Picking mit den Fingernägeln - umstellen von mit auf ohne

clapton
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Moin!

Hier gibt es mittlerweile zig Threads, in denen die Frage diskutiert wird, ob mit Fingernägeln gezupft wird oder besser ohne. Klar, dass es Geschmackssache ist. Es gibt ja einige Vollprofis, wie etwa Adam Rafferty, der sich vor vielen Jahren umgestellt hat auf Fingerkuppe. Und es gibt eine Menge Befürworter beider Techniken.

Vor etwa zwei Jahren habe ich den Test gewagt. Ich hatte das ständige Gefeile satt, mir zwischendurch auch mal beim Handwerken einen Nagel abgebrochen, obwohl die Nägel recht kräftig sind. Mir das Video von Adam Rafferty angesehen, mal in Foren nachgefragt und mich entschlossen, es mit den Kuppen zu probieren. Damit kam ich wochenlang gar nicht zurecht, und als ich wieder meinen 2-3mm Nagelrand sah und spürte, klang die Gitarre auch wieder. Mit den Kuppen kriegte ich wochenlang keinen richtigen Ton raus.

Meine Gitarren sind eine Martin GPCPA4 und eine 000-15SM, meine Standardsaiten Phosphor Bronze .012-053 (d'Addario EJ16, Martin MEC12 oder Fender 60L).

Die Frage, die mich umtreibt, ist die, ob schon mal jemand seine Gewohnheit umgestellt hat von "mit Nägeln" auf "mit den Fingerkuppen zupfen". Und wenn ja, wie lange das gedauert hat?
 
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ich habe noch nie mit den Nägeln gespielt nur mit Kuppe. Und komischerweise ists auch egal welche Gitarre/Saiten etc,
hört sich Alles gut an. Spiele aber jetzt am liebsten Nylon-
 
Die Frage, die mich umtreibt, ist die, ob schon mal jemand seine Gewohnheit umgestellt hat von "mit Nägeln" auf "mit den Fingerkuppen zupfen". Und wenn ja, wie lange das gedauert hat?
Ich kann nur sagen, dass ich (wie du) gescheitert bin.
Wenn ich auch nicht komplett abgeschnitten hab, habe ich doch zwei größere Versuche hinter mir meine Nägel signifikant zu kürzen, aber ich hab beide Male nach einiger Zeit aufgegeben:
Ich habe eine Zeitlang vermehrt Klavier gespielt und lange Fingernägel klackern auf den Tasten, also hab ich die so weit gekürzt, dass es nicht mehr geklackert hat..
Das zweite Mal, war als ich letztes Jahr angefangen habe öfter zu bouldern. Da sind lange Nägel äußerst hinderlich.
Jetzt habe ich einen Kompromiss gefunden: Die Nägel sind nicht mehr so lang, wie im Studium, aber ein wenig Nagel habe ich trotzdem, damit die Soundformung nicht den Bach runter geht.
Ganz ohne Nägel kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Da verliere ich so viele Optionen..
 
Bei mir ist es so das die Nägel nur die Fingerkuppe ein bisschen stützen sollen.Ich weiß nicht ob das so richtig ausgedrückt ist.Zu kurz ist schlecht weil die Gitarre nicht klingt und ein bisschen zu lang ist auch schlecht weil ich dann mit den Nagel an der Saite hängen bleibe.Ich schneide halt die Fingernägel nicht bis zum Fleisch runter sondern Versuche immer etwas stehen zu lassen.
 
