug eng schliessen würden.

    wozu ist denn nun wirklich physikalisch die atemtechnik wichtig?

    liebe grüsse, yuneysi
     
  2. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 25.01.08   #2
    Die richtige Atemtechnik dient zu einem großen Teil dazu, genug Luft zum Singen zu haben. Der richtige Umgang mit der Luft in Verbindung mit der Stütze dient zudem der Kontrolle über den Gesang. Bei falscher Atemtechnik ist die Luft sofort verbraucht, Töne "entgleiten". Das hört man häufig bei Anfängern, die noch total in der Bruststimme singen und dabei so Atmen, wie sie es vom normalen Sprechen gewohnt sind. Kurz bevor die schnell verbrauchte Luft zuneige geht, wird noch schnell unkonntrolliert der letzte Ton "rausgedrückt".

    Hier greift wieder mal das Luftballonbeispiel: ein großes Loch in einem Ballon lässt ein hässlich klingendes, viel zu kurzes, tonal undefinierbares "Pfrrlplpl" entstehen, danach fällt der Ballon schlaff zu Boden. Das gleiche passiert einem Sänger, zu viel Luft verbraucht. Im schlimmsten Fall wird ihm schwindlig und er hyperventiliert (als sehr übertriebenes Beispiel). Ein winzig kleines Loch dagegen erzeugt ein singendes, gleichförmiges, helles "Pfffffffiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii" und kann über eine lange Zeit vernommen werden. Trotzdem hat man nie zu wenig Luft und muss sich nicht fürchten, zu ersticken.

    Physikalisch: hmmm.... das kann ich nicht präzise erklären. Ich kann nur beschreiben wie es sich anfühlt. Es fühlt sich an, als würden Gesang und Atmung unabhängig voneinander funktionieren. Also nicht: ein Atemzug=eine Zeile Gesang.. Oft wird in diesem Zusammenhang das Beispiel "Gähnen" genannt. Ähnlich fühlt es sich auch an.

    IN den FAQ gibt es dazu diese ERklärung:

    https://www.musiker-board.de/vb/faq-workshop/238361-atmung-st-tze-lufts-ule.html#post2575813

    ...
     
  3. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 25.01.08   #3
    Hallo !
    Welche denn nun die richtige, einzig wahre und korrekte Atemtechnik sei, darüber streiten die Gesangsgelehrten seit jeher - ich glaube nicht, dass es da jemals zu einer Einigung kommt.

    Aber Du hast nach dem physikalischen Atmungsvorgang gefragt. Atmung (genauer gesagt: Einatmung/Ausatmung) ist ein ziemlich komplexer Vorgang, bei dem verschiedene Muskelgruppen aktiv sind. Das jetzt hier zu erklären, würde zu lange dauern, außerdem ist es schon zigmal in der Literatur beschrieben worden. Wenn Du möchtest, kann ich Dir ein Buch empfehlen, in dem der physikalische Vorgang detailliert erklärt wird (was aber entsprechend schwierig zu lesen ist ;) ).

    Meine Erfahrung ist, dass eine effiziente Sängeratmung NICHT darin besteht, eine möglichst große Luftmenge einzusaugen, um diesen hohen Druck dann wieder auszublasen. Die Einatemmuskulatur "saugt" sozusagen selbsttätig die angemessene Luftmenge wieder ein - wenn man die Bauchdecke nach der Ausatmung löst. Das nennt sich reflektorische Atmung. Im Internet lässt sich sicher einiges dazu finden. Ich kann damit gut singen und habe ewig Luft.
    schöne Grüße
    Bell
     
  4. moniaqua

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    Erstellt: 25.01.08   #4
    Hi yuneysi,

    so ganz verstehe ich Deine Frage noch nicht. Was meinst Du mit Atemtechnik? Das Einatmen?