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Mit oder ohne Nägel: ein altes Thema, was die Gitarrenwelt von Anfang begleitet (hat). Ich spiele mit Nägeln (meistens Konzertgitarre, also Nylonsaiten). Manchmal auch Gitarren mit Stahlsaiten (Ovation, E-Gitarre), die natürlich stark an den Nägeln arbeiten, sodass immer ein nachpolieren notwendig ist, zugegebenermaßen durchaus lästig. Andererseits ist für mich die Tonformung klarer mit Nägeln und ich bin im Solokonzert oder im Ensemble/Orchester besser wahrnehmbar ;-)
Glücklicherweise sind meine Nägel von der harten Sorte, deshalb können sie einiges vertragen.
Wer umsteigen möchte, muss eine deutliche Zeit Geduld mitbringen, bis die Fingerkuppen sich an den Saitenkontakt gewöhnt und auch gefestigt haben, dann kann es klingen. Geschmacksache...
Bei YT findet man dazu ein interessantes Erklär- Video von Brandon Acker, der als klassischer Gitarrist vom Nagel- zum Kuppenspiel gewechselt ist, auch weil er nunmehr oft in Barockensembles die Theorbe spielt.
Ich bleibe jedoch beim Nagelspiel ;-)
 
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Ich habe es auch immer wieder ohne Fingernägel versucht, mag aber den dumpferen Klang nicht.
Ich mag den helleren und lauteten Klang der Fingernägel bei Stahl- und Nylonsaiten lieber, da er auch vergleichbarer mit dem Plektrumspiel klingt.
Somit ist ein Wechsel ohne Soundumstellung möglich.
 
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Ich lass sie meistens so lange wachsen, bis es nervig oder unhygenisch wird und schneide sie dann ziemlich kurz. So hab ich zwischen kurz und lang über die Zeit immer alles dabei.
Ich finde, man muss die Handhaltung mit Kurzen Nägeln halt anpassen. Die Finger müssen stärker gegkrümmt sein, so als würden sie einen Ball umschließen. So kommen auch die kurzen Nägel noch in Berührung mit der Saite. Man muss sich da wirklich Zeit nehmen, und manche bereits gekonnte Stücke noch mal "neu lernen", damit sie auch mit kurzen Nägeln klingen.
Ich seh das einfach als weitere Technik, die man lernen kann, so wie Plektrumspiel, Tremolo, ...
 
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Das klingt alles so, wie ich es fast erwartet hätte. Scheint, als könne sich Adam Rafferty glücklich schätzen, die Hürde genommen zu haben. Sein Spiel klingt relativ weich, sein Sound setzt sich aber trotzdem durch.

Ich hatte gedacht, jemand könnte mich zu einem weiteren Test ermutigen. Scheint aber nicht so.

Danke für eure Posts! 💕
 
Ich habe alles (wirklich alles!) ausprobiert und meine Nägel einige Zeit auch künstlich verstärkt.
Irgenwann war mit das einfach alles nur noch lästig.

Ich spiele überwiegend Steelstrings mit kräftigeren Saiten, aber auch oft meine E-Gitarre mit den Fingern.
Letzteres setzt den Nägeln manchmal sogar mehr zu als die Steelstrings. Da spiele ich aber auch ganz anders mit den Fingern, als bei meinen eher nicht so wilden Pickings auf den akustischen Gitarren.

Sobald die "lang genug" sind schredder ich die sofort wieder kaputt. Dann wird halt wieder ganz kurz gefeilt und es geht mit Kuppe weiter. Da habe ich mich mittlerweile ganz gut dran gewöhnt. Wobei das auch mir mit Nagel etwas besser gefällt. Aber es geht schon.

Ich kenne auch einige andere Gitarristen, die mit Kuppe auf der Steelstring unterwegs sind und trotzdem gut klingen
 
Mein Problem ist ausschließlich, dass mir die Nägel zu oft einreißen. Nur der Daumennagel wächst auf ca. 5-6mm mittig. Der stört nicht wirklich beim Klavierspiel. Und rechts freue ich mich jedesmal, wenn ich wieder 2mm habe. Viel mehr brauche ich nicht. Geheimtipp wie man Nägel eincremen kann?
 
ich finde daß man mit Kuppe besser (weicher) klingt als mit Nagel und ich habe mehr Gefühl.
 
Ich hab da auch viel rumprobiert in der letzten Zeit. Ich dachte ich mag den Klang mit langen Nägeln lieber aber im Alltag nerven die mich total und auch aus ästhetischen gründen mag ich meine Nägel nicht so lang.

Was mir aber aufgefallen ist. Als Spieler hinter der Gitarre ist der Unterschied fiel stärker als auf einer Aufnahme. Das macht Sinn weil hohe Frequenzen von der Decke stärker nach Vorne abgestrahlt werden. Und man als Spieler also immer weniger von den hohen Frequenzen abbekommt. Seitdem ich das weiß bin ich da etwas entspannter. Ein bisschen Nagel zur Stabilität genügt mir dann und ist dann auch im Rest des Lebens okay.

LG
 
Hab als Kind angefangen in der Reihenfolge

Nylonstring
Steelstring meist mit Fingerpicks
E Gitarre abwechselnd mit Plektrum oder als Mark Knopfler Fake
Nach langer Pause wieder Steelstrings ohne Nagel oder Picks

Habe so null Soundprobleme. Wichtiger als womit man anschlägt ist für mich wie man die Saiten anschlägt !
 
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So arg lang müssen bei mir die Nägel gar nicht sein. Da reicht schon ca 1mm Überstand über die Kuppe.
Der Daumen ist bei mir auch kurz. Auf den Basssaiten mag ich auch den dumpferen Klang.
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So sehr sich die Länge der Nägel auch ähneln mag, so unterschiedlich klingen die Finger, selbst auf der gleichen Gitarre. Das merkt man, wenn man -Gott bewahre- das Instrument verleiht.

Musiker mit "Soundproblemen" sind sowieso ganz rar gesät. Leute mit schlechtem Sound haben meist ganz andere Probleme (ein Sonntagsscherz).
 
So arg lang müssen bei mir die Nägel gar nicht sein. Da reicht schon ca 1mm Überstand über die Kuppe.
Der Daumen ist bei mir auch kurz. Auf den Basssaiten mag ich auch den dumpferen Klang.
Ähnlich sehen meine Nägel aus. Wobei die Nägel der Greifhand (links) bei mir so schon fast zu lang wären. Wenn ich beim Tippen auf der Computertastatur merke, dass der Nagel oft auf die Taste oder aufs Trackpad kommt, weiß ich, es ist Zeit die Feile in die Hand zu nehmen. Die Hysterese von minimal bis maximal, also "nötig" bis "möglich", ist relativ klein, in Worten: maximal 1-2 Wochen.

Zu einem weiteren Test habe ich nicht den Mut. Der kostet mich wieder drei Wochen Zeit, in der ich nur Lieder mit Plektrum spielen kann.
 
Ja, sie sind fast schon zu lang, gehen aber noch ganz gut
Die "Tests" passieren bei mir meist eher unfreiwillig wenn ich beim Arbeiten mal wieder nen (vielleicht vorher schon durch's Spielen etwas dünn gespielten) Fingernagel abgebrochen habe.
Einer kurz, die anderen lang, geht gar nicht. Dann müssen die restlichen Nägel auf die gleiche Länge und werden ebenfalls kurz abgeschnitten.
:nix:
 
Sieht ja alles echt fies aus, so stark vergrößert. ;-)

Das meine ich mit "geschreddert".
Dann halt weg mit dem kümmerlichen Rest und weiter gehts.


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Darum hat Adam Rafferty sein Spiel auf Fingerkuppen umgestellt und ist froh darüber. Er sagt aber nicht, wie lange es gedauert hat, bis er sich komplett dran gewöhnt hat. Ich schätze, mindestens ein halbes bis ganzes Jahr. Und dazu hätte ich keinen Nerv.
 
Es geht doch nicht um "Nerv" oder wer irgendwie was macht. Du spielst doch täglich mit wachsenden Nägel und hörst und spürst doch ganz deutlich, was die Unterschiede bedeuten.
Ein kompletter Nagelbruch ist zum Glück sehr selten, aber für mich schon ein Problem im Spielgefühl. Ich versuche meine optimale Länge zu bewahren. Da geht es ja nicht um Zehntel Millimeter. Mut haben, sich absolut nicht um Vorbilder zu kümmern!
 

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