    Das (kontrollierte) Ausatmen beim Singen?
    In diesem Zusammenhang war, ergaenzend zu Bell*s und Antipastis Ausfuehrungen bemerkt, der Herr Bernoulli sehr wichtig:
    Stell Dir vor, es ist Schulschluss - x Kinder wollen alle auf einmal durch die grosse Tuer und draengeln durch => grosser Pfropf, nix geht mehr, es kommen vielleicht ein paar einzelne raus.
    Lehrer kommt und schickt sie geordnet in Zweierreihen raus - ein stetiger, effektiver Strom entsteht. So aehnlich ist das, wenn man mit guter Stuetze singt ;)
     
  5. yuneysi

    yuneysi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.01.08   #5
    hallo leute!

    bell, ein ganzes buch über die atmung??? dass das so kompliziert ist hätte ich auch nicht gedacht..:D

    antipasti, das, verstehe ich, dass dadurch der atemstrom kontrolliert abgegeben wird...

    aber was ich meine ist folgendes, ich schreibe einfach mal meine eigene theorie auf:

    wenn man sehr leise und sehr laut singt braucht man ja sehr viel stütze, wenn man jedoch mittellaut singt, weniger.
    ich glaube, die autemtechnik hat zwei verschiedene funktionen, nämlich, wenn man sehr leise singt, soll die einatemmuskulatur, also das zwerchfell unten gehalten werden, somit wenig luft an die stimmbänder abgegeben werden, damit diese die zu viele luft nicht mit den stimmlippen--schliessmuskeln auffangen, "abquetschen" müssen, und somit keine hyperfunktion entwickeln.

    beim lauten singen higegen glaube ich, dass die ausatemmuskulatur, also die zwischenrippenmuskeln(glaube ich??:p) die luft stärker an die stimmlippen blasen, damit es erstmal natürlicher lauter klingt(wie wenn man bei antipastis beispiel bei einem kleinen loch im ballon, auf den ballon drücken würde, damit der ton lauter wird), zweitens aber auch durch den bernoulli--effect wie ein vakuum entsteht, die stimmlippen eng aneinader gehalten werden, und somit auch wieder die schliessmuskeln entlastet werden.

    und beim mittellauten singen wird eben einfach das zwerchfell langsam und stetig immer mehr nach oben gelassen.



    aber das alles ist ohne gewähr, das ist einfach meine persönliche theorie, vielleicht habe ich jetzt auch einen riesen schwachsinn aufgeschrieben!:screwy:

    nur mal um zu verdeutlichen was ich überhaupt mit meiner frage wissen wollte.;)

    grüsse, yuneysi
     
  6. IcePrincess

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    Erstellt: 25.01.08   #6
    Hallo!

    Na ja, man kann auch eine Wissenschaft draus machen ;)

    Und das stimmt so eigentlich nicht. Wie viel Stütze ein Ton benötigt hängt noch von ganz andere Faktoren ab. Wenn ich in der Höhe mittellaut singe, brauche ich trotzdem einen Haufen Stütze, dass der Ton mir nicht absäuft.

    Das ist immer der Fall. Egal wie laut Du singst. Es sei denn Du gehst in den Brüll-Modus.
    Selbst beim Belten dosiert man die Luft sorgfältig und braucht ein nicht zu unterschätzendes Maß an Stütze und Körperspannung.
    Kurz gesagt: Bei jedem Ton, den Du singst, solltest Du Deine Einatem-Muskulatur aktiv und wach halten. Das ist die richtige Stütze.

    Lautstärke beim Singen lässt sich übrigens nicht nur mit der Luftmenge erzeugen. Die hat auch einiges mit dem richtigen Einsatz der richtigen Resonanzräume zu tun.

    Alles in allem klingst Du mir danach, als ob Du über diese ganze Stützerei viel weniger nachdenken solltest.
    Jedes Mal, wenn Du ein Wort mit Plosiv-Laut sagst (Pizza, Kiste oder so), stützt Dein Körper automatisch. Mehr brauchst Du auch beim Singen nicht.
     
  7. yuneysi

    yuneysi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.01.08   #7
    hallo IcePrincess!

    also soll die stütze schlussendlich immer bewirken, dass die zwerchfellmuskulatur sich nicht schlagartig entspannt, und somit zu viel luft entweicht? soll die luft immer "unten gehalten" werden?

    das wird ja in vielen büchern und von vielen sängern so erklärt...
    aber warum trainiert man dann mit so vielen übungen die ausatemmuskulatur, wenn diese beim singen gar nie gebraucht wird, sondern eben nur die einatemmuskulatur, die unten gehalten werden soll? mit den übungen "p-t-k" und "s-sch-s-sch" trainiert man doch genau die ausatemmuskulatur..
    ich habe auch oft das gefühl, dass wenn die luft weniger wird, ich nicht dagegen wirken muss, dass das zwerchfell loslässt, und somit ausatme, sondern dagegen, dass sie anspannt und ich somit einatme. und das geht doch nur mit der ausatemmuskulatur?

    ich blick da irgendwie nicht 100% durch..:confused:


    ich gehe das ganze deshalb so theoretisch an, weil ich mir über sehr viele jahre hinweg eine falsche technik, eben insbesondere atemtechnik angewöhnt habe, und muss mich nun wirklich sehr darauf konzentrieren, sonst greift mein körper automatisch auf die alte, falsche technik zurück. ausserdem wird ja oft das gefühl der stütze vermittelt, und nicht das, was wirklich passiert im körper, das gefühl jedoch kann so sehr variieren, von person zu person, dass ich weniger gerne darauf vertraue..;)

    grüsse, yuneysi
     
  8. moniaqua

    moniaqua Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 25.01.08   #8
    Ich dachte eigentlich, dass man einatmet, wenn das Zwerchfell entspannt, aber ich mag mich taeuschen...
     
  9. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 25.01.08   #9
    Hallo nochmal, yuneisi !

    DAS kenne ich nur allzu gut von früher. Ich hatte mir, genauso wie Du, eine falsche Atemtechnik angewöhnt, d.h. in meinem Fall: Stützen wurde mir von diversen (klassischen) Lehrern als aktives Bauch-nach-innen-einziehen (besonders bei aufsteigender Melodie bzw. in der Höhe) beigebracht, und ich habe sehr lange gebraucht, um mir diesen Automatismus wieder abzugewöhnen.
    Mittlerweile ist das kein Problem mehr, ich habe auf Zwerchfell/Flankenatmung umgestellt und fahre supergut mit der reflektorischen Einatmung (mittels Bauchdecke lösen) - aber selbst heute noch, Jahrzehnte später, kann es in Stress-Situationen (gig mit unbekannten Musikern, ein neues, schwieriges Stück zum ersten Mal live singen etc.) immer wieder mal passieren, dass meine Bauchdecke fest wird und nach innen zieht - einmal konditioniert, nie mehr vergessen ;)
    Von daher verstehe ich Deine Verwirrung, ich war auch jahrelang verwirrt, und dass Du es nun genau wissen willst.
    Ob man jetzt mit diesen sch-sch-sch und ptk-ptk-ptk-Übungen die Einatem- oder Ausatemmuskulatur trainiert bzw. zu trainieren glaubt, ob diese Übungen überhaupt generell völlig nutzlos und überflüssig oder für Sänger gar lebenswichtig sind - darüber hat´s in diversen Gesangsforen schon erbitterte Diskussionen gegeben.
    Am besten liest Du dich in die Materie ein. Es gibt ja gesicherte physiologische Erkenntnisse über die Atmung bei Mensch und Tier ;)
    Das Buch, das ich meinte (eigentlich sind es zwei), handelt übrigens nicht nur von der Atmung. Es geht um Gesang, und Atmung bzw. sängerische Atemtechnik ist da nur ein Aspekt unter mehreren.
    Es sind wahnsinnig komplexe muskuläre Vorgänge, die beim Gesang ablaufen, und beim Singen sollte man möglichst nicht daran denken. Aber sich mit der Materie zu beschäftigen, ist ziemlich spannend.
    Eine Frage: nimmst Du Unterricht ?
    schöne Grüße
    Bell
     
  10. yuneysi

    yuneysi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.01.08   #10
    hallo bell!

    genau, es wird sehr viel über die atemtechnik diskutiert unter sängern und experten, oft wird gegenteiliges behauptet und mit physiologischen "beweisen" untermauert, und ich glaube auch, dass keines der verschiedenen theorien falsch sein muss, solange es für einen persönlich funktioniert, ist es doch super!:great:

    nur frage ich auch nach dem rein physischen vorgang, weil ich sehr schlechte erfahrungen mit gesangslehrern hatte, und dem nächsten und seiner technik nicht völlig ausgeliefert sein möchte, sondern schon durchschauen möchte, ob ich mich und meine stimme dieser person völlig anvertrauen kann.. und somit zu deiner frage: leider fing ich viel zu spät mit dem gesangsunterricht an. und zwar vor ein paar wenigen jahren, aber mit grossen lücken dazwischen, weil einfach kein lehrer wirklich geeignet war für mich. der erste hielt überhaupt nix(!!) von atemtechnik, dachte "nene das brauchst du nich", obwohl meine atemtechnik kreuzfalsch ist, eine andere wollte meine bruststimme in die höhe treiben, die nächste meinte, die stimmlippen vibrieren durch muskeln, und nicht durch die luft, uswuswusw..
    daher bin ich eigentlich keinen schritt weiter als am anfang technisch, auf alle fälle nicht durch unterricht, sondern lediglich durch das, was ich mir so mit der zeit anlas, und dann umsetzen konnte..
    naja, nächsten mittwoch kommt der nächste versuch, klingt vielversprechend. diese lehrerin sang opern/operetten, auch im ausland, aber auch im musical und popgesang kennt sie sich aus und tritt auch in diesem genre auf, und sie basiert ihren unterricht hauptsächlich auf atemtechnik und resonanzraumausnutzung. mal schauen!;)

    grüsse, yuneysi
     
  11. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 26.01.08   #11
    Das hört sich doch schon mal ganz gut an. Darauf würde ich, wenn ich Unterricht suchen würde, ebenfalls achten.
    An meiner jetzigen Atemtechnik lasse ich allerdings niemanden mehr herummurksen ;) Sollte die einem GL nicht passen, wäre ich ganz schnell wieder weg.
    Das ist der Vorteil der Erfahrung: man glaubt und befolgt nicht mehr alles, was einem erzählt wird. Und das Einlesen in entsprechende Fachliteratur kann da sehr hilfreich sein.
    Viel Erfolg !
    Bell
     
  12. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 26.01.08   #12
    Jein. In Puncto Zwerchfellmuskulatur hast Du Recht. Die Luft in den Lungen soll immer kontrolliert werden, von "unten halten" kann da aber nicht die Rede sein. Das klingt mir schon wieder nach zu viel des Guten.

    Ehmmm... Du hast genau einen Satz Atemmuskeln. Ob die jetzt das Einatmen oder das Ausatmen erledigen ist eigentlich wurscht.

    Genaugenommen gibt es keine "Ausatem-Muskulatur", denn das Ausatmen passiert - wenn man nicht drüber nachdenkt - eben über ein Abspannen, ein Entspannen des Atemapparates. Das Einatmen ist der muskulär gesteuerte Prozess.

    Ich hab' bei den Literaturtipps ein Bändchen über Stimmphysiologie. Das könnte Dir was bringen und ist auch nicht zu teuer.
     
  13. yuneysi

    yuneysi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.01.08   #13
    oh nein, mein PC hat die ganze antwort, die ich auf deinen beitrag schrieb, IcePrincess, einfach gelöscht...:(

    naja, im grossen und ganzen schrieb ich, dass es einfach zu viele verschiedene wahrnehmungen und theorien gibt, ich muss das ganze wohl durch probieren lernen, ich hoffe die nächste lehrerin kann mir dabei gut behilflich sein..

    ich hätte aber doch noch ein paar fragen dazu:;)

    wenn man lange hohe noten singt, die man normalerweise nicht viel singt, also zbsp. in meinem fall das c''', ist es normal, dass es sich mit der zeit im oberen bauch so anfühlt, als hätte man muskelkater? oder tu ich da schon wieder zu viel?

    kann es sein, dass der stimmlippenschluss besser wird, wenn man oft hohe töne übt, weil dann mehr spannung da ist?
    oder hat das nix damit zu tun, und ich muss wirklich in der mittellage den stimmlippenschluss trainieren, wenn er dort nicht einwandfrei funktioniert?

    grüsse, yuneysi
     
  14. moniaqua

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    Erstellt: 26.01.08   #14
    Ist mir auch schon passiert. Da koenntest hoechstens alles in einem Texteditor schreiben und per Copy&Paste rueberkopieren.
    Hmmmm. Mein GL arbeitet mit mir im Mittenbereich. Manchmal schraubt er mich schon hoch, aber nie recht lange. Ich gehe davon aus, dass er das mit gutem Grund macht.
    Das scheint mir sinnvoller. Oben singen ist doch recht anstrengend; selbst wenn Du richtiger Sopran bist, ist c''' schon gut hoch und entsprechend anstrengend - ich kann mir nicht vorstellen, dass das recht gut fuer die Stimme ist, wenn man es uebertreibt und vor allem der Stimmsitz noch nicht perfekt ist. Unsere Sopraener hoeren sich anfangs immer schon beim a'' nicht soooo dolle an, aber bis zum Konzert ist es meist ok ;)
    Das mit dem Zwerchfell war uebrigens Senf von mir, ich hab google bemueht :cool: Ich hoer aber auch immer nur "Lass doch Deinen Koerper machen, der macht das schon richtig" ;)
     
  15. Bell

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    Erstellt: 26.01.08   #15
    Hm. Für mich klingt das nach einem "Zuviel". Eventuell einem Zuviel an muskulärer Verspannung.

    Jepp. Übungen für den Stimmlippenschluss macht man immer von der Mittellage ausgehend; man macht sie durchaus bis zur Kopfstimme, aber nicht bis in extreme Höhe.

    Yuneisi, da Du dich für die physiologischen Grundlagen des Gesangs interessierst, wärst Du mit seriöser Fachliteratur vielleicht ganz gut bedient. Mitunter löst diese die Verwirrung sogar auf, anstatt noch mehr zu schaffen ;)
    schöne Grüße
    Bell
     
  16. yuneysi

    yuneysi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.01.08   #16
    moniaqua, genau, meistens kopier ich noch den text vor dem abschicken, genau für diesen fall, aber natürlich passiert es dann immer, wenn man das ausnahmsweise nicht macht!!:evil:

    ich dachte, ich trainier mal im oberen bereich, um etwas mehr spannung in die stimme zu bekommen, und auch, weil da die stütze besonders beansprucht wird, aber natürlich auch nicht übertrieben..
    das heisst, es hilft alleine wohl auch nix für besseren stimmlippenschluss, aber das komische ist ja, dass bei mir nur in der mittellage, und ausschliesslich bei den vokalen "A" und "E" luft auf der stimme liegt, ansonsten überhaupt nicht!:screwy:

    ausserdem ist mir aufgefallen, dass viele, die eigentlich eher selten singen, eine sehr erdige stimme haben, die einfach bodenständig klingt, wie soll ich erklären.. brustiger eben, aber auch nicht ausschliesslich bruststimme. bei mir hingegen klingt es oft eher "klassisch", mehr kopfig irgendwie, obwohl ich schon seit ewigkeiten versuche, sie brustiger zu gestalten, damit es eben dem soulgesang gerecht wird, aber ich kämpfe immer noch damit. das erscheint mir dann so unfair, wenn ich jemanden singen höre, bei dem das einfach so locker klappt, obwohl er sich gar nicht damit beschäftigt..:(
    ich kann einfach nicht herausfinden, was da bei mir schief läuft. manchmal habe ich das gefühl, dass ich eine art verspannung im hals habe, und diese nicht zulässt, dass ich ab a' brustresonanzen hinzumischen kann, obwohl der passagio einwandfrei funktioniert..

    meistens wird ja geraten, an der atmung und resonanzausnutzung zu arbeiten, um dieses problem zu beheben, aber es ist nicht, dass die kopfstimme einfach nur zu dünn wäre, sondern ich verliere diese kontrollierbarkeit und erdigkeit sobald ich ins kopfstimmigere umsteigen muss, und ich verliere die fähigkeit, rufen zu können... es ist so schwer zu erklären!!:p also ich möchte gerne das rufende beibehalten, ohne aber die reine bruststimme hinauftreiben zu müssen..

    weiss da jemand was dazu, falls es überhaupt jemand entziffern kann, was ich meine?:D

    grüsse, yuneysi
     
  17. moniaqua

    moniaqua Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 26.01.08   #17
    Deine Stimme ist Deine Stimme ist Deine Stimme ist Deine Stimme ;)
    Wir haben im Chor einen Sopran, der wird nie so brustig singen wie so manche aus dem Alt. Dafuer werden die aus dem Alt nie so schoen klar singen wie sie. Und, ist es verkehrt? Ich hoere ihr wirklich gerne zu.
    Ich hab eben grad hier im Board ein sample gehoert, ich glaube nicht, dass man die Stimme als soulig bezeichnen wuerde, aber wunderschoen. Lerne, Deine Stimme so zu akzeptieren, wie sie nun mal ist und nicht dagegen zu kaempfen (und vielleicht ueberrascht sie Dich ja eines Tages ;) )
    Ich weiss, von was ich rede, wenn ich von Stimme akzeptieren lernen rede, und ich weiss, dass es machbar ist ;)
    Dessen Stimme ist dessen Stimme ist ... you get the pattern, I guess? ;)
    Manchmal ist uebrigens "nicht damit beschaeftigen" grad der Trick. Ich weiss nicht, ob das bei Dir zutrifft, aber fuer unmoeglich halte ich es nicht :)
    Ich hab so ne ungefaehre Ahung, was Du meinen koenntest. Ich wuensch Dir moeglichst bald eine/n faehige/n, passende/n GL, weil hier am Board koennen wir Dir fuercht ich nur begrenzt helfen. Btw, haste eigentlich schon mal ne Gesangsprobe eingestellt? Ich hatte da grad so ein schoenes Aha-Erlebnis, noch eines dazu faende ich schon nett :p
     
  18. yuneysi

    yuneysi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.01.08   #18
    ich schau mal was sich da machen lässt, mit nem gesangsbeispiel!;) im moment bin ich gerade auf kriegsfuss mit meiner stimme, aber sobald sich da ein bisschen frieden einstellt, guck ich ma...

    das ist ja gerade das komische daran, ich bin Alt!!! also auf alle fälle habe ich laut phoniatern Alt-stimmlippen, und mein stimmtimbre ist in der bequemen singlage auch alt-ig..
    das klingt dann einfach lächerlich wenn ich von einer richtig tiefen, vollen, runden stimme in ein gepiepse komme. es gibt wirklich stimmen, die hoch, klar und leicht sind, und natürlich wunderschön sind!!! aber das ist eben nicht meine, ich spüre deutlich, sie schlummert noch gaaaanz tief im jahrzehnteschlaf in mir, aber irgendwas klappt da nicht... übrigens finde ich, dass auch soprane brustiger, erdiger klingen können, nur das stimmtimbre ist dann einfach leichter.

    ich glaube eben, das problem ist, dass sich meine mittelstimme, bei der ich zwischen brust- und kopfstimme wechsle, sich auf ein paar wenige töne beschränkt, und ich dann sofort in die kopfstimme wechsle..
    kann ich denn irgendwie diese mittelstimme, in der eben brust- und kopfresonanzen klingen, irgendwie ausweiten, ohne zu pressen? wenn ja, könnt ihr mir irgendwelche tips geben? bis zu welchem ton geht das ungefähr?
    wäre sehr dankbar für antworten!

    ausserdem habe ich gelernt, den passagio von der kopfstimme her, nach unten steigend, zu finden, weil es andersrum einfach nicht ging, das hat bestimmt auch zur randstimmigkeit geführt..

    ach ja, Bell, danke für deinen tip mit der literatur, nur leider befinde ich mich zur zeit ausserhalb deutschlandes, kann mir somit im mom nix deutsches suchen!:( erst wenn ich zurück bin..


    liebe grüsse, yuneysi
     
  19. yuneysi

    yuneysi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.01.08   #19
    noch wegen den übers-netz-tips.. ich weiss dass das schwer ist, und bestimmt auch nervig sein kann, da es im singen einfach kein patentrezept gibt. das ist mir schon klar, aber trotzdem bringt es mir viel, selber schon ein theoretisches wissen in gesangstunden mitzunehmen, und auch erfahrungen, wie jemand anders etwas erreichen konnte..

    also, nur her mit den theorien!!:great:
     
  20. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 27.01.08   #20
    Okay - Du hast also laut Phoniater Alt-Stimmlippen. Das heisst, Du hast LANGE Stimmlippen. Ihre Beschaffenheit KANN auf das Stimmfach schließen lassen, muss aber nicht. Es stimmt, dass ein Sopran kürzere Stimmlippen hat als ein Alt - aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Was Du nämlich schilderst, also Deine Probleme mit der Mittellage, das ist eher typisch für höhere Stimmen.
    Das Stimmfach wird auch durchs Timbre bestimmt; und wenn Deine Stimme z.B. einen hellen, silbrigen Ton hat, dann fehlt eben der typische Alt-Klang, egal, wie lang nun die Stimmlippen sind.
    Du könntest also durchaus auch ein Sopran oder Mezzo mit großem Stimmumfang sein ! Aber das lässt sich im Internet unmöglich feststellen.
    schöne Grüße
    Bell
     
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